Olympia – Anita Shreve

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Eleganz, Erotik und psychologische Finesse

Olympia – Porträt einer mutigen jungen Frau ihrer Zeit – Leseproben

Erst kurz vor dem Ende , erst am Ende nimmt sie in sich ein Aufwallen wahr, einen ersten Anflug von Lust, einen Vorgeschmack dessen, was sie eines Tages erfahren wird …

anita_shreveDie Autorin – Anita Shreve

Geboren am 7. Oktober 1946 in Dedham, Massachusetts als Tochter eines Piloten und einer Hausfrau. Sie besuchte die High School und studierte an der Tufts University.
Für eine ihrer ersten veröffentlichten Geschichten, Past the Island, Drifting (1975), wurde sie mit dem O.-Henry-Preis des Jahres 1976 ausgezeichnet. Das hier besprochene Buch Olympia aus dem Jahre 2000 ist ihre achte Veröffentlichung. Der Vorgängerroman „Die Frau des Piloten“ aus dem Jahre 1998 wurde im März 1999 in Oprah’s Book Club als Buch des Monats vorgestellt. Von da an wurden die Romane von Shreve millionenfach verkauft.
Fast alle ihre Bücher spielen in ihrer Heimat Neuengland. Anita Shreve verstarb am 29. März 2018 in Newfields, New Hampshire im Alter von 71 Jahren.
Publishers Weekly schreibt über Olympia: Eine skandalöse Liebesaffäre – leidenschaftlich und kompromisslos.
Anita Shreve erzählt die auf authentischen Chroniken beruhende Liebesgeschichte zwischen einem fünfzehnjährigen Mädchen und einem einundvierzigjährigen, verheirateten Arzt zu Beginn dieses Jahrhunderts.
Niemals zuvor war Anita Shreve so auf der Höhe ihrer Kunst.

Olympia – Leseproben

Olympia

Sie nimmt ihren Hut ab und wirbelt mit den Füßen kleine Spritzer in den Wellen auf. Sie saugt die Meeresluft in tiefen Atemzügen ein, die den Kopf frei machen. Möglich dass sich in diesem Moment die Männer, die sie beobachten, über das Entzücken, das sie erfasst hat, über die Erwartungsfreude, die sie plötzlich erfüllt, ihre Gedanken machen. Dass sie so überrascht sind wie sie über die Bereitwilligkeit, mit der sie ihr Schicksal annimmt. In der Zeit nämlich, die sie gebraucht hat, um von der Kaimauer zum Meer zu gelangen, eine Entfernung von vielleicht hundert Metern, ist das Mädchen mit der lang aufgestauten und schon fast verzweifelten Sehnsucht des Kindes, die Spinnweben verhangenen Räume seines Winters leer zufegen, zur Frau geworden. olympia_leseproben Es ist der zwanzigste Juni im letzten Jahr des Jahrhunderts, und sie ist fünfzehn Jahre alt […]
Ihr Vater blickt zum Saum des Kleides, der immer noch feucht ist. Sie fragt, was er ihr als erste Lektüre des Sommers empfehle. Er nimmt seine Brille ab und legt sie neben sich auf den grünen Marmortisch, dessen Pendant in seiner Bibliothek in Boston steht. Rundherum sind die Fenster geöffnet, der strenge Salzgeruch der Ebbe durchweht den Raum.
„Ich möchte, dass du die Essays von John Warren Haskell liest“, sagt er, greift nach einem Buch und reicht es ihr. „Anschließend werden wir über den Inhalt sprechen, denn der Autor ist hier in Fortunes Rocks, du wird uns über das Wochenende besuchen.
Da hört sie zum ersten Mal John Haskells Namen.
„Haskell bringt seine Frau und seine Kinder mit“, setzt ihr Vater hinzu. „Ich hoffe, du wirst dich ihnen ein wenig widmen.“ Alles lesen>>>

John Haskell

„Ich bin Olympia Biddeford“, sagt sie, das Mädchen gibt ihr die Hand, blickt dabei aber über ihre rechte Schulter hinweg.
„Und ich bin John Haskell“, hört sie hinter sich eine Stimme. Sie dreht sich halb herum. Sie registriert braune Haar und lichtbraune Augen. Der Mann nickt beinahe unmerklich. Sein Hemd ist welk von der Hitze, und auf dem Saum seiner Hosenbeine hat sich ein feine Schicht feuchten Sandes abgesetzt. Seine Hemdsärmel sind offen, er ist allerdings nicht so weit gegangen, sie aufzurollen. In der kurzen Zeitspanne, die er benötigt, um die Veranda zu überqueren und ihr die Hand zu reichen, schätzt sie, dass er im Alter ihres Vater ist, vielleicht ein, zwei Jahre jünger, also etwa vierzig. Er ist nicht direkt stämmig, denn er ist hochgewachsen, aber er hat breite Schultern. Sie hat den Eindruck, dass seine Kleidung ihn beengt […]
Ein Blick um den Tisch zeigt ihr, dass alle Männer in günstiger Position zu den Spiegeln sitzen und so in den Genuss der weiblichen Reize kommen, die einer gewissen Neigung eines Kopfes innewohnen, dem Bogen eines langen Halses, der sich in einer silberblonden Wolke verliert, einem flüchtig aufblühenden Lächeln, einem feinen Stirnrunzeln, dem Perlenschimmer auf weißem Busen, dem Fall einer Haarsträhne, die sich aus einem Kämmchen mit Jet und Diamanten gelöst hat. Du auch sie selbst zollt diesen Reizen wache Aufmerksamkeit wie ein Lehrling seinem Meister. Doch als sie, von ihren müßig schweifenden Gedanken getragen, zum oberen Ende des Tisches blickt, entdeckt sie, dass John Haskells Aufmerksamkeit nicht den Reizen seiner Frau oder Rosamund Biddeford gehört, sondern ihr.
Dieser Blick ist unmissverständlich. Es ist kein Blick, der sich in ein höfliches Lächeln der Bestätigung oder in eine Aufforderung zum Gespräch auflöst […] Es ist ein durchdringender Blick, ohne Schranken und ohne Grenzen. Olympia meint, alle am Tisch müssten erstarren, wie sie selbst innerlich erstarrt ist unter der beinahe unerträglichen Intensität dieses Blicks …

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Catherine Haskell

Es wird die Zeit kommen, in der Olympia das zwanghafte Kreisen der Gedanken um die kennen lernt, um jene Person, die das Opfer des Diebstahls ist – die Ehefrau, die frühere Geliebte, die einstige Verlobte; das bohrende Gelüst, das eine andere Frau zum Objekt einer beinahe unerträglichen Neugier macht; die quälend Faszination, die nicht nachlässt […]
Von der andren Seite der Veranda erschallt wieder kurzes Gelächter, und sie blickt zu den Männern hinüber. Im Licht der Laternen studieren die beiden Frauen das Bild.
„Sie besitzen die natürliche Schönheit ihrer Mutter“, fügt Catherine hinzu und streicht mit ihren Alabasterarmen glättend über einen unsichtbaren Rock. „Ich bin immer schon davon überzeugt gewesen, dass es im Leben eines Mädchens einen Moment gibt …“, sie hält inne, denn sie hören John Haskells Stimme, die sich über die Stimmen der anderen erhebt: „… haben sich ungeheuer verschlechtert seit …“ – „Wenn ich Moment sage“, fährt Catherine fort, „meine ich eine bestimmte Zeitspanne, eine Woche oder einen Monat vielleicht. Aber begrenzt. Einen Moment, auf den der Körper sich vorbereitet hat …“ Sie bricht ab, als müsse sie nach den geeigneten Worten suchen. „Und in diesem Moment wird das Mädchen zur Frau. Zur Knospe einer Frau vielleicht. Und nie ist sie so schön wie in dieser Zeit, so kurz sie auch sein mag.“

Die Verführung

Haskell hält den Wagen an.
„Das war alles zu viel für sie“, sagt er, sich ihr zuwendend.
„Nein“, widerspricht sie. „Ich …“
Sie atmet die salzig Luft ein, als wäre sie ihr Laudanum. Sie legt den Kopf in den Nacken und spürt, auch wenn sie unsichtbar bleiben, die Fledermäuse, die auf sie zuschießen und wieder davon jagen.
„Olympia, ich möchte ihnen etwas sagen, und ich würde sie, wenn es möglich wäre, vorher um Erlaubnis bitten.“
Sie hebt den Kopf und sieht ihn an. „Sie brauchen mich nicht um Erlaubnis bitten“, erwidert sie leise.
„Das Verhältnis, das zwischen uns besteht, ist nicht normal, obwohl ich es als etwas so Natürliches empfinde wie das Atmen.“ Er spricht dies letzte mit einer ruhigen Gewissheit.
„Wenn wir anfangen, von der Unnatürlichkeit des Verhältnisses zwischen uns zu sprechen“, erwidert sie ebenso ruhig, „zerstören wir alles.“
Er hebt die Hand und dreht ihren Kopf, so dass sie ihm direkt ins Gesicht blicken muss. Sie überlässt sich ohne Widerstand seiner Führung.
„Ich tue ihnen das Schlimmste an, was ein Mann in meiner Stellung einer jungen Frau antun kann,“ fährt er fort, „indem ich ihnen von unnennbaren Gefühlen spreche.“
Sie hebt leicht den Kopf …

Das Unumkehrbare

Als sie ins Zimmer tritt, steht Haskell am Fenster, die Arme über der Brust gekreuzt, eine dunkle Silhouette vor dem Licht durchströmten Mull der Gardinen. Sie nimmt ihren Hut ab und legt ihn auf ein Tischchen.
Er neigt ein wenig den Kopf zur Seite und betrachtet sie lange., als wollte er ihr Porträt malen, als sähe er Linien und Flächen und nicht ein Gesicht.
Doch es liegt auch Erwartung in seiner Miene. „Olympia“, sagt er.
Er öffnet die Arme und geht auf sie zu. Er umfasst mit seinen Händen leicht ihren Nacken und bringt ihren Kopf zu seiner Brust hinunter, wo sie ihm mit dem Gefühl ungeheurer Erleichterung, dankbar ruhen lässt.
„Wenn ich sie wahrhaft liebte“, sagt er, „würde ich se dies nicht tun lassen.“
„Sie lieben mich“, entgegnet sie […]
Er dreht seinen Körper und löst sie aus seinem Arm, so dass sie beinahe unter ihm liegt. „Ich habe dich an dem Tag am Strand gesehen. Du hast mich nicht bemerkt.“
„Ich bin mir nicht sicher.“
„Ich glaube, ich habe dich in diesem Moment schon geliebt. Ja, so muss es sein.“
„Wie ist das möglich?“
olympia_leseproben „Ich weiß es nicht“, antwortet er, „aber ich bin sicher. Und als ich dich in der Sommerwendnacht auf der Veranda sah, da hatte ich das Gefühl …“ Er sucht nach Worten. „Als hätte ich dich immer schon gekannt. Ich wusste, dass ich dich eines Tages kennen werde.“
„Ja“, sagt sie, denn sie hat es auch empfunden.
Sie spürt den Druck seines Körpers, ein Gewicht, das sich auf sie senkt, während er gleichzeitig ihre Unterkleidung abstreift.
Spürt sie Schmerz? Nicht direkt. Keine schrecklichen Schmerzen. Es ist mehr ein Gefühl von Druck und Gewicht, als brannte etwas gegen sie an, aber sie wehrt sich nicht dagegen. Sie will ihn in sich aufnehmen.
„Tue ich dir weh?“, fragt er einmal.
„Nein“, antwortet sie, um Atem ringend. Nein.“ […]
Erst kurz vor dem Ende , erst am Ende nimmt sie in sich ein Aufwallen wahr, einen ersten Anflug von Lust, einen Vorgeschmack dessen, was sie eines Tages erfahren wird. Seltsamerweise versteht sie diese Prophezeiung im selben Moment, in dem sie zum ersten Mal die Stille des Innehaltens wahrnimmt, das rasche Ausstoßen des Atems, und weiß, dass es vorüber ist …
Kurz vor dem Ende – nun, man weiß wie solcher Art Beziehungen in dieser Zeit gesellschaftlich bewertet wurden – kurz vor dem Ende also ein Stück kaukasischer Kreidekreis. Warum? Lassen Sie sich überraschen vom „Dazwischen“ einer zutiefst beeindruckenden Geschichte, mit wärmsten Worten geschrieben … Alles lesen>>>

Crazy in Love

Lust auf Liebe – Ein Film von Jacky Katu
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Der irreführende Klappentext: Diese Überschrift wird Sie jetzt sicher wundern, doch wenn Sie wissen möchten, warum die da steht, klicken Sie unten auf „mehr zum Film“. Auf der Klappe also zu lesen: Ein freizügig inszenierter französischer Erotik-Film über ein leidenschaftliche Amour Fou (verrückte Liebe). Die schöne Krankenschwester Felicia erliegt dem Charme des Kriegsfotografen Dimitri. Schnell haben die beiden leidenschaftlichen Sex. Doch Dimitri bricht ständig zu neuen Reportagen auf, während Felicia voller Sehnsucht zurück bleibt. Bald lebt Felicia nur noch für dies kurzen, intensiven erotischen Begegnungen in wechselnden Hotels. Doch ist das wirklich Liebe? Oder einfasch nur blanke Lust? … Mehr zum Film>>>


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„Ich weiß, du bist Jungfrau“, keuchte er, als er versuchte ihren Rock nach oben zu schieben, als er nach ihrem Höschen griff.
„Ich bereite dich vor, damit du locker wirst. Im Auto habe ich eine Decke für den Rest… Wir können auch zu mir fahren, wenn du willst.“
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