Elvis Peeters Roman – Obszön, grenzüberschreitend, provokant

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Der Sommer, als wir unsere Röcke hoben …

… und die Welt gegen die Wand fuhr – Elvis Peeters – Leseproben

Mädchen, die es sich selbst machten, Schwänze in den Mund nahmen, sich Schwänze in den Arsch steckten …

Vorbemerkungen …

.. zu Elvis Peeters Roman: Meistens ist es so, dass man vom Roman zum Film kommt. Oft allein dadurch bedingt, dass die Romane vor den Filmen entstehen. Man denke an all die Verfilmungen der Klassiker, zu deren Lebzeiten es noch gar kein Kino gab oder dasselbe noch in den Kinderschuhen steckte. Einige Beispiele dazu in meinem anderen Blog>>>

Der Film weckte Interesse am Roman

Nicht selten war man von den Filmen enttäuscht, häufig darauf zurückzuführen, dass der Roman die handelnden Personen wie die historischen Hintergründe präziser zeichnet als je ein Film dazu in der Lage sein würde, allein des Umfangs wegen, selbst bei doppelter Spiellänge. Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel.
Im vorliegenden Falle verhielt es sich umgekehrt, den Film hatte ich zufällig entdeckt und der Inhalt weckte Interesse am Roman von Elvis Peeters. Und um es vorweg zu nehmen, ich habe es nicht bereut, den Roman gekauft zu haben.

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Q: Michiel Hendryckx – Eigenes Werk

Elvis Peeters – Der Autor

Mit bürgerlichem Namen Jos Verlooy wurde Elvis Peeters im Jahre 1957 in Grimbergen, Belgien, Region Flandern, geboren. Seine Frau Nicole Van Bael ist an verschiedenen seiner Bücher als Autorin beteiligt. Elvis Peeters gründete q982 die Rockgruppe Aroma di Amore und tritt als Sänger außerdem mit der Gruppe De Legende auf.
Im Jahre 1992 erschien sein erstes Buch mit Erzählungen, sein erster Roman im Jahre 1998. Der hier behandelte erschien im Jahre 2009.

Elvis Peeters – Wij – Leseproben

Nissan

Wir sind frei. Ohne Wenn und Aber. Wir sind nicht so geboren, wir sind nicht so erzogen. Wir sind es, weil wir das so wollen. Wahr oder unwahr?

Wir zucken mit den Schultern. Wahr.
Wahr.
Warum auch nicht?

Die Sonne scheint, grell, als wäre das nötig bei dieser Hitze. Liesl verschränkt die Arme hinter dem Kopf. Ihre Achseln bilden glatte, flache Mulden. Ihre Brüste stehen weit auseinander. Sie sind klein, ihre Brustwarzen sind aus rosa Marzipan. Heute trägt sie keinen BH. In ihrem Nabel steckt ein glänzender Stein, ein Sprenkel Sonnenlicht.

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Vier junge Mösen

Am nächsten Tag gingen wir zur selben Stelle. Nicht mit Absicht, wirr waren nur zu faul, uns eine andere zu suchen
[…] Auf der Überführung war kaum Verkehr. Ab und zu kam ein Traktor, manchmal ein Auto oder ein Radfahrer. Wir sahen sie von Weitem. Wir waren einfach eine Gruppe Jugendlicher, ein paar Mädchen, ein paar Jungen, die sich aus Langerweile den Verkehr auf der Autobahn ansahen, der unter der Brücke hindurchraste.
[…] Die Mädchen standen in einer Reihe nebeneinander, mit gespreizten Beinen. Sie winkten den Autos mit einer Hand zu. Mit der anderen hielten sie ihren Rock hoch, den Ellbogen lehnten sie aufs Brückengeländer. Ihre Scham passte genau zwischen zwei Gitterstäbe. Vier junge Mösen. Wer wollte das nicht sehen? Vormittags um halb elf. Die Sonne brannte bereits.

Liesl winkte mit ihrem Slip

Plötzlich sahen wir ein Auto von der Spur abkommen, einen grauen Peugeot. Er berührte nur ganz kurz den grünen Nissan, der ihn gerade überholte. Sie fuhren beide mit hoher Geschwindigkeit. Ich meinte sogar, dass Liesl nicht mit einem weißen Taschentuch winkte, sondern mit ihrem Slip. Wir hörten den Aufprall unter der Brücke.
[…] Der Peugeot prallte gegen die Leitplanke, fast genau dort wo wir gestern gesessen hatten. Danach ertönte ein lauter Knall. Der Nissan zwischen den Ginsterbüschen hatte sich überschlagen und fing Feuer.
[…] Es war warm und wir hatten Durst. Womöglich schaffte es der Vorfall in die Zeitungen, dann würden wir morgen wissen, wer die Opfer waren.
Das Schönste auf Jens Bildern sind die Flammen und wie der Ginster versengt. Femke hielt bloß schmutzige schwarze Rauchwolken fest.

Sommer

Haben unsere Mösen das tatsächlich verursacht? Haben wir eine solche Kraft? Lustig wie sie alle danach verlangen. Und wir besitzen sie. Es wäre doch dumm, keinen Gebrauch davon zu machen.
[…] Wie schön kann das Leben sein, vier frisch erblühte, saubere Mösen, einfach so, frei, unerwartet, umsonst, ungebunden, vier, von denen die eine – und unmittelbar darauf steht alles Kopf, in den flimmernden, gelben Flammen des Ginsters.

Mädchen, die es sich selbst machten

Das erste Mal, als Verliebtheit mit einer Erektion einherging, war ich mit Femke zusammen. Wir taten es nur halb. Trotzdem wussten wir Bescheid.
In Jens Zimmer sahen wir uns auf seinem Laptop Pornoseiten an. Schwelgten in Mösen und Brüsten, Mädchen, die es sich selbst machten, Schwänze in den Mund nahmen, sich Schwänze in den Arsch steckten, von einem Hund lecken ließen, Männern, die eine Katze vögelten, bis diese kreischte und ihnen das Blut an ihren Säcken herunterlief …

Markt

Eigentlich ist es ganz einfach, es geht um Knappheit, um Angebot und Nachfrage, darum, Handel zu treiben. wir_der_film_mit_trailer […] Unsere Rohstoffe waren die Mädchen und unsere Produkte junge, erfahrene Mösen, darunter die einer hübschen Farbigen. Strenggenommen brauchten wir das Geld gar nicht, unsere Eltern, ob sie geschieden waren oder nicht, hatten genug. Nein, es war ein Spiel – wie alles in dieser Gesellschaft für Menschen mit genügend Kohle.


Der gleichnamige Film – Mehr zum Film mit Trailer finden Sie hier>>>


Spannend.
Beim ersten Mal.
Entspannt. Es tut nicht weh
Absolut.
Und zahlt sich aus.

Beim ersten Mal stieg Ruth in ein Auto, wo sie es auch tun wollte …

Es war ein Spiel

[…] Wir machten Witze und stellten allerlei Vermutungen an – dass der Typ keinen hoch bekäme, dass er zu früh abspritzen würde, nicht bezahlen wollte, dass Karl sich mit ihm prügeln müsste, dass er Ruth entführte, dass schon alles gut gehen würde.
Es war ein Spiel und wir gingen immer weiter. Die Mädchen wollten die Preise selbst bestimmen, entsprechend den Diensten, die sie am liebsten anboten. Femke blies ihren Freiern gern einen, Liesl und Ruth machten es vorzugsweise im Dreier, Ena wollte es gern von hinten, doch es gab nichts, was eine von ihnen grundsätzlich ablehnte.
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Die Schwänze stecken in ihren Mösen

Hätten wir es damals in Worte fassen können, hätte das so geklungen: Die Mädchen ficken mehr als wir, sie treiben es mit fremden Männern, ohne uns. Das Geld fliest allen in die Taschen, Jens führt gewissenhaft Buch, dagegen war nichts einzuwenden, weder aus Wut noch aus Neid. Sie tun es für Geld, daran ist nichts zu rütteln. Aber sie tun es wirklich, sie Schwänze stecken wirklich in ihren Mösen, da können sie sagen was sie wollen, aber was sie fühlen, fühlen nur sie. Im Austausch gegen ihr Geld sehen wir voller Bedauern zu.

Nachbemerkungen zu Elvis Peeters Roman

Angemerkt: Die handelnden Personen sind Teens um die fünfzehn, nicht etwa junge Leute an der Schwelle zur Volljährigkeit. Ist die Handlung nicht vielleicht doch etwas zu überzeichnet? In einer Rezension aus dem Jahre 2016 schreibt Marcus Kufner im Büchercafé:
„Ein sehr provokatives Buch, das die Grenzen von Moral und Ethik überschreitet. Es wirkt überzeichnet, fängt aber mit seiner präzisen Sprache die Energie der Jugend treffend ein und erreicht dabei eine hohe Intensität. Für mich hätte eine etwas weniger drastische Darstellung auch seinen Zweck erfüllt, aber umso aufgewühlter ließ mich das Buch zurück.“


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Ein Film zum Thema

Im Reich der Sinne

Ein erotisches Meisterwerk des Regisseurs Nagisa Oshima
Klappentext: Kichizo führt ein Geisha-Haus, in dem auch Sada als Dienerin und Prostituierte arbeitet. Zwischen ihnen entwickelt sich eine Leidenschaft, die alle Tabus und Konventionen hinter sich lässt und zunehmend obsessiver wird. Die Lust, die sie in ihrer Ekstase empfinden, wird durch den Schmerz gesteigert. Ihre Obsessin hat schließlich fatale Folgen … Mehr zum Film mit Trailer>>>


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Chronik einer lesbischen Liebe - Teil I - Viola - Als Taschenbuch und eBook
Mein erster Versuch
Überhaupt, soviel vorausgeschickt, wirkte Manu auf mich wie ein sexuelles Neutrum. Sie zog sich nie in meiner Gegenwart um. Wenn ich dasselbe in ihrer Gegenwart tat, schaute sie stets weg, oft ermahnte sie mich. Wenn sie bei uns übernachtete, schlief sie stets im Gästezimmer.
Der Name des Auserwählten, dem ich die Missetat antragen wollte: Paul, Paul das Mathe- und Physikgenie. Er hatte schon mehrere Olympiaden gewonnen und besuchte eine Parallelklasse im selben Gymnasium. Kurz nach meinem letzten Geburtstag fragte ich ihn auf dem Schulhof, ob er mir nicht ein paar Nachhilfestunden geben könne. So wie er mich anblinzelte, schien er meine wahren Gedanken erkannt zu haben. Daher sagte er ohne Vorbehalt zu. Ich könne nach der Schule jederzeit zu ihm kommen.
chrissys_tagebuch_teil1Viola
„Ich hab es nicht mehr ausgehalten … Ich hatte solche … Ich hab mich so sehr …“, erwiderte ich keuchend in unsere Küsse hinein. Ihr Körper war nass. Weil sie schon beim ersten Kuss den Turban verlor, klebten ihre nassen Haare an meinem Gesicht. Ich bemerkte nicht, wo die beiden Teile blieben, die ich auf meinem Körper trug. Alles was ich spürte, waren Brüste, Hände und nackte Haut … Und Violas Mund, der mich benetzte, vom Hals über meine Brüste, über mein Gesicht, zurück an meinen Lippen. Ich fühlte mich plötzlich wie ein Stück Wild, das man gerade, nach Jahren in einem engen Gehege, in die Freiheit entließ. Weil meine Beine versagten, schob ich meinen Po ein Stück auf die Kommode im Flur. „Warte bitte!“, keuchte Viola in einen Kuss hinein, weil sich bei mir ein erstes leichtes Beben ankündigte.
„Warum hast du mit mir nie über Kinder gesprochen?“, fragte ich nach einer Zwischenlandung. Wir lagen im Gras vor einem stark duftenden Rosenstrauch. „Wir sind noch nicht so weit, mein Reh“, erwiderte Viola. Sie zog einen Zweig mit mehreren Knospen daran herab. „Wenn dein Röschen erst blüht, reden wir darüber …“ Mit beiden Lippen umschloss sie die Knospe, sie blieb lange. Voller Gier wühlte ich in ihrem Haar, meine Lust schien mir unstillbar.
„Dann öffne sie jetzt, sei für eine Minute mein Mann“, keuchte ich. Ich fühlte Violas Daumen, wie sie die ersten zarten Blütenblätter nach außen kehrte. Ihren Atem, als sie daran roch, ihre Zunge, die den Tau einfing. Da flogen wir schon wieder.
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