Milan Kundera – Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

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Milan Kundera – Buchvorstellung mit Leseproben

Eine verschlungene Liebesgeschichte

Dann erzählte sie ihm, was sie geträumt hatte: Sie beide waren zusammen mit Sabina in irgendeinem riesigen Zimmer. In der Mitte stand ein Bett wie ein Podest. Tomas befahl ihr, sich in eine Ecke zu stellen und liebte Sabina dann vor ihren Augen…

Der Prager Frühling

Ich erinnere mich an den 21. August 1968, es waren noch Ferien und die Familie saß geschlossen vor dem Fernseher, als Truppen des Warschauer Paktes unter Führung der Roten Armee in Prag einmarschierten. Entgegen Ulbrichts Willen, dabei sein zu dürfen, musste die so genannte Nationale Volksarmee der DDR diesseits der Grenze in ihren Bereitstellungsräumen verbleiben (man wollte sich in Moskau nicht die Blöße geben, fast dreißig Jahre nach dem Einmarsch Nazideutschlands in Böhmen und Mähren, erneut deutsche Truppen in die Tschechoslowakei zu entsenden) , während russische Panzer in Prag und anderen Städten das Pflänzchen Demokratie, dass in der kommunistischen Tschechoslowakei seit zwei Jahren zu sprießen begann, brutal nieder walzten. Im Ostfernsehen ließ man verlauten, man habe einen vom CIA und anderen westlichen Geheimdiensten gesteuerten Putschversuch niedergeschlagen, während westliche Politiker und Journalisten geradezu sprachlos erschienen und die Bilder aus Prag in den ersten Stunden fast kommentarlos über die Bildschirme flimmerten.
Wenige Wochen später spuckten wir im Zug einen allein fahrenden sowjetischen Soldaten an, damals noch nicht wissend, dass diese armen Schweine am wenigsten dafür konnten und von ihren Vorgesetzten in dieser als so ruhmreich verklärten und vor allem sozialistischen Armee schlimmer als Vieh behandelt wurden. Wir sprachen Russisch, er verstand unsere Gründe und er ging wortlos seiner Wege…

Milan Kundera

1929 in Brünn (Brno) geboren, Sohn eines Pianisten und Musikwissenschaftlers, gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zu den Anhängern des neuen kommunistischen Regimes, setzte sich jedoch kritisch mit dem so genannten Sozialistischen Realismus in der Kunst auseinander. Dies führte zu seinem Ausschluss aus der Kommunistischen Partei, in die er 1967 im Zuge der inzwischen eingetretenen Liberalisierung wieder aufgenommen wurde. Er gehörte unter den Künstlern zu den führende Köpfen des Prager Frühlings und wurde nach dessen Niederschlagung 1970 endgültig aus der KP ausgeschlossen, zur Persona non Grada erklärt und emigrierte 1974 nach Frankreich.

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Die verschlungene Liebesgeschichte zwischen Thomas und Teresa gibt den Rahmen ab für einen der witzigsten und intelligentesten Romane der Gegenwart, der zugleich Leselust und höchste intellektuelle Ansprüche befriedigt.

Milan Kunderas Roman mutet wie ein kühnes intellektuelles Feuerwerk an, in welches sich immer wieder auch die Raketen des Sentiments und der Sinnlichkeit mischen – Neue Züricher Zeitung

Erster Teil – Das Leichte und das Schwere

Seit vielen Jahren schon denke ich an Tomas, aber erst im Licht dieser Überlegungen habe ich ihn zum ersten Mal klar vor mir gesehen. Ich sehe ihn, wie er in seiner Wohnung am Fenster steht, über den Hof auf die Mauer des gegenüber liegenden Wohnblocks schaut und nicht weiß, was er tun soll.
Er hatte Teresa vor etwa drei Wochen in einer böhmischen Kleinstadt kennen gelernt. Sie hatten knapp eine Stunde miteinander verbracht. Sie hatte ihn zum Bahnhof begleitet und gewartet, bis er in den Zug gestiegen war. Zehn Tage später besuchte sie ihn in Prag. Noch am selben Tag liebten sie sich. In der Nacht bekam sie Fieberund blieb eine ganze Woche mit Grippe in seiner Wohnung.
Immer wieder sah er sie vor sich, wie sie auf dem Bett lag; sie erinnerte ihn an niemanden aus seinem bisherigen Leben. Sie war weder Geliebte, noch Gemahlin. Sie war ein Kind, das er aus dem Pech bestrichenen Körbchen gehoben und an das Ufer seines Bettes gelegt hatte. Sie war eingeschlafen. Er kniete sich neben sie. Ihr fiebriger Atem wurde schneller, und er hörte ein schwaches Stöhnen. Er presste sein Gesicht an ihres und flüsterte ihr besänftigende Worte in den Schlaf. Nach einer Weile fühlte er, wie ihr Atem sich beruhigte und sie ihr Gesicht unwillkürlich dem seinen entgegen schob. Er spürte an ihren Lippen den herben Geruch des Fiebers und atmete ihn ein, als wollte er die Intimität ihres Körpers ganz in sich aufnehmen. Er stellte sich vor, dass sie schon viele Jahre bei ihm war und nun im Sterben lag. Plötzlich hatte er das untrügliche Gefühl, er könnte ihren Tot nicht überleben. Er würde sich an ihre Seite legen und mit ihr sterben wollen. Er presste sein Gesicht neben ihren Kopf ins Kissenund verharrte lange Zeit so.

Der ungeschriebene Vertrag der erotischen Freundschaft beinhaltete, dass Tomas die Liebe aus seinem Leben ausschloss. In dem Moment, da er diese Bedingung missachtete, würden sich seine anderen Freundinnenals zweitrangig zur ückgesetzt fühlen und sich auflehnen.
Er besorgte also für Teresa ein Zimmer in Untermiete, wo sie ihren schweren Koffer abstellen musste. Er wollte auf sie aufpassen, sie beschützen und sich an ihrer Gegenwart freuen, aber er verspürte nicht die geringste Lust, seine Lebensweise zu ändern. Niemand sollte wissen, dass Teresa bei ihm schlief. Der gemeinsame Schlaf ist das Corpus Delicti der Liebe.
Er schlief nie bei anderen Frauen. Wenn er zu ihnen ging, war es einfach: er konnte weggehen wann er wollte. Schwieriger war es jedoch, wenn sie zu ihm kamen und er ihnen nach Mitternacht klar machen musste, dass er vsie heim fahren würde, da er an Schlafstörungen litte und nicht in der Lage sei, in der Nähe eines anderen einzuschlafen.
Deshalb war er so überrascht, als er aufwachte und Teresa ihn fest an der Hand hielt. Er sah sie an und konnte nicht recht begreifen, was ihm da geschehen war. Er vergegen wärtigte sich die zurück liegenden Stunden und ihm schien, als verströmten sie den Duft eines unbekannten Glücks.
Von diesem Moment an freuten sie sich beide auf den gemeinsamen Schlaf. Ich bin versucht, zu sagen, das Ziel des Liebesaktes lag für sie nicht so sehr in der Lust als viel mehr im nachfolgenden Schlaf.
Mitten in der Nacht fing sie an, im Schlaf zu stöhnen. Tomas weckte sie, aber als sie sein Gesicht sah, sagte sie hasserfüllt: „Geh weg! Geh weg!“ Dann erzählte sie ihm, was sie geträumt hatte: Sie beide waren zusammen mit Sabina in irgendeinem riesigen Zimmer. In der Mitte stand ein Bett wie ein Podest. Tomas befahl ihr, sich in eine Ecke zu stellen und liebte Sabina dann vor ihren Augen. Sie sah zu und dieser Augenblick verursachte ihr unerträgliche Qualen. Sie wollte den seelischen Schmerz in körperlichem Schmerz ersticken und stieß sich Nadeln unter die Fingernägel. „Es hat wahnsinnig weh getan“, sagte sie und ballte die Hände zu Fäusten, als wären sie tatsächlich verwundet.
Als er am nächsten Tag an diesen Traum dachte, fiel ihm etwas ein. Er öffnete seinen Schreibtisch und nahm ein Bündel Briefe heraus, die Sabina ihm geschrieben hatte. Er hatte die Stelle rasch gefunden: „Ich möchte Dich in meinem Atelier lieben wie auf einer Bühne. Ringsherum stehen Leute, die keinen Schritt näher kommen dürfen. Aber sie können die Augen nicht von uns losreißen…“

Zweiter Teil – Körper und Seele

Seit der Mensch alles an seinem Körper benennen kann, beunruhigt der Körper ihn weniger. Wir wissen auch, dass die Seele nichts anderes ist als die Tätigkeit der grauen Gehirnmasse. Die Dualität von Körper und Seele wurde in wissenschaftliche Begriffe gehüllt. Heute ist sie ein überholtes Vorurteil, und wir können fröhlich darüber lachen.
Man braucht aber nur bis über beide Ohren verliebt zu sein und seine Därme rumoren zu hören, und schon zerrinnt die Einheit von Körper und Seele, diese lyrische Illusion des wissenschaftlichen Zeitalters.

Teresa kannte die Geschichte jener Nacht natürlich nicht, als die Mutter dem Vater ins Ohr flüsterte, er solle aufpassen. Sie fühlte eine Schuld, doch die war unbestimmt wie die Erbsünde. Sie tat alles um sie zu sühnen. Nachdem die Mutter sie mit Füngzehn von der Schule genommen hatte, arbeitete sie als Kellnerin und gab der Mutter alles, was sie verdiente. Sie war bereit, alles Erdenkliche zu tun, um sich ihre Liebe zu verdienen. Sie besorgte den Haushalt, kümmerte sich um die Geschwister, verbrachte den ganzen Sonntag mit Putzen und Waschen. Das war schade, denn auf dem Gymnasium war sie Klassenbeste gewesen. Sie wollte höher hinaus, doch gab es in dieser Kleinstadt für sie kein Höher. Teresa wusch die Wäsche, und neben der Wanne hatte sie ein Buch liegen. Sie blätterte die Seiten um, und Wassertropfen fielen auf das Papier.
Zu Hause existierten keine Schamgefühle. Die Mutter lief in Unterwäsche in der Wohnung herum, manchmal ohne Büstenhalter, manchmal, an Sommertagen, sogar ganz nackt. Der Stiefvater lief nicht nackt herum, aber er kam immer ins Badezimmer, wenn Teresa in der Wanne lag. Als sie sich deswegen einmal einschloss, machte die Mutter einen Skandal: „Für wen hältst du dich eigentlich? Was glaubst du denn, wer du bist? Er wird dir deine Schönheit schon nicht weggucken!“
An einem Winterabend spazierte die Mutter bei eingeschaltetem Licht nackt in der Wohnung herum. Teresa zog schnell die Vorhänge zu, damit die Nachbarn von gegenüberdie Mutter nicht sehen konnten. Sie hörte das Gelächter hinter ihrem Rücken. Am nächsten Tag kamen Freundinnen der Mutter zu Besuch: eine Nachbarin, eine Kollegin aus dem Geschäft, eine Lehrerin des Viertels und noch zwei oder drei Frauen, die sich regelmäßig trafen. Teresa kam mit dem sechzehnjährigen Sohn einer der Frauen ins Zimmer. Gleich nutzte die Mutter die Gelegenhei zu erzählen, wie ihre Tochter ihr Schamgefühl hatte beschützen wollen. Sie lachte, und all die Frauen lachten mit. Dann sagte die Mutter: „Teresa will sich einfach nicht damit abfinden, dass der menschliche Körper pisst und furzt.“ Teresa wurde rot, aber die Mutter fuhr dennoch fort: „Was ist denn schon dabei?“, und gab gleich die Antwort, indem sie laute Winde fahren ließ. Alle Frauen lachten.
Nun können wir den Sinn von Teresas heimlichem Laster besser verstehen: ihre häufigen langen Blicke in den Spiegel. Es war ihr Kampf mit der Mutter. Es war der Wunsch, nicht ein Körper wie die anderen zu sein, sondern auf der Oberfläche des eigenen Gesichts zu sehen, wie die Mannschaft der Seele aus dem Schiffsbauch stürmt.

„Ich möchte dich in meinem Atelier lieben wie auf einer Bühne. Ringsherum stehen Leute, die keinen Schritt näher kommen dürfen. Aber sie können die Augen nicht von uns losreißen…“
Im Laufe der Zeit verlor dieses Bild seine ursprüngliche Grausamkeit und begann, sie zu erregen. Manchmal, während der Liebe, rief sie Tomas diese Situation flüsternd in Erinnerung.
Sie sagte sich, dass es einen Ausweg gab, um der Verdammung zu entrinnen, die sie in Tomas` Untreue sah: er sollte sie mitnehmen! Mitnehmen zu seinen Freundinnen! Vielleicht war das der Weg, ihren Körper wieder zum ersten und einzigen zu machen. Ihr Körper würde zu seinem alter ego, zu seinem Adjudanten uns Assistenten.
„Ich werde sie für dich ausziehen, ich werde sie für dich in der Wanne baden und sie zu dir bringen…!, flüsterte sie ihm zu, wenn sie aneinandergeschmiegt dalagen. Sie wollte mit ihm zu einem hermaphroditischen Wesen verschmelzen, und die Körper der anderen Frauen sollten zu ihrem gemeinsamen Spielzeug werden.

Das Alter Ego in seinem polygamen Leben werden. Tomas wollte das nicht verstehen, aber sie konnte sich nicht von dieser Vorstellung lösen und versuchte, sich Sabina anzunähern. Sie schlug ihr vor, Porträtfotos von ihr zu machen.
Sabrina lud sie in ihr Atelier ein, und Teresa sah endlich den weiten Raum mit dem breiten Bett in der Mitte, das dort stand wie ein Podest.
Der Apparat diente Teresa als mechanisches Auge, um Thomas Freundin zu beobachten, zugleich aber auch als Schirm, um ihr Gesicht dahinter zu verbergen.
Sabina brauchte eine gewisse Zeit, bis sie sich entschloss, den Mantel auszuziehen. Die Situation war doch etwas schwieriger, als sie vorhergesehen hatte. Nachdem sie eine Weile posiert hatte, ging sie auf Teresa zu und sagte: „Und jetzt fotografiere ich dich. Zieh dich aus!“
Die Worte: „Zieh dich aus!“ hatte Sabina oft von Tomas gehört, und sie hatten sich tief in ihr Gedächtnis eingegraben. Es war also sein Befehl, den die Freundin nun an die Ehefrau richtete. Tomas hatte die beiden Frauen durch denselben magischen Satz verbunden. Es war ganz seine Art, ein harmloses Gespräch unerwartet in eine erotische Situation zu verwandeln: nicht durch Liebkosen, Berühren, Schmeicheln oder Bitten, sondern durch einen Befehl, den er plötzlich erteilte überraschend und leise, aber nachdenklich und gebieterisch, und immer aus einer gewissen Entfernung: in diesem Moment berührte er die Frauen nie.

Sabina nahm Teresa den Apperat aus der Hand und Teresa zog sich aus. Nackt und entwaffnet stand sie vor Sabina. Im wahrsten Sinne des Wortes entwaffnet, das heist ohne ihren Apparat, hinter dem sie eben noch ihr Gesicht versteckt und den sie gleichzeitig wie eine Waffe auf Sabina gerichtet hatte. Sie war Toma s Freundin ausgeliefert. Diese schöne Ergebenheit berauschte sie. Sie wünschte, die Sekunden, die sie nackt vor Sabina stand, gingen nie zu Ende…
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Teresa belichtete mehr als hundert Filme. Etwa die Hälfte davon gab sie unentwickelt an ausländische Journalisten weiter. Viele ihrer Aufnahmen erschienen in verschiedenen ausländischen Zeitungen: darauf sah man drohende Fäuste, beschädigte Häuser, mit blutigen blau-weiß-roten Fahnen zugedeckte Tote, junge Leute auf Motorrädern, die mit rasender Geschwindigkeit um die Panzer kreisten und die Nationalfahne an langen Stangen schwenkten, Mädchen in unglasublich kurzen Miniröcken, die die armen, sexuell ausgehungerten russischen Soldaten provozierten, indem sie vor deren Augen unbekannte Passanten küssten. Wie bereits gesagt, die russische Invasion war nicht nur eine Tragödie, sondern auch ein Fest des Hasses, getragen von einer sonderbaren (niemandem mehr erklärbaren) Euphorie… Alles lesen>>>


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dunkle_perlen_erotiknovellenWir wussten nicht viel von dieser Welt. Mich wunderte, dass sie so seltsam sprach. Worte, die ich nicht verstand. Umgekehrt schien das ähnlich zu sein. Doch wenn wir Burgen bauten, Löcher in den Sand gruben oder den Wasserball warfen, spielte das keine große Rolle. Der Ball und „the ball“, „borl“, klangen fast ähnlich. Beim „castle“, der Burg, war das schon etwas schwieriger. Das Sand-Loch, „the hole“ klang wie die Hohle. Ein Hohlweg, in dem wir zu Hause als Kinder gern spielten. Der Weg erinnerte stellenweise wirklich an ein Loch. Über solch kleine Eselsbrücken lernte ich meine ersten englischen Vokabeln. Über Badeanzüge, Schambehaarung, Autos, Kassettenrekorder, die verschiedensten Löcher im menschlichen Körper und deren Bedeutung für Glück und Fortpflanzung, steife Glieder, Filmkameras, Kondome, ob Zähneputzen vor dem Schlafengehen nützlich oder schädlich ist wie über untreue Ehefrauen, sprachen wir ohnehin noch nicht.
Die schwarze Mona - Wir besaßen eine Höhle in einer der zahlreichen Heumieten um den Ort herum. Die besagte diente als Futterreserve für den daneben liegenden Schafstall. Maritta besuchte uns, mich nebst drei anderen Freunden, in der Höhle. Berührung war nicht erlaubt, wir durften sie lediglich anschauen, wie sie nackt und breitbeinig auf dem Heu lag und sich selbst befriedigte. Einer nach dem anderen, jeder für sich, und jeder musste vor ihren Augen masturbieren.
Maritta, das Ebenbild einer Zigeunerin – so durfte man seinerzeit Mitglieder dieses Volkes unbeanstandet nennen. Eine schwarze Lockenmähne auf dem Kopf, die sich zwischen ihren Beinen bis weit über den Schamberg hinauf sowie ein kleines Stück an den Innenseiten der Oberschenkel hinab wiederholte, ein Urwald, der Anblick faszinierte mich.
Während sie mit zwei Fingern ihre von Haaren überwucherte Spalte öffnete oder sich am Kitzler rieb, befahl sie uns, vor ihren Augen zu wichsen. Dabei stöhnte sie leise. Wenn sie bemerkte, dass sich etwas ankündigt, streckte sie die Füße aus. Anschließend verrieb sie das Sperma auf ihren Beinen. Der Reigen wiederholte sich so lange, bis keiner mehr auch nur einen einzigen Tropfen heraus brachte. Vor der Höhle in der Warteschleife brachten wir unsere Schwänze wieder in Form, indem jeder den anderen bei der Schilderung seiner Erlebnisse mit Maritta zu übertreffen versuchte.
„Bei mir hat die richtig laut gestöhnt“, meinte einer. „So tief war sie mit ihren Pfoten in der Pflaume drin.“ Er streckte zur Demonstration drei Finger aus ... Alle Leseproben>>>

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