Nana im Sündenbabel des 19. Jahrhunderts

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Nana – Die nackte Venus von Émile Zola – Leseproben

Ein Sittengemälde des Paris des ausgehenden 19. Jahrhunderts

Nana mit ihrem Lachen, mit ihren Brüsten und ihren verlockenden Hüften, in denen alle Laster lauerten, war der Teufel …

Paris Ende des 19. Jahrhunderts

nana_weltausstellung_paris1889Der Roman Nana entführt uns in das Paris der Dritten Republik, in die Zeit vor der Pariser Weltausstellung im Jahre 1889. Die Weltausstellung aus Anlass des 100. Jahrestages der französischen Revolution von 1789, zu deren Attraktion der Eiffelturm werden sollte. Was wenige wissen: der Eiffelturm, zu dieser Zeit mit seinen 324 Metern das höchste Bauwerk der Welt, war nicht allein der Weltausstellung gewidmet. Er war außerdem die Antwort der Kirchengegner, die inzwischen eine Mehrheit in der Nationalversammlung inne hatten, auf die Fertigstellung der Kathedrale von Sacre Coer als Symbol für die Vorherrschaft der Katholischen Kirche, die bis dahin den höchsten Punkt in Paris markierte. Die Fertigstellung der Kathedrale konnte nicht verhindert werden, dennoch beschloss die Nationalversammlung im Jahre 1905 schließlich das Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat und begründete somit den Laizismus.
Nackte und halbnackte Frauen auf den Bühnen bekannter Schauspieltheater und Opernhäuser, Schenkel schwingende Tänzerinnen, die den Blick frei gaben bis zu dem, in feinste Seite gehüllten, schönsten aller Enden. Schauspielerinnen, die ihre Verehrer nicht allein von der Bühne her beglückten, sondern gern gesehene und heiß geliebte Gäste auf nächtlichen Parties im Anschluss an die Aufführungen waren. Welchem Herren im ansonsten bis an den Hals zugeknöpften bigotten Europa hätte das nicht das Herz höher schlagen und ein angenehmes Gefühl in die Unterhose einkehren lassen. Eine Zeit, die den Begriff der Stadt der Liebe für Paris prägte, wenn es in der Mehrheit auch keine Liebe war, sondern lediglich die Befriedigung einer Lust, was aber bisweilen auch mit Liebe einher gehen soll.

Der Autor Émile Zola

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Édouard Manet – Zola Gemälde

Als Émile Édouard Charles Antoine Zola am 2. April 1840 in Paris geboren, als einziges Kind eines Italieners und einer Französin. Während seiner Schulzeit war Émile Zola mit Jean-Baptistin Baille und vor allem mit dem Maler Paul Cézanne befreundet. Letzterer unterwies ihn in der Kunst der Malerei.
Nachdem er durchs Abitur gefallen war, schlug Zola sich mit verschiedenen Jobs durch, bis er am 1. März 1862 von Louis Hachette als Angestellter in dessen Buchhandlung und Verlag aufgenommen wurde. Hier knüpfte er erste Kontakte zur Welt der Literatur.
In den 60er Jahren arbeitete Zola in den Rubriken literarische und künstlerische Kritik verschiedener Zeitungen mit, später als politischer Journalist, bis er im Jahre 1867 mit seinem Roman Thérèse Raquin Aufsehen erregte (Eine moderne Verfilmung des Themas finden Sie hier>>>).
1869 begann Zola an seinem monumentalen Zyklus „Die Rougon-Macquart“ zu arbeiten, der ihn 20 Jahre lang in Anspruch nahm.
Mit einem offenen Brief an den Staatspräsidenten Félix Faure in der Angelegenheit Hauptmann Alfred Dreyfus, den man zu Unrecht als pro deutschen Verräter verurteilt hatte, löste Zola einen innenpolitischen Sturm aus, der in der Dreyfus-Affäre endete. Er wurde politisch verfolgt un flüchtete nach London.
Émile Zola verstarb am 29. September 1902 in Paris.
Er gilt als Leitfigur und Begründer der gesamteuropäischen literarischen Strömung des Naturalismus und war einer der größten französischen Romanciers des 19. Jahrhunderts.
Bei der Vorstellung seines Romans „Die Erde“ überlegte ich eine Weile, ob ich den ebenfalls in die Rubrik „Erotik“ einstellen sollte. Die Lage französischer Bauern im Vorfeld des Deutsch-Französischen Krieges mit all den menschlichen und auch unmenschlichen Seiten, die das Leben zu bieten hat. Körperliche Liebe zwischen Geschwistern ohne den erhobenen Zeigefinger, die Macht der Männer über die Frauen, Vergewaltigungen, was in dieser Zeit niemanden abschreckte, das alltägliche Elend. Ich entschloss mich am Ende, den Roman in den Non-Erotik-Bereich einzustellen, zu stark überwiegt das gesellschaftskritische Element.
Leseproben aus seinem Roman „Die Erde“ finden Sie hier>>>

Nana – Leseproben

Nana hat es geschafft …

… als ehemalige Kurtisane, Tochter einer Wäscherin und eines Trinkers, trug man ihr die Rolle der Venus in einem Theaterstück an. Ganz Paris und später gekrönte Häupter Europas strömen in das Theater, um die nackte Venus zu bewundern und anzubeten. Es dauert nicht lange bis ihr zuerst die Herzen und mit diesen die Vermögen berühmter Vertreter der Pariser Gesellschaft zufliegen …
Alle drehen sich um. Sie hatte sich gar nicht etwa eine Hülle übergeworfen, vielmehr ganz einfach ein knappes Perkal-Mieder zugeknöpft, das ihr den Busen halbwegs bedeckte. Als die Herren sie in die Flucht getrieben hatten, wollte sie sich gerade ausziehen und hatte rasch ihr Fischhökerinnenkostüm vom Leibe gestreift. Hinten guckte ihr noch ein Hemdzipfel aus der Hose. Und nun hielt sie immer noch mit bloßen Armen und nackten Schultern, die Spitzen ihrer Brüste entblößt, in der ganzen herrlichen Jugendpracht ihrer fülligen, blonden Schönheit, mit einer Hand den Vorhang auseinander, als wollte sie ihn beim geringsten Erschrecken wieder zu ziehen.
„Ja, ich bin überrumpelt worden. Auf keinen Fall werde ich mich getrauen …“, stammelte sie mit gespielter Befangenheit; rosige Töne überzogen ihren Hals, während ein zaghaftes Lächeln ab und zu um ihren Mund spielte …

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Der Prinz

Plötzlich wurde er den Prinzen gewahr, den er nicht hier vermutet hatte. Er brach mitten im Satz ab, setzte ein drollig feierliches Gesicht auf und verkündete: „König Dagobert steht vor der Tür und wünscht mit seiner Königlichen Hoheit anzustoßen.“
Da der Prinz dazu lächelte, fand jemand den Witz großartig. Aber die Garderobe war viel zu klein für alle die Leute. Man musste eng zusammengedrängt stehen, Satin und Madame Jules ganz hinten beim Vorhang, die Männer dicht um die halbnackte Nana geschart. Die drei Schauspieler hatten noch ihre Kostüme vom zweiten Akt an. Während Prulliére seinen Schweizer Admiralshut abnahm, dessen ungeheurer Federbusch unter der Decke nicht Platz gehabt hätte, suchte Bosc mit seinem Purpurwaffenrock und seiner Blechkrone festen Stand auf seinen unsicheren Säuferbeinen und begrüßte den Prinzen wie ein Monarch, der den Sohn eines mächtigen Nachbarn an seinem Hof empfängt …
[…] Liebenswürdig und bereitwillig hob der Prinz sein Glas. Er wartete, verneigte sich dreimal und murmelte dazu: „Madame … Herr Admiral …Majestät …“
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Und dann Trank er es in einem Zug leer. Graf Muffat und der Marquis de Chouard taten es ihm nach. Nun war`s kein Ulk mehr, man war bei Hofe. Dieses Theatervölklein spielte hier in einer feierlich ernsten Posse unter dem heißen Brodem der Gaslichter die wirkliche Welt weiter, Nana hatte völlig vergessen, dass sie in Höschen da stand und ihr der Hemdzipfel heraus lugte und spielte die große Dame, die Königin Venus, die ihre Privatgemächer den Würdenträgern des Staates öffnet. In jedem Satz, den sie sprach, brachte sie „Königliche Hoheit“ an. Sie machte tiefernst und ohne eine Miene zu verziehen, einen Knicks nach dem anderen und behandelte Bosc und Prulliére, diese abgerissenen Schlucker, als wären sie ein Souverän in Begleitung seines Ministers. Und niemand lächelte über dies seltsame Gemisch, diesen echten Prinzen und Thronerben, der so gemütlich den Champagner eines Komödianten trank und sich in diesem Götterkarneval höchst wohl fühlte, der in dieser ausgelassenen Maskerade des Königtums mitspielte, mitten unter einem Volk von Ankleidefrauen und leichtlebigen Frauenzimmern, von alten, abgebrühten Bühnenhasen und Schaustellern von Weiberfleisch. Bordenave war ganz hingerissen von dieser großartigen in Szene gesetzten Verbrüderung und überlegte, was er für tolle Einnahmen erzielen könnte, wenn Seine Hoheit geruht hätten, im zweiten Akt der „Blonden Venus“ so aufzutreten … Alles lesen>>>

Graf Muffat

Graf Muffat hatte den Mund noch kein einziges Mal aufgetan. Ein innerer Zwang lenkte seine Gedanken beharrlich auf seine Jugendzeit: Sein Kinderzimmer war eiskalt. Späterhin, als er sechzehn Jahre alt war, küsste ihn seine Mutter jeden Abend vor dem Einschlafen, und dann nahm er die Eiseskälte dieses Gutenachtkusses mit in seinen Schlaf hinüber. Eines Tages hatte er im Vorbeigehen durch eine halb offene Tür eine Magd beobachtet, während sie sich gerade wusch; und das war auch die einzige Erinnerung, die ihn vor der Pubertät bis zu seiner Heirat gequält hatte. Hernach hatte er bei seiner Frau strikte Unterwerfung unter ihre ehelichen Pflichten gefunden; er selbst aber hatte eine Art frommen Widerwillen verspürt. Er wurde älter und lebenserfahrener. Ohne Fleischeslust kennen zu lernen, strenger religiöser Pflichterfüllung ergeben, lebte er ein Leben, das nach Vorschriften und Gesetzen eng geregelt war. Und jetzt warf man ihn da unversehens in diese Schauspielerinnengarderobe vor dieses nackte Mädchen hin. Er hatte noch nie zugeschaut, wenn die Gräfin Muffat ihre Strumpfbänder anlegte, und nun wohnte er den intimen Hantierungen einer Frauentoilette bei, in einem Wirrwar von Töpfen und Waschbecken, benommen von dem starken süßen Geruch, der den Raum erfüllte. Sein ganzes Wesen lehnte sich dagegen auf, die langsame Inbesitznahme durch Nana, die ihn seit einiger Zeit umgarnte, erschreckte ihn, erinnerte ihn all dies doch an seine erbauliche Lektüre, lauter Geschichten vom Teufel Besessener, mit denen er in seiner Kindheit geplagt worden war. Er glaubte an den Teufel. Nana – das fühlte er dumpf und verworren -, Nana mit ihrem Lachen, mit ihren Brüsten und ihren verlockenden Hüften, in denen alle Laster lauerten, war der Teufel. Avber er gelobte sich, stark zu bleiben. ER würde sich schon zu wehren wissen … Alles lesen>>>


Ein passender Film, das Drehbuch in Anlehnung an einen Roman von Émile Zola

Durst

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Der Film basiert auf dem Roman Thérèse Raquin von Émile Zola, der im Jahre 1867 erschien. Zola hatte bis dahin als Journalist gearbeitet und der Roman brachte ihm den literarischen Durchbruch. 1873 entstand das gleichnamige Theaterstück.
Der katholischer Priester Sang-hyeon (Song Kang-ho), der sich dem Leben verpflichte fühlt, nimmt an einem Experiment zur Erforschung eines Impfstoffes gegen den tödlichen Emmanuel-Virus teil und stirbt.
Wie ein Wunder erwacht er später wieder zum Leben. Er besitzt die Fähigkeit, mit seinem Gebet Kranke zu heilen und wird wie ein Heiliger verehrt.
Während der letzten Ölung eines Unfallopfers leckt er zum ersten Mal menschliches Blut und stellt zu seiner eigenen Bestürzung fest, dass er als Vampir aus dem Reich der Toten erwachte … Mehr zum Film mit Trailer>>>


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dunkle_perlen_erotiknovellenWir wussten nicht viel von dieser Welt. Mich wunderte, dass sie so seltsam sprach. Worte, die ich nicht verstand. Umgekehrt schien das ähnlich zu sein. Doch wenn wir Burgen bauten, Löcher in den Sand gruben oder den Wasserball warfen, spielte das keine große Rolle. Der Ball und „the ball“, „borl“, klangen fast ähnlich. Beim „castle“, der Burg, war das schon etwas schwieriger. Das Sand-Loch, „the hole“ klang wie die Hohle. Ein Hohlweg, in dem wir zu Hause als Kinder gern spielten. Der Weg erinnerte stellenweise wirklich an ein Loch. Über solch kleine Eselsbrücken lernte ich meine ersten englischen Vokabeln. Über Badeanzüge, Schambehaarung, Autos, Kassettenrekorder, die verschiedensten Löcher im menschlichen Körper und deren Bedeutung für Glück und Fortpflanzung, steife Glieder, Filmkameras, Kondome, ob Zähneputzen vor dem Schlafengehen nützlich oder schädlich ist wie über untreue Ehefrauen, sprachen wir ohnehin noch nicht.
Die schwarze Mona - Wir besaßen eine Höhle in einer der zahlreichen Heumieten um den Ort herum. Die besagte diente als Futterreserve für den daneben liegenden Schafstall. Maritta besuchte uns, mich nebst drei anderen Freunden, in der Höhle. Berührung war nicht erlaubt, wir durften sie lediglich anschauen, wie sie nackt und breitbeinig auf dem Heu lag und sich selbst befriedigte. Einer nach dem anderen, jeder für sich, und jeder musste vor ihren Augen masturbieren.
Maritta, das Ebenbild einer Zigeunerin – so durfte man seinerzeit Mitglieder dieses Volkes unbeanstandet nennen. Eine schwarze Lockenmähne auf dem Kopf, die sich zwischen ihren Beinen bis weit über den Schamberg hinauf sowie ein kleines Stück an den Innenseiten der Oberschenkel hinab wiederholte, ein Urwald, der Anblick faszinierte mich.
Während sie mit zwei Fingern ihre von Haaren überwucherte Spalte öffnete oder sich am Kitzler rieb, befahl sie uns, vor ihren Augen zu wichsen. Dabei stöhnte sie leise. Wenn sie bemerkte, dass sich etwas ankündigt, streckte sie die Füße aus. Anschließend verrieb sie das Sperma auf ihren Beinen. Der Reigen wiederholte sich so lange, bis keiner mehr auch nur einen einzigen Tropfen heraus brachte. Vor der Höhle in der Warteschleife brachten wir unsere Schwänze wieder in Form, indem jeder den anderen bei der Schilderung seiner Erlebnisse mit Maritta zu übertreffen versuchte.
„Bei mir hat die richtig laut gestöhnt“, meinte einer. „So tief war sie mit ihren Pfoten in der Pflaume drin.“ Er streckte zur Demonstration drei Finger aus ... Alle Leseproben>>>

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Nana

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Autor: Émile Zola

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Name : Nana
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ISBN : 9783423143998
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Format : Paperback

Format : Hardcover

2 Kommentare zu "Nana im Sündenbabel des 19. Jahrhunderts"

  1. Herbert Gabriel | 2020/07/02 um 21:14 | Antworten

    Ein wirklicher Klassiker, gute Auswahl, Gruß Herbert

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