Erinnerung an meine traurigen Huren

erinnerung_an_meine_traurigen_huren_buchvorstellung

Der Roman von Gabriel Garcia Márquez – Leseproben

Huren – Der Film von Henning Carlsen – mit Trailer

Weck sie auf, die Huren und vögel sie bis zu den Ohren mit diesem enormen Eselsschwanz, mit dem dich der Teufel für deine Feigheit und deine Kleinlichkeit ausgezeichnet hat. Stirb ja nicht, bevor du das Wunder erlebt hast, aus Liebe zu vögeln …

Gabriel Garcia Márquez

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Quelle Wikipedia

Geboren am 6. März 1927 in Aracataca, Kolumbien, einer nordkolumbianischen Kleinstadt nahe der Karibikküste. Er war der älteste von elf Geschwistern, der jüngste Bruder war ebenfalls Schriftsteller.
Vom zwölften Lebensjahr an besuchte García Márquez das Jesuitenkolleg in Zipaquirá, 30 km nördlich von Bogotá. Auf Wunsch der Eltern begann er im Jahre 1946 ein Jurastudium an der Universidad Nacional de Colombia in Bogotá, wo er seine spätere Ehefrau, Mercedes Barcha Pardo, kennen lernte.
Seit 1950 beschäftigte er sich zunehmend mit Poesie und Literatur und gab sein Jurastudium auf. Vier Jahre später begann er eine Tätigkeit als Journalist für verschiedene Zeitungen. Die Tätigkeit führte ihn in verschiedene europäische und lateinamerikanische Staaten wie nach New York.
1982 erhielt Garcia Márquez den Nobelpreis für Literatur, für seine Werke, „in denen sich das Phantastische und das Realistische […] vereinen, die Leben und Konflikt eines Kontinents widerspiegeln“.
Der hier behandelte Roman, 2004 in Deutschland erschienen, ist sein vorletztes literarisches Werk. García Márquez verstarb am 17. April 2014 in Mexiko-Stadt.

Der Roman

Wer die Rubriken dieses Blogs kennt, der weiß, dass an dieser Stelle stets ein Buch und in der Rubrik „Erotikfilm“ ein passender Film vorgestellt wird. In diesem Falle nicht, weil der Film eine nahezu handlungs- und sprachgleiche Verfilmung des Romanstoffs darstellt. Für die „Lesefaulen“, die der Stoff interessiert, würde es also genügen, sich den Film anzuschauen. Nicht nur die Handlung, selbst Dialoge wie die Gedanken der Hauptfigur, wurde originalgetreu im Film übernommen.
Das Buch, eine literarische Referenz an einen Roman von Yasunari Kawabate, „Die schlafenden Schönen“, in einer Adaption als „Das Haus der schlafenden Schönen“ im Jahre 2006 von Vadim Glowna verfilmt. Vielleicht demnächst in diesem Blog.

Leseproben

Rosa Cabarcas

In meinem neunzigsten Jahr wollte ich mir zum Geburtstag eine liebestolle Nacht mit einem unschuldigen Mädchen schenken. Mir kam Rosa Cabarcas in den Sinn, die ein heimliches Bordell betrieb und guten Kunden Bescheid zu geben pflegte, wenn sie etwas Neues zu bieten hatte. Nie war ich dieser noch sonst einer ihrer obszönen Verlockungen erlegen, sie aber glaubte nicht an die Reinheit meiner Prinzipien. Auch die Moral ist eine Frage der Zeit, sagte sie mit einem maliziösen Lächeln, du wirst schon sehen. Sie war nur etwas jünger als ich, und ich hatte seit so vielen Jahren nichts von ihr gehört, dass sie inzwischen verstorben sein mochte. Doch nach dem ersten Klingelzeichen erkannte ich ihre Stimme am Telefon und sagte ohne Umschweife:
„Heute ist es soweit.“
Sie seufzte: Ach du trauriger Gelehrter, zwanzig Jahre lang bist du verschwunden, dann tauchst du wieder auf und verlangst Unmögliches. Sogleich besann sie sich jedoch auf ihr Handwerk und machte mir ein halbes Dutzend köstlicher Angebote, allerdings nur Gebrauchtware. Ich insistierte, nein, das Mädchen müsse Jungfrau sein, und ich wolle es für eben diese Nacht …
Sexuell hat mir mein Alter nie große Sorgen gemacht, denn meine Manneskraft hing weniger von mir ab als von den Frauen, und sie wissen, worauf es ankommt, wenn sie so wollen. Heute lache ich über die Jungs, die, erschrocken ob derlei Missgeschick, mit achtzig den Arzt aufsuchen und nicht wissen, dass es mit neunzig noch ärger wird, aber nicht mehr so wichtig ist: Es ist das Risiko, wenn man noch lebt …

Delgadina

Die erste Nacht:
Es gab kein Entrinnen. Ich trat in das Zimmer und mein Herz schlug wie verrückt, auf dem riesigen Mietbett sah ich das schlafende Mädchen, nackt und schutzlos, wie ihre Mutter sie geboren hatte. Die Kleine lag halb auf der Seite, das Gesicht zur Tür, von einem grellen Deckenlicht beleuchtet, das kein Erbarmen kannte. Ich setzte mich auf den Bettrand und betrachtete sie, alle fünf Sinne verzaubert. Ihr Leib war braun und warm …
Eine weitere Nacht:
Vorsichtig, um sie nicht zu wecken, setzte ich mich nackt auf das Bett, die Augen hatten sich schon an das trügerische rote Licht gewöhnt, und ich untersuchte sie von Kopf bis Fuß. Mit der Kuppe des Zeigefingers fuhr ich über ihren nassen Nacken, und sie erschauerte im Innersten wie bei einem Harfenakkord, drehte sich knurrend zu mir um und hüllte mich in ihren säuerlichen Atem. Mit Daumen und Zeigefinger drückte ich ihr die Nase zu, und sie schüttelte sich, zog den Kopf weg und wandte sich ohne aufzuwachen von mir ab. Eine unverhoffte Erregung brachte mich darauf, mit dem Knie zwischen ihre Beine zu dringen. Den ersten zwei Versuchen widerstand sie mit angespannten Schenkeln. Ich sang in ihr Ohr: Um das Bett von Delgadina schweben Engelchen im Chor. Sie entspannte sich ein wenig. Warm strömte es durch meine Adern, und das träge pensionierte Tier erwachte aus seinem langen Schlaf.
Das Haus war aus der Asche auferstanden, und ich schwebte in Delgadinas Liebe, so erfüllt und glückselig, wie ich es in meinem bisherigen Leben nicht gekannt hatte. Ihr verdankte ich, dass ich als Neunzigjähriger zum ersten Mal mit meinem natürlichen Wesen konfrontiert wurde … Alles lesen>>>

Ximena Ortiz

erinnerung_an_meine_traurigen_huren_romanAuf dem Totenbett hatte meine Mutter mich angefleht, ich möge jung eine weiße Frau heiraten und mindestens drei Kinder bekommen, darunter sollte ein Mädchen mit ihrem Namen sein, dem Namen, den schon ihre Mutter und Großmutter getragen hatten. Ich nahm die Bitte ernst, hatte aber eine so flexible Vorstellung von Jugend, dass mir Eile nie geboten schien. Bis ich mich an einem heißen Mittag im Haus der Palomares de Castro in Pradomar in der Tür irrte und Ximena Ortiz, die jüngste Tochter, nackt beim Mittagsschlaf überraschte. Sie lag mit dem Rücken zur Tür, hob aber so schnell den Kopf und sah mich über die Schulter an, dass ich keine Zeit hatte, mich davon zu stehlen. Oh, Verzeihung, stammelte ich mit stockendem Atem. Sie lächelte, drehte sich mir mit gazellenhaftem Schwung zu und zeigte ihren ganzen Leib. Die Luft im Raum war geschwängert von ihrem Körper. Sie war nicht splitternackt, denn hinter ihrem Ohr steckte eine giftige, orangefarbene Blüte, ganz wie bei der Olympia von Manet […] Ich konnte mir damals nicht vorstellen, dass ich im Leben je etwas Aufreizenderes zu sehen bekäme, und kann heute bestätigen, ich hatte Recht.

Stimmen zum Buch:
Eine Erzählung über Alter und Jugend, Eros und Tod. Schönheit und Vergänglichkeit, die uns rührt und verstört – FAZ
Wie sich Lüsternheit in Anteilnahme verwandelt, wie ein Mann erst am Ende seines Lebens sein Herz verliert, erzählt Garcia Márquez mit seiner unnachahmlichen poetischen Kraft – Welt am Sonntag

Der Film

Mit: Emilio Echevarria, Ángela Molina, Geraldine Chaplin; Regie: Henning Carlsen

Die Hauptfigur, El Sabio (Emilio Echevarria), der Weise, wird er genannt. Nur ein einziges Mal in seinem Leben ließ er sich von einer Frau nahezu soweit bringen, sie zu ehelichen. Die Hochzeit platzte, was ihm Schimpf und Schande einbrachte. Ximena Ortiz, die Frau, er hatte sich in der Tür geirrt und fand sie nackt auf ihrem Bett. Wenige Tage nach seinem neunzigsten Geburtstag begegnet sie ihm im Rollstuhl.
Seine sexuellen Wünsche befriedigte er Zeit seines Lebens in Bordellen. Als zwölfjähriger entdeckte er zufällig ein Bordell, in dem sich die Huren nackt den Aufgaben des Alltags widmeten. Er kratzte all sein Geld zusammen, um sich nachts in das Zimmer Castorinas, der Königin des Hauses, zu schleichen, die ihn würdig empfing.
erinnerung_an_meine_traurigen_huren_filmZu seinem neunzigsten Geburtstag wünscht er sich eine Jungfrau. Er wendet sich an die Bordellbesitzerin Rosa Carbacas (hervorragend gespielt von Geraldine Chaplin), die ihm die vierzehnjährige Delgadina, wie er sie nennt (Ángela Molina) ins Bett legt. Da entdeckt er die Liebe.
Der Film, in derselben Poesie gedreht, wie der Roman erzählt. In seinen Träumen lebt Delgadina in El Sabios Haus. Sie fragt ihn: „Als wir uns kennen gelernt haben, wieso warst du schon so alt?“ Er antwortet: „Wie alt man ist, hat nichts damit zu tun, wie lange man schon gelebt hat, sondern wie lange man noch vor hat, weiter zu leben.“
Sie verlieren sich, Delgadina und El Sabio. Als er sie sucht, begegnet ihm eine ehemalige Prostituierte, in deren Bett er viel Zeit verbrachte, Casilda Armenta. Sie rät ihm, Delgadina zu heiraten, falls er sie finden sollte. Sie sagt: „Ich geb dir einen Rat. Wenn du sie wieder hast, vergiss alle großväterliche Sentimentalität, klar? Weck sie auf und vögel sie bis zu den Ohren mit diesem enormen Eselsschwanz, mit dem dich der Teufel für deine Feigheit und deine Kleinlichkeit ausgezeichnet hat. Stirb ja nicht, bevor du das Wunder erlebt hast, aus Liebe zu vögeln.“ Der Film >>>

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„Ich will gar nichts und du sollst gar nichts“, sprach sie in den Wirrwarr meiner Gedanken hinein. „Das einzige was ich jetzt will, mit dir schlafen, wie Frau mit Frau.“ Ich ließ mich ohne Widerstand an der Hand ins Schlafzimmer ziehen. Während Viola auf dem Bett in der nun unendlich bequemeren Lage, ihr Streicheln, ihre Küsse auf meine erhitzte Haut fortsetzte, stellte sich bei mir allmählich dieser Zustand ein, der stets meinen Willen brach. Dieses Mal dauerte es länger als sonst.
Leise sprach sie in ihre Küsse hinein: ich würde begeistert sein, Maria, so ihr Name, sei eine wirklich tolle Frau, sie habe sich lange mit ihr unterhalten. „Ihr habt also schon …?“, fragte ich zaghaft. „Nein, mein Reh, wir haben uns unterhalten, nicht einmal über Intimitäten.“ Viola habe ihr von mir erzählt, was für eine liebenswerte junge Frau ich sei.
chrissys_tagebuch_teil1 „Alltäglich ist das aber nicht, dass eine Lehrerin eine Beziehung mit einer ehemaligen Schülerin eingeht, Viola?“ Maria hob die Brauen, sie schaute Viola verwundert an. Am Tonfall ihrer Stimme bemerkte ich, dass ihre Bemerkung wohl weniger Ernst aufgefasst werden sollte.
„Sie war seit Langem nicht mehr meine Schülerin, aber ich mochte Chrissy schon als sie das noch war“, antwortete Viola leise, während sie mich lächelnd anschaute. Bei der Vervollständigung der Geschichte wechselten wir uns beide ab. Viola, dass sie seinerzeit bereits in mich verliebt war, ich erzählte von unserer „zufälligen“ Begegnung. Viola wie aufgeregt ich am Anfang gewesen sei, ich, welchen Schreck ich bekam, nachdem ich bemerkte, dass sich diese Aufregung als Erregung entpuppte. Viola setzte den Schlusspunkt, wie wir uns in die Arme gefallen waren.
„Aufregend“, sagte Maria, das sei ja nahezu Film reif, unsere Geschichte oder Stoff für einen Liebesroman.
„Du kennst den Spruch: geteilte Freude ist doppelte Freude, geteiltes Leid ist halbes Leid …“ Sie wartete einen Moment, bevor sie weiter sprach. Viola schien den Sinn nicht verstanden zu haben, zumindest erwiderte sie nichts darauf.
„Man kann auch Lust teilen, dennoch ist diese stets individuell …“, fuhr Maria fort. Sie blickte wieder zu mir, als sie sagte:
„Ich bin mir nicht sicher, ob Chrissy dasselbe will, worüber wir uns bereits nach etwa zehn Gesprächsminuten einig waren, ohne wirklich darüber gesprochen zu haben.“ Weiter an Viola gerichtet. „Deine Einladung für den heutigen Abend war am Ende die Bestätigung. Hätte ich nicht dasselbe gewollt wie du, wäre ich gar nicht erschienen.“
Für einen Moment herrschte Stille. Damit hatte Viola offenbar nicht gerechnet. Ich war mir nicht sicher, ob ich froh oder traurig sein sollte, falls der Abend an dieser Stelle sein Ende finden sollte. Viola unterbrach meine Gedanken, als sie sich äußerte:
„Deine Rücksicht ist sehr anständig Maria“ ... Alle Leseproben>>>

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