Giacomo Girolamo Casanova – Erinnerungen

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Leseproben aus den Memoiren des Venezianers

Casanova – oder sein Leben, wie er es zu Dux in Böhmen niederschrieb

M. M. nahm darauf eine Mappe voll Kupferstichen, welche die wollüstigsten Stellungen zeigten. „Soll ich im Alkoven Feuer machen?“ fragte sie mich mit einem vielsagenden Blick. „Natürlich, das Bett breit genug, wir können alle drei bequem darin liegen.“

Eine Auswahl aus Klassikern der Erotik darf nicht an Casanova vorbei gehen. Wer allerdings Casanova allein auf seine amourösen Abenteuer beschränkt, dem entgeht einiges. Wobei man einmal öfter hinschauen muss, um seine anderen Seiten zu entdecken. Wollte man allerdings seine Memoiren in ihre Gänze lesen, müsste man sich durch zwölf dicke Bände mit über 4.000 Seiten quälen (oder nicht quälen, das bleibt dem Interessenten vorbehalten). Und selbst dann wüsste man noch immer nicht, ob man wirklich alles gelesen hat. Ist es doch hinreichend bekannt, dass in der ersten deutschen Übersetzung „anrüchige“ sexuelle Praktiken und all zu naturalistische Darstellungen der geschlechtlichen Vereinigung aus Angst vor der Zensur oder vor der Ablehnung durch eine breite Leserschaft weggelassen wurden. Dabei war die Pornografie in dieser Zeit bereits allgegenwärtig, sehen Sie hier>>>
Schaut man sich jedoch in den Buchhandlungen um, so dominieren die Auszüge, die seine Liebesabenteuer behandeln. Kein Wunder also, wenn man mit seinem Namen das Parade-Exemplar des Frauenhelden schlechthin verbindet.

Giacomo Girolamo Casanova

casanova_um_1788_stichEr war nicht nur der Frauenheld. Geboren am 2. April 1725 in Venedig, wuchs er, der Sohn zweier Schauspieler, bei seiner Großmutter auf. Mit Siebzehn wurde er bereits Doktor des weltlichen und kanonischen Rechts und beschloss, auf Bitten seiner Großmutter, eine Priester-Laufbahn einzuschlagen. Daraus wurde nichts, wie man weiß. Er wurde später sogar wegen Schmähung der heiligen Religion eingesperrt und über seine Flucht aus den venezianischen Bleikammern schloss er 1788 ein Buch ab, das im selben Jahr in Leipzig erschien.
Er war ein Abenteurer, nie verheiratet doch Vater mehrerer Kinder. Freimaurer, Reisender, der an europäischen Höfen und in der Gesellschaft des Adels gern gesehen war. In Rom traf er den Papst, in der Schweiz verkehrte er mit Voltaire, besuchte Friedrich den Großen, traf sich in Russland mit Katharina der Großen, um nur einige berühmte Namen zu nennen. Er war Schriftsteller und Philosoph. Übersetzte Homer ins Italienische, schrieb einen utopischen Roman, eine Geschichte Polens, mathematische Abhandlungen, Gedichte, Satiren und Essays. Mit seinen Schriften liefert uns Casanova einen tiefen Einblick in die Sitten an europäischen Adelshäusern des 18. Jahrhunderts, an dessen Ende mit der Französischen Revolution der Zusammenbruch derselben eingeleitet wurde.
Doch was man zu allererst mit ihm verbindet, das sind seine Amouren. In meinem Bücherschrank steht eine Ausgabe vom Delfin Verlag aus dem Jahre 1987, die, soweit ich erfahren konnte, vergriffen ist. Aber keine Bange, die amourösen Abenteuer werden immer wieder aufs Neue aufgelegt.

Casanova – Aus seinen Erinnerungen

C. C. und M. M.
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Illustration Jules Adolphe Chauvet

Ich begleitete Herrn von Bragadino auf seiner kurzen Reise nach Padua. Da seine Angelegenheit sich nicht so rasch abwickelte, wie er es angenommen hatte, verabschiedete ich mich acht Tage darauf von ihm und kehrte nach Venedig zurück…
Zur festgesetzten Stunde ging ich in das Kasino und fand meine beiden Freundinnen vor dem Kamin. „Guten Abend, meine Göttinnen! Wo ist unser liebenswürdiger Franzose?“
„Er ist noch nicht da“, antwortete M. M., „aber er kommt bestimmt.“
Ich demaskierte mich, setzte mich zwischen sie und verteilte Küsse an beide. Tausend Artigkeiten sagte ich ihnen über ihre gegenseitige Liebe, und sie waren froh, dass sie es nicht nötig hatten, über ihr zärtliches Verhältnis zu erröten. So verging etwa eine Stunde, da brachte die Schließerin M. M. einen Brief.
„Herr von Bernis teilt mir mit“, sagte sie, nachdem sie gelesen hatte, „dass vor zwei Stunden ein Kurier aus Paris angekommen sei. Er müsse die empfangenen Depeschen umgehend beantworten und könne deshalb nicht kommen. Am Freitag hofft er, uns alle drei wiederzusehen. – Werden sie kommen?“
„Mit Vergnügen. Doch was hast du, liebe C. C.? Du siehst so traurig aus?“
„Mir tut meine Freundin leid. Ich habe noch nie einen so artigen und liebenswürdigen Mann gesehen.“
„Es freut mich, dass er dir gefällt. Liebst du ihn?“
„Nun, wenn ich ihn auch liebte, so würde ich es ihn doch nicht wissen lassen. Übrigens bin ich überzeugt, dass er meine Freundin liebt.“
Bei diesen Worten stand sie auf, setzte sich auf M. M.`s Schoß und nannte sie ihr Frauchen. Worauf beide sich auf eine Weise lieb hatten, dass ich mich hätte tot lachen mögen.
M. M. nahm darauf eine Mappe voll Kupferstichen, welche die wollüstigsten Stellungen zeigten.
„Soll ich im Alkoven Feuer machen?“ fragte sie mich mit einem vielsagenden Blick.
„Natürlich, das Bett breit genug, wir können alle drei bequem darin liegen.“
Sie befürchtete, dass ich auf den Argwohn kommen könne, ihr Freund wolle sich an dem Anblick einer Liebesszene zu dritt erfreuen. Durch ihren Vorschlag wollte sie diesen Verdacht beseitigen, doch ließ sie weiter keine Andeutungen darüber fallen…

Während der Mahlzeit betrachtete ich mit Vergnügen C. C., die sich sehr zu ihrem Vorteil entwickelt hatte.
„Dein Busen ist in den letzten neun Monaten vollendet schön geworden“, sagte ich.
„Er gleicht schon jetzt dem meinigen“, antwortete M. M. „Willst du dich davon überzeugen?“
Sie entblößten sich beide. In weniger als zwei Minuten konnte ich den Anblick zweier Brüste genießen, die an Pracht miteinander wetteiferten. Ich schlug die Mappe auf und machte M. M. auf eine Stellung aufmerksam. Meine Gedanken erratend, fragte sie: „Sollen wir dies in Natur darstellen?“
C. C. gab mit einem Blick ihre Zustimmung zu verstehen. Ich lachte vor Vergnügen, und bald lagen wir alle drei entkleidet auf dem Bette.
Anfangs blieb ich müßiger Zuschauer eines unfruchtbaren Kampfes zwischen meinen beiden Bacchantinnen und weidete mich an ihren Bewegungen und an dem Kontrast ihrer Farben, denn die eine war blond, die andere braun. Bald aber geriet ich selbst in Feuer, und was nun geschah, kann man sich denken. Als wir alle drei erschöpft waren, schliefen wir, bis der Wecker ertönte, den ich auf vier Uhr gestellt hatte. Wir hatten dann noch zwei Stunden Zeit, die wir auf das beste nutzten. Mit Tagesanbruch schieden wir, zufrieden miteinander, beseelt von dem Verlangen, die gleichen Freuden bald wieder zu genießen…


Lesbische und bi-sexuelle Fantasien

Wie bei Casanova zu lesen, bewegten sie schon die Männerfantasien und Lüste unserer Ur-Ur-Großväter: Frauen im Liebesspiel, entweder zu zweit oder den Mann als Voyeur und späteren Mitspieler in ihrer Gesellschaft. Was sollen erotische Literatur und Film auch sonst befördern, als den Genuss, die Lust am „Hinschauen“, die Fantasie, die Vorbereitung des eigenen Bauches für ein zweites oder drittes Mal in einer Nacht, an einem Tag oder Abend. Immer dann, below_her_mouth_kaufenwenn man sich die Zeit dazu nimmt, sich dem Spiel hinzugeben und die schwindende Kraft (besonders beim Manne) durch zusätzliche äußere Reize beflügelt werden muss (wie man weiß, ergreift die Lust am Zuschauen auch mehr und mehr unsere weiblichen Zeitgenossen). Man fragt sich daher warum Filme, die genau das liefern, von Kritikern nur all zu oft mit Maßstäben gemessen werden, die weit über das hinaus gehen, was sie zu bedienen wünschen: Den Genuss, die Lust, den Spaß an schönen, an erotischen Bildern. Below her mouth erfüllt diese Wünsche. Film ansehen>>>
Eine Affäre gerät völlig außer Kontrolle, als sich die heterosexuelle und brave Jasmine (Natalie Krill) tumultartig in die rebellische Dallas (Topmodel Erika Lindner) verliebt. Auf einer Party laufen sich die beiden zufällig über den Weg. Zuerst wehrt sich Jasmine gegen die offensive Anmache von Dallas. Doch bald bekommt sie die eigenwillige Frau nicht mehr aus dem Kopf. Von einem Moment auf den anderen droht ihr ganzes Leben zusammenzubrechen. Der Taumel aus Erotik, wilden Gefühlen und Lebenslust zerstört die Fassade des heterosexuellen Alltags, den Jasmine zusammen mit ihrem Freund Rile (Sebastian Pigott) aufgebaut hat. In kraftvollen, erotischen Bildern zeigt “Below Her Mouth” wie stark die Liebe ist. Doch der Traum kennt auch Schattenseiten. Die Liebe glüht so stark, dass Jasmine fürchtet, sie könne durch Dallas verbrennen… Mehr zum Film>>>


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Zurück zu Casanova

Die Schöne von Solothurn

Sie war eine junge Brünette mit prachtvollen Augen unter hoch gewölbten Brauen, ihr Teint hatte die Zartheit der Lilie und der Rose, sie trug ein Häubchen aus blauem Atlas, von dem eine silberne Quaste auf ihr Ohr herab fiel, und sie hatte die Miene einer Siegerin, der nichts zu widerstehen vermochte.
Als ich mich weit zum Fenster hinaus lehnte, hob sie den Kopf empor, wie wenn ich sie gerufen hätte.
Meine Stellung nötigte mich, sie eine halbe Minute lang anzusehen; das war zuviel für eine züchtige Dame und genug für mich, mein Herz in Flammen zu setzen.
Wie, wenn ich sie keck zu einem Abendessen einlud? Ja aber die drei Betschwestern (…die sie begleiteten) flößten mir Furcht ein, sie würden mir gewiss einen Korb geben. Die Schöne, glaubte ich, gab sich nur den Anschein der Frommheit; ihr Gesichtsausdruck verriet Hang zum Vergnügen, und es war seilt langem schon meine Gewohnheit, die Frauen nach ihrem Mienenspiel zu beurteilen.
Als die Mahlzeit vorüber war, stellte ich mich in respektvoller Haltung neben die Tür.
„Worauf warten sie noch?“ fragte meine Schone.
„Auf ihre Befehle.“
„Ich danke ihnen – ich brauche nichts weiter.“
„Aber sie haben Stiefelchen an und können doch nicht mit ihnen zu Bett gehen.“
Dabei kniete ich vor ihr nieder und begann, die Schuhe aufzuknöpfen, dieweil sie einen Brief schrieb. Ich griff ein Stückchen höher und löste die Strumpfbänder, wobei ich mich an der Berührung ihrer wohl gerundeten Waden berauschte.
„Genug“, sagte sie, zu mir herab blickend. „Sie bemühen sich zu sehr. Gehen sie jetzt. Morgen Abend sehen wir uns wieder.“
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An einem der nächsten Tage machte die ganze Gesellschaft einen Ausflug. Bei der Rückkehr wandte Herr von Chavigny sich an Herrn von*** und bat ihn, zu ihm in den Wagen zu steigen, da er über eine dienstliche Angelegenheit mit ihm zu sprechen wünsche.
„Herr Casanova wird die Ehre haben“, setzte er hinzu, „ihrer Frau Gemahlin Gesellschaft zu leisten.“
Man kann sich meine freudige Überraschung denken. Ehrerbietig reichte ich ihr die Hand, sie nahm sie mit der gleichgültigsten Miene an, doch sobald wir allein im Wagen waren, ruhten unsere Lippen aufeinander und lösten sich nicht eher, als bis das Ziel erreicht war. Ich erschrak, als ich sie mit blutrotem Gesicht aussteigen sah. Dieses Feuer musste alles verraten; das forschende Auge der boshaften und neidischen Lahmen würde unser Geheimnis entdecken. In meiner Verlegenheit bot ich ihr gleichsam instinktiv eine Prise Nieswurz an. Die Wirkung stellte sich sogleich ein, und man musste nun die Röte in ihrem Gesicht diesem ununterbrochenen Niesen zuschreiben, so dass kein Argwohn laut werden konnte…


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