Venus im Pelz – Leopold von Sacher-Masoch

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Leseproben

Venus im Pelz – Das Ur-Werk des Sado-Masochismus

„Warum nicht?“ unterbrach mich das schöne Weib lebhaft. „Jede Frau hat den Instinkt, die Neigung, aus ihren Reizen Nutzen zu ziehen, und es hat viel für sich, sich ohne Liebe, ohne Genuss hinzugeben, man bleibt hübsch kaltblütig dabei und kann seinen Vorteil wahrnehmen.“

Delphin Verlag GmbH München

Titelbild: Mars, Venus und Amor – Tiziano Vecellio, genannt Tizian (um 1488 – 1576)

Setz`den Fuß auf deinen Sklaven,

Teuflisch holdes Mythenweib,

Unter Myrten und Agaven

Hingestreckt den Marmorleib

Vorbemerkungen zur Novelle – Venus im Pelz

Sacher-Masoch wurde, nach mehreren Werken, die vertraglich geregelte und theatralisch inszenierte Schmerz- und Unterwerfungsverhalten in Beziehungen zu Frauen schildern, zum Namensgeber sexueller Praktiken, die man heute allgemein unter dem Namen BDSM zusammenfasst (Quelle Wikipedia). Die erste wissenschaftliche Erwähnung dieses Begriffs erfolgte im Jahre 1886 durch den deutschen Psychiater und Rechtsmediziner Dr. Richard von Krafft-Ebing. Sacher-Masoch und seine Anhänger wehrten sich gegen diesen Begriff vergebens; die Bezeichnung setzte sich durch und blieb lange dominierend. Der Mann, der dem Masochismus den Namen gegeben hatte, und seine Literatur gerieten in Verruf und schließlich in Vergessenheit.

Wanda

Heute sagte sie mir plötzlich, ohne jede Veranlassung: „Sie interessieren mich. Die meisten Männer sind so gewöhnlich, ohne Schwung, ohne Poesie; in Ihnen ist eine gewisse Tiefe und Begeisterung, vor allem ein Ernst, der mir wohltut. Ich könnte Sie lieb gewinnen.“
venus_im_pelz  Wanda freute sich des lieblichen Anblicks, und da auf den Bänken in der Allee noch das Wasser steht, stützt sie sich, um etwas auszuruhen, auf meinen Arm, eine süße Müdigkeit liegt in ihrem ganzen Wesen, ihre Augen sind halb geschlossen, ihr Atem streift meine Wange. Ich ergreife ihre Hand und – wie es mir gelingt, weiß ich wahrhaftig nicht – ich frage sie: „Könnten Sie mich lieben?“ „Warum nicht“, erwidert sie und lässt ihren ruhigen, sonnigen Blick auf mir ruhen. aber nicht lange. Im nächsten Augenblick knie ich vor ihr und presse mein flammendes Antlitz in den duftigen Mousselin ihrer Robe…..
Aber Severin – das ist ja unanständig!“ ruft sie. Ich aber ergreife ihren kleinen Fuß und presse meine Lippen darauf.
„Sie werden immer unanständiger!“ ruft sie, macht sich los und flieht in raschen Sätzen gegen das Haus, während ihr allerliebster Pantoffel in meiner Hand zurückbleibt. Soll das ein Omen sein?
„Nun, Severin, das ist eine ernste Geschichte. Ich glaube, dass Sie mich lieb haben und auch ich habe Sie lieb, und was noch besser ist, wir interessieren uns füreinander, aber Sie wissen, ich bin eine leichtsinnige Frau, und eben deshalb nehme ich die Ehe sehr ernst, und wenn ich Pflichten übernehme, so will ich sie auch erfüllen können. Ich fürchte aber – nein – es muss Ihnen wehe tun.“
„Ich bitte Sie, seien Sie ehrlich gegen mich“, entgegnete ich.
„Also, ehrlich gesprochen. Ich glaube nicht, dass ich einen Mann länger lieben kann – als – “ Sie neigte ihr Köpfchen anmutig zur Seite und sann dann nach
„Ein Jahr.“
Seit zehn Tagen war ich keine Stunde ohne sie, die Nächte ausgenommen. Ich durfte immerfort in ihre Augen sehen, ihre Hände halten, ihren Reden lauschen, sie überallhin begleiten. Meine Liebe kommt mir wie ein tiefer, bodenloser Abgrund vor, in dem ich immer mehr versinke, aus dem mich jetzt schon nichts mehr retten kann.

Wir hatten uns heute nachmittag auf der Wiese zu den Füßen der Venusstatue gelagert, ich pflückte Blumen und warf sie in ihren Schoß, und sie band sie zu Kränzen, mit denen wir unsere Göttin schmückten.
Plötzlich sah mich Wanda so eigentümlich, so sinnverwirrend an, dass meine Leidenschaft gleich Flammen über mich zusammenschlug. Meiner nicht mehr mächtig, schlang ich meine Arme um sie und hing an ihren Lippen und sie – sie presste mich an ihre wogende Brust.
„Sind Sie böse?“ fragte ich dann.
„Ich werde nie über etwas böse, was natürlich ist -“ antwortete sie, „ich fürchte nur, Sie leiden.“
„Oh, ich leide furchtbar.“
„Armer Freund“, sie strich mir die wirren Haare aus der Stirn, „ich hoffe aber, nicht durch meine Schuld.“

Gräfin Sobol

„Eines Morgens, nachdem sie mir wieder in vollem lachenden Liebreiz aus dem goldenen Nebel meiner Fantasie aufgetaucht war, ging ich zur Gräfin Sobol, welche mich freundlich, ja herzlich empfing und mir zum Willkomm einen Kuss gab, der mir alle Sinne verwirrte. Sie war jetzt wohl nahe an vierzig Jahre, aber wie die meisten jener unverwüstlichen Lebefrauen noch immer begehrenswert, sie trug auch jetzt stets eine pelzbesetzte Jacke, und zwar diesmal von grünem Samt mit braunem Edelmarder, aber von jener Strenge, die mich damals an ihr entzückt hatte, war nichts zu entdecken…
venusneu23  Im Gegenteil, sie war so wenig grausam gegen mich, dass sie mir ohne viel Umstände die Erlaubnis gab, sie anzubeten.
Sie hatte meine übersinnliche Torheit und Unschuld nur zu bald entdeckt, und es machte ihr Vergnügen, mich glücklich zu machen. Und ich – ich war in der Tat selig wie ein junger Gott. Welcher Genuss war es für mich, wenn ich, vor ihr auf den Knien liegend, ihre Hände küssen durfte, mit denen sie mich damals gezüchtigt hatte. Ach! Was für wunderbare Hände! Von so schöner Bildung, so fein und voll und weiß, und mit welch allerliebsten Grübchen. Ich war eigentlich nur in diese Hände verliebt. Ich trieb mein Spiel mit ihnen, ließ sie in dem dunklen Pelz auf- und abtauchen, ich hielt sie gegen die Flamme und konnte mich nicht satt sehen an ihnen.“
Wanda betrachtete unwillkürlich ihre Hände, ich bemerkte es und musste lächeln.
Wanda stand auf und öffnete das Fenster.
„Sie haben eine eigentümliche Manier, die Fantasie zu erhitzen, einem alle Nerven aufzuregen, alle Pulse höher schlagen zu machen. Sie geben dem Laster eine Aureole, wenn es nur ehrlich ist. Ihr Ideal ist eine kühne geniale Kurtisane; oh! Sie sind mir der Mann, eine Frau von Grund aus zu verderben!“

Mitten in der Nacht klopfte es an mein Fenster, ich stand auf, öffnete und schrak zusammen. Draußen stand Venus im Pelz, genau so, wie sie mir das erste Mal erschienen war.
„Sie haben mich mit ihren Geschichten aufgeregt, ich wälze mich auf meinem Lager und kann nicht schlafen“, sprach sie, „kommen sie jetzt nur, mir Gesellschaft leisten.“
„Im Augenblicke.“
Als ich eintrat, kauerte Wanda vor dem Kamin, in dem sie ein kleines Feuer angefacht hatte.
„Der Herbst meldet sich“, begann sie, „die Nächte sind schon recht kalt. Ich fürchte, ihnen zu missfallen, aber ich kann meinen Pelz nicht abwerfen, ehe das Zimmer nicht warm genug ist.“
„Missfallen – Schalk! – Sie wissen doch -“ ich schlang den Arm um sie und küsste sie-
„Freilich weiß ich, aber woher haben sie diese große Vorliebe für den Pelz?“
„Sie ist mir angeboren“, erwiderte ich, „ich zeigte sie schon als Kind. Übrigens übt Pelzwerk auf alle nervösen Naturen eine aufregende Wirkung, welche auf ebenso allgemeinen als natürlichen Gesetzen beruht. Es ist ein physischer Reiz, welcher wenigstens ebenso seltsam prickelnd ist und dem sich niemand ganz entziehen kann…
„Ich danke für die gelehrte erotische Abhandlung“, sprach Wanda, „aber sie haben mir nicht alles gesagt, sie verbinden noch etwas ganz apartes mit dem Pelz.“
„Allerdings!“ rief ich, „ich habe ihnen schon wiederholt gesagt, dass im Leiden ein seltsamer Reiz für mich liegt, dass nichts so sehr imstande ist, meine Leidenschaft anzufachen als die Tyrannei, die Grausamkeit und vor allem die Treulosigkeit eines schönen Weibes. Und dieses Weib, dieses seltsame Ideal aus der Ästhetik des Hässlichen, die Seele eines Nero im Leib einer Phryne, kann ich mir nicht ohne Pelz denken.“
„Ich begreife“, warf Wanda ein, „es gibt einer Frau etwas Herrisches, Imponierendes.“


Dazu ein Filmtipp der anderen Art: Cabaret Desire – Mehr zum Film mit Trailer>>>
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Der neue Film von Erika Lust, der weltweit erfolgreichsten Regisseurin von frauenfreundlichen und paartauglichen erotischen Spielfilmen. Zum ersten Mal gelingt hier die spannende Vereinigung zwischen Arthouse- und Erotikfilm. Herausgekommen ist ein Meisterwerk, das in seiner Gattung einzigartig ist und die Presse auf der ganzen Welt begeistert hat.
Cabaret Desire ist der bisher größte und aufwändigste Film von Erika Lust. Mit Hilfe von hervorragenden Schauspielern gelingt es ihr, eine knisternde und magische Atmosphäre zu schaffen, Sex, Erotik und Leidenschaft aus der Sicht der Frau zu präsentieren… Mehr Filme von Erika Lust>>>


Wer noch immer im mainstream von „50 shades of grey“ umherpaddelt, der sollte wenigstens die „Venus im Pelz“ gelesen haben (der Autor der Seite)


Die Verruchtheit des Weibes

„Meine Freundin hat sich über dich beklagt“, sagte mir Wanda heute.
„Sie mag fühlen, dass ich sie verachte.“
„Weshalb verachtest du sie denn, kleiner Narr?“ rief Wanda und nahm mich mit beiden Händen bei den Ohren.
„Weil sie heuchelt“, sagte ich, „ich achte nur eine Frau, die tugendhaft ist oder offen dem Genusse lebt.“
„So wie ich“, entgegnete Wanda scherzend, „aber siehst du, mein Kind, die Frau kann das nur in den seltensten Fällen. Sie kann weder so heiter sinnlich, noch so geistig frei sein wie der Mann, ihre Liebe ist stets ein aus Sinnlichkeit und geistiger Neigung gemischter Zustand. Ihr Herz verlangt darnach, den Mann dauernd zu fesseln, während sie selbst dem Wechsel unterworfen ist; so kommt ein Zwiespalt, kommt Lüge und Trug meist gegen ihren Willen in ihr Handeln, in ihr Wesen und verdirbt ihren Charakter.“
„Gewiss ist es so“, sagte ich, „der transzendale Charakter, welchen die Frau der Liebe aufdrücken will, führt sie zum Betrug.“
„Aber die Welt verlangt ihn auch“, fiel mir Wanda ins Wort, „sieh diese Frau an, sie hat in Lemberg ihren Mann und ihren Liebhaber, und hier hat sie einen neuen Anbeter gefunden, und sie betrügt sie alle und ist doch von allen verehrt und von der Welt geachtet.“


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Die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe
Ich bin mir nicht ganz sicher, ob mir das in dieser Geschichte niedergeschriebene erspart geblieben wäre, hätte ich nicht am 25. August des Jahres 1997 virtuell einen Chatroom betreten, der den vielversprechenden Namen „Manager-Treff“ trug. Ebenso wenig sicher bin ich mir, ob es nicht besser gewesen wäre, der Bekanntschaft, die sich an besagtem Tage anbahnte, lieber aus dem Wege zu gehen.
Überhaupt nicht sicher hingegen bin ich mir, ob ich das Ganze nicht vielleicht doch hätte erleben wollen und vielleicht tief traurig darüber gewesen wäre, hätte es überhaupt nicht stattgefunden. Was selbstverständlich hinterher niemand hätte wissen können, am wenigsten ich selbst ...Lisa, gerade vierzehn geworden, benahm sie sich völlig ungeniert, als wir uns zum ersten Mal begegneten. Man könnte so weit gehen, sie als völlig schamlos zu bezeichnen. Frech, kess, einen Hauch frivol. Sogar eine Prise Obszönität schien tief in ihrem Wesen versteckt zu sein. Das lag wohl eher daran, dass sie nicht vollumfänglich imstande war, die Wirkung ihres frühreifen Körpers auf spätreife Männer in seiner gnadenlosen Wucht auch nur ansatzweise zu erkennen.
frank_c_mey_regenwuermer_vertragen_kein_coffein_leseprobenLuise, blond und zweigeteilt in die lähmende Kälte des Nordens oben herum. Weiter südlich, vom Nabel abwärts, das ewig lodernde Feuer der Südländerin. Das war nicht immer so. Als wir uns das erste Mal körperlich trafen, wirkte sie welk. In ihrem Schoß schien sie trocken und völlig erkaltet. Später entwickelte sich die Region zwischen ihren Oberschenkeln zu einem pulsierenden Moloch, der mich, flog sie ihrem Höhepunkt entgegen, jedes Mal in sich hinein sog. Wenn er mich wieder ausspuckte, dann einzig zu dem Zwecke, mich einen Augenblick später erneut zu verschlingen. Wie eine wiederkäuende Kuh. Wir lernten uns in dem eingangs erwähnten Chat-Room kennen, in der Zeit kurz nachdem das internationale Spinnennetz seine Ausläufer über den großen Teich hinweg bis nach Deutschland wie in den Rest der Welt hinein schob.
Luise bewegt sich weiter, schneller … Nichts geht mehr, rien ne va plus. Enttäuscht wirft sie sich auf den Rücken. Ein Zischen dringt aus ihrem Hals. Wie wenn man beim Ausatmen die Zunge an den Gaumen drückt, wie bei einer Schlange, begleitet von zornigem Stirnrunzeln. Das höre und sehe ich zum ersten Mal. Bislang gab es nie einen Grund dafür.
„Wir haben den ganzen Tag Zeit … Dazu die halbe Nacht …“, will ich sie vertrösten. Doch sie springt bereits aus dem Bett. Grollend zieht sie sich den Morgenmantel über, anschließend geht sie ins Bad. Als ich ihr wenig später folge, kommt Lisa in Bernys Begleitung aus ihrem Zimmer heraus. Zähnefletschend wedelt er mit dem Schwanz. Lisa lacht mich aus ihren strahlenden Augen heraus an, so blau wie tief. Einen Augenblick lang berühren sich im Vorübergehen unsere Hände, ein Hauch Zärtlichkeit. Sekundenbruchteile wandeln sich zu einem endlosen Flug in die Ewigkeit, am Ende ein Licht, das ein leises Sirren sendet. So muss Odysseus den Gesang der Sirenen empfunden haben …Alle Leseproben>>>

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„Meinetwegen“, rief ich, „sie soll dich nur aus dem Spiele lassen, aber sie behandelt dich ja wie eine Ware.“
„Warum nicht?“ unterbrach mich das schöne Weib lebhaft. „Jede Frau hat den Instinkt, die Neigung, aus ihren Reizen Nutzen zu ziehen, und es hat viel für sich, sich ohne Liebe, ohne Genuss hinzugeben, man bleibt hübsch kaltblütig dabei und kann seinen Vorteil wahrnehmen.“
„Wanda, du sagst das?“
„Warum nicht?“ sprach sie, „merkˋ dir überhaupt, was ich dir jetzt sage: fühle dich nie sicher bei dem Weibe, das du liebst, denn die Natur des Weibes birgt mehr Gefahren, als du glaubst. Die Frauen sind weder gut wie ihre Verehrer und Verteidiger, noch so schlecht, wie ihre Feinde sie machen. Der Charakter der Frau ist die Charakterlosigkeit. Die beste Frau sinkt momentan in den Schmutz, die schlechteste erhebt sich unerwartet zu großen, guten Handlungen und beschämt ihre Verächter. Kein Weib ist so gut oder so böse, dass es nicht jeden Augenblick sowohl der teuflischsten als der göttlichsten, der schmutzigsten wie der reinsten Gedanken, Gefühle, Handlungen fähig wäre. Das Weib ist eben, trotz aller Fortschritte der Zivilisation, so geblieben wie es aus der Hand der Natur hervorgegangen ist, es hat den Charakter des Wilden, welcher sich treu und treulos, großmütig und grausam zeigt, je nach der Regung, die ihn gerade beherrscht. Zu allen Zeiten hat nur ernste, tiefe Bildung den sittlichen Charakter geschaffen; so folgt der Mann, auch wenn selbstsüchtig, wenn er böswillig ist, stets Prinzipien, das Weib aber folgt immer Regungen. Vergiss das nie und fühle dich nie sicher bei dem Weibe, das du liebst.“
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Vertrag zwischen Wanda von Dunajew und Herrn Severin von Kusiemski

Herr Severin von Kusiemski hört mit dem heutigen Tage auf, der Bräutigam der Frau Wanda von Dunajew zu sein und verzichtet auf alle seine Rechte als Geliebter; er verpflichtet sich dagegen, mit seinem Ehrenwort als Mann und Edelmann, fortan der Sklave derselben zu sein, und zwar so lange sie ihm nicht selbst die Freiheit zurück gibt.
Er hat als Sklave der Frau von Dunajew den Namen Gregor zu führen, unbedingt jeden ihrer Wünsche zu erfüllen, jedem ihrer Befehle zu gehorchen, seiner Herrin mit Unterwürfigkeit zu begegnen, jedes Zeichen ihrer Gunst als eine außerordentliche Gnade anzusehen.
Frau von Dunajew darf ihren Sklaven nicht allein bei dem geringsten Versehen oder Vergehen nach Gutdünken strafen, sondern sie hat auch das Recht, ihn nach Laune oder zu ihrem Zeitvertreib zu misshandeln, wie es ihr eben gefällt, ja sogar zu töten, wenn es ihr beliebt, kurz, er ist ihr unbeschränktes Eigentum.
Sollte Frau von Dunajew ihrem Sklaven je die Freiheit schenken, so hat Herr Severin von Kusiemski alles, was er als Sklave erfahren oder erduldet, zu vergessen und nie und niemals, unter keinen Umständen und in keiner Weise an Rache oder Wiedervergeltung zu denken.
Frau von Dunajew verspricht dagegen, als seine Herrin so oft als möglich im Pelz zu erscheinen, besonders, wenn sie gegen ihren Sklaven grausam sein wird.


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Nach einem langen Casting-Tag ist der Pariser Theaterregisseur Thomas kurz davor alles hinzuwerfen. Keine Bewerberin entspricht seinen Vorstellungen. Da taucht plötzlich Vanda auf, die all das zu verkörpern scheint, was er zutiefst verabscheut. Sie ist vulgär, naiv und ungebildet – und würde vor nichts zurückschrecken, um die Rolle zu bekommen. Als sie ihm eine Kostprobe ihres Könnens liefert, erlebt Thomas eine erstaunliche Verwandlung. Und schon bald entwickelt sich zwischen beiden ein intensives Spiel, bei dem verborgenste Leidenschaften zutage treten …
Oscar®-Preisträger Roman Polanski verwandelt David Ives‘ Theaterstück, das auf Sacher-Masochs berühmter Novelle basiert und am Broadway ein Riesenerfolg war, in eine hochamüsante, erotische Komödie. Mit Emmanuelle Seigner (Schmetterling und Taucherglocke, Die neun Pforten) und Mathieu Amalric (Marie Antoinette, James Bond: Ein Quantum Trost).


Unter dem Vertrag stand das Datum des heutigen Tages.

Das zweite Dokument trug nur wenige Worte.

„Seit Jahren des Daseins und seiner Täuschungen überdrüssig, habe ich meinem wertlosen Leben freiwillig ein Ende gemacht.“
Mich fasste ein tiefes Grauen, als ich zu Ende war, noch war es Zeit, noch konnte ich zurück, aber der Wahnsinn der Leidenschaft, der Anblick des schönen Weibes, das aufgelöst an meinen Schultern lehnte, rissen mich fort.
„Dies hier musst du zuerst abschreiben, Severin“, sprach Wanda, auf das zweite Dokument deutend, „es muss vollkommen in deinen Schriftzügen abgefasst sein, bei dem Vertrage ist das natürlich nicht nötig.“
Ich kopierte rasch die wenigen Zeilen, in denen ich mich als Selbstmörder bezeichnete, und gab sie Wanda…..weiterlesen>>>>>

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