Leopold von Sacher-Masoch zum 122. Todestag

leopold_von_sacher_masoch_zum_122._todestag

Leopold von Sacher-Masoch * 27. Januar 1836  + 9. März 1895

Der Mann, der einer sexuellen Neigung ungewollt seinen Namen gab

„Seit Jahren des Daseins und seiner Täuschungen überdrüssig, habe ich meinem wertlosen Leben freiwillig ein Ende gemacht.“ Mich fasste ein tiefes Grauen, als ich zu Ende war, noch war es Zeit, noch konnte ich zurück… aus Sacher-Masoch – Venus im Pelz

Masochismus

Die Lust, Schmerzen und Demütigungen zu ertragen, als Mittel zur sexuellen Befriedigung. Sacher-Masoch beschreibt in seinem wohl bekanntesten Werk Venus im Pelz keine einzige Szene, während derer einem oder einer Beteiligten Schmerz und Demütigung zugefügt wird. Es sind allein Severins nagende Wünsche und Fantasien, die ihn schließlich dazu treiben, der angebeteten Geliebten selbst sein Leben zu opfern. Dass masochismusWanda ihn am Ende doch noch auspeitschen lässt und lachend zuschaut, ist bereits Teil seines Heilungsprozesses. Letzterer führt dazu, dass Severin heimkehrt und sein „normales“ Leben wieder aufnimmt. Dies als Mann, der nun selbst dominant herrscht, weil das dem Gesellschaftsbild der Zeit entspricht, in der er lebt. Damit erhält die Geschichte eine gesellschaftspolitische Dimension, die rein zufällig mit dem gestrigen Frauentag korrespondiert. Die Gleichberechtigung der Frau kann erst dann gewährleistet sein, wenn die Frau in allen Bereichen der Gesellschaft, wie zum Beispiel Arbeit und Bildung, dem Manne gleichgestellt ist.
Trotzdem wurde Sacher-Masochs Werk, das Teil eines (unvollendeten) Novellenzyklus werden sollte, und besonders sein Name – Masoch – zum Synonym der oben beschriebenen sexuellen Neigung, dem Masochismus.
Wenn auch seine Anhänger versuchten, diese Bezeichnung zu verhindern, setzte sie sich schließlich durch und wurde im Jahre 1886 erstmalig vom deutsch-österreichischen Psychiater und Rechtsmediziner Richard von Krafft-Ebing wissenschaftlich verwendet.

sacher-masoch-haus-in-graz

Sacher-Masoch-Haus in Graz Danke Prof. Platzer für das Foto

Leopold Ritter von Sacher-Masoch wurde am 27. Januar 1836 in Lemberg (heute Lwiw – Ukraine) geboren. Als Hauptstadt des Königreichs Galizien und Lodomerien gehörte Lemberg in dieser Zeit zurm Kaisertum Österreich. Der Name Sacher-Masoch entstammt der Verbindung des Namens seines Vaters, Nepomuk Ritter von Sacher, mit dem der Mutter Caroline Edle von Masoch. Sie war das letzte Glied eines alten slawischen Adelsgeschlecht und der Vater wollte den Fortbestand des Namens sichern.
Sacher Masoch besuchte Schulen in Lemberg und Prag, studierte in Graz Rechtswissenschaften, Mathematik und Geschichte. Promovierte und arbeitete mehrere Jahre als Dozent für Geschichte an der Universität Graz.
Seit 1870 widmete er sich nur noch dem Verfassen von Romanen und Novellen. Zu seinen Bewunderern gehörten solche Größen der Literaturgeschichte wie Victor Hugo, Émile Zola oder Henrik Ibsen. Mit König Ludwig II. von Bayern verband ihn eine Seelenverwandschaft.
Sacher-Masoch kämpfte Zeit seines Lebens gegen den Antisemitismus und seine Bücher und Schriften waren lange Zeit als moralische Lektüre beliebt. Er schrieb unter seinem Namen wie auch unter verschiedenen Pseudonymen wie Charlotte Arand und Zoë von Rodenbach.
Mit seiner ersten Frau, Angelika Aurora Rümelin, ging er nach Leipzig und gründete dort 1881 die kosmopolitische internationale Revue „Auf der Höhe“. Dieses Engagement führte ihn in den wirtschaftlichen Ruin.
Seine Mitarbeiterin und spätere zweite Ehefrau, die Übersetzerin Hulda Meister, erwarb im hessischen Lindheim ein Gut, auf dem er bis zu seinem Tod lebte. Dort gründete er 1893 den Oberhessischen Bildungsverein.
Sacher-Masoch wurde 1886 in Paris mit einem Orden geehrt.

juedischer_friedhof_lindheim_hessen

Jüdischer Friedhof in Lindheim/ Hessen

Am 9. März 1895 verstarb er in Lindheim. Seine Literatur gelang in Folge der Namensverbindung in Verruf und er in Vergessenheit.

Sadismus

Später entstand die Wortverbindung SadoMasochismus, aus Sadismus und Masochismus. Sadismus, benannt nach dem Marquis de Sade (Leseproben Justine). Man unterschied zwischen dem Hinnehmen (masochistisch) und dem Geben (sadistisch). Beides galt lange Zeit als Störung der Sexualpräferenz und wurde erst nach neuen Diagnosekriterien in den 90`er Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht mehr als solche bezeichnet.
Heute verwenden wir für die Bezeichnung dieser Praktiken zusammenfassend den Begriff BDSM (Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism).

Muss man es mögen? NEIN

Die „dark-rooms“ der menschlichen Seele gelten in unserer liberalen Gesellschaft als unantastbar wie die private Sphäre der Menschan an sich. Und das ist zunächst gut so, die Einvernehmlichkeit stets vorausgesetzt. Aber die Grenzen sind fliesend. Besonders dort, wo versucht wird, dieselben zu überschreiten. Es gibt keine Statistiken über Todesfälle infolge sasdomasochistischer Handlungen, aber immer wieder gehen Fälle durch die Presse, deren Vorgeschichte oder das Tatortgeschehen auf solche schließen lassen. Wenn Einvernehmlichkeit durch das Klammern an den Fortbestand der Beziehung eines Beteiligten erzwungen wird, dann sind die Grenzen bereits überschritten.
Fifty shades of gray floppte. Viele die hin gingen, taten dies aus Neugier. Besonders Frauen. Für hart Gesottene ohnehin nur Blümchensex. Die schauen sich lieber Gewaltpornografie an, davon gibt es im Internet mehr als genug.
BDSM und Erotik sind unvereinbar. Das SINNLICHE, meinetwegen bis zur Zerreißprobe des erträglichen ist etwas anderes. Wenn in diesem Blog Beiträge z. B. über den Marquis de Sade zu finden sind, dann geschieht dies aus Gründen der Vollständigkeit, weil es zur Sexualität dazu gehört.

Die Welt tut Sacher-Masoch Unrecht. Was er schrieb ist kein Masochismus, so wie man ihn später zu verstehen lernte. Es ist nur eine andere Form der Sinnlichkeit, Verwirrung der Sinne, von Jugend- oder anderen Erlebnissen geprägt, die seine Helden in ihrer Hilflosigkeit bis in die vollständige Unterwerfung treiben.

Müssen wir den Zeigefinger heben? NEIN – Jeder lebe nach seiner Fasson. Wer die Qual braucht, um sich sexuell zu stimulieren, soll diese in Anspruch nehmen. Solange er anderen damit nicht auf die Füße tritt.

Wanda quält Severin nicht körperlich. Sie quält ihn noch nicht einmal seelisch. Er quält sich selbst und ist schließlich bereit, mit ihr einen Vertrag einzugehen, der ihr all die Möglichkeiten eröffnet, die er ihr anbietet. Bis hin zur völligen Selbstaufgabe, bis hin zum Tod.

Vertrag zwischen Wanda von Dunajew und Herrn Severin von Kusiemski

Herr Severin von Kusiemski hört mit dem heutigen Tage auf, der Bräutigam der Frau Wanda von Dunajew zu sein und verzichtet auf alle seine Rechte als Geliebter; er verpflichtet sich dagegen, mit seinem Ehrenwort als Mann und Edelmann, fortan der Sklave derselben zu sein, und zwar so lange sie ihm nicht selbst die Freiheit zurück gibt.
Er hat als Sklave der Frau von Dunajew den Namen Gregor zu führen, unbedingt jeden ihrer Wünsche zu erfüllen, jedem ihrer Befehle zu gehorchen, seiner Herrin mit Unterwürfigkeit zu begegnen, jedes Zeichen ihrer Gunst als eine außerordentliche Gnade anzusehen.
Frau von Dunajew darf ihren Sklaven nicht allein bei dem geringsten Versehen oder Vergehen nach Gutdünken strafen, sondern sie hat auch das Recht, ihn nach Laune oder zu ihrem Zeitvertreib zu misshandeln, wie es ihr eben gefällt, ja sogar zu töten, wenn es ihr beliebt, kurz, er ist ihr unbeschränktes Eigentum.
Sollte Frau von Dunajew ihrem Sklaven je die Freiheit schenken, so hat Herr Severin von Kusiemski alles, was er als Sklave erfahren oder erduldet, zu vergessen und nie und niemals, unter keinen Umständen und in keiner Weise an Rache oder Wiedervergeltung zu denken.
Frau von Dunajew verspricht dagegen, als seine Herrin so oft als möglich im Pelz zu erscheinen, besonders, wenn sie gegen ihren Sklaven grausam sein wird.
Venus im Pelz – Das Buch und der Film von Roman Polanski – Mehr zum Film>>>
leopold_von_sacher_masoch_venus_im_pelz_leseproben
roman_polanski_venus_im_pelz Das zweite Dokument trug nur wenige Worte.
„Seit Jahren des Daseins und seiner Täuschungen überdrüssig, habe ich meinem wertlosen Leben freiwillig ein Ende gemacht.“
Mich fasste ein tiefes Grauen, als ich zu Ende war, noch war es Zeit, noch konnte ich zurück, aber der Wahnsinn der Leidenschaft, der Anblick des schönen Weibes, das aufgelöst an meinen Schultern lehnte, rissen mich fort.
„Dies hier musst du zuerst abschreiben, Severin“, sprach Wanda, auf das zweite Dokument deutend, „es muss vollkommen in deinen Schriftzügen abgefasst sein, bei dem Vertrage ist das natürlich nicht nötig.“
Ich kopierte rasch die wenigen Zeilen, in denen ich mich als Selbstmörder bezeichnete, und gab sie Wanda… Alle Leseproben>>>


Verfügbare Bücher von Leopold von Sacher-Masoch

leopold_von_sacher_masoch_das Paradies_am_dniesterleopold_von_sacher_masoch_die_inszenierung_einer_perversionleopold_von_sacher_masoch_don_juan_von_kolomealeopold_von_sacher_masoch_grausame_frauenleopold_von_sacher_masoch_lolaleopold_von_sacher_masoch_polnische_geschichten

Lesen Sie auch:
meine_bücher_im_verkauf
Kauf über meine Autorenseite bei Amazon>>>           Leseproben finden Sie hier>> >

Meine Bücher im Verkauf - Hemmungslos frivol

Erotische Erzählungen – Aminth – Als Taschenbuch und eBook - Leseprobe
Jetzt lehnt er sich an das Fußende ihres Bettes, die Arme verschränkt, eine Hand am Kinn und sieht sie nachdenklich an.
„Es gibt da ...“, Norman lässt eine Pause. Er reibt sich verlegen am Kinn. „Es gibt da einen Knaben, den ich dir gern zeigen möchte. Vielleicht Sechzehn oder kurz davor ..., vielleicht auch schon etwas darüber.“ So genau wisse er das nicht. Sein Alter sei schwer zu schätzen. Aber es müsste so hinkommen.
hemmungslos_frivol_erotische_erzaehlungen „Einen Knaben?“ Daphne, völlig überrascht, sieht sie ihn fragend an. „Was für einen Knaben denn, was habe ich mit einem Knaben zu tun?“
„Du wirst ihn verführen, du wirst mit ihm schlafen, hier bei dir, hier auf diesem Zimmer!“ Das spricht er im Befehlston aus. So als dulde er keinen Widerspruch, so als sei er sich völlig sicher, dass sie ja sagen würde. Sie hingegen ist schockiert, läuft wütend im Zimmer auf und ab. Bleibt hin und wieder stehen, um Norman anzuschauen, der noch immer selbstsicher an ihrem Bett lehnt.
„Du spinnst, du bist völlig übergeschnappt, ich soll mit einem sechzehnjährigen Knaben schlafen?“
Das kann er jetzt nicht ernst meinen, er will sie aufziehen, vielleicht ärgern oder reizen. Am Ende soll es nur eines seiner Spiele sein. Wenige Stunden zuvor versetzte sie dieser Mann in einen ungekannten Sinnesrausch.
Nun bietet er ihr plötzlich an, mit einem Knaben ins Bett zu gehen. Er will sie in Wut bringen. Wenn er meint, sie sei in der richtigen Verfassung, wird er ihr die Sachen vom Leib reißen, sie auf ihr Bett werfen, sie in seiner hemmungslosen Brutalität nehmen, ohne langes darum herum. Sie würde sich zuerst wehren, wenigstens so tun als ob. Er würde sie mit seinen kräftigen Armen festhalten, sich zwischen ihre Beine zwängen, ihre Scham auseinander reißen, danach kraftvoll in sie eindringen. Sie muss lächeln bei diesen Gedanken, sodann geht sie mit versöhnlichem Blick auf ihn zu .. Alle Leseproben>>>

Sie sind nicht Kunde|in bei Amazon? Dann nutzen Sie doch die Schnupperangebote in meiner Edition Triangel der Lüste – Band 1 bis 6 mit allen meinen Büchern als eBook für je 1,99 EURO bei Thalia eBook.de  iTunes  u. a…… Einfach den Titel in die Suchabfrage eingeben!

Oder Kauf direkt beim Autor mit Wunschsignatur – Information hier>>>

Besuchen Sie auch meine Autorenseite bei Amazon>>>


Zufällige Werbeeinblendungen – Wenn Sie Werbung auf diesem Blog schalten wollen, dann senden Sie bitte eine Anfrage über das Kontaktformular>>>>

1und1

leopold_von_sacher_masoch_zum_122._todestag

79 / 100 SEO Punktzahl

Kommentar hinterlassen zu "Leopold von Sacher-Masoch zum 122. Todestag"

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.