Lulú von Almudena Grandes – Leseproben

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Lulu – Die Geschichte einer Frau

Weibliche erotische Fantasien und Begierden

Ich verspürte eine sonderbare Lust. Analverkehr, anal koitieren, zwei meiner Lieblingswörter, täuschende Euphemismen, die weitaus aufregender und enthüllender sind als die abgeschmackten Vulgärausdrücke, die heutzutage in Mode sind. Analverkehr, ein treffender, aussagekräftiger Ausdruck, ätzend scharf, bei dem einem heftige Schauer über den Rücken laufen…

Verlag am Galgenberg, Hamburg

Sex und Schmerz, Lust und Verzweiflung – und immer wieder Sex: So provozierend, so offen und detailgetreu hat noch keine Frau über weibliche Obsessionen und Begierden geschrieben wie Almudena Grandes in ihrem Debutroman. Ein Buch, das viele Grenzen überschreitet, ein inhaltlich mutiges und literarisch eindrucksvolles Werk (Brigitte)

Lulú – Der Roman

Dieser ungewöhnliche Roman von Almudena Grandes fordert zur Auseinandersetzung über ein tabubeladenes Thema heraus. Aus weiblicher Sicht schildert die Autorin den Zwiespalt zwischen Liebe und verborgenen sexuellen Wünschen. Sie erzählt die Geschichte einer Frau, Lulú, die sich fünfzehnjährig in den zwölf Jahre älteren Pablo verliebt. Die Neigungen von Lulú und Pablo treffen sich in einem wesentlichen Punkt: Sie liebt es, ihre Kindheit auszuleben, und er begehrt das kleine Mädchen in ihr. Aber Lulú hat noch andere Fantasien, die sie „nicht sterben sehen“ will, und Pablos erste theoretische Lektion war: Liebe und Sex sind voneinander unabhängige Dinge. Lulú bricht aus und überschreitet, indem sie ihre geheimen sexuellen Wünsche Wirklichkeit werden lässt, die Grenzen des Gewöhnlichen.
Mit außergewöhnlicher Offenheit beschreibt Almudena Grandes alle Facetten der Sexualität ihrer Protagonistin. Sie schildert weibliche erotische Fantasien und Begierden in bis dahin nicht gekannter Weise.

Pablo

Noch heute kann ich mich genau daran erinnern.
Als ich von der Schule kam, lag Mercelo im Bett und Pablo saß am Fußende.
Er war siebenundzwanzig Jahre alt und hatte gerade seinen ersten Gedichtband heraus gebracht, zuvor hatte er schon mit seiner kritischen Ausgabe des Cántico Espiritual spektakulären Erfolg gehabt. Aber damals hatte mich das noch nicht beeindruckt.
Er war groß und kräftig und hatte schon ein paar weiße Haare. Ich kannte ihn, seit ich denken konnte, und liebte ihn auf eine vage, unschuldige Weise, ohne bestimmte Hoffnungen.
Ein Liedermacher, der gerade in Mode war, sollte in Madrid ein seit langem erwartetes Konzert geben, ein großes Ereignis für die gestrafte demokratische Opposition.
Draußen war es ziemlich kalt. Pablo legte mir einen Arm um die Schultern, eine Geste, die ich, niedergeschlagen von all meiner Verwirrung, nicht interpretieren wollte. Schweigend gingen wir zum Auto.
Als er gerade die Tür aufschloss, fragte ich. Ein Abend voller Fragen.
„Bringst du mich nach Hause?“
„Willst du nach Hause?“
Eigentlich wollte ich das, ich wollte ins Bett gehen und schlafen.
„Nein.“
„Gut.“
Im Auto sah er mich einen Moment an. Und dann steckte er, perfekt synchron, seine linke Hand zwischen meine Schenkel und die Zunge in meien Mund, und ich öffnete meine Beine, öffnete meinen Mund und versuchte, so gut ich es verstand, ihm zu antworten. Aber ich wusste, dass es nicht besonders gut war.
„Du bist feucht…“
Seine Stimme, die diese zugleich überraschenden und schmeichelnden Worte sagte, klang wie von weit her.
Seine Zunge war heiß und schmeckte nach Gin. Er leckte mir das Gesicht, das Kinn, die Kehle, den Hals, und dann beschloss ich, nicht weiter zu denken, zum ersten Mal nicht zu denken. Er würde für mich denken.
Ich versuchte, mich los zu machen, den Kopf nach hinten zu legen, aber er ließ mich nicht. Er bat mich, die Augen zu öffnen.
Mir wurde heiß, ich spürte, wie mein Geschlecht anschwoll, immer stärker anschwoll, es war, als ob es von allein, von seiner eigenen Schwellung zuckte und rot würde, immer röter, violett würde und die Haut feucht schimmerte, klebrig, dick; mein Geschlecht wurde dicker von etwas, das nicht Lust war, nichts mit simpler Lust zu tun hatte, der vertrauten häuslichen Lust. Das hier hatte nichts damit zu tun, es war eher ein entnervendes Gefühl, ein unerträgliches, neues, ja sogar unangenehmes Gefühl, aus dem es aber kein Zurück geben konnte.
Er knöpfte mir die Bluse auf, zog mir aber den Büstenhalter nicht aus. Er streifte ihn nur herunter, schob ihn unter meine Brüste, die er dann mit Händen streichelte, die mir riesig vorkamen.

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Er biss mich in eine Brustwarze, nur in eine, nur einmal, hieb die Zähne hinein bis es weh tat. Dann ließen seine Hände von mir ab. Gleichzeitig verstärkte er den Druck seines Schenkels.
Ich hörte das unverwechselbare Geräusch eines Reißverschlusses.
Er nahm meine rechte Hand, legte sie um seinen Schwanz und wichste sich damit zwei- oder dreimal.
In jener Nacht kam mir auch sein Schwanz gigantisch vor, herrlich, einzigartig, übermenschlich.
Ich machte allein weiter. Auf einmal fühlte ich mich sicher. Diers war eine der wenigen Sachen, die ich konnte: wichsen.
Im letzten Sommer hatte ich das reichlich mit meinem Freund im Kino betrieben, einem lieben Jungen in meinem Alter, der mich absolut kalt gelassen hatte.
Ich versuchte, mich zu konzentrieren, es gut zu machen, aber er korrigierte mich sofort.
„Warum bewegst du deine Hand so schnell? Wenn du so weiter machst, komme ich gleich.“
Ich verstand seine Bemerkung nicht.
Er umklammerte mein Handgelenk, um meiner Hand einen neuen Rhythmus einzugeben, einen langsamen, sachten Rhythmus. Er führte sie nach unten, nun berührte ich seine Eier, und wieder nach oben, jetzt habe ich die Eichel zwischen meinen Fingern, alles ganz langsam. So ging das eine gute Weile. Ich sah meine Hand an, ich war fasziniert; er sah mich an und lächelte.
Die Geilheit und anfängliche Heftigkeit waren verschwunden. Nun schien alles sehr sanft, sehr behutsam. Mein Geschlecht war immer noch angeschwollen, öffnete und schloss sich.
„Ich habe dir immer vertraut.“ Seine Stimme klang weich.
Jenes nasse und pulsierende Stück Fleisch hatte sich in den Mittelpunkt meines Körpers verwandelt. ER berührte mich nicht mehr, er machte gar nichts. Unmerklich, um mich nicht zu behindern, war er nach und nach in seine ursprüngliche Position zurück gerutscht. Er saß wieder auf dem Fahrersitz, sein Oberkörper war nach vorn gebeugt, die Arme hingen schlaff herunter.
Er brachte seinen Mund an mein Ohr.
„Hast…?“ Er sprach den Satz nicht zu Ende. Er verstummte nachdenklich, so als suche er nach Worten. „Hast du schon mal einem Typen einen geblasen?“
Meine Hand hielt augenblicklich an, ich hob den Kopf und sah ihm in die Augen.
„Nein.“ Diesmal log ich nicht, und er merkte es… Alles lesen>>>

Die Wiederbegegnung

Ich beging den Fehler, Chelo zu fragen, ob sie mir einen  großen Gefallen erweisen könne. Aberr natürlich, weißt du doch. Rasier mir die Möse. Was? Ich trau mich nicht so recht, es allein zu machen. Was? Ob du mich rasierst, zu zweit ist es einfacher. Sie weigerte sich, natürlich weigerte sie sich. Das hatte ich schon erwartet, weil ich ihr die Geschichte intimrasurmit Pablo erzählt hatte. Sie wusste, dass es für ihn war, und meine Bitte beleidigte sie ziemlich. Nie, niemals würde sie ihm seine Fahrlässigkeit in puncto Verhütung verzeihen, sie warf sie ihm in zweifacher Hinsicht vor. Zu jener Zeit hatte Chelo noch nicht die Wonnen des geschundenen Fleisches entdeckt, ihr gefielen nur die ganz, ganz fortschrittlichen Jungen, sie schätzte den Koitus interruptus als eine Mischung aus höflicher Geste und Durchsetzung von Gleichheitsprinzipien. Am Ende musste ich es in aller Heimlichkeit, im Badezimmer, allein hinkriegen…
Die sorgfältig in durchsichtiges Zellophan eingewickelte Schachtel enthielt ein Dutzend Objekte aus weißem, beigem und rotem Plastik, eine elektrischen Vibrator mit gerillter Oberfläche, dazu eine Reihe von Überzügen und anderem passendem Zubehör. In einer Tüte steckten zwei kleine Batterien.
„Wenn du möchtest, kann ich es ja mal ausprobieren… jetzt.“
Ich riss das Zellophan ab und studierte den Inhalt eingehend. Ohne größere Schwierigkeiten fand ich den Speicher für die Batterien und lud den Vibrator auf.
„Welcher glaubst du, ist der beste von allen?“
Er antwortete nicht, er stand einfach auf und setzte sich in einen Sessel an der gegenüber liegenden Wand, ungefähr dreieinhalb Meter von mir entfernt, mir direkt gegenüber.

Jetzt wirst du sehen, dachte ich, jetzt wirst du sehen, ob ich erwachsen geworden bin oder nicht. Ich fühlte mich gut, sicher, ich ahnte, dass dies mein einziger Trumpf war, denn daran hatte ich in den letzten Tagen oft gedacht.
Also gut, ich würde ihm zeigen, wie verdorben ich sein konnte. Mir fielen wieder die Worte der Internatsdirektorin ein, ich machte mir selber Mut.
Langsam spreizte ich meine Beine und strich mit einem Finger über mein Geschlecht, nur einmal, dann fing ich zu plaudern an.
„Ich glaube, ich werde mit diesem hier anfangen.“ Ich zog eine Art fleischfarbenen Vibrator, eine ziemlich getreue Nachbildung des Originals, mit Nerven und allem. „Weißt du was? Jetzt finde ich es nicht mehr so gut, dass ich so groß bin. Früher war ich darauf stolz, aber jetzt wäre ich lieber zwanzig Zentimeter kleiner, wie Susana, erinnerst du dich noch an Susana…?“
„Die mit der Flöte?“ So wie er mich jetzt anblickte, weise und heiter zugleich, genauso hatte ich ihn mir all die Jahre über im Gedächtnis zu bewahren versucht.
„Ja, die mit der Flöte, du hast ein gutes Gedächtnis…“ Ich sah ihm unentwegt in die Augen, ich versuchte, kaltblütig zu wirken, so wie eine laszive und erfahrene Frau, aber mein Geschlecht, noch unausgefüllt, wuchs und wurde unaufhaltsam nasser. Und dieses Gefühl hat bei mir noch nie mit Untätigkeit harmoniert.“So, oh, wie riesig der jetzt ist!… Ich hoffe, es beschämt dich nicht, wenn ich ihn mir jetzt reinstecke, oder?“
Er schüttelt den Kopf.
Ich rieb mein neues Spielzeug ein paarmal an mir, bevor ich es mir langsam einführte.
„Gefällt es dir?“
Seine Frage störte mich in meiner Konzentration.
„Ja, es gefällt mir. ..“ Ich schwieg und blickte ihn an, dann redete ich weiter. „Aber es fühlt sich doch nicht an wie ein richtiger Schwanz, wie ich zuerst gedacht hatte. Zum einen ist er nicht heiß, und da ich ihn selbst bewegen muss, gibt es auch keinen Überraschungsfaktor, verstehst du? Es gibt keinen Wechsel im Rhythmus, kein Anhalten und auch keine schnellen Stöße. Das gefällt mir immer am besten, dieses schnelle Stoßen…“
„Du hast in diesem Jahr wohl viel gevögelt, oder?“
„Na ja, ich habe mich so durchgeschlagen…“ Jetzt bewegte ich meine Hand schneller, stieß gewaltsam dieses Trugbild eines Mannes gegen meine Wände. Es gefiel mir immer besser, es begann mir außerordentlich gut zu gefallen, deshalb hörte ich abrupt auf und beschloss, einen anderen Überzug zu nehmen, ich wollte die Sache nicht überstürzen. Dieser mit den Stacheln, ist der zum Wehtun?“
„Keine Ahnung, aber ich glaube nicht.“

„Hör mal, bist du sicher, dass die Stacheln nicht wehtun? Ich stülpe die jetzt drüber, mal sehen, was dann passiert.“ Ich nahm so eine Art kurze, rote Mütze, die von kleinen Knubbeln überzogen war, und zog sie über den Vibrator. „Oh, das sieht lustig aus. Wo wir gerade von Susana reden, vor ein paar Monaten habe ich eines Nachts von dir geträumt und die Tröster hier haben eine Menge mit dem Traum zu tun.“
Ich zog den Tröster aus mir heraus und nahm ihm das rote Mützchen ab. Ich wollte ihn ohne etwas drum herum ausprobieren, bestimmt war das nicht so wirkungsvoll, die Stacheln begannen nämlich langsam, mich heftig zu erregen. Jetzt wusste er es, wusste, wie verdorben ich sein konnte, und sicherlich wusste er auch noch ein paar Dinge mehr, aber es reichte mir noch immer nicht, ich musste aufs Ganze gehen. „Ich möchte ihn dir blasen, kann ich?“
Er zog sich den Reißverschluss herunter, holte sein Geschlecht hervor und bagann es zu streicheln.
„Ich warte auf dich.“
Auf den Knien rutschte ich zu ihm hin, beugte mich über seinen Schwanz und nahm ihn in den Mund. Nun fing es allmählich an, nach einer wirklichen Wiederbegegnung auszusehen.
„Lulú…“
„Hmmmm“, mir war nicht nach Sprechen zumute.
„Ich würde dich gern in den Arsch ficken.“
Ich machte die Augen nicht auf und wollte auch nicht wahrhaben, was er gerade gesagt hatte. Dennoch schwirrten seine Worte in meinem Kopf herum.
„Ich würde dich gern in den Arsch ficken“, sagte er noch einmal. „Kann ich?“
Ich löste meine Lippen von ihrer absorbierenden Beschäftigung und blickte zu ihm auf, dabei drückte ich sein Geschlecht sanft gegen meine Hand.
Mit seiner rechten Hand – vor meinem inneren Auge sah ich, wie er mit ihr seinen Schwanz umschloss – presste er gegen das Loch, das mir unendlich winzig und zart vorkam.
„Du Hurensohn, du Hurensohn…“
Er führte mir zwei Finger ein und begann in demselben Rhythmus zu stoßen, mit dem ich mich an seiner Zunge bewegte. Kurz darauf ließ er zwei weitere Finger den Damm entlang gleiten, bis zu dem Loch, das er sich kurz zuvor geöffnet hatte.
Die Erinnerung an die Gewalt verlieh meiner Lust eine unwiderstehliche Nuance, die mich überwältigte und ein furioses Ende auslöste.
Seine Zunge blieb dort ruhen, bis auch die letzten kleinen Erschütterungen abklangen. Seine Finger steckten immer noch in mir, als er seinen Kopf auf meinen Bauch legte.
Jetzt sind wir quitt, dachte ich, wir haben individuelle Lüste ausgetauscht. Er hat mir zurück gegeben, was er mir zuvor geraubt hatte…. Alles lesen>>>


Leider ist die Verfilmung des Romans Lulú von Bigas Luna aus dem Jahre 1990 in seiner deutschen Fassung – Lulu Die Geschichte einer Frau – als DVD nicht im Handel verfügbar. Der Stoff der Lulu ist jedoch älter. Nachfolgend eine Reihe von Büchern, Filmen und Theaterstücken:

vladimir-nabokov-lolita-leseprobenLulú – Die Kindfrau – hier bereits die jüngere Frau, in Nabakovs LOLITA noch das Kind, in beiden Fällen nach geltendem deutschen Recht strafbar. Lulú fünfzehn, Lolita zwölf. Die Gedanken sind frei und die Erinnerungen sowieso. Das Thema inspiriert Literatur, Film und Theater. Der klassische Stoff  der beiden Tragödien Frank Wedekinds, Erdgeist und Die Büchse der Pandora, mag, was die Person der Lulú im Roman betrifft, eine Vorlage zum Roman gewesen sein. So wie für die Oper Lulú von Alban Berg, ein Theaterstück mit Susanne Lothar und Ulrich Tukur, unter der Regie Peter Zadeks, das bereits in verschiedenen großen Häusern Europas aufgeführt wurde und zahlreiche weitere Verfilmungen der Lulú, dem Männer verschlingenden Ungeheuer, einschließlich einiger weiterer Adaptionen. Wobei anzumerken ist, dass die Liebe, das Hingezogensein reiferer Männer zu sehr jungen Frauen (oder Knaben) so alt ist wie unsere Zivilisation und die Literatur seit ihren Anfängen inspiriert.

Lesen Sie auch das Original – Frank Wedekind – Werke –
Bürgerliche Scheinheiligkeit und Prüderie – Wedekind übte besonders in seinen Dramen immer wieder scharfe Kritik am Bürgertum. Und dennoch gehörte er mit seinen entlarvenden Theaterstücken zu den meistgespielten Dramatikern seiner Epoche. Dieser besonders schön gestaltete und hochwertig ausgestattete Band versammelt nicht nur die bekanntesten Dramen Wedekinds, wie zum Beispiel die sogenannten „Lulu-Dramen“ oder „Frühlings Erwachen“, sondern auch zahlreiche Gedichte und Prosastücke.

Im Folgenden eine Auswahl von Lulú – Filmen, die Oper und ein Theaterstück mit Susanne Lothar und Ulrich Tukur – Zu den Angeboten/ Trailer>>>

Die LULU in Film, Theater und Oper

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Pablito

„Kann ich hier schlafen?“ Seine Bitte überraschte mich beinahe mehr als sein Weinkrampf. „Es ist nur, ich weiß nämlich nicht, wohin ich gehen soll…“
„Natürlich kannst du hier bleiben, obwohl ich es nicht verstehe.“ Ich betrachtete ihn eine Weile, suchte nach Wunden, Prellungen, Einstichen, nach irgend etwas, was mir vorhin entgangen sein könnte, aber ich entdeckte nichts Neues, nichts, was seinen Zustand hätte erklären können. Er sah nach allem Möglichen aus, nur nicht wie jemand, der auf der Straße sitzt…
Als ich glaubte, er habe sich ausreichend beruhigt, um wieder einigermaßen verständliche Laute von sich zu geben, fragte ich ihn, wo er lieber schlafen wolle.
„Du kannst bei mir im großen Bett schlafen oder im Zimmer meiner Tochter, sie ist nicht da, ganz wie du möchtest…“
„Ich weiß nicht… wahrscheinlich ist es besser, wenn ich bei dir schlafe, mich in das Bett eines vierjährigen Mädchens zu legen, ich weiß nicht, das kommt mir…“, er beendet den Satz mit einem Lachanfall.
„Also gut, dann lass uns ins Bett gehen, ich bin sehr müde und nehme an, du auch,heute war schließlich ein besonderer Tag…“ Ich versuchte, meinem Lächeln einen Hauch von Kompliment zu verleihen. „Das erste Mal ist immer anstrengend…“

Als ich vom Zähne putzen zurückkam, lag er zusammengekauert auf meiner Bettseite.
„Würde es dir etwas ausmachen, nach rechts zu rutschen?“ Ich streifte den Bademantel und die Latschen ab. „Dies ist meine Seite…“
„Ziehst du dir nichts über?“
„Nein, ich habe schon immer nackt geschlafen.“ Das stimmte nicht. Bis ich Zwanzig war, schlief ich immer mit etwas an, in Nachthemden, die mir eine Hand breit bis übers Knie reichten, aber Pablo hatte keine Nachthemden geduldet, er hatte überhaupt nur so viel Bekleidung akzeptiert, wie unbedingt notwendig war, und zum Schlafen brauchte man keine. Das war eines der ersten Dinge, die ich gelernt hatte.
„Warum…? Ekelst du dich vor mir?“
„Nein, das ist es nicht…“ Er machte den Eindruck, als sei er sogar ein wenig verängstigt. „Ich habe nur noch nie mit einer Frau in einem Bett geschlafen…“
„Mach die keine Sorgen…“ Ich versuchte ihn zu beruhigen, konnte mir aber ein Lachen nicht verkneifen. „Ich werde dich nicht hinterrücks anfallen, das verspreche ich dir.“
Ich stieg ins Bett, er sah mich an und lächelte. Er küsste mich sanft auf die Lippen, rollte sich dann aber so weit wie nur möglich von mir weg auf die andere Seite.

Als ich aufwachte, war er es, der mich von hinten anfiel.
Ich spürte seine Arme um meine Taille. Sie zogen mich an sich, und sein aufgerichtetes Geschlecht pochte gegen meine Hinterbacken, sein ganzer Körper bewegte sich rhythmisch an dem meinen. Er schlief tief und fest.
Ich nahm seine Hand und legte sie auf eine meiner Brüste. Sie rutschte herunter, sobald ich den Griff lockerte, obwohl der Kontakt mit einer so eindeutig weiblichen Zone meines Körpers nicht unangenehm zu sein schien. Sieh mal einer an, dachte ich, er hält mich für einen Transvestiten. Ich probierte es noch mal, dasselbe Resultat. Mir entschlüpfte ein Kichern. Das Ergebnis meines Experiments freute mich, denn bis dahin war es so unerschütterlich wie ein psysikalisches Gesetz gewesen: Das erste, was ein Typ macht, wenn er neben einer Frau aufwacht, ist, die Hand auszustrecken, um sie auf ihre Brüste zu legen. Bisher war es unweigerlich so abgelaufen, aber dieser hier verweigerte sich einfach. Und das fand ich lustig.
Als ich gerade eine seiner Hände zwischen meine Schenkel legen wollte, um herauszufinden, ob er erschlaffe oder genau so steif blieb, klingelte es an der Tür.
Ich sah auf die Uhr, viertel vor zwölf, in höchster Eile warf ich mir den Bademantel über… Alles lesen>>>

Bücher von Almudena Grandes

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