Heiße Liebe in wilder Natur
Von: F1999-RaNk 2024/03/09
ein Film mit Inka Kallén, Aku Hirviniemi, Andrei Alén und Adelina Arajuuri; Regie: Aku Louhimies
Mittsommerlust – Wer nicht liebt, der hat nichts. Nicht geliebt zu werden, ist nur ein Missgeschick, nicht zu lieben aber ein Unglück …
Im Film des Tages – Mittsommerlust – geht es weniger deftig zu, wenigstens was die Sprache betrifft, als im Buch des TagesAMP, in dem Nicholson Baker alle Register des pornografischen Wortwitzes zieht. In Mittsommerlust aus dem Jahre 2022 sind es eher die leiseren Töne, die die Zuschauer*innen verwöhnen, wenn auch eingepackt in die Wucht der wilden finnischen Natur im Schärenmeer
Von einer einzigen Episode abgesehen dreht sich die Handlung des Films Mittsommerlust um drei Personen. Elli (Inka Kallén), deren Ehemann und Pastor Mikko (Aku Hirviniemi) und den gemeinsamen Freund aus der Studentenzeit Olavi (Andrei Alén). Der Satz am Anfang des Beitrags „Wer nicht liebt, der hat nichts …“ umreißt dabei die ganze Dramatik des Geschehens um die Bedeutung von Liebe, lieben, geliebt werden und der Rolle von Leidenschaft in einer Beziehung. „Es gibt mehr Gründe als Liebe, wenn man eine Partnerschaft eingeht …“, Olavi zu Elli, während eines Spaziergangs. Er schreibt an einer Dissertation über die Komplexität der Beziehungen zwischen Mann und Frau.
Elli und Mikko leben seit Jahren in Einsamkeit auf der Insel vor der finnischen Küste. Mikko nahm nach seinem Studium eine Stelle als Pfarrer an, über die er, wie man am Rande erfährt, mehrere Inseln und ein Stück das nahe liegenden Festlands betreut. Elli, die ebenfalls studierte, geht keiner Beschäftigung nach, ein weiteres Problem zusätzlich zur Abgeschiedenheit. „Wir haben nicht viel Kontakt nach draußen. Manchmal vergesse ich einfach den Rest der Welt“, Elli zu Olavi. Olavi, die dritte Person, der Freund aus der Studienzeit, der sich, wider Erwarten, telefonisch bei Mikko gemeldet hat. Der lud ihn ein, Erholung, Abstand vom Stadt-Leben in Paris, wohin er übersiedelte.
Bereits die ersten Minuten machen deutlich, worum es in Mittsommerlust geht. Eine Frau auf dem Rücken im hohen Gras, den Blick in den endlosen Himmel gerichtet, sie befriedigt sich selbst. Das leise Stöhnen am Ende klingt nicht nach befreiendem Höhepunkt. Anschließend pflückt sie einen Apfel von einem Baum, in den sie kraftvoll hinein beißt, Symbolik. Dann kehrt sie heim in ihren Alltag als Hausfrau. Belanglose Gespräche mit dem Ehegatten. Abends im Bett schläft er mit ihr, sie wirkt gelangweilt, die offenen Augen suchen nach etwas, das sie nicht findet, Elli und Mikko. Am anderen Tag erzählt Mikko vom Anruf des Freundes, dass er ihn eingeladen habe.
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Dass der Besuch bei Elli willkommen zu sein scheint, nicht zu übersehen an ihrer Mimik während sie Olavi begrüßt. Dass es zwischen beiden vom ersten Moment an knistert ebenso wenig. Erst später im Film Mittsommerlust erfährt man den Grund dafür. Olavi bezieht das Gästezimmer, welches direkt über dem Schlafzimmer des Paares liegt. Plötzlich stöhnt Elli auffällig laut, als Mikko mit ihr schläft, sie will von Olavi gehört werden. Sie zieht sich aufreizend an, verzichtet auf BH und lässt Bluse oder Kleid auffällig weit aufgeknöpft … Mittsommerlust>>>
Doch trotz aller Bemühungen Ellis, Olavi zu gewinnen, kommt zunächst erst einmal der sprichwörtliche Sand ins Getriebe. Es wäre ja auch zu einfach. Auf der Fähre lernte Olavi die sympathische und unkomplizierte Nina (Adelina Arajuuri)kennen. Man traf sich später schon einmal am Rande eines Gottesdienstes. Elli hatte bereits fast gewonnen, Olavi so weit, dass er, der Mann von Welt, ihr etwas schenken wollte, das sie von ihrem Mann garantiert noch nie bekam – Oralsex -, als plötzlich Nina mit einer Gruppe junger Leute auftaucht. Man feiert, man vergnügt sich, Olavi mit Nina in der Sauna, am Ende steigt Olavi mit den anderen auf ein Boot, Elli bleibt zurück.
Eifersucht – doch nicht allein auf Ellis Seite. Ist es Rache, verschmäht worden zu sein? Man möchte es meinen, aggressiver Sex mit Mikko, sie nimmt ihn sich, nicht so langweilig wie man es bis dahin im Film gewöhnt ist. Sie ist laut, noch lauter als beim ersten Mal, als Olavi sie bereits hören sollte. Olavi beobachtet beide durch den Spalt der offen stehenden Tür, kein Zufall, dass die Tür nur angelehnt war. Angefressen erklärt Olavi, dass er abreisen möchte, doch es ist gerade Mikko, der ihn zum Bleiben überredet. Mikko, der Menschenfreund, der vermeintlich nicht bemerkt, was zwischen den beiden vorgeht.
Endlich hat Elli Olavi so weit. Während eines Pick-Nicks auf einer unbewohnten Nachbarinsel zeigt sie Olavi, dass ihr gewöhnlicher Sex zu langweilig ist. Den bekommt sie schließlich zu Hause. Als er seinen Penis in Stellung bringen will, befiehlt sie ihm, stattdessen seine Finger zu benutzen: „Ich will, dass du mich anfasst, berühr mich. Nimm deine Finger, steck sie tief in mich rein … Mach weiter, noch tiefer …“ Anschließend hat sie es eilig, zurück ins Haus zu kommen. Doch aus dem vielleicht gewünschten wilden Sex wird nichts, Mikko, der auf dem Festland war, kehrte unerwartet und vorzeitig zurück.
In mehrfacher Hinsicht endet die Mittsommerlust auf eine Art und Weise, mit der man in der Tat nicht rechnet. Besonders in der
Mittsommerlust – Ein Film, der berührt, der tief geht, weil er vielen von uns zeigt, wie wir nicht sind, besonders uns Männern. Fast möchte man es als eine Botschaft auffassen, so wie sich Mikko am Ende dieses Dramas verhält. „Nur wer nicht lügt, kann sich wirklich frei fühlen …“, sagt er zu seiner Frau, nachdem sie sich offenbart, dann diesen eingangs erwähnten Satz: „Wer nicht liebt, der hat nichts. Nicht geliebt zu werden, ist nur ein Missgeschick, nicht zu lieben aber ein Unglück.“ Mittsommerlust – sehr sehens- und erlebenswert.
Aku Louhimies – geboren am 3. Juli 1968 in Helsinki, ist ein finnischer Filmregisseur und Drehbuchautor. Zu seinem Repertoire gehören Spielfilme, Dokumentarfilme, Werbespots und Musikvideos. Den internationalen Durchbruch erreichte Louhimies im Jahre 2016 mit der Serie „Rebellion“. Mit „Der unbekannte Soldat“ drehte er im Jahre 2017 den bislang teuersten je in Finnland gedrehten Film.
Aku Louhimies wuchs in den Vereinigten Staaten auf, wo er in Montana die High-Scholl abschloss. Zurück in Finnland studierte er Geschichte an der Universität von Helsinki und danach Filmregie an der Universität für Kunst und Design Helsinki.
Mit „Restless“ drehte er im Jahre 2000 seinen ersten Spielfilm. Darauf folgten acht weitere Spielfilme, darunter 2005 der preisgekrönte Film „Frozen Land“. „Der unbekannte Soldat“ hatte seine internationale Premiere am 23. November 2017 beim Tallinn Black Nights Film Festival. Er wurde nicht nur einer der teuersten, sondern auch einer der erfolgreichsten finnischen Filme. Louhimies hat auch bei mehreren Fernsehprojekten Regie geführt, unter anderem bei der mehrfach preisgekrönten Fernsehserie „Fragments“. Mittsommerlust aus dem Jahre 2022 ist sein bislang letzter Spielfilm.
Mittsommerlust ist eine Adaption des Liebesromans „Ellis Jugend“ von Juhani Aho aus dem Jahre 1899. Die Handlung wurde angepasst in die Gegenwart übertragen. Leider habe ich keine deutschsprachige Ausgabe auf den einschlägigen Plattformen gefunden. Dafür gibt es unter dem Titel „Das Beste“ einen Sammelband zweier Novellen und eines Romans von Juhani Aho. Die Novellen unter den Titeln „Geächtet“ und „Einsam“, der Roman „Schweres Blut“. Juhani Aho (1861 bis 1921), war ein finnischer Schriftsteller und Journalist. Aho schöpfte seine Themen aus dem finnischen Volksleben und wurde gerade damit zum Wegbereiter des modernen finnischen Realismus.
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Deftig, kräftig, wie schon in der Einführung zum Film „Mittsommerlust“ festgestellt, eine Parodie auf die „schlechte Pornografie“ von Nicholson Baker, das „Haus der Löcher“. Dabei sollte wohl keine Frage offen bleiben, um welche Art von Löchern es sich dabei handeln
Shandee traf sich mit Zilka auf eine Melone und ein Croissant auf dem Terrassenrestaurant mit Blick über den Garten der gesunden herrlichen Ficker. Shandee wollte mehr darüber erfahren, wie sie ihre Klit verloren habe.
„Bevor ich meine Klit verloren habe, wäre ich tanzen gegangen oder hätte mit einem geschlafen, aber jetzt nicht mehr.“
„Und – wie ist das passiert?“, fragte Shandee.
„Als ich noch gestrippt habe, war ich fast ein Jahr lang die Topnummer im Wiggle Room in San Antonio. Ich ging durch die Sicherheitskontrolle und da hat mir so eine grässliche Frau mit einer Scheißfrisur meine Klit gestohlen.“
„Das ist ja furchtbar“, sagte Shandee.
„Ja, schon irgendwie.“ Zilka war eine Weile traurig und schwieg, dann zeigte sie. „Siehst du das Kabel da? Das ist eine Bahn namens Fick den See. Da drüben ist der Mittelweg, wo du Schlag den hübschen Arsch oder Halt den jungen zarten Harten spielen kannst. Drüben auf dem Fluss sind die Masturboote. Im Moment sind sie festgemacht … Ausführliche Leseproben finden Sie hier>>>AMP
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