Anne Lister Eine erotische Biografie

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Leseproben aus Klassikern der Erotik

Ich liebe die Frauen und sie lieben mich auch – Anne Lister

Ich hatte einen sehr guten heute Morgen, eine Stunde bevor wir aufstanden. Wir schlummerten hinterher noch eine Weile, und als ich dann aus dem Bett wollte, fasste sie mir auf einmal ans Fötzchen. Ich fuhr zurück. „Ah“, sagte sie, „du erschreckst dich nur, weil du noch Jungfrau bist …

Anne Lister

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Anne Lister

Sie schrieb ihre geheimen Tagebücher, wenigstens was die intimeren Inhalte betraf, in einer selbst entwickelten Geheimschrift. Anne Lister, die Herrin von Shibden Hall, einem Landgut bei Halifax in Yorkshire, England. Im England des anbrechenden 19. Jahrhunderts, des Jahrhunderts gewaltiger gesellschaftlicher Umbrüche, des Jahrhunderts der industriellen Revolution. Ein Jahrhundert der Modernisierung und mit der Aufklärung nicht nur der Modernisierung der Produktion, sondern auch der Köpfe. Ein Jahrhundert des Kampfes Alt gegen Neu.
Vierzehn Jahre nach ihrem Tod gelangt das Gut in die Hände eines Nachkommen, dessen Sohn, John Lister die Tagebücher entdeckte. Schriften, die ihn faszinierten. Noch mehr das was er nicht entziffern konnte. Ein Antiquar half ihm bei der Dechiffrierung. Es gelang, der Antiquar fand die Texte widerlich. Intime Berichte über homosexuelle Handlungen zwischen Miss Lister und ihren zahlreichen Freundinnen. Die Einträge beginnen stets damit, mit wem Anne Sex hatte, wie oft, wie lange. Sie beschrieb die Qualität ihrer wie der Orgasmen der Partnerinnen oder ob sie sich selbst befriedigt hatte.
John versteckte die Tagebücher auf eine Art, die ihn die Gewissheit beließen, dieselben würden irgendwann entdeckt. So geschah es, Shibden Hall fiel nach Johns Tod der Stadt Halifax zu und wurde in ein Museum verwandelt. Die Tagebücher wanderten in die Stadtbibliothek.
Einhundert Jahre lang waren die Inhalte nur einer Hand voll Bibliothekaren und Archivaren bekannt. Erst einhundert Jahre später, mit Anbruch der Frauen- und Lesbenbewegung, wurde der Boden für die Veröffentlichung bereitet. Angela Steidele verfasste aus den Übersetzungen von John Lister, Muriel Greene, Vivien Ingham, Phyllis Ramsden, Helena Whitbread und Jill Liddington diese erotische Biografie, in der die Autorin die Verfasserin der Tagebücher über weite Strecken selbst zu Wort kommen lässt.

Angela Steidele

Geboren am 18. Dezember 1968 in Bruchsal, lebt die Autorin heute in Köln. Bekannt wurde Steidele als Autorin von Sachbüchern und Romanen, die sich unter anderem mit Liebesgeschichten zwischen Gleichgeschlechtlichen in der Zeit des 18. Und 19. Jahrhunderts befassen.
Nach dem Abitur und einem zweijährigen Aufenthalt in Israel studierte sie von 1990 bis 1996 Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft und Philosophie in Hildesheim und promovierte 2002 in Siegen in Allgemeiner Literaturwissenschaft. Die Dissertation trug den Titel: Als wenn Du mein Geliebter wärest. Liebe und Begehren zwischen Frauen in der deutschsprachigen Literatur 1750–1850. In den Folgejahren lehrte sie an verschiedenen Hochschulen
Seit 2007 konzentriert sich Angela Steidele auf eigene Buchprojekte.

Die Namen ihrer Frauen waren:

Eliza, Isabella (Tib), Mariana, Elizabeth, Miss Vallance, Maria, Sibella und Vere, um die wichtigsten zu nennen Zu den übrigen, den kürzeren Affären, kommen wir noch im Text. Ein paar weitere werden vielleicht keine Erwähnung gefunden haben, da die Tagebücher kleinere und größere Lücken aufweisen und noch immer nicht alles übersetzt wurde. Im Klappentext der Biografie heißt es: Frauenheld, Schwerenöter, Heiratsschwindler, Lüstling, Wüstling oder einfach nur Schuft. Frauen pflasterten ihren Weg. Anne Lister betete sie an, begehrte, belog und betrog sie, ging ihnen an die Wäsche und ans Geld …
(Auszüge aus dem Tagebuch sind im folgenden Text kursiv gehalten)

Eliza Raine

Mit 14 oder 15 zum ersten Mal verliebt. Verliebt in ein gleichaltriges Mädchen; sie besuchten dieselbe Klasse an der Manor House School. Eliza, in Madras geboren, hatte sie dunkle Haut und schwarze Haare. Im Internat schliefen beide nicht in einem der Schlafsäle, sondern teilten sich gemeinsam ein Dachstübchen. Weil sie anders waren, „queer“, als andere. Eliza, weil sie anders aussah, Anne weil sie mehr zu lernen wünschte, als es seinerzeit für Mädchen üblich war. Sehr frühzeitig entdeckte Anne ihre Zuneigung zum eigenen Geschlecht. Anne und Eliza lernten, die Zweisamkeit in ihrer Kammer zu genießen. Ich empfand mein Verhalten und meine Gefühle als natürlich, da sie nicht angelernt oder fingiert waren, sondern angeboren. Ich war schon immer so, seit meiner Kindheit … Ich war nie anders und konnte dem mit keiner Anstrengung gegensteuern … schreibt Anne in ihrem Tagebuch. Sie schworen sich ewige Treue.
Anne lernte Griechisch, las frühzeitig die Originalwerke antiker Dichtung, Horaz, Juvenal, Martial. Von letzterem stammen zwei berüchtigte Epigramme über Frauen begehrende Frauen, etwa über eine gewisse Bassa, die in der Öffentlichkeit keusch und unnahbar tue, heimlich aber Frauen ficke; mit ihrer ungeheuerlichen Klitoris. Anne verstand darunter einen Dildo.
Mögen die Götter die deinen Teil an Verstand geben, Philaenis, wenn du meinst, die Möse zu lecken sei männlich.
Beide, Anne und Eliza, hatten Sex, uns zwar zu allen Stunden des Tages: felix um 8 Uhr oder Felix am Nachmittag …, notierte Anne in einer ersten Chiffre.
Und sie liebte nicht nur das eigene Geschlecht in frühester Jugend, sie wurde auch sehr bald untreu. Nämlich mit ihrer Klavierschülerin Namens Maria Alexander: Nichts ist praktischer und geräumiger als mein Herz. Es lässt neue Eindrücke zu, ohne die alten zu bedrängen oder zu inkommodieren, und alles behält seinen Platz …

Isabella Norcliffe

Sie war sechs Jahre älter als Anne und stammte aus einer vornehmen und wohlhabenden Familie. Unsere Anlagen harmonieren perfekt, stellte Anne fest, wir sind uns von Natur aus ziemlich ähnlich …
Anne Lister war noch mit Eliza Raine zusammen, als sie Isabella kennen lernte. Im Frühling 1811 wurden beide ein Paar. Annes anhaltendes Werben hatte seine Wirkung auf Isabella nicht verfehlt.
Die ersten Jahre von Annes und Isabellas Beziehung sind (…) unzureichend belegt. Dass die beiden zu Beginn glücklich waren, lässt sich aus späteren Bemerkungen und dem weiteren Verlauf ihres Verhältnisses schließen. Im Oktober 1812 besuchte Anne Isabella zum ersten Mal in Langton Hall. In den letzten beiden Wochen gesellte sich Isabellas engste Freundin zu ihnen:

Mariana Belcombe

Mariana Percy Belcombe war ein Jahr älter als Anne uznd lebte mit ihrer Familie wie die Norcliffes in der Petergate, einer der Hauptstraßen Yorks, die am Münster vorbei führt.
Wahrscheinlich gingen die beiden schon im Dezember 1812, als sie zwei Wochen ohne Isabella in York zusammen verbrachten, eine sexuelle Beziehung ein. 1813 schrieben sie sich 60 Briefe …
Mit der nichts ahnenden Isabella setzte Anne ihre Beziehung fort, zumal ihr die Norcliffes wesentlich mehr boten als die Arzttochter Mariana, die ähnlich bescheiden lebte wie sie selbst.
Mit Mariana erlebte Anne (…) unbeschwerte Stunden. Zwei gute Küsse gleichzeitig gestern Nacht und drei heute Morgen, nach 8 Uhr. „Kuss“ war der im 18. und 19. Jahrhundert im englischen, französischen und deutschen Sprachraum gängige Euphemismus für sexuellen Verkehr. In der Dichtung war er der einzige Begriff, der die körperliche Liebe andeuten konnte. Das „X“, mit dem Anne in ihrem Tagebuch Selbstbefriedigung chiffrierte, kürzt im Englischen „Kuss“ ab. Anne meinte mit Kuss im engeren Sinne auch den Höhepunkt im Liebesspiel. Wir schmiegten uns aneinander, liebten uns und hatten einen höchst wonnevoll langen Kuss, so zärtlich wie noch kaum je. An ihrer gemeinsamen Lust hatte Mariana großen Anteil. Gestern Nacht zwei. Mariana redete während des Aktes. „Ah“, sagte sie, „kannst du je eine andere lieben?“ Sie versteht es, die Lust in unserem Liebesspiel zu steigern. Sie flüstert häufig „oh, ja, herrlich“, im entscheidenden Moment. Alle ihre Küsse sind gut. Später sollte Anne feststellen, keine andere hat mir je solche Küsse geschenkt. Mariana befriedigte Anne weit über das sexuelle Verlangen hinaus, weil sie ihren Fred oder Freddy nicht zu sehr als Frau betrachtete. Mariana gegenüber durfte Anne der Kavalier sein, der Gentleman, als den sie sich empfand.
(…)als sie (Anne) nach zehn Tagen (im Herbst 1815) nach York zurückkehrte, traf mich der Schlag: Mariana sollte heiraten. Als ich zum ersten Mal davon hörte, brachte ich kaum ein Wort heraus. Nachdem ich darüber nachgedacht hatte, beschloss ich, keine Einwände vorzubringen. Charles Lawton bot Mariana ein respektables, komfortables Leben … Anne tröstete sich mit Marianas Versprechen für die Zukunft: Denn Charles Lawton war 44 Jahre alt. Angesichts eines Altersunterschieds von 19 Jahren hoffte Mariana, in nicht allzu ferner Zukunft Witwe zu werden (Anmerkung: er wurde 89).
Anne tröstete sich mit

Marianas Schwester Nantz

Im Crescent kam sie in der ersten Nacht in Annes Zimmer und lag bis 3 Uhr morgens auf ihrem Bett. Ich neckte sie und gab mich ziemlich verliebt
(…) zwei Monate später traf Nantz zu einem Besuch in Shibden Hall ein. Wie unter diesen Freundinnen üblich, zog sie zu Anne ins Zimmer und teilte mit ihr das Bett. Dort erläuterte Anne ihr bis 4 Uhr morgens meine Schwäche für Frauen. Setzte ihr im Einzelnen meine Gefühle für sie und ihre zu mir auseinander. Sagte ihr, dass sie sich in der Natur meiner Empfindungen und meinen ernsten Absichten in Bezug auf sie nicht täuschen sollte. Offen gab Anne ihr zu verstehen, dass sie sich in gleicher Weise, nämlich rein sexuell, von mindestens zwei weiteren Frauen angezogen fühlte … Nantz gab nach. Wir gingen, wie schon öfters, ziemlich weit, ich berührte sie überall und ließ meine Finger in ihre usw. gleiten, aber wir kamen doch nicht bis zu Allerletzten.
Richtig entspannen konnte Nantz dennoch nicht. Nachdem sie ihre körperlichen Hemmungen überwunden hatte, überkamen sie geistliche Skrupel. Sie fragte mich, ob die Sache sündhaft war – ob die Bibel sie verbot. Anne parierte diese Einwände geschickt. Sie behauptete, es sei nur schändlich, mit beiden Geschlechtern zu verkehren. Ihr ganzes Leben lang betonte Anne, wie natürlich und damit notwendig ihr Begehren war. Handeln wir gegen unsere eigene Natur, verlieren wir unsere Richtschnur und widersprechen uns selbst. Nantz scheint sich mit dieser Erklärung zufrieden gegeben und ihren Besuch fortan genossen zu haben. Nach drei Wochen hatte Anne wahrscheinlich dennoch genug von ihr. Ich verehre sie nicht, verabscheue sie sogar eher, sie ist nicht nett und ihr Atem unangenehm.

Maria Barlow

Sie lernten sich in Paris kennen. In ihren Aufzeichnungen über diese Beziehung geht Anne Lister sehr ausführlich, sehr detailliert auf ihre eigenen sexuellen Vorlieben ein.
Während der Zeit, in der beide Frauen Vorhangstoffe und Tapeten aussuchten, gab Maria ihren Widerstand auf. Ich schob gleich ihre Unterröcke hoch, um ihre nackten Schenkel an meinen zu spüren. Ich küsste sie tief mit Zunge und bekam dann den Mittelfinger meiner rechten Hand in sie hinein und fummelte besser und länger an ihr herum als je zuvor. Sie ließ es sich gefallen, gelöster und mit offensichtlich mehr Gefühl und Lust als früher, weshalb mein Finger dort schön herumtrödelte. Sie kam mir feuchter vor als früher.
anne_lister_eine_erotische_biografieZu Annes Verwunderung verhielt sich ihre nette, kleine Bettgefährtin aktiver als ihre bisherigen Liebhaberinnen. Die größte Überraschung erlebte Anne nach einer besonders leidenschaftlichen Nacht. Sehr erregt, kaum waren wir im Bett. So beglückend wie noch nie in ihrem Leben, sagte sie heute Morgen abermals. Ich hatte einen sehr guten heute Morgen, eine Stunde bevor wir aufstanden. Wir schlummerten hinterher noch eine Weile, und als ich dann aus dem Bett wollte, fasste sie mir auf einmal ans Fötzchen. Ich fuhr zurück. „Ah“, sagte sie, „du erschreckst dich nur, weil du noch Jungfrau bist. Das muss sich ändern. Ich kann dir Erleichterung verschaffen. Ich muss mit dir machen, was du mit mir machst.“ Das gefiel mir gar nicht und ich sagte, sie verblüffe mich. Sie fragte, ob ich verärgert sei. Nein, nur erstaunt. Ich merkte jedoch, dass ich mich ihr nicht verständlich machen konnte, und ging nicht weiter darauf ein.
Ans Fötzchen – touching my queer – Das Adjektiv „queer“ bedeutete zu Anne Listers Zeit „seltsam“, „komisch“, „falsch“. Sie benutzte das Wort häufig auch in diesem Sinne. Tannte Anne nannte ihre Nichte einmal so. Sie konnte nicht ahnen, dass ausgerechnet Anne Listers heimlicher Ausdruck für das Zentrum der weiblichen Lust im späten 20. Jahrhundert zum Oberbegriff für Lesben und Schwule, Bisexuelle und Transidente wurde.
Während Anne stets zum Fötzchen ihrer Partnerin vordringen wollte, wehrte sie sich gegen Maria Barlows Vorstoß. Marias Lust, in sie einzudringen, stieß Anne ab. Das macht mich zu sehr zur Frau. Anne hatte sich in zwanzig Jahren intensiver sexueller Aktivität noch von keiner ihrer Liebhaberinnen penetrieren lassen. Diese Rolle im Bett war ihr vorbehalten. Sie hielt sogar noch ihr Jungfernhäutchen für intakt …
Ende der Leseproben


Anne Lister – Ein Mannweib?

Anne Lister, den besten Sex hatte sie mit Maria, ihre große Liebe blieb bis zum Schluss Mariana, die sie nie bekam. Ann Walker, reiche Tochter aufstrebender Industrieller reizte Anne wegen ihres Vermögens. Mit ihr realisierte sie große Projekte, sie unternahmen lange Reisen. Die in den Kaukasus sollte Anne Listers letzte Reise werden. Dort starb sie, vermutlich an Malaria, im Alter von nur 49 Jahren. Anne Lister liebte Ann Walker nicht, sie fand sie, wie sie selber schreibt, langweilig, wollte sich mehrmals trennen und vergnügte sich zwischendurch mit anderen Frauen. Umgekehrt mag Ann Walker Anne Lister geliebt haben. Wie soll man es anders erklären, dass sie bei ihr blieb. Besonders auf den beschwerlichen und zudem sehr kostspieligen Reisen. Besonders weil Anne Anns Geld mit beiden Händen ausgab.
Ein „Mannweib“, das Wort kenne ich noch aus den Mündern meiner Großeltern und Eltern. So beschrieb man Frauen mit männlichen Zügen und Verhaltensweisen. Das trifft für Anne Lister zu. Sie studierte die alten Sprachen, befasste sich mit wirtschaftlichen Themen, das gehörte sich für adlige Damen dieser Zeit rein gar nicht. Ob meine Eltern und Großeltern mit dem Wort „Mannweib“ auch sexuelle Präferenzen meinten, habe ich nie erfahren.

Anne Lister war offenbar ein Mann im Körper einer Frau. Lebte sie in der Gegenwart, würde sie sich womöglich einer Geschlechtsangleichung unterziehen. Sie ließ sich nicht penetrieren, das mache sie zu sehr zur Frau. Ihre Liebhaberinnen sprachen sie mit Fred oder Freddy an. „Du wirst mein geliebter Mann“, sagte Mariana zu ihr. Sie nahm vollumfänglich die Rolle des Mannes ein, führte ihren Partnerinnen die Finger ein (vielleicht auch Dildos) und bediente sich ansonsten all der Methoden, mit denen sich sowohl Homo- wie auch Heterosexuelle zum Höhepunkt bringen, oral und sicher auch, dass man seine „Fötzchen“ aneinander rieb. Es gibt unter lesbischen und schwulen Paaren sowohl das Rollenspiel (Mann – Frau) wie auch die komplette Ablehnung der Penetration, selbst bei schwulen Paaren. Ich war lange Jahre mit einem schwulen Paar befreundet. Der eine, klein, schmächtig, war ohne Zweifel die Frau, kleidete sich zu Hause auch so. Der andere, groß, stramm, mit Vollbart der Mann. Ich lernte lesbische Frauen kennen, die die Penetration völlig ablehnten und solche, die es mochten. Es gibt Heterosexuelle, bei denen das „Ficken“ nicht an erster Stelle steht. Was unterscheidet uns Heteros nun eigentlich von Lesben und Schwulen? NICHTS!

Waren Annes Liebhaberinnen alle lesbisch?

Eine Ehe zwischen Gleichgeschlechtlichen in dieser Zeit – undenkbar. Dennoch wunderte ich mich beim Lesen darüber, dass man in den Kreisen, in denen Anne Lister verkehrte, offenbar ihre „Besonderheiten“ hinnahm und sogar tolerierte. Sie wurde nicht verstoßen, wenigstens nicht aus ihren Kreisen. Das „gemeine Volk“ reagierte anders, wie man lesen kann. Ob die Frauen, die sie verführte, alle lesbisch waren, mag man bezweifeln. Bei den meisten war es wohl mehr der Ersatz des Männermangels. Britannien führte ständig Kriege, das Offizierskorps stammte vornehmlich aus dem Adel. Viele starben. Die Frau brauchte eine „gute Partie“, um versorgt zu sein, notfalls viele Jahre älter (wie Mariana). Mit Knechten gab man sich nicht ab (jedenfalls waren nicht alle Lady Chatterleys). Was blieb also, wenn eine die Lust entdeckte? Selbstbefriedigung galt als gottlos, gleichgeschlechtliche Beziehungen im Übrigen auch. Aber wenn Anne eine Frau eroberte und ihr, wie Nantz, erklärte, das sei alles ganz anders, dann siegte offenbar schnell die Lust über die Angst vor der ewigen Verdammnis. Das verhält sich heutzutage bei einigen nicht anders. Vor erst wenigen Jahren lernte ich eine Frau kennen, die es ablehnte, beim Sex ihre Finger einzusetzen. Was sagt uns das? Jeder nach seiner Fasson …


Der Film

anne_lister_die_geheimen_tagebuecher_der_film Die BBC verfilmte im Jahre 2009 dieses fesselnde Drama, nach einem Drehbuch von Jane English und unter der Regie von James Kent, das 2010 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde.
Zum einen ist er (der Film) historisch spannend und informativ, zum anderen kommen aber auch alle auf ihre Kosten, die sich gern Frauenliebes- und Familiengeschichten anschauen. Der Film ist äußerst vielschichtig, er bietet Spannung, Humor, Drama, Liebe, schöne Bilder und überhaupt alles, was einen guten Film ausmacht. Die Schauspieler machen ihre Sache super und wirken sehr authentisch. Der Zuschauer erhält einen interessanten Einblick in die Zeit des 18./19. Jahrhunderts, einer Zeit der beginnenden industriellen Revolution und tief greifender gesellschaftlicher Veränderungen (ein Zuschauer).
Ich selbst war gefesselt, von der Handlung, von den Darstellern, obwohl ich die Biografie bereits gelesen hatte. Der Film fasst das Wesentliche zusammen… Mehr zum Film>>>


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6 Kommentare zu "Anne Lister Eine erotische Biografie"

  1. Danke lieber F. C. für diesen Buch- und Filmtipp. Ich wusste noch gar nicht, dass das Wort für unsere Orientierung -queer- von Anne Lister stammt. Den Namen hatte ich schon einmal gehört. Habe beides gekauft, das Buch und den Film, Grüßchen Heide

  2. Nein, ich bin nicht die Anne, die Du offenbar meinst. Habe sie allerdings vor ein paar Jahren getroffen. Eine tolle Frau

  3. Die Biografie habe ich gelesen, den Film gesehen. Anne Lister war eine Heldin in ihrer Zeit und Vorbild für lesbisch Frauen wie mich, die schon andere Zeiten erlebt haben. Sie als Mannweib zu bezeichnen, finde ich hart, ansonsten Danke für den Beitrag. Mein Name ist übrigens auch Anne

    • Hallo liebe Anne, danke für den Kommentar. Nun ja, das mit dem Mannweib, es war nicht abwertend gemeint. Anne wollte ja als Mann gesehen werden, insofern … Deine E-Mail-Adresse hat mich ein wenig verwundert. Verbirgt sich hinter Anne.ill vielleicht … Na Du weißt schon. Wenn ja, dann wäre dieser Kommentar ein Ritterschlag für mich. Sei gegrüßt
      Frank

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