Obsessionen – Im Reich der Sinne 1976

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Besessen von der Lust – Obsessionen

Nagisa Oshimas Meisterwerk der erotischen Filmkunst

mit: Eiko Matsuda, Tatsuya Fuji; Regie: Nagisa Oshima

Obsessionen: „Du bist ein Prachtweib, du hast bestimmt schon viele Männer verrückt gemacht. Na wie viele sind es gewesen?“

Vorbemerkungen

Ein weiterer Film aus der Reihe: „Sie tun es richtig“, von denen ich bereits einige in diesem Blog vorgestellt habe. Einer der für mich Beeindruckendsten, „Love“ von Gaspar Noe>>>

Obsessionen

Obsessionen – In diesem Falle die hemmungslose und vorbehaltlose Hingabe in einer von grenzenloser Lust geprägten Beziehung zwischen einem Bordellbetreiber und einer Geisha. Und ob sie es richtig tun, daran lassen die Bilder nicht den geringsten Zweifel, und so lautet ein Satz einer Filmkritik sinngemäß wie folgt: „Bleibt zu hoffen, dass das Abschneiden eines Penis die einzige Szene war, bei der es nicht richtig getan wurde …“

Abgeschnittene Geschlechtsteile
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Q: Rita Molnár – Eigenes Werk

Will man dem Erzähler glauben, beruht der Film auf einer wahren Begebenheit. Doch selbst wenn es nicht so wäre, abgeschnittene Geschlechtsteile bewegen hin und wieder die Kriminalisten weltweit. Allein mir sind zwei oder drei Fälle in Deutschland in Erinnerung geblieben, in einem Falle wurde der Penis sogar abgebissen. Die Gründe: Wut, Eifersucht, Obsessionen, Verlustängste, letztere die, die dieser Film beschreibt.

Nagisa Oshima – Der Regisseur

Am 31. März 1932 in Kyōto, Japan, geboren, zählte Nagisa Oshima zu den bedeutendsten Regisseuren und Filmproduzenten Japans und Vertreter der „Neuen Welle“. Teils in der Öffentlichkeit umstritten wegen der in seinen Filmen angesprochenen Tabu-Themen Sex, Verbrechen und Gewalt. Seine Tätigkeit als Regisseur begann im Jahre 1959 für die Produktionsfirma Shōchiku. Nach seinem Rauswurf gründete er mit seiner Ehefrau unter dem Namen Sozosha seine eigene Filmproduktionsgesellschaft. Im Reich der Sinne entstand im Jahre 1976 und war einer der Letzten Filme Nagisa Oshimas.
Er verstarb am 15. Januar 2013 in Fujisawa, Japan.

Im Reich der Sinne – Obsessionen – Der Film

Schon von den ersten Sekunden an lässt der Film keinen Zweifel daran aufkommen, das er mit Bildern, die von denen, die solche Art Filme nicht mögen, als obszön bezeichnet werden, nicht gerade sparsam umgeht. Und ohne vorgreifen zu wollen, der Film ist eine in eine Handlung gegossene Aneinanderreihung verschiedenster Liebespraktiken und man könnte ihn somit auch als einen Lehrfilm der Liebeskunst bezeichnen oder als das Sittengemälde eines Japan privat, jedenfalls der privaten Oberschicht, um deren Vertreter es hier geht.

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Tokio im Jahre 1936

Dass Ehemänner die Dienste von Liebesdienerinnen in Anspruch nehmen, ist nicht allein aus dem asiatischen Raum bekannt. Hierzulande erinnert es an die Sonntagsszene der gutbürgerlichen Familie nach dem Kirchgang. Die Mutter tritt mit den Kindern den Nachhauseweg an, um entweder selbst denn Sonntagsbraten herzurichten oder um dessen Herrichtung fachgerecht zu überwachen, während der Gatte entweder ins Wirtshaus zum Frühschoppen oder ins nächstgelegene Bordell verschwindet. Es soll heute noch Frauen geben, die froh sind, wenn sie von ihren Männern in Ruhe gelassen werden. Hier ein paar Ausschnitte aus dem Film, die man auf Youtube leider nicht zeigen darf:

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Sada regt die Lust des Hausherren an

So erscheint es nicht ungewöhnlich, dass die Gattin des Bordellbetreibers Kichizo (Tatsuya Fuji) dem Ehemann regelmäßig Huren für die Bewahrung seines körperlichen Wohls schenkt, und, wie eine Szene gleich zu Beginn des Films zeigt, sogar sehr zufrieden mit der Arbeit der Hausangestellten Sada (Eiko Matsuda) zu sein scheint. Sada regt die Lust des Hausherren an seit er sie zum ersten Mal zu sehen bekam. Der Herr sieht ihr bei der Hausarbeit zu:
„Du bist ein Prachtweib, du hast bestimmt schon viele Männer verrückt gemacht. Na wie viele sind es gewesen?“ Zuerst sträubt sie sich, dann gibt sie ihm nach und die Gattin ist zufrieden. Sie genießt es sogar regelrecht, dass Sada zuschauen muss wie sie, die Ehefrau, sich mit dem Gatten vergnügt. Nichtsahnend, dass sie in der Hausangestellten Obsessionen weckt, die in regelrechte Exzesse münden sollen.

Er wird zu ihrem Opfer

Es dauert nicht lange, dass Kichizos Begehren allein einer einzigen gilt, der angestellten Hure Sada, die sich zur Hausherrin erhebt, die er schließlich heiratet, in einem bizarr erscheinenden Zeremoniell, das in eine Orgie mündet. Dass die Hauptfrau nicht mehr in Erscheinung tritt entspricht den Sitten, der Rechtlosigkeit der Frauen in dieser Gesellschaft. An deren Stelle tritt die Konkubine, die Kichizo zu ihrem Werkzeug macht, die Umkehr der Rechtlosigkeit, sie nutzt die Gier des Mannes und erhebt sich über ihn, nymphoman, in nicht zu sättigender Lust, und nicht sie, sondern er gibt sich ihr hin. Er wird zu ihrem Opfer und sie lässt ihn in dem Glauben, Täter zu sein.

Tage und Nächte in hemmungsloser Lust

obsessionen_im_reich_der_sinne_filmNicht einmal der Gang zur Toilette wird ihm erlaubt. „Pinkle in mich hinein“, sagt sie zu ihm, während er sich später beschwert, der Gang zur Toilette sei die einzige Erholung für seinen „Kleinen“. Sada rechtfertigt sich: „Ich habe lange gedacht, dass ich besessen wäre und bin deshalb zum Arzt gegangen. Doch der hat gesagt, dass alles in Ordnung ist.“
Beide verbringen Tage und Nächte in hemmungsloser Lust und nichts bleibt dem Auge des Zuschauers verborgen, der zum Voyeur wird, Obsessionen. Zwei makellose Körper, die man sich gern anschaut. Pornografie? Wohl eher nicht. Die Penetration bleibt nicht verborgen, egal ob oral oder vaginal, doch steht das nicht im Mittelpunkt der Handlung.

Obsessionen bis zum Exzess

Sada nimmt Kichizo für sich ein, die übrigen Konkubinen verweigern ihre Dienste. Sada: „Schwöre mir, Kichizo, dass du nie mehr mit deiner Frau schläfst …“ Kichizo: „Wenn ich mit ihr schlafe darfst du mich töten …“ Es kommt zum Exzess. Kichizo: „Ich glaube, wenn man beim Lieber erwürgt wird, hat man noch mehr davon …“ Sada: „Wenn man all das spüren will, muss man bis zum Exzess gehen …“ Kichizo: „Alles was dich glücklich macht, bereitet auch mir Vergnügen …“
Eine Liebe, die sich am Ende selbst verzehrt. Obsessionen – Im Reich der Sinne


elvis_peeters_der_sommer Um ein völlig anderes Thema, nicht weniger spektakulär, nicht weniger skandalös, geht es in dem heute vorgestellten Roman:

Elvis Peeters – Der Sommer …

… als wir unsere Röcke hoben und die Welt gegen die Wand fuhr.
Klappentext: Aus Langeweile stellen sich vier Mädchen auf die Autobahnbrücke und heben ihre Röcke. Sie tragen nichts darunter. Die anderen sehen vom Gebüsch aus zu. Erst geschieht nichts, dann ein Unfall. Doch das ist erst der Anfang. Sie haben das ganze Leben noch vor sich. Aber vor allem einen endlosen Sommer. Sie sind auf der Suche nach den Grenzen des Gefühls. Sie sind unerfahren und unverantwortlich. Sie sind die Zukunft. Gnade uns Gott.
„Wir sahen die lächerlichen Versuche der Erwachsenen, ihre Sexualität am Leben zu erhalten, ihr hinterherzujagen. Wir lachten Sie aus. Ausführliche Leseproben finden Sie hier>>>

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Chronik einer lesbischen Liebe - Teil I – Maria – Als Taschenbuch und eBook
„Ich will gar nichts und du sollst gar nichts“, sprach sie in den Wirrwarr meiner Gedanken hinein. „Das einzige was ich jetzt will, mit dir schlafen, wie Frau mit Frau.“ Ich ließ mich ohne Widerstand an der Hand ins Schlafzimmer ziehen. Während Viola auf dem Bett in der nun unendlich bequemeren Lage, ihr Streicheln, ihre Küsse auf meine erhitzte Haut fortsetzte, stellte sich bei mir allmählich dieser Zustand ein, der stets meinen Willen brach. Dieses Mal dauerte es länger als sonst.
Leise sprach sie in ihre Küsse hinein: ich würde begeistert sein, Maria, so ihr Name, sei eine wirklich tolle Frau, sie habe sich lange mit ihr unterhalten. „Ihr habt also schon …?“, fragte ich zaghaft. „Nein, mein Reh, wir haben uns unterhalten, nicht einmal über Intimitäten.“ Viola habe ihr von mir erzählt, was für eine liebenswerte junge Frau ich sei.
chrissys_tagebuch_teil1 „Alltäglich ist das aber nicht, dass eine Lehrerin eine Beziehung mit einer ehemaligen Schülerin eingeht, Viola?“ Maria hob die Brauen, sie schaute Viola verwundert an. Am Tonfall ihrer Stimme bemerkte ich, dass ihre Bemerkung wohl weniger Ernst aufgefasst werden sollte.
„Sie war seit Langem nicht mehr meine Schülerin, aber ich mochte Chrissy schon als sie das noch war“, antwortete Viola leise, während sie mich lächelnd anschaute. Bei der Vervollständigung der Geschichte wechselten wir uns beide ab. Viola, dass sie seinerzeit bereits in mich verliebt war, ich erzählte von unserer „zufälligen“ Begegnung. Viola wie aufgeregt ich am Anfang gewesen sei, ich, welchen Schreck ich bekam, nachdem ich bemerkte, dass sich diese Aufregung als Erregung entpuppte. Viola setzte den Schlusspunkt, wie wir uns in die Arme gefallen waren.
„Aufregend“, sagte Maria, das sei ja nahezu Film reif, unsere Geschichte oder Stoff für einen Liebesroman.
„Du kennst den Spruch: geteilte Freude ist doppelte Freude, geteiltes Leid ist halbes Leid …“ Sie wartete einen Moment, bevor sie weiter sprach. Viola schien den Sinn nicht verstanden zu haben, zumindest erwiderte sie nichts darauf.
„Man kann auch Lust teilen, dennoch ist diese stets individuell …“, fuhr Maria fort. Sie blickte wieder zu mir, als sie sagte:
„Ich bin mir nicht sicher, ob Chrissy dasselbe will, worüber wir uns bereits nach etwa zehn Gesprächsminuten einig waren, ohne wirklich darüber gesprochen zu haben.“ Weiter an Viola gerichtet. „Deine Einladung für den heutigen Abend war am Ende die Bestätigung. Hätte ich nicht dasselbe gewollt wie du, wäre ich gar nicht erschienen.“
Für einen Moment herrschte Stille. Damit hatte Viola offenbar nicht gerechnet. Ich war mir nicht sicher, ob ich froh oder traurig sein sollte, falls der Abend an dieser Stelle sein Ende finden sollte. Viola unterbrach meine Gedanken, als sie sich äußerte:
„Deine Rücksicht ist sehr anständig Maria“ ... Alle Leseproben>>>

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