Coming out – Schwules Kino

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Der einzige und letzte Film der DEFA über Homosexualität

Coming out – Ein Plädoyer für Toleranz gegenüber Minderheiten (Filmdienst)

Hier weiß keiner wie der andere heißt und wo er wohnt, hier ist jeder allein und jeder hat Angst …

Mit Matthias Freihof, Dagmar Manzel, Dirk Kummer, Michael Gwisdek; Regie: Heiner Carow

Vorbemerkungen

coming_out_der_filmDie Leser|innen meines Blogs werden keine Mühe haben, den Niveauunterschied festzustellen, der zwischen den beiden heute vorgestellten Werken, dem Buch Das Glück gehört mir und dem Film Coming out bestehen. Warum ich das Buch dennoch aufgenommen habe, steht in den Bemerkungen dazu.

Homosexuelle in der DDR

Der § 175 war seit Langem abgeschafft in der DDR, er wurde bereits 1968 aus dem Strafgesetzbuch gestrichen, eher als in der damaligen Bundesrepublik. Er wurde gestrichen, doch die Gesellschaft blieb überwiegend hart und ausgrenzend. Das war im täglichen Leben zu spüren. Ich wohnte einige Jahre in einer kleinen Kreisstadt im Norden der DDR und war dort gut bekannt mit einem bekennend schwulen Paar. Es handelte sich um die späten 70 er und frühen 80 er Jahre. Wir begrüßten uns stets mit einer Umarmung, wenn wir uns begegneten. Ging ich mit meiner Ehefrau spazieren, zog sie mich auf die andere Straßenseite, wenn die beiden Männer oder einer von ihnen auf der Bildfläche erschien. Man könne doch denken, ich sei auch so einer. Es gab geheime Treffpunkte, wie im Film gezeigt, oft an wenig gastlichen Orten, wo Schwule sich trafen. Szenekneipen fand man allein in größeren Städten, dies aber auch erst, seit in der Mitte der 70 er eine zaghafte Liberalisierung einsetzte.
Der vorangestellte Satz, den der Kellner Achim (Michael Gwisdek) im Film sprach, brachte die Situation Homosexueller in der DDR treffend zum Ausdruck: „Hier weiß keiner wie der andere heißt und wo er wohnt, hier ist jeder allein und jeder hat Angst …“

Pressestimmen

Am 02.02.2019 schrieb die Berliner Morgenpost: Dieser Film hat gleich doppelt Geschichte geschrieben. „Coming Out“ war 1989, spät genug, der erste Schwulenfilm der DDR, den Regisseur Heiner Carow gegen große Vorbehalte durchsetzen musste. Gar nicht so sehr beim eher offenen Publikum, aber bei den Kadern des Politbüros. Dann aber hatte der Film seine Premiere am 9. November 1989, am Tag, als die Mauer fiel. Und eine ganze Nation ihr Coming-out erlebte. „Coming Out“ ist darüber nicht in Vergessenheit geraten. Er fand auch im Westen sein Publikum. Und lief 1990 auf der Berlinale, im ersten Jahr, als das Festival auch im Osten bespielt wurde, als Wettbewerbsbeitrag im Zoo Palast.

Coming out

Ein Krankenwagen, mit Martinshorn zum nächsten Krankenhaus unterwegs. Darin ein junger Mann, der sich offenbar vergiften wollte. Matthias (Dirk Kummer), ein Schwuler. Er überlebt. Die Ärztin fragt ihn nach dem Warum. Nach längerem Zögern erwidert er: „Ich bin schwul, ich bin homosexuell“

Tanja und Philipp

Beide Lehrer|innen, Tanja (Dagmar Manzel) und Philipp (Matthias Freihof) kennen sich bereits seit dem Studium. Zufällig begegnen sie sich an einer Schule, in der sie beide untrrichten und kommen sich nach einem Unfall näher. Er war begehrt bei Studentinnen, wie sie ihm am ersten gemeinsamen Abend erzählt, unnahbar. Sie begehrte ihn ebenfalls. Er geht mit ihr eine Beziehung ein, er schläft mit ihr, sie wird schwanger. Die falsche Fährte, auf die der Regisseur den Zuschauer locken will, leider zu durchschaubar, allein des Filmtitels und des Anfangs wegen.
Alles scheint gut bis Jakob (Axel Wandtke) auftaucht. Ein Schulfreund Philipps, mehr als das, eine schwule Beziehung, die von den Eltern mit drastischen Maßnahmen beendet wurde. Philipps verdrängte Homosexualität bricht auf. Die Mutter (Walfriede Schmitt) findet sich nicht damit ab, auch jetzt nicht nachdem Philipp sich ihr gegenüber outet.

Philipp und Matthias

Faschingsparty in einer Schwulen-Kneipe, Philip und Matthias begegnen sich, eine Liebe auf den ersten Blick, die nicht ohne Verwicklungen, nicht ohne herbe Konflikte bleibt, nicht zuletzt zwischen Tanja und Phillipp, nicht zuletzt an Philipps Schule, und nicht zuletzt auch zwischen Philipp und Matthias selbst. Es kommt zu Aggressionen. Happy End oder nicht?

Die Hauptdarsteller in der Nachwendezeit

Fangen wir an mit Michael Gwisdek, nicht wegzudenken aus der Film-, Fernseh- und Theaterlandschaft im vereinigten Deutschland, mit mehreren Preisen ausgezeichnet.
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Matthias Freihof, er lebt offen homosexuell in Berlin. In der gleichnamigen ZDF-Krimiserie spielte er den Assistenten des Hauptkommissars Siska. Ein Einsatz im Spielfilm Operation Walküre, wo er Heinrich Himmler verkörperte, wurde heraus geschnitten.
Dagmar Manzels Karriere setzte sich ebenfalls nach der Wende fort. Gegenwärtig vielen als Hauptkommissarin Paula Ringelhahn im zweiten Tatort-Team des Bayerischen Rundfunks, das in Franken ermittelt, bekannt.
Dirk Kummer arbeitet seit 2003 überwiegend als Regisseur und Drehbuchautor. Nach Stationen in Bayern, Baden-Württemberg und Berlin lebt er jetzt wieder in Brandenburg. Einer seiner preisgekrönten Filme war Zuckersand
Coming out – Im 30. Jahr des Untergangs der DDR ein lohnender Rückblick auf eine Zeit, in der es Minderheiten, egal welcher Art und entgegen dem, was man der Welt weiß machen wollte, nicht leicht hatten. Das galt nicht allein für Schwule. Nicht nur der erste und letzte Film der DEFA über Homosexualität, es sollte auch einer der letzten Filme der DEFA überhaupt werden. Die Ära endete im Jahre 1995 mit dem Film Novalis – Die letzte Blume.


Ein Buch zum Thema:

Das Glück gehört mir

das_glueck_gehoert_mir_leseproben Aus dem Klappentext: Leopold ist Schornsteinfeger und eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben. Das Einzige, was zu seinem Glück fehlt, ist die große Liebe. In dieser Hinsicht wird Leopold stets vom Pech verfolgt.
Der Altenpfleger Kai hat nach einer verpatzten Beziehung von Männern die Nase voll. Als er zufällig Leopold begegnet, verliebt er sich jedoch in den jungen Mann. Er versucht gegen die Gefühle anzukämpfen, doch dabei hat er die Rechnung ohne Leopold gemacht. Dieser umwirbt Kai, bis er seinem Charme nicht mehr widerstehen kann.
Endlich glaubt Leopold, sein Glück mit Kai gefunden zu haben. Doch ist wirklich alles so perfekt, wie es scheint? Als Kais Bruder plötzlich auftaucht, zerbricht sein Lügenkonstrukt. Ist ihre Liebe stark genug, jedes Problem zu überwinden? Mehr zum Roman mit Leseproben>>>


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Mein erster Versuch
Überhaupt, soviel vorausgeschickt, wirkte Manu auf mich wie ein sexuelles Neutrum. Sie zog sich nie in meiner Gegenwart um. Wenn ich dasselbe in ihrer Gegenwart tat, schaute sie stets weg, oft ermahnte sie mich. Wenn sie bei uns übernachtete, schlief sie stets im Gästezimmer.
Der Name des Auserwählten, dem ich die Missetat antragen wollte: Paul, Paul das Mathe- und Physikgenie. Er hatte schon mehrere Olympiaden gewonnen und besuchte eine Parallelklasse im selben Gymnasium. Kurz nach meinem letzten Geburtstag fragte ich ihn auf dem Schulhof, ob er mir nicht ein paar Nachhilfestunden geben könne. So wie er mich anblinzelte, schien er meine wahren Gedanken erkannt zu haben. Daher sagte er ohne Vorbehalt zu. Ich könne nach der Schule jederzeit zu ihm kommen.
chrissys_tagebuch_teil1Viola
„Ich hab es nicht mehr ausgehalten … Ich hatte solche … Ich hab mich so sehr …“, erwiderte ich keuchend in unsere Küsse hinein. Ihr Körper war nass. Weil sie schon beim ersten Kuss den Turban verlor, klebten ihre nassen Haare an meinem Gesicht. Ich bemerkte nicht, wo die beiden Teile blieben, die ich auf meinem Körper trug. Alles was ich spürte, waren Brüste, Hände und nackte Haut … Und Violas Mund, der mich benetzte, vom Hals über meine Brüste, über mein Gesicht, zurück an meinen Lippen. Ich fühlte mich plötzlich wie ein Stück Wild, das man gerade, nach Jahren in einem engen Gehege, in die Freiheit entließ. Weil meine Beine versagten, schob ich meinen Po ein Stück auf die Kommode im Flur. „Warte bitte!“, keuchte Viola in einen Kuss hinein, weil sich bei mir ein erstes leichtes Beben ankündigte.
„Warum hast du mit mir nie über Kinder gesprochen?“, fragte ich nach einer Zwischenlandung. Wir lagen im Gras vor einem stark duftenden Rosenstrauch. „Wir sind noch nicht so weit, mein Reh“, erwiderte Viola. Sie zog einen Zweig mit mehreren Knospen daran herab. „Wenn dein Röschen erst blüht, reden wir darüber …“ Mit beiden Lippen umschloss sie die Knospe, sie blieb lange. Voller Gier wühlte ich in ihrem Haar, meine Lust schien mir unstillbar.
„Dann öffne sie jetzt, sei für eine Minute mein Mann“, keuchte ich. Ich fühlte Violas Daumen, wie sie die ersten zarten Blütenblätter nach außen kehrte. Ihren Atem, als sie daran roch, ihre Zunge, die den Tau einfing. Da flogen wir schon wieder.
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