Dona Flor – Jorge Amado – Leseproben

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Und ihre zwei Ehemänner

Eine esoterische und ergreifende Geschichte, erlebt von Dona Flor

Dona Rozilda berührte die Gipfel der Macht, sie kostete den unvergleichlichen Geschmack des Ruhms, Vadinho befühlte im dunklen Treppenhaus Flors harte Brüste, er kostete den unvergleichlichen Geschmack des scheuen, durstigen Mädchenmundes und biss in ihre Lippen…………

R. Pieper & Co. Verlag München

Vorbemerkungen

Wenn man einen Blog für erotische Literatur führt, dann kommt man nicht am brasilianischen Altmeister der fein geschliffenen Worte – Jorge Amado – vorbei. Warum hier Leseproben aus zwei seiner bekanntesten Romane  erscheinen, erklärt sich aus meiner besonderen Beziehung zu Amado, die ich wahrscheinlich einem früheren Deutschlehrer zu verdanken habe, der mir von der neunten bis zur zwölften Klasse vergönnt war. Es sind oft besondere Bezugspersonen, die unsere späteren Neigungen beeinflussen. So weckte mein Onkel mit seiner Sammlung von Ansichtskarten, die gekrönt war von mehreren Karten, die eine Tante von ihren Aufenthalten in Paris geschickt hatte – Paris bei Nacht – meine Sehnsucht nach Paris. Der erwähnte Lehrer empfahl uns pubertierenden Pimpfen, zur Überwindung unserer Pubertäts-Probleme Jorge Amado zu lesen. Und da letzterer wegen seiner gesellschaftskritischen Haltung in der DDR verlegt wurde, war es kein Problem, an die Bücher heran zu kommen.

Allein die Sehnsucht nach den Orten blieb und niemand wagte am Ende der 60`er Jahre daran zu glauben, dass noch zu Lebzeiten unserer Generation der Eiserne Vorhang fallen würde. Paris war mein erstes Ziel, begünstigt von einer Bekanntschaft zu einer afrikanisch stämmigen Französin, wie sie sich selbst bezeichnete, die bereits vor der „Wende“ entstand (Dunkle Perlen) und Paris für eine längere und sehr glückliche Zeit fast zu meiner zweiten Heimat werden ließ. Salvador de Bahia, die Stadt Jorge Amados, sollte noch mehrere Jahre auf sich warten lassen. Die Stadt und das Land, wo das Herz Brasiliens schlägt. Fragt man einen Brasilianer, wo der beste Carneval gefeiert wird, lautet die Antwort nicht Rio. Rio ist Medienspektakel, eine große Show, Carneval ist Bahia. Dort, wo lange die Hauptstadt Brasiliens lag, lange vor Rio und noch länger vor Brasilia, der Retorten-Stadt von Oscar Niemeyer, dort in Salvador. Es hieß, Amado führe ein offenes Haus und als ich mich, während meines ersten Besuchs in Salvador, im Deutschen Konsulat nach seiner Adresse erkundigte, erfuhr ich, dass Amado in einem Pariser Krankenhaus läge. Am 6. August 2001 verstarb er.


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Atemlos kam Nacib spät in der Nacht zu Hause an. In seinem Zimmer brannte Licht. War ein Einbrecher in der Wohnung? Oder hatte die neue Köchin vergessen, das Licht auszuschalten? Leise trat er in das Zimmer ein. Gabriela war auf einem Stuhl eingeschlafen. Das lange schwarze Haar fiel ihr auf die Schultern; durch das Waschen und Kämmen war es locker und wellig geworden. Sie trug jetzt ein sauberes Kleid, das sie offenbar in dem Bündel gehabt hatte. Durch einen Riss im Rock sah er ein Stück des zimtfarbenen Schenkels. Langsam hob und senkte sich die Brust, der Mund lächelte im Schlaf. Nacib blieb stehen. Er traute seinen Augen nicht. Wie hatte sich so viel Schönheit unter so viel Schmutz verbergen können?
„Mein Gott, was ist denn das!“ murmelte er fast andächtig.
Gabriela fuhr jäh auf. Sie hatte seine Stimme gehört und war voller Angst. Dann lächelte sie und es war, als lächelte mit ihr das ganze Zimmer. Sie stand auf und strich das alte Kleid glatt. Sie wirkte bescheiden und klar wie Mondenschein.
„Warum haben sie sich denn nicht schlafen gelegt?“ war alles, was er zu sagen wusste.
„Der Herr hat mir nichts gesagt… Ich habe meine Wäsche gewaschen, die Wohnung aufgeräumt… Dann habe ich gewartet… und bin eingeschlafen“, antwortete sie mit der singenden Stimme der Frauen aus dem Norden des Landes.
Nacib bemerkte, dass sie – offenbar ihr Haar – nach Nelken duftete. „Sie können wirklich kochen?“
„O ja“, antwortete sie. In ihrem Haar wechselten Licht und Schatten, die Augen hatte sie gesenkt, mit dem rechten Fuß glitt sie über den Fußboden, als wollte sie tanzen … Alle Leseproben finden Sie hier>>>


All das ist geschehen, glaube es wer mag. In Bahia geschehen, wo der eine oder andere Zauberspuk vorkommt, ohne dass es jemanden sonderlich überrascht (Jorge Amado)

Dona Flor und ihre zwei Ehemänner

Esoterische und ergreifende Geschichte,
erlebt von Dona Flor,
der erfahrenen Lehrerin der Kochkunst,
und von ihren beiden Ehemännern –
dem ersten, Vadinho mit Spitznamen,
mit Namen Dr. Theodoro Madureira
und Pharmazeuten dem zweiten
oder
Der schreckliche Kampf zwischen
Geist und Materie

Erzählt von Jorge Amado, öffentlicher Schreiber,
wohnhaft im Stadtteil Rio Vermelho
der Stadt Salvador de Bahia von Allen Heiligen,
in der Nachbarschaft des Platzes Sant` Ana,
wo Yemanjá wohnt,
die Herrin der Wasser

Vom Tod Vadinhos

Vadinho, Dona Flors erster Mann, starb an einem Karnevalssonntag gegen Morgen, als er auf dem Platz Zum Zweiten Juli unweit seines Hauses im Kostüm einer Bahianerin ausgelassen Samba tanzte. Er gehörte nicht zu dieser Gruppe; in Gesellschaft von vier ebenfalls als Bahianerinnen verkleideten Freunden hatte er sich kurz zuvor dazwischen geschmuggelt; man kam aus einer Bar am Kopf, wo der Whisky in Strömen geflossen war, und zwar auf Kosten eines gewissen Moysés Alves, eines reichen, leichtsinnigen Kakao-Fazendeiros.
Den Bloco begleitete ein kleines, gut eingespieltes Orchester von Gitarren und Flöten; die Fidel strich Carlinhos Mascarenhas, ein in Freudenhäusern berühmtes Lattengestell; ach welch göttliche Fidel! Die jungen Männer waren als Zigeuner, die jungen Mädchen als ungarische oder rumänische Bäuerinnen verkleidet; doch nie hatte sich eine Ungarin oder Rumänin oder gar eine Bulgarin oder Slowakin so im Tanze gewiegt wie sie, brünette Geschöpfe in der Blüte ihrer Jugend und Anmut.
Als Vadinho, der lustigste von allen, die Tanzgruppe um die Ecke biegen sah und den klapperdürren Mascarenhas auf seiner erhabenen Fidel den Takt angeben hörte, stellte er sich vor der besonders dunkelhäutigen Rumänin auf, einem Mordsstück von Weib, monumental wie eine Kirche – und zwar die Kirche von Sao Francisco, denn sie schimmerte vor Goldgeflimmer -, und verkündete: „Jetzt komme ich, meine Russin von Tororóro…“

dona-flor-und-ihre-zwei-ehemaenner-leseprobenDer Zigeuner Mascarenhas, der gleichfalls von Glasperlen und -röhrchen prangte und festliche Ohrringe trug, beugte sich leidenschaftlich über seine Fidel, die Flöten und Gitarren seufzten, und Valdinho fiel ein in den Samba mit jener beispielhaften Begeisterungsfähigkeit, die er in allem, außer der Arbeit walten ließ. Er wirbelte mitten in der Gruppe, steppte vor der Mulattin, tänzelte auf sie zu mit zierlichen Verbiegungen und Nabelstübern, als er plötzlich ein dumpfes Röcheln ausstieß, schwankte, Schlagseite bekam und auf den Boden stürzte, während gelblicher Speichel über seine Lippen trat, auf denen der Tod nicht ganz das zufriedene Lächeln des ausgepichten Schwerenöters zu löschen vermochte, der er ein Leben lang gewesen war.
Noch glaubten die Freunde, es sei der Zuckerrohrschnaps und nicht der Whisky des Fazendeiros: die vier oder fünf Gläschen konnten einen Zecher vom Schlage Vadinhos nicht zur Strecke gebracht haben; es musste der gesamte seit dem Vortag vertilgte Branntwein gewesen sein – als der Karneval zur Mittagsstunde in der Bar Triunfo an der Praca Municipal offiziell eröffnet worden war -, der ihm nun auf einmal hoch kam. Doch die mächtige Mulattin ließ sich nicht täuschen: als berufstätige Krankenschwester hatte sie im Hospital täglich mit dem Tod zu tun. Freilich nicht auf so intime Weise, dass er ihr Nabelstüber gab, ihr zuzwinkerte, mit ihr Samba tanzte. Sie beugte sich über Vadinho, legte die Hand auf seinen Hals, begann zu zittern und fühlte einen Kälteschauer im Bauch und im Rückgrat: „Tot, mein Gott!“
Auch andere berührten den Leib des jungen Mannes, fühlten ihm den Puls, hoben seinen blondschopfigen Kopf hoch, suchten sein Herz nach Schlägen ab. Vergeblich, es war nichts zu machen, Vadinho hatte für immer den Karneval von Bahia verlassen.
Die Leichenträger legten den Leib erst auf das Bett des Schlafzimmers, nachdem die Nachbarn ihn ins Wohnzimmer getragen hatten. Die Leute vom Leichenschauhaus hatten es eilig, im Karneval nahm ihre Arbeit zu. Während alle anderen sich vergnügten, gingen sie mit Toten um, mit den Opfern von Verkehrsunglücken und Schlägereien. Sie zogen das schmutzige Leintuch weg, das den Leichnam umhüllt hatte und übergaben der Witwe den Totenschein.
Als sie ihn so nackt ausgestreckt auf dem Bett liegen sah, konnte Dona Flor trotz aller Anstrengungen nicht umhin, sich seiner zu erinnern, wie er in der Stunde der erblühten Begierde war: Vadinho duldete kein Kleidungsstück auf den Körpern, kein verschämtes Leintuch durfte sie bedecken, Scham war nicht seine Stärke. Wenn er sie ins Bett rief, sagte er: „Wir wollen bummeln, mein Kind“; für ihn war die Liebe wie ein Fest unendlicher Fröhlichkeit und Freiheit, dem er sich hingab mit seiner bekannten Begeisterungsfähigkeit, gepaart mit einer von zahlreichen Frauen verschiedener Lebensart und Herkunft verbürgten Erfahrung. In der ersten Zeit ihrer Ehe war Dona Flor ganz verdattert und befangen gewesen, denn er wollte sie splitternackt:
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„Wo hat man je im Hemd gebummelt? Warum versteckst du dich? Bummeln ist etwas Heiliges, Gott hat es im Paradies erfunden, wusstest du` s nicht?“
Und er entkleidete sich nicht nur vollständig, sondern, weil ihm das zu wenig war, spielte er mit den Einzelheiten ihres Körpers von ausladenden Kurven und tiefen Buchten, in denen Schatten und Licht sich in geheimnisvollem Spiel überschnitten. Dona Flor versuchte, sich zu bedecken, lachend entriss ihr Vadinho das Leintuch, entblößte ihre harten Brüste, das wohl geformte Gesäß, den fast haarlosen Bauch. Wie ein Spielzeug oder eine geschlossene Rosenknospe, die er in jeder Nacht des Vergnügens aufbrechen ließ, nahm er sie in Besitz. Langsam verlor Dona Flor ihre Scheu und überließ sich dem unzüchtigen Fest, sie wurde kühner, gewagter und verwandelte sich in eine lebhafte und übermütige Geliebte. Doch nie gab sie Schamhaftigkeit und Züchtigkeit ganz auf; jedesmal musste er sie wieder erobern, denn kaum aus jenen wahnsinnigen Kühnheiten und seufzenden Ohnmachten erwacht, wurde sie wieder die schüchterne, schamhafte Ehefrau.
Ach, nie mehr, dachte Dona Flor und fühlte einen Kloß im Hals, ein Zittern in den Beinen, nun begriff sie, dass alles aus war. Nun stand sie da, wie gelähmt, wort- und tränenlos, bar jeder Erregung, fern jeder Verstellung, mit der sie dem Tod hätte begegnen mögen. Nur sie war da und der nackte Leichnam, sie un Vadinhos endgültige Abwesenheit. Sie würde ihn nicht mehr bis ins Morgengrauen hinein erwarten, nie mehr das Schulgeld ihrer Schülerinnen vor ihm verstecken oder seine Beziehungen zu den Hübschesten überwachen, nicht an seinen Tagen des Schnapses und der üblen Laune Schläge von ihm beziehen und auch nie mehr die bissigen Bemerkungen der Nachbarn anhören müssen. Sie würde sich aber auch nicht mehr mit ihm im Bett wälzen, sich ganz seiner Begierde ergeben, sich ihrer Kleider, des Leintuchs und der Zurückhaltung für das Liebesfest, das unvergessliche Fest, entblößen. Der Kloß in der Gurgel erstickte sie fast, ein Schmerz, ein scharfer, stechender Schmerz, saß in ihrer Brust.
„Flor, ist es nicht an der Zeit, ihn anzuziehen?“ Dona Normas mahnende Stimme drang durch die Wohnzimmertür herein. „Bald werden Besucher kommen.“
Die Witwe öffnete die Tür, nun war sie ernst, stumm, ohne Schluchzen, ohne Seufzen, kalt und gefasst. Allein auf der Welt. Die Nachbarn kamen und halfen. Seu Vivaldo vom Bestattungsgeschäft „Paradies in Blüte“ kam höchstpersönlich und lieferte den billigen Sarg – er hatte einen beträchtlichen Abschlag eingeräumt; er war Vadinhos Kumpan am Roulett- und Bakkarat-Tisch gewesen, an dem er Grabsteine und Särge verspielt hatte – und gab all sein Können und seine Erfahrung, um aus dem Bohemien einen ehrenwerten Toten zu machen. Dona Flor wohnte dem ohne ein Wort und ohne eine Träne bei, sie war allein auf der Welt…. Alles lesen>>>>>

Wie Vadinho Flor verführte

Dona Rozilda berührte die Gipfel der Macht, sie kostete den unvergleichlichen Geschmack des Ruhms, Vadinho befühlte im dunklen Treppenhaus Flors harte Brüste, er kostete den unvergleichlichen Geschmack des scheuen, durstigen Mädchenmundes und biss in ihre Lippen. Eine kaum geahnte Welt verbotener Freuden enthüllte sich ihm, an jedem Abend eroberte er eine neue Parzelle ihres Widerstandes und ihres Körpers, ihrer Scham und ihrer verborgenen Erregung. Begierde verzehrte sie wie loderndes Feuer, Glut brannte in ihrem Leib, doch Flor versuchte sich zu beherrschen und zu bezwingen. Trotzdem fühlte sie sich von Tag zu Tag weniger Herrin ihres Willens, ihre Sicherheit ließ nach, ihre Beherrschung erlahmte, und sie wurde die gefügige Sklavin des verwegenen jungen Mannes, der sich fast ihres ganzen in heillosem Fieber glühenden Körpers bemächtigt hatte.
Unverschämter Vadinho! Er hatte ihr nicht seine Liebe erklärt, hatte sie nicht mit leidenschaftlichen Gefühlen bestürmt, hatte sie nicht einmal um die Erlaubnis gebeten, ihr den Hof machen zu dürfen. Statt poetischer Worte, statt liebenswerter Wendungen vernahm sie nur anzügliche Andeutungen. Als es mit Flor die Alvo-Steilgasse hinauf ging und das Schild der Kochschule las, murmelte der Schamlose ihr mit dem Unterton eines Romantikers, der eine harmlose Artigkeit sagt, ins Ohr:
„Kochschule Geschmack und Kunst…“ Er wiederholte: „Geschmack und Kunst…“ Dann senkte er die Stimme  und ließ sein Bärtchen über das Mädchenohr streifen: Ah! Ich will Geschmackundkunst …“ Das war nicht nur geschmackloses Wortspiel, sondern auch die freimütige Ankündigung seine Absichten, eine unverblümte Erklärung, ein eindeutiges Programm.
Flor hatte nie eine von allen anderen so verschiedene Liebschaft erlebt, sie hatte sich auch nie eingebildet, dass man so lieben könne. Warum hatte sie ihm nicht auf der Stelle den Laufpass gegeben?
Sie wies ihn nicht einmal beim ersten Vorstoß ab, obgleich sie sich nur wenige Stunden kannten, denn dieses erste Mal geschah am Sonntag des Karnevalsbeginns, am Tag nach dem Majorsfest.
Sie hatte sich sogar über das Ungestüm des jungen Mannes ausgelassen: dieser war den ganzen Abend nicht mehr von Flors Seite gewichen und ihr dauernder Tanzpartner gewesen. Nun würde er sich erklären, es war ein ernster Augenblick: es galt für das Mädchen entweder sofort „Ja“ zu sagen oder sich Bedenkzeit zu erbitten, vierundzwanzig Stunden im allgemeinen. Flor hatte den Freundinnen ihre Absicht mitgeteilt, Valdinho einige Tage zappeln zu lassen, aber die anderen meldeten Zweifel an: würde sie so viel Mut aufbringen? Er ließ sich jedoch zu keiner wie auch immer gearteten Erklärung herbei, unbeschwert kreiste die Unterhaltung um verschiedene Belanglosigkeiten, dieser Valdinho war wahrhaftig ein Schaumschläger. Zwei einander herausfordernde Karnevalsblocks standen sich vor der Sankt-Anna-Kirche gegenüber, und das Gedränge der herbei eilendenden Menschenmenge nutzend, drückte er sie von hinten an sich, legte die Hände auf ihre Brüste und küsste sie begehrlich auf den Nacken. Sie zitterte nur, schloss halb die Augen und ließ, halbtot vor Angst und Seligkeit alles geschehen. Die ersten Tage dieser Verliebtheit  ohne formelle Erklärung und ohne formelle Einwilligung waren unvergesslich.
Ein begüterter Freund, Mário Portugal, damals Junggeselle und Leichtfuß, lieh Vadinho ein Häuschen in der Gegend von Itapoa. Die Seebrise zerzauste Flors schwarzes seidiges Haar, und die Sonne spiegelte bläulichen Widerschein darauf. Im Wellengang und im Wiegewind riss Vadinho ihr die Kleider vom Körper, Stück für Stück, Kuss für Kuss, und sagte lachend, während er sie auszog und in Besitz nahm:
„Ich verstehe nichts davon, unter der Bettdecke zu bummeln, angezogen schon gar nicht. Weshalb schämst du dich, heiratet man nicht dafür? Und auch sonst ist das Bummeln eine Sache Gottes, er hat gewollt, dass man bummelt. Bummelt, meine Kinder, macht kleine Kinder – das hat er gesagt, und das war eines der vernünftigsten Dinge, die er getan hat.“

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„Ich beschwöre dich, Vadinho, sei kein Ketzer…“ Flor wickelte sich in eine rote Steppdecke. Alles in diesem Zimmer war erregend; an den Wänden Bilder nackter Frauen, Reproduktionen von Zeichnungen, auf denen Faune Nymphen verfolgten und vergewaltigten, in riesiger Spiegel vor dem Bett; jener gewisse Mário war ein Lord, er hatte eine sündige Atmosphäre geschaffen, auf dem Frisiertisch Parfümflaschen, Getränke im Eisschrank. Flor überrieselte ein Kälteschauer.
„Hätte er nicht gewollt, dass die Leute bummeln, er hätte sein ganzes Menschenvolk kastriert und die Kinder als Vollwaisen auf die Welt kommen lassen… Fort mit der Bettdecke…“
Er zog die rote Decke weg, Flor erblühte auf dem weißen Leintuch, Vadinho entließ einen Ausruf fröhlicher Überraschung:
„Du bist ja ganz wie gepellt, mein Schatz, oder fast… Wie verrückt und wie schön…“
„Vadinho…“
Mit seinem Körper bedeckte er ihre Scham, und sie schloss die Augen. Über dem Meer von Itapoa hallte das Halleluja…

Dona Flor mit ihrem Gatten Vadinho; sie hatte ihn selbst gewählt, ohne auf den Rat erfahrener Personen zu hören, und gegen den ausdrücklichen Willen ihrer Mutter; ja, in vollem Bewusstsein, wer er war, hatte sie sich ihm schon vor der Ehe hingegeben. Vielleicht hatte sie eine Dummheit begangen, doch hätte sie sie nicht begangen, sie hätte keinen Lebenszweck mehr in diesem Dasein gesehen. Ein Feuer verzehrte sie, das Vadinhos Mund entströmte, seinem Atem, und seine Finger brannten wie Flammen auf ihrem Fleisch. Nun waren sie verheiratet, er hatte das Recht, sie auszuziehen, und er lag neben ihr auf dem Eisenbett und sah sie lächelnd an. Ihr hübscher Ehemann, goldener Flaum bedeckte seine Arme und seine Beine, ein Buschwald goldener Haare seine Brust, an der linken Schulter war die alte Stichnarbe; sie lag neben ihm. Neben ihm wirkte Dona Flor fast wie eine Negerin, schwarz und blank. Auch drinnen war sie nackt, besessen von Begierde, zitternd, hastig, so hastig, als zöge Vadinho ihr die Seele aus. Er sagte allerhand Dinge, Verrücktheiten.
Sie bummelten bis beide nicht mehr konnten, bis sie endlich die Decke über sich zog und einschlief. Vadinho lächelte sie an und kitzelte sie am Kopfhaar. Vadinho, ihr Ehemann. Schön und muskulös, zärtlich und gut…Alles lesen>>>>>


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Abends im Bett fragte ich Viola wegen der Reaktionen, die das Wort „Französisch“ auslöste. „Was, das kennst du nicht? Haben wir nie darüber gesprochen?“, amüsierte sich Viola. Anschließend küsste sie sich abwärts, bis heran an den Ort meiner größten Lust. Das bezeichne man als „Französisch“. Zurück an meinem Ohr gab es einen Vortrag über weitere Bezeichnungen für Liebesspiele in Verbindung mit bestimmten Ländern: Griechisch – Analverkehr, Italienisch – Der Penis werde in die Achselhöhle geschoben, Englisch – Sado-Maso-Sex, Spanisch – Busen-Sex, Titten-Fick genannt, Russisch – Der Penis dringe nicht ein, sondern bewege sich zwischen den eingeölten Oberschenkeln, Japanisch – Der Mann spritze der Frau sein Sperma ins Gesicht.
chrissys_tagebuch_eBook_teil1_und2 „Oh Gott, was ist das denn alles?“ Ich war völlig platt. Viola lachte, außer Französisch kenne sie leider keine weitere Variante, die für Frauen geeignet sei. Stets sei der Penis im Spiel, außer bei Englisch, doch von SM halte sie rein gar nichts. Unsere Vorliebe für das Auslutschen nasser Höschen könnte man vielleicht unter Fetischismus einordnen.
„Japanisch, abgewandelt“, korrigierte ich sie. „Du spritzt mir zwar kein Sperma ins Gesicht, aber manchmal, wenn du weit oben ankommst, so was Ähnliches.“
„Du lernst ja schnell, meine erwachsene Frau“, sagte Viola. Erst jetzt, nachdem ich mein Zeugnis in der Tasche habe, sei ich wirklich erwachsen. Violas liebevoller Blick verschlang mich, als sie sagte:
„Und das letzte Stück Kindheit verlierst du in einer Woche.“ Ich ließ mich auf den Rücken rollen. Die Knie angewinkelt, spreizte ich meine Schenkel soweit es nur ging.
„Kannst du das nicht lieber selber machen?“, schmollte ich, während ich Viola über mich zog. „Wenn du dir den Vibrator zwischen die Beine klemmst, ist es dasselbe wie wenn ein Mann mich entjungfert.“
Viola bewegte sich über mir wie Maria am Morgen unserer ersten gemeinsamen Nacht. „Ficken, ficken, ficken“, sagte sie mehrmals, jedes Mal stieß sie ihr Becken nach vorn. „Wenn du Spaß daran findest, suchen wir uns einen, den wir ein, zweimal im Monat einladen.“ Mehr wolle sie gar nicht.
Plötzlich warf sie sich auf den Rücken. „Wir wollten nicht mehr darüber reden, bis nächsten Samstag nicht“, sagte sie. Je öfter ich mir das ein- und wieder aus rede, umso unsicherer würde ich. „Wir gehen zu Viert essen, anschließend tanzen, und dann schauen wir mal, o. K?“ ... Alle Leseproben>>>

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Von der Zeit ihrer Schlaflosigkeit als junge bedürftige Frau und von der Lust, die Flor im Bauch brennt

Anfangs führte nur hin und wieder und auch nur nachts ein Traum lüsterner Bilder sie in eine für Jungfrauen und Witwen verbotene Welt, die an ihren Wurzeln riss und ihren Drang, ihren Instinkt weckte. Dann erwachte sie mit großer Mühe und legte die Hand auf die Brust, und ihr Mund war ausgedörrt. Sie hatte Angst, von neuem einzuschlafen.
Tagsüber hielt sie sich infolge ihrer Schulstunden, der Romanlektüre, des Radiohörens, dank der vielen Ablenkungsmanöver getreulich von jedem schlimmen Gedanken fern und erstickte damit das Klopfen in ihrer Brust. Doch wie sich in den wehrlosen Nächten mit ihren wahllosen Träumen beherrschen und im Zaum halten?

dona_flor_masturbiert_im_traumSchamlosigkeit, Ausschweifung, wo blieb in ihren Träumen die witwenhafte Zurückhaltung? So war sie nie gewesen: selbst als verheiratete Frau hatte sie sich ihrem Mann im Bett nie leichtfertig hingegeben, immer hatte er ihre Scham überwinden und ihre keusche Natur bezwingen müssen. Nun aber, in den Träumen, war sie geil und bot sich dem an, der sie wollte; bisweilen war sie nicht einmal eine Witwe, sondern ein Freudenmädchen, das sich für Geld verkaufte… Nun aalte sie sich in Wollust, in der Hemmungslosigkeit des Traums, nun war sie eine gemeine gierige Dirne, eine heulende Wölfin, eine läufige Katze, eine Hure.
Dona Flor fühlte sich fast erstickt von der Begierde, wie zerfressen. Ihr Verstand gehorchte ihr nicht mehr: mochte sie sich Marildas Problemen widmen und ihrem Wunsch, im Radio zu singen, und den damit zusammen hängenden Schwierigkeiten – so tauchte plötzlich der aschfahle Prinz vor ihr auf und wiederholte seine vershaften Zeilen, die im Kino geflüsterten Liebesworte. Wo war Marilda und ihr Problem, ihr verbotenes Singen, ihre Vogelstimme?
Verblendet wehrte sich Dona Flor gegen ihre Verdammnis. Tagsüber, bei ausgefülltem Stundenplan, war sie blind und taub für den Ruf des Geschlechts, der in der Stadt umging: für die Witzeleien, die vielsagenden, lockenden Blicke, die galanten aber anzüglichen Worte, die begehrlichen Blicke. Sie war eine achtbare Witwe, ein Vorbild der Witwen in ihrer Arbeit, in ihrem Gang, in ihrer Zurückhaltung. Nachts sammelte sie vom Boden und vom Unrat die Stimmen der Männer auf, die besitzgierigen Blicke, die frechen Seufzer, das unanständige Geflüster, das spöttische Pfeifen, die schmutzigen Schimpfworte, die Aufforderung zum Beischlaf. Sofern es nicht sie war, die einlud, die sich schamlos den Männern anbot, die durch die Dirnenzone strich, als erste der Strichdamen, die feilste und billigste. Dreckige Kloake. Indessen, kein Mann erreichte sie und besaß sie. Immer wenn er sie fast besaß und schon ihren glühenden Leib berührte, steiß Dona Flor ihn zurück und erwachte jäh, angstvoll und verzweifelt. Eine anständige, beherrschte Witwe in ihrer Nacht der Ängste und Einsamkeiten.

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Eines Tages konnte sie nicht mehr und schüttete Dona Norma ihr Herz aus:
„Außen ehrbare Haltung, innen eine Kloake.“ Die Begierde wuchs in ihr, in ihrer Brust, in ihrem Stillschweigen, in ihrem Tagtraum, in ihrer Einsamkeit, in ihrem Nachttraum. Grundlos, ohne Ausgangspunkt, ohne Samen und ohne Wurzel. Sie entstand aus ihr – „aus meiner eigenen Schlechtigkeit, Norminha“ -, aus ihrem fiebrigen Leib, wachsend in ihrem von Ferne, Not, Verwünschung gedüngten Leib; Drang, gepflanzt im Unrat ihrer Verdammnis:
„Ich bin verdammt, Norminha, ich will nicht denken und denke doch; ich will nicht sehen und sehe doch; ich will nicht träumen und träumte die ganze Nacht hindurch. Und alles gegen meinen Willen, gegen mein Wollen. Mein Körper, Norminha, der verhexte, gehorcht mir nicht mehr.“
Dona Norma verkörperte die Volksweisheit, die praktische Erfahrung, das menschliche Verstehen. Und ging unmittelbar auf den Kern der Sache los:
„Dir fehlt nur ein Mann, meine Heilige. Du bist jung, leidest nicht an schweren Gebrechen, bist meines Wissens nicht verschnitten, was willst du noch? Selbst Nonnen heiraten, um die Keuschheit zu ertragen, sie heiraten Christus, und es gibt auch welche, die Christus Hörner aufsetzen.“
„Aber Norminha, ich bin doch eine Witwe…“
„Sehe ich tatsächlich so schamlos aus, dass diese Laffen sich soviel heraus nehmen?“
„Wer behauptet, dass eine Frau schamlos sein muss, damit die Männer mit ihr schlafen wollen? Abgesehen von deiner Leichenbittermiene…“
„Aber Norminha, was soll ich denn tun?“
„Du musst das Feuer löschen, Weib… Wenn du nicht richtig schläfst, wenn du nicht ausruhst, wenn du keine Ruhe mehr findest, so doch nur, weil dir ein verfluchtes Feuer den Bauch verbrennt…“ Alles lesen>>>>>

Vom schrecklichen Kampf zwischen Geist und Materie

Als Dona Flor nach dem Nachmittagsunterricht aus dem Badezimmer kam und sich halb nackt, nur im Büstenhalter und Höschen, vor dem Spiegel parfümierte und kämmte, drang aus irgend einem Winkel des Zimmers zustimmendes Raunen zu ihr. Und doch hatte sie, bevor sie ins Bad gegangen war, den Raum untersucht und festgestellt, dass keiner ihrer zwei Ehemänner zugegen war: der Doktor befand sich noch in der Apotheke, und Vadinho hatte sich nach dem Ärgernis des Frühkurses zu lauer Luft verflüchtigt.
Wie dem auch sei: da saß der Haderlump auf dem Kleiderschrank und ließ die Beine baumeln. Im Dämmerschein, im Halblicht glich er dem Holzengel der Sakristei der Santa-Tereza-Kirche. Sein Blick fiel mit solcher Begierde auf Dona Flors Schultern, dass seine Lüsternheit wie Öl auf ihren feuchten Körper zu rieseln schien. „Mein Gott!“ murmelte Dona Flor und ergriff ihren Morgenrock, um ihn eilends überzustreifen.
„Warum denn das, mein Schatz? Meinst du etwa, ich kenne dich nicht durch und durch? Wo habe ich dich nicht schon geküsst? Was soll der Blödsinn? So was Dummes…“
Mit einem Tänzersprung – welche Behendigkeit der Bewegung! – durchstieß sein Körper Licht und Schatten und landete elegant auf dem eisernen Bett, mitten auf der neuen Sprungfedermatratze:
„Mein Kind, diese Matratze ist eine Wolke, sie ist fast zu gut. Meinen Glückwunsch.“
Lässig streckte er sich aus, ein Streifen Licht beschien das Lächeln seines sinnlichen, lockenden Gesichts. Die im Schatten sitzende Dona Flor betrachtete ihn.
„Komm her, Flor, leg dich zu mir, lass uns ein bisschen bummeln. Komm her, wir wollen uns mal auf dieser prachtvollen Matratze wälzen…“
Noch ganz unter dem Eindruck des mit ihren Schülerinnen erlebten Vorkommnisses, Vadinhos Übergriff, sein Berühren von Zulmiras Busen und ihre offensichtliche Befriedigung darüber – denn auch ohne den Schandkerl zu sehen war sie fast zerronnen vor Lust -, antwortet Dona Flor ziemlich brüsk:
„Du findest also harmlos, was du getan hast? Und damit nicht genug, versteckst du dich auch noch in meinem Zimmer, um mich zu beobachten! Du scheinst dir in der Zwischenzeit keine Manieren angeeignet zu haben. Hättest deine Zeit wahrlich besser nutzen können…“
„Sei doch nicht so, mein Schatz… Komm, leg dich her, gamz nah zu mir…“
„Und du hast noch die Stirn, mich aufzufordern, ich soll zu dir ins Bett kommen! Was denkst du dir eigentlich? Dass ich weder Ehre noch eigenen Willen im Leib habe?“
Vadinho verspürte keine Lust zu einem Wortstreit:

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Nach der Erzählung: „A morte e a morte de Quincas Berro d’Água“ von Jorge Amado
Ausgerechnet an seinem Geburtstag segnet der alte Qincas das Zeitliche. Das zickige Töchterlein, angereist mit dem stocksteifen Schwiegersohn und feiner Tante, steht weder auf Voodoo-Zeremonien noch Papas buntes Gefolge aus Huren und Tagedieben. Jene aber nutzen eine vorübergehende Unaufmerksamkeit des Bestatters, um sich mit Quincas sterblicher Hülle davon zu machen auf einen letzten denkwürdigen Saufzug durch die Gemeinde. Die Tochter aber eilt ihnen hinterher und gewinnt dabei Einblick in das Leben des entfremdeten Alten.


Du wirst mir s geben müssen, schöne Flor, und ich bin versessen auf die Stunde, wo ich meine kleine Gepellte verspeisen werde… Aber du wirst dich hingeben, wirst mir die Beine breit machen, denn ich will dich nur dann, wenn du auch willst. Ich will dich nicht mit dem Geschmack von Hass auf der Zunge, mein Schatz.“
Sie wusste, dass er die Wahrheit spricht: der Stolz stieg in der Brust ihres (ersten) Mannes hoch wie eine Aureole, ein Glanz. Freilich nicht eines Heiligen, sondern eines Menschen, eines männlichen, mannhaften Mannes.
Nun machte Dona Flor es sich auf dem Bettrand bequem, während Vadinho neben ihr lag und sie belauerte. Ihre Nerven waren entspannt, und zutraulich, gelassen, saß sie neben ihm. Doch kaum hatte sie sich gesetzt, als der Tunichtgut seine Hand über ihre Hüften in ihren Schoß gleiten ließ. Empört stand sie auf:
„Du bist wirklich ein Lump…“

Wie eine träge Brise drang die Süße des Abends mit Licht und Schatten ins Zimmer.
„Mein Schatz“, sagte er, „ich hab`schreckliche Sehnsucht nach dir gehabt, so große Sehnsucht, dass sie wie eine Tonne Erde auf meiner Brust lastete. Schon lange wollte ich kommen, seit der Zeit, als du mich das erste Mal riefst. Aber du hast dich mit dem Mokan, den Didi dir gegeben hat, festgehalten, und erst jetzt habe ich mich wirklich befreien können… Denn erste jetzt hast du mich wirklich gerufen, aus eigenem Willen…“
„Auch ich hab die ganze Zeit Sehnsucht gehabt… Dass du so ein übler Kerl warst, Vadinho, hat mir auch nichts genutzt, ich bin fast gestorben, als du starbst…“
Dona Flor fühlte etwas in ihrem Innern, sie verspürte das Verlangen, gleichviel, doch leise, lautlos. So sanft war Vadinhos liebkosende Hand auf ihrem Bauch, auf ihrem Nacken, auf ihrer Wange, und sein Kopf ruhte in ihrem Schoß und suchte eine bequeme Stellung. Schwer und warm lag er auf ihren Schenkeln und gab ihr Wärme und Schläfrigkeit… Alles lesen>>>>>


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Atemlos kam Nacib spät in der Nacht zu Hause an. In seinem Zimmer brannte Licht. War ein Einbrecher in der Wohnung? Oder hatte die neue Köchin vergessen, das Licht auszuschalten? Leise trat er in das Zimmer ein. Gabriela war auf einem Stuhl eingeschlafen. Das lange schwarze Haar fiel ihr auf die Schultern; durch das Waschen und Kämmen war es locker und wellig geworden. Sie trug jetzt ein sauberes Kleid, das sie offenbar in dem Bündel gehabt hatte. Durch einen Riss im Rock sah er ein Stück des zimtfarbenen Schenkels. Langsam hob und senkte sich die Brust, der Mund lächelte im Schlaf. Nacib blieb stehen. Er traute seinen Augen nicht. Wie hatte sich so viel Schönheit unter so viel Schmutz verbergen können?
„Mein Gott, was ist denn das!“ murmelte er fast andächtig.
Gabriela fuhr jäh auf. Sie hatte seine Stimme gehört und war voller Angst. Dann lächelte sie und es war, als lächelte mit ihr das ganze Zimmer. Sie stand auf und strich das alte Kleid glatt. Sie wirkte bescheiden und klar wie Mondenschein.
„Warum haben sie sich denn nicht schlafen gelegt?“ war alles, was er zu sagen wusste.
„Der Herr hat mir nichts gesagt… Ich habe meine Wäsche gewaschen, die Wohnung aufgeräumt… Dann habe ich gewartet… und bin eingeschlafen“, antwortete sie mit der singenden Stimme der Frauen aus dem Norden des Landes.
Nacib bemerkte, dass sie – offenbar ihr Haar – nach Nelken duftete. „Sie können wirklich kochen?“
„O ja“, antwortete sie. In ihrem Haar wechselten Licht und Schatten, die Augen hatte sie gesenkt, mit dem rechten Fuß glitt sie über den Fußboden, als wollte sie tanzen … Alle Leseproben finden Sie hier>>>


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