Mittsommerlust (2020)

Heiße Liebe in wilder Natur

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09.03.2024 | 17:17h
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23.09.2024 | 20:35h
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Mittsommerlust (2022) – Heiße Liebe in wilder Natur

Von: F1999-RaNk 2024/03/09

Mittsommerlust – Ein Erotikdrama des finnischen Regisseurs Aku Louhimies

Sommerliebe und Leidenschaft vor der wunderschönen Kulisse wilder finnischer Natur

ein Film mit Inka Kallén, Aku Hirviniemi, Andrei Alén und Adelina Arajuuri; Regie: Aku Louhimies

Mittsommerlust – Wer nicht liebt, der hat nichts. Nicht geliebt zu werden, ist nur ein Missgeschick, nicht zu lieben aber ein Unglück …

Mittsommerlust

Im Film des Tages – Mittsommerlust – geht es weniger deftig zu, wenigstens was die Sprache betrifft, als im Buch des TagesAMP, in dem Nicholson Baker alle Register des pornografischen Wortwitzes zieht. In Mittsommerlust aus dem Jahre 2022 sind es eher die leiseren Töne, die die Zuschauer*innen verwöhnen, wenn auch eingepackt in die Wucht der wilden finnischen Natur im Schärenmeer und in die entfesselte Leidenschaft einer Frau in den sprichwörtlich „besten Jahren“ in der Einsamkeit einer kleinen Insel, weit ab der Zivilisation. Die Entfernung zu anderen Menschen darüber hinaus bestimmt von der Isolation der Corona-Zeit.

Es menschelt

Von einer einzigen Episode abgesehen dreht sich die Handlung des Films Mittsommerlust um drei Personen. Elli (Inka Kallén), deren Ehemann und Pastor Mikko (Aku Hirviniemi) und den gemeinsamen Freund aus der Studentenzeit Olavi (Andrei Alén). Der Satz am Anfang des Beitrags „Wer nicht liebt, der hat nichts …“ umreißt dabei die ganze Dramatik des Geschehens um die Bedeutung von Liebe, lieben, geliebt werden und der Rolle von Leidenschaft in einer Beziehung. „Es gibt mehr Gründe als Liebe, wenn man eine Partnerschaft eingeht …“, Olavi zu Elli, während eines Spaziergangs. Er schreibt an einer Dissertation über die Komplexität der Beziehungen zwischen Mann und Frau.

Der Reiz des Neuen in der Einsamkeit

Elli und Mikko leben seit Jahren in Einsamkeit auf der Insel vor der finnischen Küste. Mikko nahm nach seinem Studium eine Stelle als Pfarrer an, über die er, wie man am Rande erfährt, mehrere Inseln und ein Stück das nahe liegenden Festlands betreut. Elli, die ebenfalls studierte, geht keiner Beschäftigung nach, ein weiteres Problem zusätzlich zur Abgeschiedenheit. „Wir haben nicht viel Kontakt nach draußen. Manchmal vergesse ich einfach den Rest der Welt“, Elli zu Olavi. Olavi, die dritte Person, der Freund aus der Studienzeit, der sich, wider Erwarten, telefonisch bei Mikko gemeldet hat. Der lud ihn ein, Erholung, Abstand vom Stadt-Leben in Paris, wohin er übersiedelte.

Der Film

Bereits die ersten Minuten machen deutlich, worum es in Mittsommerlust geht. Eine Frau auf dem Rücken im hohen Gras, den Blick in den endlosen Himmel gerichtet, sie befriedigt sich selbst. Das leise Stöhnen am Ende klingt nicht nach befreiendem Höhepunkt. Anschließend pflückt sie einen Apfel von einem Baum, in den sie kraftvoll hinein beißt, Symbolik. Dann kehrt sie heim in ihren Alltag als Hausfrau. Belanglose Gespräche mit dem Ehegatten. Abends im Bett schläft er mit ihr, sie wirkt gelangweilt, die offenen Augen suchen nach etwas, das sie nicht findet, Elli und Mikko. Am anderen Tag erzählt Mikko vom Anruf des Freundes, dass er ihn eingeladen habe.
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Nicht zu übersehen, dass Elli Olavi will

Dass der Besuch bei Elli willkommen zu sein scheint, nicht zu übersehen an ihrer Mimik während sie Olavi begrüßt. Dass es zwischen beiden vom ersten Moment an knistert ebenso wenig. Erst später im Film Mittsommerlust erfährt man den Grund dafür. Olavi bezieht das Gästezimmer, welches direkt über dem Schlafzimmer des Paares liegt. Plötzlich stöhnt Elli auffällig laut, als Mikko mit ihr schläft, sie will von Olavi gehört werden. Sie zieht sich aufreizend an, verzichtet auf BH und lässt Bluse oder Kleid auffällig weit aufgeknöpft … Mittsommerlust>>>

Zunächst kommt Sand ins Getriebe

Doch trotz aller Bemühungen Ellis, Olavi zu gewinnen, kommt zunächst erst einmal der sprichwörtliche Sand ins Getriebe. Es wäre ja auch zu einfach. Auf der Fähre lernte Olavi die sympathische und unkomplizierte Nina (Adelina Arajuuri)kennen. Man traf sich später schon einmal am Rande eines Gottesdienstes. Elli hatte bereits fast gewonnen, Olavi so weit, dass er, der Mann von Welt, ihr etwas schenken wollte, das sie von ihrem Mann garantiert noch nie bekam – Oralsex -, als plötzlich Nina mit einer Gruppe junger Leute auftaucht. Man feiert, man vergnügt sich, Olavi mit Nina in der Sauna, am Ende steigt Olavi mit den anderen auf ein Boot, Elli bleibt zurück.

Eifersucht gehört in jedes Liebesdrama

Eifersucht – doch nicht allein auf Ellis Seite. Ist es Rache, verschmäht worden zu sein? Man möchte es meinen, aggressiver Sex mit Mikko, sie nimmt ihn sich, nicht so langweilig wie man es bis dahin im Film gewöhnt ist. Sie ist laut, noch lauter als beim ersten Mal, als Olavi sie bereits hören sollte. Olavi beobachtet beide durch den Spalt der offen stehenden Tür, kein Zufall, dass die Tür nur angelehnt war. Angefressen erklärt Olavi, dass er abreisen möchte, doch es ist gerade Mikko, der ihn zum Bleiben überredet. Mikko, der Menschenfreund, der vermeintlich nicht bemerkt, was zwischen den beiden vorgeht.

Es kommt, was kommen muss

Endlich hat Elli Olavi so weit. Während eines Pick-Nicks auf einer unbewohnten Nachbarinsel zeigt sie Olavi, dass ihr gewöhnlicher Sex zu langweilig ist. Den bekommt sie schließlich zu Hause. Als er seinen Penis in Stellung bringen will, befiehlt sie ihm, stattdessen seine Finger zu benutzen: „Ich will, dass du mich anfasst, berühr mich. Nimm deine Finger, steck sie tief in mich rein … Mach weiter, noch tiefer …“ Anschließend hat sie es eilig, zurück ins Haus zu kommen. Doch aus dem vielleicht gewünschten wilden Sex wird nichts, Mikko, der auf dem Festland war, kehrte unerwartet und vorzeitig zurück.

Ein Ende, mit dem man nicht rechnet

In mehrfacher Hinsicht endet die Mittsommerlust auf eine Art und Weise, mit der man in der Tat nicht rechnet. Besonders in der Hinsicht, wie sich die Akteure in einer durchaus ungewöhnlichen Konstellation verhalten. Die nackte Haut, so wie man es in einem guten Erotikfilm erwarten sollte, kommt nicht zu kurz, von Anfang an. Dass die Beteiligten, besonders die Frau, nicht zu den jung und Glatthäutigen gehören, stört überhaupt nicht. Im Gegenteil, es wirkt eher natürlich, sympathisch, mehr möchte ich nicht verraten … Mittsommerlust>>>

Fazit

Mittsommerlust – Ein Film, der berührt, der tief geht, weil er vielen von uns zeigt, wie wir nicht sind, besonders uns Männern. Fast möchte man es als eine Botschaft auffassen, so wie sich Mikko am Ende dieses Dramas verhält. „Nur wer nicht lügt, kann sich wirklich frei fühlen …“, sagt er zu seiner Frau, nachdem sie sich offenbart, dann diesen eingangs erwähnten Satz: „Wer nicht liebt, der hat nichts. Nicht geliebt zu werden, ist nur ein Missgeschick, nicht zu lieben aber ein Unglück.“ Mittsommerlust – sehr sehens- und erlebenswert.

Der Regisseur

Foto Juuli Aschan

Aku Louhimies – geboren am 3. Juli 1968 in Helsinki, ist ein finnischer Filmregisseur und Drehbuchautor. Zu seinem Repertoire gehören Spielfilme, Dokumentarfilme, Werbespots und Musikvideos. Den internationalen Durchbruch erreichte Louhimies im Jahre 2016 mit der Serie „Rebellion“. Mit „Der unbekannte Soldat“ drehte er im Jahre 2017 den bislang teuersten je in Finnland gedrehten Film.
Aku Louhimies wuchs in den Vereinigten Staaten auf, wo er in Montana die High-Scholl abschloss. Zurück in Finnland studierte er Geschichte an der Universität von Helsinki und danach Filmregie an der Universität für Kunst und Design Helsinki.

Karriere

Mit „Restless“ drehte er im Jahre 2000 seinen ersten Spielfilm. Darauf folgten acht weitere Spielfilme, darunter 2005 der preisgekrönte Film „Frozen Land“. „Der unbekannte Soldat“ hatte seine internationale Premiere am 23. November 2017 beim Tallinn Black Nights Film Festival. Er wurde nicht nur einer der teuersten, sondern auch einer der erfolgreichsten finnischen Filme. Louhimies hat auch bei mehreren Fernsehprojekten Regie geführt, unter anderem bei der mehrfach preisgekrönten Fernsehserie „Fragments“. Mittsommerlust aus dem Jahre 2022 ist sein bislang letzter Spielfilm.

Die Romanvorlage für den Film

Mittsommerlust ist eine Adaption des Liebesromans „Ellis Jugend“ von Juhani Aho aus dem Jahre 1899. Die Handlung wurde angepasst in die Gegenwart übertragen. Leider habe ich keine deutschsprachige Ausgabe auf den einschlägigen Plattformen gefunden. Dafür gibt es unter dem Titel „Das Beste“ einen Sammelband zweier Novellen und eines Romans von Juhani Aho. Die Novellen unter den Titeln „Geächtet“ und „Einsam“, der Roman „Schweres Blut“. Juhani Aho (1861 bis 1921), war ein finnischer Schriftsteller und Journalist. Aho schöpfte seine Themen aus dem finnischen Volksleben und wurde gerade damit zum Wegbereiter des modernen finnischen Realismus.

Buch des Tages

Deftig, kräftig, wie schon in der Einführung zum Film „Mittsommerlust“ festgestellt, eine Parodie auf die „schlechte Pornografie“ von Nicholson Baker, das „Haus der Löcher“. Dabei sollte wohl keine Frage offen bleiben, um welche Art von Löchern es sich dabei handeln könnte. Löcher, in die man gern hinein schlüpft, mit einem superdicken, stahlharten und standhaften Fleischschwanzdödel, eines der vielen witzigen Wortschöpfungen Bakers, was ihn in einer Kritik auch die Bezeichnung „großen Beschreibungs- und Benennungskünstler der US-Gegenwartsliteratur“ einbrachte. Wenn Sie also einen Ausflug, zum Beispiel in den „Garten der gesunden herrlichen Ficker“ suchen, dann nur zu!

Die Klit-Diebin

Shandee traf sich mit Zilka auf eine Melone und ein Croissant auf dem Terrassenrestaurant mit Blick über den Garten der gesunden herrlichen Ficker. Shandee wollte mehr darüber erfahren, wie sie ihre Klit verloren habe.
„Bevor ich meine Klit verloren habe, wäre ich tanzen gegangen oder hätte mit einem geschlafen, aber jetzt nicht mehr.“
„Und – wie ist das passiert?“, fragte Shandee.
„Als ich noch gestrippt habe, war ich fast ein Jahr lang die Topnummer im Wiggle Room in San Antonio. Ich ging durch die Sicherheitskontrolle und da hat mir so eine grässliche Frau mit einer Scheißfrisur meine Klit gestohlen.“

Eine Bahn namens Fick den See

„Das ist ja furchtbar“, sagte Shandee.
„Ja, schon irgendwie.“ Zilka war eine Weile traurig und schwieg, dann zeigte sie. „Siehst du das Kabel da? Das ist eine Bahn namens Fick den See. Da drüben ist der Mittelweg, wo du Schlag den hübschen Arsch oder Halt den jungen zarten Harten spielen kannst. Drüben auf dem Fluss sind die Masturboote. Im Moment sind sie festgemacht … Ausführliche Leseproben finden Sie hier>>>AMP

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