Radweg in die Steinzeit – 14.6.22 – einfach zu fahren

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Zurück in die Steinzeit – aber nur virtuell

Radwanderung auf dem Radweg in die Steinzeit – zu einer der ältesten Ausgrabungsstätten in Deutschland

Ja, wirklich einfach, wie in der Überschrift erwähnt, nicht ein einziger Stein lag im Wege – auf dem Radweg in die Steinzeit … Dieser Beitrag erschien zuerst im Juni 2022 auf www.frank-c-mey.com

Neuer Radweg

radweg-in-die-steinzeit-logoJedenfalls war er mir neu, bis ich ihn vor einigen Wochen zufällig bei einer Recherche entdeckte. Eine Info darüber, wann er in Betrieb genommen wurde, fand ich leider nicht, aber egal, wichtig ist doch mehr, dass es ihn gibt und vor allem, dass er durch ein wirklich schönes Stück Thüringer Landschaft führt, der Radweg in die Steinzeit.
Einfach zu fahren, wie bereits erwähnt, der Radweg verläuft größtenteils durch das Tal der Unstrut, somit eben. Lediglich auf dem letzten Abschnitt zwischen Kindelbrück und der Steinrinne Bilzingsleben, dem Ziel, gibt es zwei Anstiege, die allerdings nicht zu stark kräftezehrend sind.

Zurück

… in die Steinzeit – die Doppeldeutigkeit dieser Worte ging mir selbst während der Fahrt nicht völlig aus dem Sinn, obgleich ich auf Radtouren meist guter Dinge bin, Radfahren soll ja die Endorphin-Ausschüttung fördern und somit das Glücksgefühl positiv beeinflussen. Dass aber gerade in Europa jemand versucht, ein Land sprichwörtlich in die Steinzeit zurück zu bombardieren, das kann einem nicht aus dem Kopf gehen, egal was man gerade tut. Wenn auch nicht ganz Steinzeit, so fühlt man sich zumindest bei den Ritualen, die man derzeit  im Kreml erlebt, zurückversetzt ins finsterste Mittelalter. Bleibt zu hoffen, dass die  freie Welt angemessen reagiert.  Bislang sieht es allerdings nicht danach aus.  Die geschundene Ukraine braucht keine  guten Worte, sie braucht Waffen.amazon_audible

Der Radweg
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Erfurt – Hauptbahnhof

Dienstag, 14. Juni 2022 – heiter bis wolkig, frühmorgens als ich aufbrach, war es noch recht frisch für Mitte Juni. Ich hatte mich entschlossen, bis Sömmerda mit dem Zug zu fahren, selbstverständlich mit dem neuen 9-Euro-Ticket. Wer die Fahrt von Erfurt aus antreten möchte, findet die Anfahrt hier – Unstrut-Radweg von Schallenburg nach Heldrungen>>>
Als ich den Unstrut-Radweg auf diesem Abschnitt befuhr, trat ich die Fahrt ab Erfurt an. Dieses Mal wollte ich mir etwas mehr Zeit nehmen, da ich nach der Steinrinne noch einen Rundkurs eingeplant hatte. Die Züge von Erfurt nach Sömmerda fahren im Stundentakt. Zur Zeit verkehrt Abellio auf dieser Strecke.

Erster Abschnitt Unstrut-Radweg
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Rastplatz mit Ausstellung

Den Unstrut-Radweg in Sömmerda zu finden, ist recht einfach, vom Bahnhof Richtung Innenstadt, am Stadtring nach Rechts bis zur Unstrut-Brücke. Von da auf der rechten Seite des Flusses. Da ich, als ich den Radweg zum ersten Mal befuhr, unter Zeitdruck stand, musste ich das Fürstengrab in Leubingen rechts liegen lassen, auf dieser Fahrt hatte ich es eingeplant. Die Anfahrt ist nicht zu verfehlen, sie ist von der Unstrut-Brücke bei Leubingen aus sehr gut ausgeschildert. Man folgt einfach der Hauptstraße in Richtung Kölleda, an der Autobahn weithin sichtbar, der Grabhügel. Der Bedeutung dieser Fundstelle folgend, wurde an der neuen A 71 sogar eigens ein Rastplatz mit einer Ausstellung eingerichtet.

Fürstengrab Leubingen
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Grabhügel

Die Grabungen am Leubinger Hügel begannen im Jahre 1877. In den oberen Schichten fand man slawische Gräber mit einem Alter von etwa 1.000 Jahren. Am Grund des Hügels stieß man schließlich auf eine hölzerne Grabkammer, die sich auf ein Alter von ca. 4.000 Jahren datieren ließ. Frühe Bronzezeit, Aunjetitzer Kultur. Der Hügel gehört mit einer Höhe von 8,5 m zu den größten Grabhügeln in Mitteleuropa. Dass der Flusslauf der Unstrut in dieser Zeit bereits gut besiedelt war, beweisen weitere Funde, der bekanntest wohl die Himmelsscheibe von Nebra, die aus derselben Kultur stammt. Dazu gab es bereits einiges zu lesen in meinem Bericht zum Unstrut-Radweg von Heldrungen bis zur Mündung in die Saale.

Weiter zum Radweg in die Steinzeit

Wer mit dem Rad aus Richtung Sömmerda kommt, erreicht den Starpunkt etwa 3 km nach Leubingen, wenige Meter nach einem Rastplatz. Dort, wo der Unstrutradweg nach rechts abschwenkt, um sich für ein paar Kilometer vom Flussbett zu entfernen. Wer mit dem Zug bis nach Griefstedt fuhr, befährt vom Bahnhof aus den Unstrutradweg in Richtung Sömmerda bis an den Abzweig heran. Der Radweg verläuft bis zur Unstrutbrücke bei Riethgen auf der Deichkrone und ist hier wie überall bis zum Ziel durchgängig asphaltiert und breit genug, dass man sich problemlos begegnen kann.

Von Riethgen nach Kindelbrück

Riethgen liegt ein paar Meter abseits vom Radweg, ein Dorf mit ca. 240 Einwohnern, das bereits zur VG Kindelbrück gehört. Wir befinden uns übrigens während der gesamten Fahrt im Landkreis Sömmerda. Das Dörfchen mit seiner schmucken kleinen Kirche war mir einen Abstecher wert, man benötigt lediglich ein paar Minuten, um von einem Ende ans andere zu kommen. Die Hauptstraße, eine einzige Baustelle. Es sah nach Kabelverlegung aus. Vielleicht gehört der Ort ja zu denen, die derzeit an die Breitbandversorgung mit Internet angeschlossen werden. Ich habe nicht nach dem Grund der Arbeiten gefragt, weil ich in meinem Kopf bereits in Kindelbrück weilte, ein Städtchen, an das sich besondere Erinnerungen knüpfen. amazonvideo

Kindelbrück

„Kingerbricken“ – so genannt früher im Volksmund oder im hiesigen Dialekt, hier wohnten Tante Liesbeth und Onkel Ewald, die ich ab und zu in den Ferien besuchte. Der Onkel war bis zur Rente ABV (Abschnittsbevollmächtigter der Volkspolizei), die Tante arbeitete bei der Post und beide besaßen ein Telefon (!). Selten für DDR-Verhältnisse. Im etwas besser bestückten Landwarenhaus, ein wenig besser als anderswo, jedenfalls, hier kaufte ich mein erstes richtiges Fahrrad, MiFa, 26er, mit dem fuhr ich über all die Berge von Kindelbrück bis Gebesee, ohne Gangschaltung, das gehörte seinerzeit nicht zum Standard. Neben einigen anderen Erinnerungen war früher das Kindelbrücker Heimatfest sehr beliebt, das fand statt auf einer Wiese jenseits der Wipper-Brücke, wenn ich mich recht erinnere.

Schon fast am Ziel

Kindelbrück, eine alte Kleinstadt, am 12. März 1291 durch Albrecht II. das Stadtrecht erhalten. Wer von Sömmerda kommt, dessen Tacho zeigt hier 18 km an, wer den Abstecher zum Fürstengrab fuhr, kommt auf ca. 25 km und wer aus Griefstedt kommt, hat 10 km hinter sich. Alle eint, dass sie noch ca. 3 km vor sich haben. Auf dem Weg von Riethgen nach Kindelbrück ein Blick bis zum Unstrut-Durchbruch bei Sachsenburg, den ich auf dem Unstrutradweg passierte. Mittagszeit, ich fand einen versteckten Döner, die üblichen Preise, 5 EURO, sehr gute Qualität und so reichlich, dass ich es nicht vermochte, den Teller zu leeren. Ich hielt mich nicht lange auf, es lag noch ein ganzes Stück vor mir.

Kindelbrück zur Steinrinne

Die Ortsdurchfahrt durch Kindelbrück ist unkompliziert, man fährt einfach an der Stadtmauer entlang oder kehrt zu ihr zurück, falls man einen Abstecher zum Markt wagte. Am Pulverturm schwenkt der Radweg nach rechts ab und führt vorbei am „Gründelsloch“ mit seinem blauen Wasser, einer Karstquelle am Fuße der Hainleite. Entstanden nach einem Erdfall. Der hohe Gipsgehalt des Wassers sorgt für dessen tiefblaue Färbung. Es soll mehrere Quellen dieser Art gegeben haben in dieser Gegend. Unter anderem am ersten Tagesziel, der Steinrinne bei Bilzingsleben, ein Grund vielleicht, dass sich gerade dort bereits sehr frühzeitig Hominiden ansiedelten, der Homo Erectus, vor etwa 400.000 Jahren.

Die Steinrinne

Die Steinrinne, auch Fundplatz Bilzingsleben genannt, ein ehemaliger Steinbruch, auf dem man die frühesten Spuren der Gattung Homo in Mitteleuropa fand, insofern ist die Fundstätte von außerordentlicher archäologischer Bedeutung, beweist sie doch das sehr frühzeitige Eindringen des Homo Erectus in den mitteleuropäischen Raum. Vor 500.000 Jahren war in Europa der Höhepunkt der Vergletscherung erreicht, der Meeresspiegel lag 150 Meter tiefer als heute. Danach setze ein Rückgang ein bis zur Eem-Warmzeit vor 125.000 Jahren. Das Mittelmeer lag trocken und die Hominiden wanderten von Afrika kommend hier ein, wo sich aus ihnen in mehreren Stufen im Vorfeld der letzten Eiszeit der Neandertaler entwickelte. Vielleicht sahen sie ja so aus wie auf dem Bild.

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Eine umfangreiche Sammlung altsteinzeitlicher Artefakte

An der Ausgrabungsstätte wurden zahlreiche menschliche und tierische Skelettfragmente freigelegt, die darauf schließen lassen, dass der Ort über eine längere Zeit hinweg als Lagerplatz und Wohnstätte genutzt wurde. Wie bereits zum Gründelsloch erwähnt, vermutet man im Bereich der Steinrinne ebenfalls eine ergiebige Quelle, die inzwischen versiegt ist. Pollenfunde lassen allerdings auf eine gewässernahe Vegetation schließen. Die Wipper in der Nähe, die Menschen ließen sich dort nieder, wo sie das Wichtigste zum Leben fanden – Wasser. Den interessierten Besucher erwartet eine umfangreiche Sammlung an Fundobjekten. Öffnungszeiten und Erläuterungen zu den Funden finden Sie hier>>>

Lutherweg

Weil ich denselben Weg nicht zurückfahren wollte, hatte ich mir im Vorfeld einen Rundkurs über Weißensee zurück nach Sömmerda herausgesucht. Weißensee mit einer ähnlichen Bedeutung für mich wie Kindelbrück, in Weißensee lebte meine Großmutter, väterlicherseits. Der Radweg, auf dem man die Steinrinne erreicht, führt weiter nach Bilzingsleben (rechts), oder Frömmstedt (links abbiegen), Orientierungspunkt eine Feldscheune. Man befindet sich auf dem Lutherweg, der über Frömmstedt und Nausiß nach Weißensee führt. Bis Frömmstedt asphaltiert wie der gesamte Radweg bis dahin. Der Lutherweg ist sehr gut ausgeschildert, es geht über einen bewaldeten Höhenzug durch eine reizvolle Landschaft, die einiges für das Auge zu bieten hat. Die geschlemmte Schotterdecke ist gut befahrbar, da es aber steil bergauf geht, zog ich es vor zu schieben.

Über Frömmstedt Richtung Nausiß

Obacht! Am Ortsausgang Frömstedt gabelt sich der Weg erst nach dem Wegweiser, der Lutherweg biegt links ab. Nach ca. einem Kilometer folgt eine Wegekreuzung ohne Wegweiser, hier biegt der Lutherweg ebenfalls nach links ab. Wenn man die Höhe überwunden hat, nach etwa 3 km, folgt eine weitere Wegekreuzung, von der aus der Lutherweg geradeaus weiter nach Nausiß führt. Links ab kommt man hingegen nach Günstedt. Da dieser Weg von besserer Qualität ist, entschloss ich mich, über Günstedt nach Weißensee zu fahren. Etwa 2 km vor dem Ort geht die geschlemmte Schotterdecke wieder in einen asphaltierte Weg über. Der Weg ist gesäumt von Hügeln mit Tockenrasen, es gibt hier mehrere Geschützte Landschaftsbestandteile, eine wirklich reizvolle Landschaft.

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Radweg in die Steinzeit - 14.6.22 - einfach zu fahren 21und1
Weißensee

Da es sich bei dem Weg über Günstedt nach Weißensee nicht um einen ausgewiesen Radweg oder Wanderweg handelt, füge ich in der folgenden Galerie eine Karte mit der Ortsdurchfahrt Günstedt bei. Der Ort ist nicht groß und man kann sich kaum verfahren. Der Weg von der Höhe her kommend überquert die B 86 am Ortsrand. In der Ortsmitte erreicht man über die Mittelstraße den Steinweg. Dieser mündet auf einen Weg mit sandgeschlemmter Schotterdecke, der sich gut befahren lässt und man erreicht Weißensee in Höhe des Schwimmbads, von wo aus man nach Rechts, ein Stück bergan zum historischen Markt und der Runneburg gelangt. Dort befindet sich außerdem der Chinesische Garten, den zu besuchen sich in jedem Falle lohnt.

Residenz der Landgrafen von Thüringen

Weißensee – eine der ältesten Städte Thüringens, 1198 wurde der Stadt das Markt- und 1265 das Stadtrecht verliehen. Eng verbunden mit der Geschichte der Stadt, der Name der Ländgräfin Jutta Claricia von Thüringen, einer Halbschwester von Kaiser Friedrich Barbarossa, die ab 1168 die Runneburg zu einer Residenz der Landgrafen von Thüringen ausbauen ließ. Nach dem Tod des letzten Landgrafen von Thüringen, Friedrich IV., der Friedfertige, im Mai 1440, kam Weißensee in den Besitz der Herzöge von Sachsen. Eine weitere Blüte folgte nach dem Wiener Kongress, nach dem die Stadt zu Preußen kam und Verwaltungssitz für den preußischen Landkreis Weißensee im Regierungsbezirk Erfurt der Provinz Sachsen wurde.

Sömmerda – Anfang und Ende der Rundfahrt

Über die Landstraße geht es zurück nach Sömmerda. Wer gern ein gutes Steak isst, findet auf der Michelshöhe ein ausgezeichnetes Steakhaus. Früher, wenn wir zu Besuch bei Oma waren, gingen wir Sonntags die etwa 5 km zu Fuß nach oben auf die Höhe. Dort befand sich damals schon ein beliebtes Ausflugslokal. In Sömmerda angekommen, zeigt der Tacho 62 km an. Eine sehr schöne Rundfahrt, von der Landschaft her wie auch als Bildungsquelle für ein Stück deutscher Geschichte von der Steinzeit (Steinrinne) über die Frühgeschichte (Fürstengrab) bis hin zum Hochmittelalter (Runneburg), wenn man sich die Zeit dazu nimmt, ein Sonntagsausflug für die ganze Familie im mittlerem Schwierigkeitsgrad.
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Buchtipp

Zum Schluss ein Buchtipp zum Thema Steinzeit. Seit zunehmend neue Entdeckungen veröffentlicht werden, nicht zuletzt auch durch moderne Satelitenaufklärung, nimmt das Thema auch in der Unterhaltungsliteratur einen bedeutenden Platz ein. Ich habe einen Titel des Italieners Davide Morosinotto ausgesucht, „Die dunkle Stunde des Jägers“, ein packendes Steinzeitabenteuer. Seit Stunden schon durchstreift Roqi die Wildnis. Er muss herausfinden, worin seine größte Stärke besteht. Denn nur wer besondere Fähigkeiten besitzt, darf an der Großen Jagd teilnehmen. Tatsächlich gelingt Roqi etwas Außergewöhnliches: Er tötet ein riesiges Tier, ob ihm das wirklich Glück bringen wird?

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Verlorene Generationen

Roman einer Familie Teile I und II
Flucht und Vertreibung – ein Thema, am Tag der Veröffentlichung des Romans so aktuell wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Der Roman einer Familie, der Roman einer Flucht, der das Wort Mord hinzuzufügen wäre. Die Handlung beginnt im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs in Westpreußen, sie führt den Leser nach Königsberg, von dort, der Krieg bereits beendet, in das Herz des Reichs. Alles verloren, in der Hoffnung, ein kleines Stück Leben, eine neue Heimat zurück zu gewinnen. Lina von Leutenberg sucht verzweifelt Halt, sie schwankt hin und her, die Entscheidung, die Heimat zu verlassen, fällt ihr schwer. Ein Einzelschicksal, das für Unglück und Leid von Millionen steht.
frank_c_mey_verlorene_generationenWestpreußen - Gut des Barons Albrecht von Leutenberg
Die Familie lädt traditionell am Neujahrstag benachbarte Grundbesitzer, Bauern sowie die leitenden Angestellten der Güter und Freunde zu einem Festessen ein. Die Stimmung getrübt, nicht allein weil seit Tagen eine dichte Wolkendecke, die tief über der verschneiten Landschaft hängt, das Gefühl vermittelt, der Pulverdampf der Herbst-Kämpfe an der Ostfront habe sich wie ein durchnässtes Handtuch, schwer und wabernd, über die Köpfe der Menschen hinweg gespannt, was selbst das Atmen zur Last werden lässt.
Doch nicht allein das Wetter bedrückt, der seit 1914 tobende Krieg, der größte, den die Welt bis dahin kennenlernte, riss tiefe Wunden in zahlreiche Familien.
Die Baronin:
Wir kämpften stets für dieses, für unser Land, egal an welchen Herrscher wir unsere Steuern zahlten, und wenn unser Herrgott jemals herab auf diese Erde steigen sollte, dann wird das hier in unserer geliebten Heimat sein ...
„Außerdem haben wir den Polen nichts weggenommen“, meldet sich die Baronin abermals zu Wort, „dieses Land gehört uns seit Jahrhunderten, an uns übertragen von denen, die hier seinerzeit die Herrschaft ausübten. Unsere Vorfahren haben Wälder gerodet, Sümpfe trocken gelegt, Straßen gebaut, sie nahmen Land in Besitz, das andere vor ihnen für unbewohnbar hielten." Alle Leseproben>>>
Verlorene Generationen- Teil II
Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg - das Versprechen, das Alfred Mälzer seiner Frau Lina in Königsberg gab, ihr werde es in seiner Heimat nicht schlechter gehen, versucht er mit allen Mitteln einzuhalten. Von einem Freund getrieben und nach längerem Zögern schließt er sich einer völkisch-nationalen Bewegung an. Hier bekommt er die Anerkennung, die ihm im Elternhaus und seinem früheren Umfeld verwehrt blieb. Doch die Enttäuschungen lassen auch hier nicht lang auf sich warten.
entbehrung_verlorene_generationen_teil2In Teil II lernen wir nun auch die Familie des zweiten Teils der Vätergeneration kennen. Werner Kruse, Spross eines sozialdemokratischen Familie, Eisenbahner. Trotz Entbehrungen, die auch seine Familie nach dem Krieg erdulden muss, beginnt er im Jahre 1920 das geplante Studium an einem renommierten Technikum. Eine Dummheit im Sommer davor bringt ihm eine ungewollte Vaterschaft ein. Seine einzige Tochter Hildegard kommt im Jahre 1921 zur Welt. Beide, Kruse und Mälzer kennen sich bereits aus der Schule, es kommt zu einer zufälligen Begegnung, der Anfang von Divergenzen bis hin zu Feindschaften, die über mehrere Generationen hinweg erhalten bleiben werden und somit einen Spiegel der jüngeren deutschen Geschichte mit all ihren Widersprüchen und tiefen Gräben darstellen …Alle Leseproben Teil II

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