Pornografie in der Kunst

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Pornografie vom Altertum bis zur Gegenwart

Oder warum man etwas Schönes bisweilen verpönt

Dass Sexualität bereits bei unseren Ur-Ahnen nicht allein der Fortpflanzung diente, sondern dem Spaß an der Lust, das können wir heute noch bei einigen Primaten beobachten, die, wenn sie sich sicher, gesättigt und somit wohl fühlen, sprichwörtlich von Blüte zu Blüte springen und es manchen Mann verblüffen mag, wie häufig sie können und wie entgegenkommend die Weibchen ihre Blume präsentieren…

Die Pornografie in der Kunst

Abgesehen davon, dass bei facebook und anderen, so genannten sozialen Netzwerken bereits das Zeigen eines nackten Busens als pornografisch gilt (wegen eines meiner Fotos, der nackte Oberkörper einer Frau, deren Brustwarzen ich sogar – facebook-freundlich – mit einem Sternchen bedeckte, bin ich zur Zeit einmal wieder für dreißig Tage blockiert), stellt die moderne Definition des Begriffs – Pornografie – die Darstellung des Sexualaktes mit einer häufigen Betonung der Geschlechtsorgane zum Zwecke der sexuellen Erregung des Betrachters in den Mittelpunkt. Es ist noch nicht sehr lange her, dass man in diesem Land – Deutschland – den Begriff – unzüchtig – verwendete (sie dazu den Beitrag zu Fanny Hill – Fanny-Hill-Urteil -). Aber was soll daran schlecht oder unzüchtig sein, wenn man sich mit der Betrachtung eines Geschlechtsaktes oder der Geschlechtsteile eines Menschen, ob erigierter Penis oder eine zum so genannten „pink-shot“ geöffnete Vagina (ja nach Neigung) sexuell erregt? Neulich las ich einen Beitrag, in dem ein Soziologe fordert, bereits in der Grundschule die Betrachtung solcher Bilder oder Filme einzuführen, um den Kindern den Umgang damit zu erleichtern und Demselben somit den Reiz des Verbotenen zu entziehen. Professor Kurt Starke  weist in einer Studie darauf hin: „…es gäbe keine wissenschaftlichen Belege für eine schädliche Wirkung von Pornografie auf Jugendliche. Das Verbot einfacher Pornografie könne eher jugendgefährdend sein, da beim Konsum derselben Schuldgefühle verursacht würden…“ (Quelle Wikipedia mit Originalquelle Kurt Starke). Sie dazu den Beitrag  – Jugendschutz und Pornografie -.
Die Produzentin paar-tauglicher (wie sie es selbst bezeichnet) Pornofilme, Erika Lust, weist darauf hin: „Porno ist ein bedeutender Teil unserer Kultur. Wir können Porno nicht einfach ignorieren. Wir müssen uns mit diesem einflussreichen Genre auseinandersetzen…“

Im  Altertum

Nicht umsonst berichten die ersten Reisenden, die vor Hunderten von Jahren auf den Inseln der Südsee landeten, von glücklichen Menschen, die ihre Sexualität öffentlich und frei ausübten, ohne diesen faden Beigeschmack, den eine vermeintlich höher entwickelte Kultur Demselben später bei zu messen genötigt zu sein schien. Aber darum soll es hier nicht gehen, nicht um die Frage, ob es unzüchtig ist, einen Geschlechtsakt oder die dabei beteiligten Organe bildlich oder verbal darzustellen und noch weniger um die Notwendigkeit bestehender, so genannter Schutzgesetze. Mehr darum, dass das Thema die Menschen, seit sie diese Erde zu erobern begannen, im Alltag und in der Kunst begleitet.

In Zeiten als das Schlafzimmer und schalldichte Wände noch nicht erfunden waren, als die Menschen noch, zuerst in Höhlen, später in Zelten oder Lang-Häusern, in größeren Gemeinschaften zusammen lebten, war die Paarung der Geschlechter ein Akt, der (und das nicht nur in der Nacht) vor den Augen und Ohren der Gemeinschaftsmitglieder stattfand, vor den Kindern, die noch nicht so weit und den Alten, die bereits darüber hinweg waren, aber vielleicht gern zuschauten oder hörten und sich dabei an „bessere Zeiten“ erinnerten. Dass man sich zur Stimulation der Lust bestimmter Vorlagen bediente, zeigen Ritzungen im Gestein, Wandmalereien oder erste primitive Skulpturen mit zum Teil übergroßen oder überbetonten Geschlechtsteilen. Es waren nicht nur Riten sondern es gehörte zum Alltag und die verschiedensten Kulte entsprangen demselben. Dass Sexualität bereits bei unseren Ur-Ahnen nicht allein der Fortpflanzung diente, sondern dem Spaß an der Lust, das können wir heute noch bei einigen Primaten beobachten, die, wenn sie sich sicher, gesättigt und somit wohl fühlen, sprichwörtlich von Blüte zu Blüte springen und es manchen Mann verblüffen mag, wie häufig sie können und wie entgegenkommend die Weibchen ihre Blume präsentieren. Wer je einen Hund besaß, einen Rüden, der weiß, dass man zu bestimmten Zeiten kein Bein ahnungslos von sich strecken darf, ohne dass des Menschen liebster Begleiter sich daran zu reiben versucht. Verfügte er über Hände, würde er masturbieren. Meinen Collie beneidete ich dafür, dass er sich mitunter und laut grunzend selbst einen blies.
Nun war das Leben in der Steinzeit und in den darauf folgenden Epochen sicher kein Zuckerlecken, aber wenn das Mammut erlegt und der Nahrungsbedarf der Horde für eine überschaubare Zeit gedeckt war, gab man sich, wie bereits die Primaten, hemmungslos der Lust hin.
Wenn man sich die oben abgebildeten Skulpturen anschaut, so ist es durchaus vorstellbar, dass ein Jäger seinen eigenen Penis und den nackten Körper seiner Frau nachbildete, um in Zeiten der Abwesenheit die Erinnerungen wach zu halten. Ob die Frau auf dem Nachtlager das hölzerne Glied nur in der Hand hielt, um besser einzuschlafen oder sich damit die Lust verschaffte, die sie ansonsten mit ihrem Gatten erlebt, sei ebenso der Fantasie überlassen wie die Vorstellung, dass der Jäger im Kreise seiner Gefährten abends am Lagerfeuer den nachgebildeten Körper seiner Frau streichelt und dabei masturbiert, vielleicht gemeinsam mit den anderen….

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Antike bis zum Mittelalter

Mit der Entdeckung neuer darstellender Methoden, mit der Entwicklung der Fertigkeiten der Menschen und einer eintretenden Spezialisierung löste sich die Kunst aus der Breite aller Mitglieder der Gemeinschaft heraus und wurde, genau wie andere Tätigkeiten, zu einem selbständigen Handwerk, das nicht nur Produkte für den eigenen Bedarf oder den der Gruppe schuf, sondern für den Handel. Das war die Geburtsstunde der angewandten Kunst, die Bedarfsgegenstände zierte und mit steigendem Wohlstand zur Massenware wurde. Andererseits war es die Geburtsstunde wahrer Künstler, die ihre Techniken zunehmend verfeinerten und deren Werke zukünftig die Wohn- und Arbeitsräume der Wohlhabenden zieren sollten oder die Tempel, in denen man zu den Göttern betete.
Was man bei unseren urzeitlichen Vorfahren nur erahnen oder anhand überlieferter Bräuche verschiedener Naturvölker vermuten kann, dokumentiert sich nun in Gemälden, Plastiken und erhaltenen Schriften über die Gewohnheiten der Zeitgenossen der frühen bis zur Spätantike hin, die in der Zeit der Renaissance im ausgehenden Mittelalter eine Wiedergeburt erfuhren. Gehörten in früheren Zeiten, wie religiöse Darstellungen zeigen, sexuelle Riten zu den verschiedensten Glaubensrichtungen, so entbrannte im ausgehenden Mittelalter bis in die frühe Neuzeit hinein ein teils vernichtend geführter Kampf zwischen Religiosität und Sexualität, der nicht wenigen Künstlern das Leben kostete. Aber selbst in dieser Zeit gelang es nicht, die Darstellung des Aktes aus der Kunst zu verbannen. Abgesehen davon, dass die, die es nach außen hin bekämpften, nicht selten heimlich dem Laster frönten, so wie sie auch in anderen Belangen öffentlich Wasser predigten und heimlich den feinsten Wein tranken.

Es war die Zeit, während derer sich all die sexuellen Praktiken heraus bildeten, derer wir uns noch heute erfreuen. Fast ein jeder kennt die Beschreibungen aus dem Kamasutra, das für jede der teils akrobatischen Vereinigungsstellungen ein entsprechendes Bild und die dazu gehörige Beschreibung liefert. Dass die Römer gern und ausgiebig der Lust frönten und sich an den Orten der Ausübung ihrer Laster die Wände mit stimulierenden Gemälden bemalen ließen, ist nicht erst seit der Ausgrabung von Pompeji bekannt, ebenso wenig wie die Vorlieben der antiken Griechen. Und dass man sich bereits vor Hunderten von Jahren mit dem Phänomen der Homosexualität auseinandersetzte, mag die letzte Zeichnung dokumentieren. Man könnte es so oder so deuten: Zwei Männer kreuzen ihre Schwerter zum Kampf um eine Frau, die mit gespreizten Beinen auf den Sieger wartet, oder… Da Homosexualität in fast allen Kulturen geächtet war, könnte man aus dem Blick der Frau heraus und ihrer Gestik ein Bedauern darüber vermuten, dass ihr diese prächtigen Werkzeuge versagt bleiben, so offen sie auch ihren Paarungswillen zur Schau stellt.

Über den Einfallsreichtum mehrerer Jahrhunderte berichtet nachfolgende Kurzdoku:

War die Pornografie in der Kunst bis zum ausgehenden Mittelalter nur den Reichen und Privilegierten vorbehalten – das einfache Volk goss seine Gedanken und Fantasien in primitive Skizzen – so wurden die Darstellungen das Akts im Besonderen und des Nackten im Allgemeinen mit der Weiterentwicklung der Drucktechniken im 18. und 19. Jahrhundert einem breiteren Publikum zugänglich. Dass sich mit der Aufklärung eine Abkehr von kirchlichen Dogmen vollzog, mag dem noch Vorschub geleistet haben, ist allerdings, wie der Beitrag bisher zeigte, nicht ursächlich.

Bis zur Neuzeit

Dass allerdings die weitgehend im Mittelalter geprägten Moralvorstellungen noch bis in unsere Zeit hinein wirken, zeigt das oben erwähnte Fanny-Hill-Urteil aus dem Jahre 1969. In einem anderen Beitrag – Illustrationen der Fanny-Hill-Ausgabe von 1907 – wird gezeigt, dass diese Metier besonders bei Buchillustrationen Anwendung fand, was aber nicht ausschließt, dass Zeichnungen und Gemälde mit freizügigen Darstellungen nicht auch Einzug in Museen und Galerien hielten. Besonders dort, wo liberale Gesetzgebungen herrschten. Trotzdem passierte es nicht selten, dass Künstler in der Folge solcher Veröffentlichungen verhaftet und für längere Zeit eingesperrt wurde. Die folgenden Bilder stammen von einigen der bekanntesten Vertreter aus der Zeit des 18. bis hinein in das 20. Jahrhundert.

Starker Tobak, würde man sagen, wenn man das eine oder andere der hier gezeigten Bilder in einer der heutigen Zeit entsprechenden modernen Herstellungsmethode, als Fotografie oder Film, zeigen würde, Pornografie!!! Ja, Pornografie, was sonst? Na und? Wie sollte es anders kommen, nachdem die Fotografie und später der Film als die damals „Neuen Medien“ ihren Siegeszug antraten und fast schrankenlose Vervielfältigungsmöglichkeiten vorhanden waren, die die Preise für derartige Darstellungen in den Keller rutschen ließen. Von der Digital-Technik der Gegenwart nicht zu reden. Und ja, es ist schön, es ist schön, beim Betrachten solcher Bilder sexuell erregt zu werden, dem dienten sie, seitdem der Mensch sich mit diesem Metier beschäftigt, seit es den Menschen gibt… Obgleich das Gewagte wie der Hirte mit der Ziege unseren modernen Anschauungen widerspricht. Aber selbst das ist eine Momentsituation aus dem Leben eines Menschen, die so und anders wer weiß wie oft passierte und vielleicht auch noch passiert. Der Ziege geht es in jedem Falle besser als einer Legehenne in einem Käfig und trotzdem werden täglich Millionen von Eiern aus Käfighaltung verzehrt.

Aber lassen wir unsren Zeitgenossen, die es anders sehen, ihr Schamgefühl und verletzen wir es nicht. Niemand ist gezwungen, hinzuschauen oder zu hören….

Und überdies soll es ja so sein, dass Männer, die solche Bilder, Skulpturen, später Fotos oder Filme produzierten und noch produzieren (Frauen vielleicht ebenso), in den allermeisten Fällen bereits ein höheres Alter erreicht haben. Die Erfahrung schärft den Blick und verändert den Ausdruck. Vielleicht ein Schritt auf dem Wege zur ewigen Jugend…. Ähnlich geht es den beiden Helden des Films, den ich hier abschließend noch vorstellen möchte. Mehr dazu, mit Trailer, erfahren Sie hier>>>
Ewige Jugend mit Michael Caine und Harvey Keitel

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Die alten Freunde Fred (Michael Caine) und Mick (Harvey Keitel) teilen in den Bergen zwar ihr idyllisches Feriendomizil, ein elegantes Wellnesshotel mit fast schon magischer Ausstrahlung, haben aber was ihr Alterswerk betrifft komplett verschiedene Vorstellungen. Während der berühmte Komponist und Dirigent Fred sich dem süßen Nichtstun hingibt, treibt den geschäftigen Regisseur Mick sein neustes Filmprojekt um, das durch die Launen seiner Muse Brenda (Jane Fonda) zu platzen droht. Freds Erholung stört dagegen ein Abgesandter des Buckingham Palace: Die Queen höchstpersönlich möchte die „Simple Songs“ angeleitet durch ihren Schöpfer selbst hören – ein Angebot, das Fred rundheraus ablehnt, sehr zum Leidwesen seiner Tochter und Managerin Lena (Rachel Weisz). Lieber möchte der Komponist zusammen mit seinem Freund Mick und dem skurrilen Schauspieler Jimmy (Paul Dano) relaxen, über das Leben philosophieren und die Macken der anderen Gäste kommentieren…. Mehr zum Film mit Trailer, erfahren Sie hier>>>
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Hätte ich jemals geahnt, dass mir so etwas passieren könnte, nie hätte ich Hausschuhe mit Filzsohlen gekauft, noch wäre ich in eine Wohnung eingezogen, mit einer Eingangstür glatt wie eine Rutschbahn und an deren Wände keine Griffe montiert sind, denkt er in seiner Not. Doch wer montiert schon Griffe an Zimmerwände?
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2 Kommentare zu "Pornografie in der Kunst"

  1. Man könnte auch sagen, unsere steinzeitvorfahren haben sich schon genauso aufgegeilt, wie man es heute tut, porno forever

    • Ich gehe mal davon aus, dass es bei denen damals noch sehr viel höher her ging als im besten gegenwärtigen Swingerklub

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