Anais Nin – Intimes Tagebuch – Leseproben

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Henry, June und ich

Die Aufzeichnungen einer Frau, die von der Liebe besessen ist – Karl Krolow

„Ach Anais“, sagt er, „ich weiß nicht, wo du das gelernt hast, aber du kannst ficken, du kannst ficken! Ich hab`s noch nie zuvor so deutlich gesagt, doch hör mir jetzt zu: Ich liebe dich wahnsinnig. Du hast mich gepackt, du hast mich gepackt! Ich bin verrückt nach dir!“

Scherz Verlag, Bern, München, Wien.

Paris 1931

Lebenshunger, Liberalisierung von Tabus, geistiges Esperimentieren, Vergnügungssucht prägen das Klima der Seinestadt. Mekka vieler amerikanischer Intellektueller. In diesem Treibhaus übersteigerter Gefühle begegnen sich drei Menschen, deren Anziehungskraft zueinander vorgegeben ist: Henry Miller, seine Frau June und Anais Nin. Miller schreibt gerade seinen „Wendekreis des Krebses“; Anais ist ihrer selbst noch unsicher, auf der Suche nach ihrer Identität als Frau und der Einschätzung der eigenen Sexualität; June im Konflikt, ob sie den überaus schwierigen Ehemann verlassen soll.

Rue Blondel, Haus 32

Ich stoße eine Schwingtür auf. Ich sollte vorgehen und über den Preis verhandeln. Doch als ich sehe, dass es sich nicht um ein Haus handelt, sondern um ein Cafe voll Menschen und nackten Frauen, kehre ich um, rufe Hugo und wir gehen zusammen hinein.
Lärm. Grelles Licht. Zahllose Frauen umringen uns, rufen uns, versuchen, unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Die patronne führt uns zu einem Tisch. Noch immer rufen die Frauen und machen uns Zeichen. Wir müssen wählen. Hugo lächelt verwirrt. Ich mustere sie. Ich wähle eine lebhafte, dicke, grobe, spanisch wirkende Frau, dann wende ich mich von der kreischenden Schar ab, gehe zum Ende der Reihe und rufe eine Frau zu mir, die keinerlei Anstrengungen gemacht hat, meine Aufmerksamkeit zu erregen, klein, feminin, nahezu schüchtern. Nun sitzen sie uns gegenüber.

Anais_nin_intimes_Tagebuch  Die Kleine ist süß und schmiegsam. Wir unterhalten uns überaus höflich. Wir diskutieren über unsere Fingernägel. Die beiden machen Bemerkungen über meinen Perlmuttlack. Ich bitte Hugo, mir zu sagen, ob ich gut gewählt habe. Er sieht sich die beiden an und antwortet, ich hätte es nicht besser treffen können. Wir beobachten die Frauen beim Tanzen. Ich sehe nur fleckenweise, so intensiv starre ich hin.
Gewisse Stellen sind absolut blind für mich. Ich sehe breite Hüften, Hinterbacken und hängende Brüste, so viele Körper, alle auf einmal. Wir hatten erwartet, es gäbe einen Mann bei der Darbietung. „Nein“, sagt die patronne, „aber die beiden Mädchen werden euch gut unterhalten. Ihre werdet alles sehen.“ Es wird also nicht gerade Hugos große Nacht sein, doch er akzeptiert alles. Wir verhandeln über den Preis. Die Frauen lächeln. Sie nehmen an, dass es mein Abend ist, weil ich sie gebeten habe, mir lesbische Positionen zu zeigen.
Alles hier ist mir fremd und ihnen vertraut. Ich fühle mich nur sicher weil sie Menschen sind, die etwas brauchen, für die man etwas tun kann. Ich verschenke alle meine Zigaretten. Ich wünschte, ich hätte hundert Packungen. Ich wünschte, ich hätte sehr viel Geld. Wir gehen hinauf. Zu zusehen, wie die nackten Frauen gehen, macht mir Spaß.

Das Zimmer ist matt beleuchtet, das Bett niedrig und breit. Die Frauen sind fröhlich und waschen sich. Wie sehr die Lust doch abnehmen muss bei so vielen automatischen Verrichtungen! Wir sehen zu, wie die Große sich einen Penis umschnallt, ein rosa Ding, eine Karikatur. Dann nehmen sie nonchalant, professionell, ihre Stellungen ein. Arabisch, spanisch, pariserisch, Liebe wenn man kein Hotelzimmer bezahlen kann, Liebe im Taxi, Liebe wenn einer der Partner müde ist…..
Hugo und ich sehen zu, lachen ein wenig über die Darbietungen der beiden. Alles ist unwirklich, bis ich nach den lesbischen Positionen frage.
Der Kleinen gefällt es, gefällt es besser als die männliche Art. Die Große zeigt mir eine geheime Stelle des weiblichen Körpers, die Quelle einer ganz neuen Lust, die ich zwar manchmal vage, doch niemals definitiv gespürt habe – jenen kleinen Kern an der Öffnung der weiblichen Lippen, an dem der Mann immer dicht vorbei kommt. Dort arbeitet die Große mit flinkem Zungenschlag. Die Kleine schließt die Augen, stöhnt und zittert vor Ekstase. Hugo und ich, wir neigen uns über die beiden, gebannt von diesem Moment der Schönheit bei der Kleinen, die unseren Blicken ihren eroberten, erschauernden Körper darbietet. Hugo ist aufgewühlt. Ich bin keine Frau mehr; ich bin ein Mann. Ich berühre den Kern von Junes Sein……

Hotel Anjou

Als ich Henry auf dem grauen Bahnhof treffe, wallt sofort mein heißes Blut auf und bei ihm entdecke ich das gleiche. Wie er mir sagt, konnte er kaum zum Bahnhof gehen, so sehr quälte ihn das Verlangen nach mir. Ich weigere mich, in seine Wohnung mitzugehen, weil Fred dort ist, und schlage das Hotel Anjou vor, in das mich Eduardo geführt hat. Ich sehe den Argwohn in seinen Augen und freue mich darüber. Wir gehen in das Hotel. Er will, dass ich mit der Concierge spreche. Ich bitte sie um Zimmer Nummer drei. Das kostet dreißig Francs, antwortet sie. Ich sage: „Und sie werden es uns für fünfundzwanzig geben.“ Damit hole ich den Schlüssel vom Haken. Ich steige die Treppe hinauf. Mitten auf der Treppe hält Henry mich fest, um mich zu küssen. Wir sind im Zimmer. Mit seinem herzlichen Lachen sagt er: „Anais, du bist der Teufel!“ Ich schweige. Er hat es so eilig, dass mir keine Zeit bleibt, mich auszuziehen……
Vor seinem Besuch hatte er mir geschrieben….
Ich weiß nicht, was ich von dir erwarte, aber es ist irgendwie etwas Wunderbares . Ich werde alles von dir verlangen – selbst das Unmögliche -, weil du mich dazu ermunterst. Du bist wahrhaft stark. Mir gefällt sogar deine Falschheit, dein Verrat. Sie wirken aristokratisch auf mich. (Hat „aristokratisch“ in meinem Mund einen falschen Klang?)
Jawohl, Anais, ich habe mir überlegt, wie ich dich betrügen könnte, aber ich kann es nicht. Ich begehre dich. Ich möchte dich ausziehen und dich ein bisschen vulgär werden sehen – ach, ich weiß nicht, was ich sage. Ich bin ein wenig betrunken, weil du nicht hier bist. Ich möchte in die Hände klatschen können und voila, Anais! Ich will dich besitzen, dich gebrauchen, ich will dich ficken, will dich so manches lehren. Nein, ich würdige dich nicht-Gott behüte! Vielleicht möchte ich dich sogar ein bisschen demütigen – warum nur, warum? Warum falle ich nicht auf die Knie und bete dich ganz einfach an? Das kann ich nicht, ich liebe dich lachend. Gefällt dir das? Und Liebste, Anais, ich bin so vielerlei Dinge. Du siehst jetzt nur die guten Dinge – oder lässt mich das wenigstens glauben. Ich möchte dich mindestens einen ganzen Tag lang bei mir haben. Ich möchte mit dir zusammen etwas erreichen-dich besitzen. Du weißt nicht, wie unersättlich ich bin. Oder wie feige. Und wie egoistisch!

Ich habe dir gegenüber mein gutes Betragen gezeigt. Aber ich warne dich, ich bin kein Engel. Ich glaube eigentlich, dass ich ein wenig betrunken bin. Ich liebe dich. Ich werde jetzt zu Bett gehen: Es ist zu qualvoll, wach zu bleiben. Ich bin unersättlich. Ich werde dich bitten, das Unmögliche zu tun . Was das ist, weiß ich nicht. Vermutlich wirst du es mir sagen. Du denkst schneller als ich. Ich liebe deine Fotze, Anais; sie macht mich verrückt.
Und wie du meinen Namen aussprichst! Oh Gott, es ist überirdisch! Hör zu, ich bin sehr betrunken. Es tut mir weh, allein hier zu sein. Ich brauche dich. Kann ich dir alles sagen? Das kann ich doch, oder? Komm also ganz schnell her und fick mit mir! Komm mit mir zugleich! Schling deine Beine um mich. Wärme mich………
Henry platzte vor allumfassender Großzügigkeit: „Ich schenke dir Anais, Fred. Jetzt siehst du, wie ich bin. Ich möchte, dass alle Anais lieben, sie ist wundervoll.“
„Sie ist zu wundervoll“, entgegnete Fred, „du verdienst sie nicht.“
„Du bist ein Giftzwerg“, rief Henry, der gekränkte Riese.
„Außerdem“, fuhr Fred fort, „hast du mir Anais nicht geschenkt. Ich habe meine eigene Anais, eine andere als du. Ich habe sie mir genommen, ohne einen von euch zu fragen. Bitte, bleib die ganze Nacht, Anais. Wir brauchen Dich.“
Freds Hände zittern, als er mir ein Glas Wein reicht. Der Wein wirkt auf das Zentrum meines Körpers, und es pulsiert. Henry geht für einen Moment hinaus, Fred und ich schweigen. Es war Fred, der sagte: „Nein, ich mag keine großen Banketts. Ich liebe kleine Essen, wie dieses, für zwei bis drei.“ Nun lastet unser Schweigen sehr, und ich fühle mich bedrückt. Henry kommt zurück und bittet Fred, und allein zu lassen. Kaum hat er die Tür hinter sich geschlossen, da liebkosen Henry und ich schon einer des anderen Fleisch. Gemeinsam stürzen wir in unsere zügellose Welt. Er beißt mich. Er lässt meine Knochen krachen. Ich muss mich mit breit gespreizten Beinen hinlegen, und er dringt in mich ein. Unsere Begierden sind entfesselt. Unsere Körper zucken konvulsivisch.
„Ach Anais“, sagt er, „ich weiß nicht, wo du das gelernt hast, aber du kannst ficken, du kannst ficken! Ich hab`s noch nie zuvor so deutlich gesagt, doch hör mir jetzt zu: Ich liebe dich wahnsinnig. Du hast mich gepackt, du hast mich gepackt! Ich bin verrückt nach dir!“
Und dann weckt etwas, das ich sage, plötzlich gewisse Zweifel in ihm. „Es ist nicht nur das Ficken, ja? Du liebst mich wirklich?“
Die erste Lüge. Während sich unsere Lippen berühren, unser Atem vermischt und sein feuchter, heißer Penis in mir ist, sage ich, dass ich ihn liebe.
Doch während ich das sage, weiß ich, dass es nicht stimmt. Sein Körper versteht es, den meinen zu erregen, dem meinen zu antworten. Wenn ich an ihn denke, möchte ich die Beine spreizen. Nun liegt er schlafend in meinen Armen, tief schlafend. Ich höre ein Akkordeon. Es ist Sonntagabend in Clichy. Ich denke an Bubu de Montparnasse, an Hotelzimmer, daran, wie Henry mein Bein hochrückt, wie er meine Hinterbacken liebt. In diesem flüchtigen Augenblick bin ich nicht ich selbst. Das Akkordeon lässt mir das Herz schwellen, ich bin erfüllt von Henrys weißem Blut. Er liegt schlafend in meinen Armen und ich liebe ihn nicht.

Ich glaube, als wir da stumm beieinander saßen, habe ich Fred erzählt, dass ich Henry nicht liebe. Ich sagte, ich liebe seine Hellsichtigkeit, seine Halluzinationen. Henry besitzt die Kraft, zu ficken, sich zu verströmen, zu fluchen, zu übertreiben und anschaulich zu machen, zu zerstören und Leiden zu schaffen. Es ist ein Dämon in ihm, den ich bewundere, der unzerstörbare Idealist, der Masochist, der seine Möglichkeiten entdeckt hat, sich selbst Schmerzen zu zufügen, weil er unter den eigenen Treuebrüchen, der eigenen Rohheit leidet……

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Mai

Allendy (mein Psychotherapeut) war heute ein Supermann. Ich werde unser Gespräch niemals beschreiben können. Es enthielt soviel Intuition, so viel Emotion! Bis zum allerletzten Satz war es menschlich, so wahrhaftig.
Als ich kam, war ich in der Stimmung zu rückhaltlosem Vertrauen, denn ich dachte: Ich will nicht, dass Allendy mich bewundert, solange er mich nicht so kennt, wie ich wirklich bin. Mein erster Versuch zu vollkommener Aufrichtigkeit.

Lesben_Dreier  Zunächst erkläre ich ihm, dass ich mich all dessen schäme, was ich das letzte Mal über seine Frau gesagt habe. Er lacht und sagt, er habe es längst vergessen. „Gibt es etwas anderes, das ihnen Kummer macht?“ fragte er.
„Nichts Bestimmtes, aber ich wollte sie fragen, ob meine starke Fixierung auf Sinnlichkeit eine Reaktion auf zuviel Introspektion ist. Ich habe Samuel Putnam gelesen, und der schreibt, der <kürzeste Weg aus der Introspektion ist der Körperkult, der zu sexueller Intensität führt.“
An seine Antwort kann ich mich nicht genau erinnern, aber ich spüre, dass er den Ausdruck „Fixierung“ mit einer hektischen Suche nach Befriedigung verbindet. Warum diese Anstrengung? Warum dieses Unbefriedigtsein?
Hier empfinde ich das unwiderstehliche Bedürfnis, ihm mein tiefstes Geheimnis zu verraten: dass ich beim Geschlechtsverkehr nicht immer zum Orgasmus komme.
Er hatte das vom ersten Tag an vermutet. Ich hatte stets derb, deutlich und trotzig über Sex gesprochen. Das passte nicht zu meiner Persönlichkeit. Es wirkte aufgesetzt. Es verriet eine gewisse Unsicherheit.
„Aber wissen sie, was ein Orgasmus ist?“
„O ja, sehr gut. Weil ich gelegentlich einen gehabt habe, vor allem natürlich beim Masturbieren.“
„Wann haben sie masturbiert?“
„Einmal im Sommer, in St-Jean de Luz. Ich war unbefriedigt und empfand einen starken sexuellen Trieb.“ Ich schäme mich, zu zu geben, dass ich, als ich zwei Tage lang allein war, vier- bis fünf Mal am Tag masturbiert habe, während unserer Ferien in der Schweiz ebenfalls oft und auch in Nizza.
„Warum nur einmal? Jede Frau tut das, und zwar sehr häufig.“
„Weil ich es moralisch und physisch für falsch halte. Danach war ich schrecklich deprimiert und schämte mich sehr.“
„Das ist Unsinn! Physisch ist die Masturbation nicht schädlich. Nur die Schuldgefühle, die sie in uns auslöst, führen zur Depression.“
„Ich fürchtete immer, es würde meine geistige Kraft, meine Gesundheit beeinträchtigen und mich moralisch verkommen lassen.“
Nun schilderte ich weitere Details, denen er schweigend lauscht, während er sie zusammen zu fügen sucht. Ich erzähle ihm Dinge, die ich noch nie einem anderen als mir selbst ganz eingestanden und die ich auch nicht in mein Tagebuch geschrieben habe, Dinge, die ich vergessen wollte. Allendy setzt die Fragmente zusammen und spricht von meiner partiellen Frigidität. Wie er feststellt, halte ich dies ebenfalls für eine minderwertige Eigenschaft und schreibe es meiner zarten Konstitution zu….

Juni

Gestern Abend ging ich mit Henry ins Kino. Als die Handlung tragisch, herzzerreißend wurde, nahm er meine Hand, und wie verschränkten fest die Finger. Bei jedem Druck teilte ich seine Reaktion auf die Handlung. Im Taxi, auf dem Weg zum Treffen mit Hugo, küssten wir uns. Und ich konnte mich nicht losreißen. Ich verlor den Kopf. Ich fuhr mit ihm nach Clichy. Er drang so vollkommen in mich ein, dass ich, als ich nach Louveciennes zurückkehrte und in Hugos Armen einschlief, noch immer das Gefühl hatte, es sei Henry. Die ganze Nacht war es Henry, der neben mir lag. In meinen Träumen schmiegte ich meinen Körper um ihn herum. Am Morgen fand ich mich dann eng mit Hugo verschlungen, und es dauerte lange, bis mir klar wurde, dass es nicht Henry war. Hugo glaubt, dass ich die letzte Nacht unendlich liebevoll zu ihm war, doch es war Henry, den ich liebte, Henry, den ich küsste….
Nach dem vorausgegangenen Gespräch mit Allendy hatte ich eine leichte Veränderung bemerkt. Ich war aktiver bei Henry. Er merkte es auch und sagte: „Ich liebe die Art, wie du mich jetzt fickst.“ Dabei empfand ich heiße Freude.
Was mich am meisten an June erstaunt, sind Henrys Erzählungen von ihrer Aggressivität, dass sie ihn nimmt, ihn sich nach Belieben holt. Wenn ich mich gelegentlich an der Aggressivität versuche, endet das nur mit Kummer und Scham. Zuweilen spüre ich in mir eine psychische Lähmung , die ähnlich ist wie bei Eduardo, nur dass das bei einem Mann schwerer wiegt.

Nachdem ich Henry wegen tausend Verpflichtungen fünf Tage lang nicht gesehen hatte, konnte ich es nicht mehr ertragen. Ich bat ihn, sich mit mir zwischen zwei Terminen auf eine Stunde zu treffen. Wir unterhielten uns einen Moment, dann suchten wir das nächste Hotelzimmer auf. Welch ein tiefes Verlangen in ihm! Erst wenn ich in seinen Armen liege, scheint alles gut zu sein. Nach einer Stunde mit ihm war ich in der Lage, meinen Tag weiterzuleben, Dinge zu tun, die ich nicht tun will, Menschen zu treffen, die mich nicht interessieren….
Für mich beinhaltet ein Hotelzimmer eine Andeutung von Wollust, verstohlen, kurzlebig. Vielleicht haben die Tage ohne Henry mein Verlangen verstärkt. Ich masturbiere häufig, genussvoll, ohne Gewissensbisse oder bitteren Nachgeschmack. Zum ersten Mal weiß ich, was das heißt: essen. Ich habe vier Pfund zugenommen. Ich bekomme einen richtigen Heißhunger, und wenn ich esse, ist das für mich ein nachhaltiger Genuss. Im Augenblick habe ich nur drei Bedürfnisse: essen, schlafen und ficken…..


Ein Leckerbissen als Zugabe:
Midnight in Parismit Carla Bruni, Regie Woody Allen, mehr zum Film>>>
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Lassen Sie sich entführen in die Welt der Pariser Boheme der 20`er Jahre mit F. Scott Fitzgerald, Ernest Hemingway, Pablo Picasso, Cole Porter, Henry Miller und andere Künstlergrößen der damaligen Zeit, um Mitternacht in Paris


Die Cabarets erregen mich. Ich möchte ihre laute Musik hören, Gesichter sehen, andere Körper streifen, Benedictine trinken. Schöne Frauen und gut aussehende Männer wecken heiße Begierden in mir. Ich möchte tanzen. Ich möchte Drogen. Ich möchte perverse Menschen kennen lernen, mit ihnen intim werden. Für naive Gesichter habe ich nichts übrig. Ich möchte mitten ins Leben beißen und von ihm zerrissen werden. Henry gibt mir das nicht alles. Ich habe seine Liebe geweckt. Zum Teufel mit seiner Liebe! Er versteht, mich zu ficken wie kein anderer, aber ich will mehr als das. Ich fahre zur Hölle, zur Hölle, zur Hölle. Wild, wild, wild…..

Cabaret Rumba

Hugo und ich tanzen zusammen. Er ist um so viel größer als ich , dass mein Gesicht unter seinem Kinn an seiner Brust ruht. Ein übermäßig gut aussehender Spanier (ein Berufstänzer) starrt mich an wie ein Hypnotiseur. Über den Kopf seiner Partnerin hinweg lächelt er mir zu. Ich erwidere sein Lächeln, blicke ihm in die Augen. Ich trinke ihre Botschaft. Ich antworte mit dergleichen Mischung aus sinnlichem Genuss und Belustigung. Das Lächeln ist ganz leicht in sein Gesicht gekerbt. Ich empfinde eine tiefe Lust daran, mit diesem Mann zu kommunizieren, während ich mich in Hugos Arme schmiege. Während ich ihn anlächle, nehme ich mir vor, noch einmal hierher zu kommen und mit ihm zu tanzen. Mich plagt eine ungeheure Neugier.
Ich habe in diesen Mann hinein gesehen, ich habe ihn mir nackt vorgestellt. Er hat mit seinen schmalen Tieraugen ebenfalls in mich hinein gesehen. Auf dem ganzen Heimweg verbreitet sich das Gift in mir. Ich vermag jetzt einen Augenblick lang mit den Gefühlen zu spielen, die mir bisher zu heilig dazu waren. Nächste Woche werde ich, statt mit meinem ruhigen „Ehemann“ Henry auszugehen, den Spanier aufsuchen. Und Frauen – ich will Frauen! Aber die maskulinen Lesbierinnen im Cabaret Le Fétiche gefallen mir gar nicht.


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"Chrissy..., Chrissy...", sie wiederholte meinen Namen mehrmals, von Husten und Lachen unterbrochen, dann drehte sie sich zu mir und nahm mich wieder in ihre Arme.
"Aus dir ist eine kleine verdorbene Hure geworden ...", raunte sie mir zu, sie knabberte an meinem Ohrläppchen, während sie mit einer Hand in meinen Schoß fuhr. „Deine Gier macht mich verrückt …“ Weil ich instinktiv meine Beine spreizte, drang sie in mich ein.
Obgleich mich das Wort "Hure" irritiert, sie benutzte dieses Wort zum ersten Mal.
chrissys_tagebuch_eBook_teil1_und2Dann fiel mir ein Dialog zwischen Henry Miller und Anais Nin aus unserm Roman ein, auf dessen Spuren wir uns bewegten. Er bezeichnete sie als kleine fick-geile Hure. "Du fickst so gut, du bist eine Sau im Bett", sagte er zu ihr. Als wir in meiner Wohnung am Abend meiner Rückkehr aus dem Urlaub zum ersten Mal voller Gier übereinander herfielen, redeten wir uns mit ähnlichen Worten in diese Wiedersehens-Orgie hinein: "Saug` mir den letzten Tropfen aus, lutsch` meinen saftigen Pfirsich, fick mich jetzt, mein ganzer Körper fühlt sich an wie eine einzige große Fotze" Selbst dieses abscheuliche Wort war mir über die Lippen gegangen. Wir waren wie in einem Leib vereint, selbst unsere Hirne waren zu einem verschmolzen. Wie eine Flut der hemmungslosen Lust, die sich in einem einzigen Flussbett vereinte.
"Du hast mich zu deiner willigen Hure gemacht", antwortete ich. Dann zog ich meine Geliebte zwischen meine gespreizten Schenkel. Drei Finger ihrer Hand in mir, bewegte ich mein Becken unter Violas Last.
"Fick mich jetzt, wir sind zwei verruchte Dirnen, die nur ans Ficken denken, nur ficken, nur lieben ...", stöhnte ich. Die Spannung in meinem Bauch verlangte nach einem Orgasmus ... Alle Leseproben>>>

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Jetzt verstehe ich auch die Nelke in Carmens Mund. Ich habe den Duft von Jasmin gerochen. Die weißen Blüten berührten meine Lippen. Sie glichen der Haut einer Frau. Meine Lippen drücken sich auf sie, öffneten und schlossen sich sanft um sie. Küsse weich wie Blütenblätter. Ich biss in die weißen Blüten hinein. Ein Mundvoll parfümiertes Fleisch, seidige Haut. Carmens voller Mund, der in ihre Nelke beißt, und ich, Carmen……
Ein Sommerabend, Henry und ich essen in einem kleinen Restaurant, das zur Straße in weit geöffnet ist. Wir sind Teil der Straße. Der Wein, der durch meine Kehle rinnt, rinnt auch durch viele andere Kehlen. Die Hitze des Tages liegt mir wie eine Männerhand auf der Brust. Sie umgibt die Straße und das Restaurant. Der Wein heilt uns alle, Henry und mich, das Restaurant, die Straße und die Welt. Rufe und Gelächter der Studenten, die sich für den Quats Arts Ball vorbereiten.


Porno ohne Tabus – Ménage à trois – mit Charles Loiuis – Mehr zum Film>>
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Der flotte Dreier, die sogenannte Ménage á trois, wird erneut aufs leidenschaftlichste zelebriert, so dass garantiert jeder Männertraum wahr wird. Ein athletischer Adonis und seine sexy Gespielinnen geben sich ganz ihrer Lust hin und kennen der Titel ist Programm beim Liebesspiel keine Tabus. Unter der Regie der erfahrenen und erfolgreichen Regisseurin Claudia Vasquez, die schon bei mehreren, erfolgreichen Erotikstreifen wie Sex-Der Porno für Paare , Sex for Lovers oder Sex Deluxe-PornoXXXtreme ihr Können unter Beweis stellen konnte, geht es auf Porno ohne Tabus 2-Der flotte Dreier so richtig zur Sache. Hier erwartet Sie nämlich nicht weniger als die absolute Hemmungslosigkeit bei der schönsten Sache der Welt. Und mal Hand aufs Herz, Männer: Wer hat nicht immer schon einmal davon geträumt gleich mit zwei heißen, sexy Ladys in der Koje zu verschwinden. Man könnte wahrscheinlich sagen, seit es Sex gibt…Und hier wird die ganze Palette an Möglichkeiten voll ausgereizt. Ekstase und Wollust geraten völlig außer Kontrolle, wenn sich die scharfen Girls ihrem Mitspieler widmen…


In ihren barbarischen Kostümen, rot bemalt, mit Federn geschmückt, strömen sie aus Bussen und Wagen. Henry sagt: „Heute abend möchte ich alles mit dir machen. Ich möchte dich auf diesen Tisch hier legen und dich vor aller Augen ficken. Ich bin verrückt nach dir, Anais. Ich bin wahrhaft verrückt nach dir. Nach dem Essen gehen wir ins Hotel Anjou. Dort werde ich dich neuer Dinge lehren….

Im Hotel Anjou liegen wir wie die Lesbierinnen, lecken und saugen. Wieder einmal stundenlang Sinnlichkeit. Das Licht der roten Hotel-Reklame fällt ins Zimmer. Die Hitze wälzt sich herein. „Anais“, sagt Henry, „du hast den schönsten Arsch der Welt.“ Hände, befingern, Ejakulationen. Ich lerne von Henry, wie man mit dem Körper eines Mannes spielt, wie man ihn erregt, wie man das eigene Verlangen ausdrückt. Wir ruhen aus. Ein großer Bus voll Studenten fährt vorbei. Ich springe auf und laufe zum Fenster. Henry schläft. Ich würde gern auf dem Ball sein, alles auskosten.

Juli

Doch als Hugo am Montag nach London abreiste, eilte ich sofort zu Henry. Zwei Nächte der Ekstase. Noch jetzt trage ich die Spuren seiner Bisse, und letzte Nacht war er so leidenschaftlich, dass er mir weh tat. Unsere Umarmungen waren von ernsten Gesprächen unterbrochen.
Er ist eifersüchtig. Als er mich nach Montparnasse mitnahm, setzte sich ein gut aussehender Ungar neben mich und machte mir unverholen Avancen. Später sagte Henry, am liebsten würde er mich einschließen, ich sei für ein intimes Leben gemacht. Als er mich in Montparnasse sah, habe er das Gefühl gehabt, ich sei zu sanft und zart für die Masse; er habe mich vor ihr beschützen, verstecken wollen.

Er habe darüber nachgedacht, ob er June aufgeben solle oder nicht. Bei mir fühlt er sich ganz, und er weiß, dass ich ihn inniger geliebt habe. Wir liegen in der Nacht wach und sprechen darüber, aber ich weiß, dass er nicht daran denken kann und darf, June, seine Leidenschaft, aufzugeben. June und ich schließen einander nicht aus, wir ergänzen uns. Henry braucht uns beide. June ist das Stimulanz, ich die Zuflucht. Bei June erlebt er Verzweiflung, bei mir Harmonie. All das erkläre ich ihm, während ich ihn fest in den Armen halte. Und dann habe ich ja noch Hugo. Den würde ich auf gar keinen Fall für Henry aufgeben. Was ich Henry nicht sagen kann, ist, dass er primär ein physischer Mann und dass June aus diesem Grund lebenswichtig für ihn ist. Ein solcher Mann weckt sinnliche Liebe. Auch ich liebe ihn auf sinnliche Art. Und dieses Band kann am Ende nicht halten. Ihm ist bestimmt, mich zu verlieren. Was ich ihm gäbe, wäre für einen weniger sinnlichen Mann überwältigend. Doch nicht für Henry.
Wir liegen wach in der Nacht und diskutieren, und obwohl meine Arme ihn fest umfangen, beginnt mein Verstand sich bereits von ihm zu lösen….
….“Du bist ein Kind“, behauptet er, halb vor einem Rätsel, während er zugleich sagt: „Du kannst wahrhaftig wunderbar ficken. Wo hast du das nur gelernt, wo?“
Und doch bemerkt er, wenn er mich mit Paulette vergleicht, dem wirklichen Kind, meine verführerischen Gesten, meinen reifen Ausdruck, den Verstand, den er liebt. „Ich bin eins mit dir, Anais. Ich brauche dich, ich will nicht, dass June zurückkommt.“

Der Kontrast zwischen Hugo und Henrys Sinnlichkeit peinigte mich. Könnte man Hugo sinnlicher machen? Bei ihm ist es nur immer so kurz. Er hält sich für ein Phänomen, weil er mich sechs Nächte hintereinander genommen hat, aber mit schnellen, zustoßenden Bewegungen. Henrys Zärtlichkeit ist selbst nach einem Erguss intensiver, nachwirkender, seine kleinen, sanften Küsse wie Regen, verweilen ebenso lange in meinem Körper wie seine heftigen Liebkosungen….
„Bist Du jemals trocken?“ fragte er mich neckend. Ich gestehe, dass Hugo Vaseline nehmen muss. Dann wird mir die ganze Bedeutung dieses Geständnisses klar, und ich bin überwältigt!
Letzte Nacht berührte ich im Schlaf Hugos Penis genauso, wie ich es gelernt habe. Ich streichelte und drückte ihn mit der Hand. Im Halbschlaf glaubte ich, es sei Henry.  Als Hugo erregt wurde und mich zu nehmen begann, erwachte ich ganz und war zutiefst enttäuscht. Mein Verlangen erstarb…. Ich liebe Hugo ohne Leidenschaft, doch auch die Zärtlichkeit ist ein starkes Band. Solange er mich will, werde ich ihn nie verlassen. Ich bin überzeugt, dass die Leidenschaft für Henry mit der Zeit ausbrennen wird….. weiterlesen>>>>>


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August

Für Henry bin ich aufgewacht und habe ihm einen Brief geschrieben. Als ich erwachte, erinnerte ich mich an meinen Traum: June war gekommen, sie besuchte mich, bevor sie zu Henry ging und blickte genau wie in den anderen Träumen missmutig und gleichgültig drein. Ich schlief. Sie weckte mich mit einem Kuss, begann mir aber sofort zu erklären, wie enttäuscht sie von mir sei und mein Äußeres zu kritisieren. Als sie sagte, meine Nase sei zu dick, erzählte ich ihr von der Operation.
Das bereute ich jedoch sofort, weil mir klar wurde, dass sie es Henry mitteilen würde. Ich sagte ihr, mir sei durchaus bewusst, dass sie schöner sei als ich. Sie bat mich, sie zu masturbieren. Ich tat es überaus geschickt un d hatte dabei das Gefühl, als täte ich es bei mir selbst. Sie war dankbar für den Genuss und verließ mich unter Dankesworten. „Jetzt werde ich zu Henry gehen“, verkündete sie….
Brief an Henry: „Gestern Abend überlegte ich, wie ich dir meine Liebe beweisen könne, durch etwas, was zu tun, mir am schwersten fällt; und da fiel mir nichts anderes ein, als Dir Geld für eine andere Frau zu schicken. Ich dachte an die Négresse. Ich mag sie, weil ich bei ihr wenigstens spüren kann, wie meine eigene Weichheit in sie hinein schmilzt. Bitte geh nicht zu einer all zu billigen, all zu ordinären Frau. Und dann erzähl mir nichts davon, denn ich bin überzeugt, dass Du es bereits getan hast. Lass mir den Glauben, es Dir geschenkt zu haben.“
Zugleich aber-mit wie viel Freude empfange ich Hugo hier! Und empfinde große Lust, ja sogar Leidenschaft, wenn er mit mir schläft. Irgendwie fehlt Henry mir an einem Ort wie diesem überhaupt nicht, denn Henry gehört nicht zu Bergen, Seen, Gesundheit, Einsamkeit, Schlaf. Hier triumphiert Hugo mit seinen schönen Beinen in einer kurzen Tiroler-Hose. Hier ruhe ich mit ihm aus, und mein Pariser Leben mit Henry gleicht meinen nächtlichen Träumen…..
Hugo und ich nehmen unsere Zärtlichkeiten und Neckereien wieder auf. Durch eine Woche ohne mich wird er reifer. Zusammen, vermute ich, können wir nicht reifen. Zusammen sind wir weich, schwach, jung. Sind viel zu abhängig voneinander. Zusammen leben wir in einer irrealen Welt. Und leben in der Außenwelt nur, wie Hugo sagt, weil wir diese unsere Welt haben, in die wir zurück kehren können….
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Er war unglücklich über meine perfekte Nase. Ich bin neugierig, was Henry sagen wird.
Irgendwie fürchte ich mich vor einem Brief von ihm. Er wird mir Gefühlsaufruhr bringen. Ich habe mich in die Sicherheit von Hugos Ergebenheit geflüchtet. Ich ruhe an seiner breiten, behaarten Brust. Gelegentlich werde ich ein wenig gelangweilt und ungeduldig, aber das lasse ich mir nicht anmerken. Gemeinsam freuen wir uns über kleine Dinge. Die Leute halten uns, wie immer, für Hochzeitsreisende.
Die Frage, die ich mir jetzt stelle, lautet: Bleibe ich in Hugos Welt, weil mir der Mut fehlt, mich ganz hinaus zu wagen, oder habe ich bisher noch niemanden so geliebt, dass ich mein Leben mit Hugo aufgeben möchte? Wenn er sterben sollte, würde ich nicht zu Henry gehen; das ist mir klar.
Am folgenden Morgen erhalte ich einen überwältigenden Brief von ihm. Schon ihn zu berühren, bewegt mich tief. „Sobald Du wiederkommst, werde ich Dir ein literarisches Fick-Fest bereiten-das heißt, ficken und reden und reden und ficken. Ich werde Dich bis ins Innerste öffnen, Anais, Gott, verzeih mir, wenn dieser Brief versehentlich geöffnet wird! Ich kann`s nicht ändern, ich begehre Dich. Ich liebe Dich. Du bist Essen und Trinken für mich, ja, die ganze verdammte Maschinerie. Auf Dir zu liegen ist eines, aber Dir nahe zu sein, etwas ganz anderes. Ich fühle mich Dir nahe, eins mit Dir, Du bist mein, ob nun legal oder nicht. Jeder Tag, den ich warten muss, ist Qual. Ich zähle sie langsam, schmerzlich. Bitte komm, sobald es geht. Ich brauche Dich. O Gott, ich will Dich in Louveciennes sehen. Dich in dem goldenen Licht des Fensters sehen, in Deinem nilgrünen Kleid und mit bleichem Gesicht. Eine gefrorene Blässe wie am Abend des Konzerts. Ich liebe Dich wie Du bist. Ich liebe Deine Lenden, die goldene Blässe, die Kurve Deiner Hinterbacken, die Wärme in Dir, Deine Säfte. Anais, ich liebe Dich so sehr, so sehr! Ich werde sprachlos. Ich sitze hier und schreibe Dir mit einer enormen Erektion. Ich spüre, wie sich Dein weicher Mund um mich schließt, Dein Bein mich fest umklammert, sehe Dich wieder hier in der Küche, wie Du Dein Kleid hebst und Dich auf mich setzt und wie der Stuhl über den Küchenboden rutscht, rums, rums.“
Inzwischen ist es Henry, der in meinen Körper springt. Ich fühle seinen Erguss, sein Stoßen und Drängen. Der Montagabend ist unerträglich weit entfernt.
Die Länge seiner Briefe, zwanzig, dreißig Seiten, ist symbolisch für seine Größe. Sein Sturzbach peitscht mich. Ich will nur noch Frau sein. Nicht Bücher schreiben, nicht der Welt direkt die Stirn bieten, sondern durch literarische Bluttransfusion leben. Hinter Henry stehen, ihn füttern. Mich von Selbstbehauptung und schöpferischer Arbeit ausruhen….weiterlesen>>>>>
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