Eifersucht – Der Dämon der Zweisamkeit

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Julian Barnes – Als sie mich noch nicht kannte

Roman einer Eifersucht – Leseproben

Als Graham Hendrick seiner Frau das erste Mal beim Ehebruch zusah, da machte es ihm überhaupt nichts aus …

Der Autor – Julian Barnes

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Quelle: WanderingTrad

Als Julian Patrick Barnes am 19. Januar 1946 in Leicester, Grafschaft Leicestershire im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland, geboren. Der Roman „Als sie mich noch nicht kannte – Roman einer Eifersucht“ erschien im Jahre 1982. Die deutsche Übersetzung von Michael Walter im Jahre 1988 beim Verlag Haffmans, Zürich.
Nach einem Sprachenstudium in Oxford und einem anschließenden Jurastudium, arbeitete Bernas als Lexikograph und Journalist. Seit etwa 1980 ist er als Schriftsteller tätig. „Als sie mich noch nicht kannte“ war sein zweiter Roman nach „Metroland“. Unter dem Pseudonym Dan Kavanagh schrieb er in den 80er Jahren vier Kriminalromane.
Mit seinem dritten Roman, „Flauberts Papagei“, gelang ihm 1984 der internationale Durchbruch.
Barnes ist bekannt für seinen ironischen Erzählstil, der allein den vorliegenden Roman zu einem köstlichen Lese-Erlebnis werden lässt.
Barnes erhielt für seine Romane bedeutende Literaturpreisen. 1985 den Geoffrey Faber Memorial Prize, im folgenden Jahr in Frankreich den Prix Médicis für Flauberts Papagei und 1992 den Prix Femina Étranger für Darüber reden. 1993 Auszeichnung mit dem Shakespeare-Preis der Hamburger Alfred Toepfer Stiftung, im Jahr 2004 wurde ihm der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur verliehen. 2013 wurde Barnes zum auswärtigen Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences gewählt. 2016 erhielt er den Siegfried Lenz Preis.
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Der Roman einer Eifersucht – Leseproben

Graham Hendrick

Als Graham Hendrick seiner Frau das erste Mal beim Ehebruch zusah, da machte es ihm überhaupt nichts aus. Er musste sogar kichern. Es kam ihm erst gar nicht in den Sinn, seiner Tochter die Hand abschirmend vors Gesicht zu halten.
Klar steckte Barbara dahinter. Barbara, seine erste Frau; nicht zu verwechseln mit Ann, seiner zweiten Frau – derjenigen, die den Ehebruch beging. Obwohl er es damals natürlich nicht als Ehebruch empfunden hatte. Deshalb war die Reaktion pas devant auch nicht angebracht. Und sowieso war das noch, wie Graham es nannte, die Zuckerzeit.
Die Zuckerzeit hatte am 22. April 1977 in Repton Gardens begonnen, als Jack Lupton ihn einer Fallschirmspringerin vorstellte …
[…] Es sprach für Graham, dass er nicht besonders gut aussah; Ann sagte sich, das mache ihn glaubwürdiger. Ob er verheiratet war oder nicht, spielt keine Rolle. Anns Freundinnen behaupteten, wenn man erst mal dreißig sei, seien die meisten Männer, die man kennen lerne (außer man betätigte sich als Kindsräuberin), entweder homosexuell, verheiratet oder psychiotisch, und davon seien die Verheirateten ganz klar am Besten. Sheila, Anns engste Freundin, vertrat die Ansicht, Ehemänner seien Junggesellen auf jeden Fall vorzuziehen, weil sie besser röchen: Ihre Frauen würden die Kleider regelmäßig in die Reinigung bringen. Ein Junggesellenjackett hingegen, erklärte sie, verströme immer nur Zigarettenqualm und Achselschweiß …

Barbara Hendrick

als_sie_mich_noch_nicht_kannte_leseprobenZu dieser Zeit mochte er Barbara immer noch; doch wirklich geliebt hatte er sie seit mindestens fünf Jahren nicht mehr und ebenso wenig etwas wie Stolz oder auch nur Interesse für ihre Beziehung empfunden. Er mochte ihre gemeinsame Tochter Alice; doch zu seiner Überraschung hatte sie in ihm nie wirklich tiefe Gefühle geweckt …
[…] In den ganzen fünfzehn Jahren seiner Ehe war er Barbara nie untreu gewesen: weil er es für unrecht hielt, aber auch, so vermutete er, weil er nie richtig in Versuchung geführt worden war (auf Studentinnen, die ihre Slips aufblitzen ließen, wenn sie vor ihm die Beine kreuzten, reagierte er, indem er ihnen die schwierigsten Hausarbeitsthemen zur Auswahl gab; sie verbreiteten die Kunde, er sei kalt wie eine Hundeschnauze). […] Mit achtunddreißig kam er sich bereits ein bisschen pensioniert vor …
[…] Eines Abends in ihrem siebten Ehejahr nach einem beinahe spannungsfreien Abendessen, als Alice ins Bett gegangen war und er sich so getrost und glücklich gefühlt hatte, wie es damals nur möglich schien, hatte er ohne große Übertreibung zu Barbara gesagt:
„Ich bin sehr glücklich.“
Ähnliche Wortwechsel hatte es vorher schon und auch später noch gegeben, aber dieser war ihm im Gedächtnis geblieben. Vielleicht deswegen, weil er wirklich nicht versucht hatte, sich vor etwas zu drücken. Und danach zögerte er dann immer, bevor er ihr sagte, dass er sie liebte oder glücklich war oder dass doch wirklich alles prima lief …

Ann – Grahams zweite Frau

In jener warmen Aprilnacht lehnt Graham an Jacks Bücherregal, fern vom Getümmel trällernder Raucher, und schaute höflich hinüber zu der noch anonymen Frau mit adrett frisierten blonden Haaren und einem Hemd mit schmalen Pastellstreifen, das, soweit er es beurteilen konnte, aus Seide war …
[…] „Ah“, sagte er schließlich, „und ich dachte sie seien Fallschirmspringerin.“ Anns untere Gesichtshälfte verzog sich zu einem Lächeln, dann verlor ihr Blick langsam sein skeptisches Mitleid und nahm einen amüsierten Ausdruck an. „Jack hat gesagt, sie seien Fallschirmspringerin“, meinte er noch einmal, als würde es durch die Wiederholung und den zitierten Gewährsmann wahrscheinlicher werden. In Wirklichkeit traf natürlich das Gegenteil zu. Es handelte sich zweifellos um ein weiteres Beispiel für das, was Jack „bisschen Schwung in die Bude, du alter Sack“ nannte.
„Dann“, erwiderte Ann, „sind sie wohl auch kein Historiker, und sie lehren nicht an der London University.“
„Ich bin Gehirnchirurg“, sagt er. „Na so ganz noch nicht. Ich arbeite mich allmählich hoch. Man muss zuerst an anderen Teilen üben: ist doch einleuchtend. Im Moment bin ich bei Schultern und Hals …“
[…] Sie reiste gern, was Graham beinahe aufgegeben hatte (noch so eine Aktivität, die hauptsächlich zwischen seinen Ohren stattfand). Sie liebte moderne Kunst und alte Musik; sie hasste Sport und Einkaufsbummel; sie aß und las für ihr Leben gern. Graham fand die meisten dieser Vorlieben sympathisch und alle verständlich. Früher war sie gern ins Kino gegangen – immerhin hatte sie in einer Anzahl Filme kleinere Nebenrollen gespielt -, jetzt aber machte es ihr keinen Spaß mehr; Graham war das nur Recht.
Als Ann ihn kennen lernte, war sie nicht auf Männerfang …

Das Misstrauen

Eines Abends im Spätmärz saßen sie über einer Italienkarte und besprachen ihre Ferien. Nebeneinander auf der Bank am Küchentisch: Graham hatte einen Arm locker über Anns Schulter baumeln. Es war ein gemütlicher, ehelicher Arm, eine heitere Parodie von Jacks drängendem Glied in der Sturmspitze. Schon der Blick auf eine Landkarte beschwingte Grahem zu suaven Vorstellungen; er erinnerte sich, wie Ferien jedem altvertrauten Genuss den Geruch von frischer Wäsche verliehen …
[…] er hielt ein Glas Chianti in der linken Hand, und seine rechte Hand glitt die Innenseite von Anns nacktem Bein hoch … Dann stolperte sein Blick über
„Arezzo.“
„Ja, da ist es schön, da bin ich jahrelang nicht mehr gewesen.“
„Nein. Vielmehr ja, ich weiß. Arezzo.“ Mit einem Mal war es mit Grahams einlullenden Tagträumen vorbei.
„Du warst doch nie da, Liebling, oder?“, fragte ihn Ann.
„Weiß nicht. Erinnre mich nicht. Ist auch egal.“ Er starrte die Karte an, aber sie verschwamm, als sich eine Träne in sein linkes Auge stahl. „Nein, mir fiel nur gerade ein, dass du mir mal erzählt hast, dass du mit Benny in Arezzo warst …“
[…] „Du bist in Arezzo ins Kino gegangen“, sagte Graham langsam, mit dem Tonfall von jemandem, der einem Kind nach hilft, „und du hast eine schlechte, rührselige Komödie über eine Hure gesehen, die versucht, Schande über den Dorfpriester zu bringen, und dann bist du raus gekommen und hast in dem einzigen Café, das geöffnet war, bei einer Strega mit Eis gesessen, und du hast dich beim Trinken gefragt, wie du jemals wieder in einem feuchten und kalten Klima leben könntest, und dann bist du in dein Hotel zurück gegangen und … hast mit Benny gevögelt, als wäre es das Höchste überhaupt, und du hast ihm nichts vorenthalten, absolut nichts, nicht einmal ein kleines Eckchen deines Herzens hast du aufgespart und unberührt gelassen für die Zeit, wo du mich kennen lernen würdest.“

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Was du kannst, kann ich auch – aber wie!

Jetzt war vielleicht der Zeitpunkt gekommen, eine von Jacks Lösungen auszuprobieren. Er hatte Jack zwar nicht besucht, um Lösungen zu bekommen; eigentlich nicht. Aber diese Sache ließ sich risikolos ausprobieren. Dachte er jedenfalls. Und Ann würde frühestens in anderthalb Stunden nach Hause kommen …
[…] Graham hatte seit seinem achtzehnten Geburtstag nicht mehr onaniert; seit dem Abend vor dem Morgen, an dem er Alison, seine erste Freundin, um ein Rendezvous gebeten hatte. Dieser Entschluss hatte ihm mehr Selbstvertrauen für eine Verabredung mit ihr verliehen, und deshalb hatte er hinterher aus frommer Dankbarkeit endgültig entsagt.Außerdem war er mit den Schuldgefühlen nicht zurecht gekommen. Er hatte immer zu Hause auf dem Klo onaniert; entweder vor oder unmittelbar nach seinen Dickdarmaktivitäten, um nicht wirklich zu lügen, falls er nach seinem Verbleib gefragt würde. Dies verringerte zwar die Schuld ein wenig, aber etwas blieb doch kleben …
[…] Zweiundzwanzig Jahre, seit er zum letzten Mal onaniert hatte. Gewichst hatte. Und gleich verschiedene Wohnungen und Häuser wo er es nicht getan hatte. Er setzte sich auf die Klobrille und schaute sich um; stand dann auf und zog die Wäschetruhe mit dem Korkdeckel zu sich herüber …
[…]Das war nicht sehr bequem. Er stand auf, klappte den Klodeckel zu und breitete ein Handtuch darüber. Dann setzte er sich wieder. Er holte Luft, griff in die Tüte und zog die beiden Magazine heraus, die er auf dem Rückweg von einem abgelegenen Kino bei einem indischen Zeitungshändler in fliegender Hast gekauft hatte …

Sein Schwanz begann wieder steif zu werden

[…] Die zwei Mädchen auf den Titelseiten, die aufgrund einer Übereinkunft irgendwelcher Magazin-Herausgeber beide nur je eine Brustwarze entblößten, wirkten auf Graham außergewöhnlich schön. Warum mussten sich solche Mädchen ausziehen? Oder bestand da ein Zusammenhang zwischen außergewöhnlicher Schönheit und dem Wunsch, sich auszuziehen? Höchstwahrscheinlich bestand der Zusammenhang darin, dass man außergewöhnlich schön war und hilfreiche Geldsummen fürs Ausziehen angeboten bekam.. So musste es wohl sein, dachte er sich …
[…] Graham war fasziniert und ein bisschen schockiert[…] Bei dieser letzten Seite schoss, während Grahams Gehirn glotzte, sein Samen (wie er ihn zu nennen pflegte, aber auch da hatte er jetzt so seine Zweifel) ganz unerwartet heraus. Er spritzte über den linken Ärmel seines Pullovers, über die Wäschetruhe und über das Schlangenmensch-Mädchen …
[…] Dann las er die Briefkolumne und die Antworten der Redaktion, die, wie er fand, überaus brauchbar Ratschläge enthielt.
Dann fielen ihm zwei Dinge auf. Sein Schwanz, wie er ihn jetzt wohl nennen würde, begann wieder steif zu werden, als er einen Brief von einer Hausfrau au Surray las, die erfreut war über die Anzahl dildoid-geformter Gegenstände, die der engagierten Selbstverwöhnerin zur Verfügung standen; und sein Samen (für Saft wer er noch nicht reif) schien spurlos getrocknet zu sein. Wenn schon, denn schon, dachte er sich vergnügt und begann wieder zu wichsen, doch diesmal mit mehr Sorgfalt, Interesse und Vergnügen zu Anfang, in der Mitte und am Schluss … Alles lesen>>>

Feuchte Träume – oder wie man sich Untreue einreden kann

als_sie_mich_noch_nicht_kannte_leseproben In Bucks Reichweite schäumte eine Pina Colada; hinter ihm durchstieß plötzlich ein nackter Mädchenpo die Wasseroberfläche, wie ein Delphin, wackelte und verschwand wieder. Die Sonne prallte vom Wasser ab und Graham in die Augen. Buck trug eine getönte Sonnenbrille, deren Schwärzung sich der jeweiligen Tageshelligkeit anpasste; Graham konnte seine Augen gerade noch erkennen.
„Wollte, dass du hier mal vorbei schaust“, dehnte die Cowboystimme, „damit ich dich korrekt ins Bild setzen kann, wie der Filmproduzent sagte, als er dem Starlet an die Euter ging, har, har. Wollte dir bloß stecken, was zwischen deiner Süßen und dem ollen Buck hier so gelaufen ist. Weißt du warum man mich Buck nennt? Ich wette du kannst dir`s schon denken.
[…] „Hast du das mal bei ihr machen dürfen?“ Der Ton wurde spöttischer: „Ich meine, irgendwie bist du garantiert ein großer Arschküsser; aber hast du es schon mal so richtig gemacht, Fremder? Oder dürfen das bloß die anderen Jungs bei der kleinen Annie machen? Keine Ahnung, was? Genau das ist das Problem bei euch schwulen Brüdern. Ihr blast euch mächtig auf damit, wie gut ihr die Mädels versteht. Hab trotzdem noch keine getroffen, die verstanden werden wollte – nicht wenn es die Alternative gab, ordentlich durchgefickt zu werden. Doch ihr versteht die Mädels auch weiterhin, und ich werde sie weiterhin ficken.“
Im Becken hinter Buck durchstieß wieder ein schimmernder Po die Wasseroberfläche. Diesmal blieb er dort einige Sekunden schweben, und als Graham glotzte, glitten die Backen feucht auseinander … Alles lesen>>>

Ein passender Film zum Thema

Intimacy von Patrice Chéreau

Hier geht es nicht um Eifersucht, das gedankliche Zermürben eines Mannes über die sexuelle Vergangenheit seiner zweiten Ehefrau, der Film handelt von Einsamkeit trotz Action, von erfüllter Leere, von Sex, der keine Befriedigung bringt, von Betrug und aneinander festhalten.
Aus dem Klappentext: Nachdem er seine Familie verlassen hat, verdient der gescheiterte Musiker Jay seinen Lebensunterhalt als Barkeeper in einem Londoner Pub. Jeden Mittwoch bekommt er Besuch von Claire, deren Namen er nicht kennt und mit der ihn nichts weiter verbindet, als eine unpersönliche aber intensive sexuelle Beziehung. Als Jay jedoch eines Tages beschließt, mehr über Claire zu erfahren und ihr heimlich folgt, gerät das Arrangement der beiden aus dem Gleichgewicht. intimacy_arthauskino Wegen seiner nicht gestellten Sex-Szenen löste „Intimacy“ seinerzeit eine internationale Kontroverse aus. Entgegen des Vorwurfs der Pornografie entwickelt der Film sich jedoch vielmehr als schonungslose Studie des menschlichen Seelenlebens, die auf der Berlinale 2001 zu Recht mit dem Goldenen und Silbernen Bären ausgezeichnet wurde … Mehr zum Film mit Trailer FSK18>>>
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Die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mir das in dieser Geschichte niedergeschriebene erspart geblieben wäre, hätte ich nicht am 25. August des Jahres 1997 virtuell einen Chatroom betreten, der den vielversprechenden Namen „Manager-Treff“ trug. Ebenso wenig sicher bin ich mir, ob es nicht besser gewesen wäre, der Bekanntschaft, die sich an besagtem Tage anbahnte, lieber aus dem Wege zu gehen.
Überhaupt nicht sicher hingegen bin ich mir, ob ich das Ganze nicht vielleicht doch hätte erleben wollen und vielleicht tief traurig darüber gewesen wäre, hätte es überhaupt nicht stattgefunden. Was selbstverständlich hinterher niemand hätte wissen können, am wenigsten ich selbst ...Lisa, gerade vierzehn geworden, benahm sie sich völlig ungeniert, als wir uns zum ersten Mal begegneten. Man könnte so weit gehen, sie als völlig schamlos zu bezeichnen. Frech, kess, einen Hauch frivol. Sogar eine Prise Obszönität schien tief in ihrem Wesen versteckt zu sein. Das lag wohl eher daran, dass sie nicht vollumfänglich imstande war, die Wirkung ihres frühreifen Körpers auf spätreife Männer in seiner gnadenlosen Wucht auch nur ansatzweise zu erkennen.
frank_c_mey_regenwuermer_vertragen_kein_coffein_leseprobenLuise, blond und zweigeteilt in die lähmende Kälte des Nordens oben herum. Weiter südlich, vom Nabel abwärts, das ewig lodernde Feuer der Südländerin. Das war nicht immer so. Als wir uns das erste Mal körperlich trafen, wirkte sie welk. In ihrem Schoß schien sie trocken und völlig erkaltet. Später entwickelte sich die Region zwischen ihren Oberschenkeln zu einem pulsierenden Moloch, der mich, flog sie ihrem Höhepunkt entgegen, jedes Mal in sich hinein sog. Wenn er mich wieder ausspuckte, dann einzig zu dem Zwecke, mich einen Augenblick später erneut zu verschlingen. Wie eine wiederkäuende Kuh. Wir lernten uns in dem eingangs erwähnten Chat-Room kennen, in der Zeit kurz nachdem das internationale Spinnennetz seine Ausläufer über den großen Teich hinweg bis nach Deutschland wie in den Rest der Welt hinein schob.
Luise bewegt sich weiter, schneller … Nichts geht mehr, rien ne va plus. Enttäuscht wirft sie sich auf den Rücken. Ein Zischen dringt aus ihrem Hals. Wie wenn man beim Ausatmen die Zunge an den Gaumen drückt, wie bei einer Schlange, begleitet von zornigem Stirnrunzeln. Das höre und sehe ich zum ersten Mal. Bislang gab es nie einen Grund dafür.
„Wir haben den ganzen Tag Zeit … Dazu die halbe Nacht …“, will ich sie vertrösten. Doch sie springt bereits aus dem Bett. Grollend zieht sie sich den Morgenmantel über, anschließend geht sie ins Bad. Als ich ihr wenig später folge, kommt Lisa in Bernys Begleitung aus ihrem Zimmer heraus. Zähnefletschend wedelt er mit dem Schwanz. Lisa lacht mich aus ihren strahlenden Augen heraus an, so blau wie tief. Einen Augenblick lang berühren sich im Vorübergehen unsere Hände, ein Hauch Zärtlichkeit. Sekundenbruchteile wandeln sich zu einem endlosen Flug in die Ewigkeit, am Ende ein Licht, das ein leises Sirren sendet. So muss Odysseus den Gesang der Sirenen empfunden haben …Alle Leseproben>>>

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