Jorge Amado – Gabriela – Leseproben

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Jorge Amado – Gabriela wie Nelke und Zimt

Braun wie Zimt ist die Mulattin Gabriela, und wie die Nelke der Duft

Da verlor Nacib die Beherrschung. Er packte ihren Arm. Sie zog ihn an sich. „Schöner junger Mann.“
Nelkenduft füllte das Zimmer, Gabrielas Körper strahlte Wärme aus und hüllte Nacib ein, die Haut brannte ihm. Der letzte Schimmer des Mondes verblich auf dem Bett. Zwischen Küssen hauchte Gabriela: „Schöner junger Mann…“

Verlag Volk und Welt Berlin

Jorge Amado

Wenn man einen Blog für erotische Literatur führt, dann kommt man nicht am brasilianischen Altmeister der fein geschliffenen Worte – Jorge Amado – vorbei. Dies mehr noch, da gerade die Olympischen Sommerspiele in Rio de Janeiro bevorstehen.Warum hier Leseproben aus zwei seiner bekanntesten Romane erscheinen, erklärt sich aus meiner besonderen Beziehung zu Amado, die ich wahrscheinlich einem früheren Deutschlehrer zu verdanken habe, der mir von der neunten bis zur zwölften Klasse vergönnt war. Es sind oft besondere Bezugspersonen, die unsere späteren Neigungen beeinflussen. So weckte mein Onkel mit seiner Sammlung von Ansichtskarten, die gekrönt war von mehreren Karten, die eine Tante von ihren Aufenthalten in Paris geschickt hatte – Paris bei Nacht – meine Sehnsucht nach Paris. Der erwähnte Lehrer empfahl uns pubertierenden Pimpfen, zur Überwindung unserer Pubertäts-Probleme Jorge Amado zu lesen. Und da letzterer wegen seiner gesellschaftskritischen Haltung in der DDR verlegt wurde, war es kein Problem, an die Bücher heran zu kommen.

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Allein die Sehnsucht nach den Orten blieb und niemand wagte am Ende der 60`er Jahre daran zu glauben, dass noch zu Lebzeiten unserer Generation der Eiserne Vorhang fallen würde. Paris war mein erstes Ziel, begünstigt von einer Bekanntschaft zu einer afrikanisch stämmigen Französin, wie sie sich selbst bezeichnete, die bereits vor der „Wende“ entstand (Dunkle Perlen) und Paris für eine längere und sehr glückliche Zeit fast zu meiner zweiten Heimat werden ließ. Salvador de Bahia, die Stadt Jorge Amados, sollte noch mehrere Jahre auf sich warten lassen. Die Stadt und das Land, wo das Herz Brasiliens schlägt. Fragt man einen Brasilianer, wo der beste Carneval gefeiert wird, lautet die Antwort nicht Rio. Rio ist Medienspektakel, eine große Show, Carneval ist Bahia. Dort, wo lange die Hauptstadt Brasiliens lag, lange vor Rio und noch länger vor Brasilia, der Retorten-Stadt von Oscar Niemeyer, dort in Salvador. Es hieß, Amado führe ein offenes Haus und als ich mich, während meines ersten Besuchs in Salvador, im Deutschen Konsulat nach seiner Adresse erkundigte, erfuhr ich, dass Amado in einem Pariser Krankenhaus läge. Am 6. August 2001 verstarb er.

Gabriela

Du bist wie der Nelken Duft
Und dunkelhäutig wie Zimmet.
Von weit, weit her kam ich,
dich, Gabriela, zu sehn.

Vorbemerkungen

Cravo e canela – Nelke und Zimt – lautet der Untertitel, den Jorge Amado der Originalausgabe seines Romans gegeben hat. Braun wie Zimt ist die Mulattin Gabriela, und wie eine Nelke ist sie: duftend, schön, begehrenswert. Aus dem Landesinnern kommt sie eines Tages in die Hafenstadt Ilhéus, und der Zufall will es, dass sie schon am ersten Tag mit dem Barbesitzer Nacib zusammen trifft, der verzweifelt eine Köchin sucht, dass er sie engagiert und in sein Haus nimmt.
Mit einer Rose im Haar kommt Gabriela nun täglich in die Bar und bringt Nacib das Mittagessen. Ihre Augen strahlen, sie ist ein Lied, eine Freude, ein Fest, sagen die Gäste. Kein Wunder, dass bals alle in sie verliebt sind, selbst die mürrischen, finsteren Pflanzer, die Kakao-Obersten, die mitten im erbitterten Wahlkampf stehen. Doch Nacib hält sich diesen politischen Auseinandersetzungen fern. Er freut sich seines Lebens, seiner Bar und seiner hübschen und begabten Köchin und weil er Gabriela braucht du sie auf seine Art liebt, weil er Angst hat, sie wieder zu verlieren, beschließt er, sie zu heiraten und eine vornehme Dame aus ihr zu machen.
Doch Gabriela ist wie eine Blume, die nur im Freien gedeihen kann. So gerät sie in Konflikt mit den Vorstellungen von kleinbürgerlichem Leben und mit der öffentlichen Moral.

jorge-amado-gabriela-leseprobenDiese Liebesgeschichte begann – ein seltsamer Zufall, würde Dona Aminda sagen – an demselben klaren, sonnigen Frühlingstag, an dem der Großgrundbesitzer Jesuino Mendonca seine Frau Sinhàzinha Guedes Mendonca – eine bedeutende Persönlichkeit in der Gesellschaft der Stadt, schwarzhaarig, beleibt, den kirchlichen Festen sehr zugetan – und den Zahnarzt Dr. Osmundo Pimentel erschoss. Der Zahnarzt, ein eleganter Mann, den man, seinem Aussehen nach, für einen Dichter halten konnte, war erst wenige Monate zuvor nach Ilhéus gekommen. An demselben Morgen, bevor diese Tragödie die Stadt erschütterte, hatte die alte Filomena ihre unablässig wiederholte Drohung in die Tat umgesetzt: Sie hatte die Köchinnenstelle bei dem Araber Nacib aufgegeben und war mit dem Achtuhrzug nach Água Preta zu ihrem Sohn gefahren, der dort in guten Verhältnissen lebte.
Joao Fulgencio, ein Mann von großem Wissen, Inhaber der Buchhandlung „Modelo“, Mittelpunkt des geistigen Lebens von Ilhéus, meinte, dass dieser schöne Tag, der erste Sonnentag nach der langen Regenzeit, an dem die Sonne der Haut so wohl tat, denkbar ungeeignet für solch eine blutige Tat sei. Aber Oberst Jesuino Mendonca, ein Mann von Ehre und Entschlossenheit, machte sich recht wenig aus Lektüre und ästhetischen Erwägungen; deshalb kamen ihm derlei Gedanken überhaupt nicht in den mit Zahlen vollgestopften Kopf. Kaum hatte es mittags zwei Uhr geschlagen, als er plötzlich auftauchte – unerwartet, denn alle vermuteten ihn auf seiner Pflanzung – und auf die schöne Sinhàzinha und ihren Verführer Osmundo je zwei wohl gezielte Schüsse abgab. Alle anderen Gesprächsthemen der Stadt – das Auflaufen des Küstendampfers an diesem Morgen, die Einweihung der ersten Autobuslinie zwischen Ilhéus und Itabuna, der letzte große Ball des Fortschrittklubs und sogar die von Mundinho Falcao aufgeworfene brennende Frage der Baggerarbeiten in der Hafeneinfahrt – waren im Nu vergessen. Von dem persönlichen Drama Nacibs, der plötzlich ohne Köchin war, erfahren unverzüglich nur seine besten Freunde….

Wie Nacib eine neue Köchin fand oder Die unerforschlichen Wege der Liebe

Der Akkordeonspieler drehte sich noch einmal um und winkte zum Abschied. Die junge Frau hob den Arm und winkte zurück. Dann wandte sie sich wieder der Alten zu , nahm ihr die leere Kürbisflasche ab und trat beiseite.
Nacib, der noch immer die gebeugte Alte anstarrte, fragte: „Ist das ihre Großmutter?“
„Nein, mein Herr.“ Sie blieb stehen und lächelte. Verwundert stellte Nacib fest, dass sie noch sehr jung war; ihre Augen funkelten, wenn sie lachte. „Wir haben sie vor ein paar Tagen unterwegs getroffen.“
„Wir, wer ist das?“
„Na diese Leute.“ Sie wies auf eine Gruppe; von neuem lachte sie, kristallklar, unverhofft. „Wir sind alle zusammen aus demselben Ort aufgebrochen. Alles hat die Dürre vernichtet. Das Wasser versiegte, die Bäume verdorrten. Unterwegs haben wir andere Flüchtlinge getroffen.“
„Haben sie noch Verwandte?“
„Nein, mein Herr, ich habe niemanden mehr. Mein Onkel, der mit mir zusammen auswanderte, ist kurz vor Jeremoabo gestorben. Er hatte die Schwindsucht.“ Sie sagte es lachend, als wäre es sehr lächerlich.
„Haben sie vorhin gesungen?“
„Ja, mein Herr, ein junger Mann hat mich auf dem Akkordeon begleitet. Er ist auf eine Pflanzung gegangen, als Arbeiter. Er glaubt, dass er dort reich werden kann. Wenn man singt, mein Herr, vergisst man den Schmerz…“
Ihre Hand hielt die Kürbisflasche, die sie auf die Hüften stützte. Nacib bemühte sich zu erkennen, wie sie unter der Schmutzschicht aussah. Sie schien stark und mutig zu sein.
„Was können sie?“
„Alles mögliche.“
„Wäsche waschen?“
„Das ist nicht schwer, wenn man Wasser und Seife hat.“
„Und Kochen?“
„Ich war Köchin, sogar bei einer reichen Familie.“ Sie lachte wieder, als kämen ihr amüsante Erinnerungen.
„Können sie wirklich gut kochen?“
„Nehmen sie mich mit, dann werden sie es sehen.“
Wenn sie nicht kochen kann, dachte er, dann kann sie zumindest waschen und das Haus in Ordnung halten.
„Und wie hoch soll der Lohn sein?“
„Das müssen sie wissen.“
„Gut, versuchen wir es, ja? Dann sprechen wir über den Lohn, einverstanden?“
„Ganz wie sie wünschen, mein Herr.“
„Also, dann holen sie ihr Bündel.“

Wieder lachte sie. Dabei zeigte sie ihre weißen Zähne. Nacib fühlte sich matt und bedrückt. Was es nicht eine Dummheit? Sein gutes Herz war wieder einmal mit ihm durchgegangen, und nun war es zu spät für die Reue. Sie kam mit einem kleinen Bündel zurück, das in ein Handtuch eingewickelt war. Sie besaß also nur ganz wenig. Nacib setzte sich langsam in Bewegung. Sie folgte ihm mit ein paar Schritten Abstand.
Als sie bereits am Bahnhof vorbei waren, wandte er sich um und fragte: „Wie heißen sie eigentlich?“
„Gabriela.“
Auf dem Heimweg zogen alle Ereignisse dieses Tages an Nacib vorüber. Von Neuem dachte er an Sinhàzinha. Was für ein Tag! Was war nicht alles geschehen vom Morgen, als das Schiff auflief, bis zu dem Mord! Und dann die Geheimnisse, die der Kapitän, der Doktor und Mundinho Falcao miteinander hatten! Zweifellos braute sich etwas zusammen. Allein aus dem Zorn des Obersten Ramiro Bastos war mit Sicherheit zu entnehmen, dass es sehr bald heftige Auseinandersetzungen geben würde. Zunächst aber hatte die Bluttat alle beeindruckt, alles andere war vorerst weniger bedeutsam. Der bedauernswerte, so sympathische Zahnarzt hatte sein Gelüsten nach einer verheirateten Frau teuer bezahlen müssen. Es war außerordentlich gefährlich, sich mit der Frau eines anderen einzulassen, es endete stets mit einer Kugel in der Brust. Tonico Bastos sollte nur gut acht geben, damit es ihm nicht eines Tages ebenso ging wie dem Zahnarzt.
Gabriele ging mit ihrer Bürde immer hinter ihm. Sie hatte Clemente schon vergessen und war glücklich, endlich aus diesem Auswandererhaufen, aus diesem abscheulichen Lager herauszukommen. Ihr Gang war federnd, ihre Augen und ihr Mund lächelten, und sie hatte plötzlich Lust, Lieder aus dem Sertao zu singen. Aber sie beherrschte sich, um dem traurigen, schönen jungen Mann vor ihr nicht zu missfallen…. Alles lesen>>>>>


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Was für ein Auftritt! Nach über zwanzig Jahren kehrt Tieta in ihr verschlafenes Heimatdorf in der Provinz Bahia zurück. Sie ist reich, attraktiv, selbstbewußt, sinnlich. Ihre Familie und das ganze Dorf liegen ihr zu Füßen – dieselben Menschen, die sie damals wegen einer Liaison mit einem Mann verstoßen hatten. Tieta wirbelt alles durcheinander: Sie verführt die Männer mit ihrem Charme und die Frauen mit ihrem Geld – Turbulenzen sind vorprogrammiert. Doch um Tietas Rückkehr gibt es ein Geheimnis! Will sie Rache?..


Leider ist der Film Gabriele mit Sonia Braga und Marcello Mastroianni nicht in deutscher Sprache verfügbar. Damit Sie allerdings nicht ganz auf den Genuss verzichten müssen, eine der schönsten Frauen des internationalen Films betrachten zu dürfen, hier ein Clip aus dem Film Gabriela – Sonia Braga – Ein Stück weiter unten gibt es noch ein paar pikante Fotos dieser außergewöhnlichen Schönheit….

Gabriela ist eingeschlafen

Nacib brachte Gabriela in sein Haus in der Sao-Sebastiao-Straße. Kaum langte er dort an, da erschien Dona Arminda am Fenster.
„Was ist das für eine Geschichte, Herr Nacib? Eine so wohlerzogene feine Frau, die regelmäßig in die Kirche ging… Aber ich habe es ja immer gesagt…“ Sie beendete ihren Satz nicht, denn sie entdeckte gerade Gabriela.
„Ich habe sie eben angestellt, zum Kochen und Waschen.“
Dona Armindas Blick prüfte die Fremde von Kopf bis Fuß, dann bot sie ihren Beistand an. „Wenn sie irgendetwas brauchen, kleines Fräulein, rufen sie mich nur. Nachbarn sollten einander helfen, nicht wahr?“
Ihr Blick wanderte von Gabriela zu Nacib. „Jung ist sie, wie? Jetzt wollen sie keine Alte mehr wie die Filomena?“ Sie lachte wie eine Verschwörerin. „Ich habe es ja immer gesagt, mich hat es nicht gewundert. Vor ein paar Tagen noch bin ich dem Zahnarzt auf der Straße begegnet. Durch einen seltsamen Zufall hatten wir gerade an diesem Tag Sitzung bei Deodoro. Es war genau heute vor einer Woche. Und als ich ihn sah, hörte ich die Stimme meines verstorbenen Mannes, der sagte: „Da steht er nun und schwatzt und doch ist er tot. Ich glaubte, mein Verstorbener scherze. Erst heute habe ich begriffen… Also, wenn sie irgendetwas brauchen“ – sie wandte sich wieder an Gabriela -, „dann rufen sie mich nur. Morgen unterhalten wir uns weiter. Herr Nacib ist mir wie ein Verwandter, er ist der Chef meines Chico.“
Nacib führte Gabriela in das Zimmer, das Filomena noch am Abend zuvor bewohnt hatte.
Er hatte es eilig. Es war dunkel geworden. Bald würde die Bar voller Gäste sein, und er musste noch zu Abend essen. Mit großen Augen betrachtete Gabriela das Meer, das sie zum ersten Mal sah. Als Nacib wegging, rief er ihr zu: „Nehmen sie ein Bad, sie haben es nötig.“
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Atemlos kam Nacib spät in der Nacht zu Hause an. In seinem Zimmer brannte Licht. War ein Einbrecher in der Wohnung? Oder hatte die neue Köchin vergessen, das Licht auszuschalten? Leise trat er in das Zimmer ein. Gabriela war auf einem Stuhl eingeschlafen. Das lange schwarze Haar fiel ihr auf die Schultern; durch das Waschen und Kämmen war es locker und wellig geworden. Sie trug jetzt ein sauberes Kleid, das sie offenbar in dem Bündel gehabt hatte. Durch einen Riss im Rock sah er ein Stück des zimtfarbenen Schenkels. Langsam hob und senkte sich die Brust, der Mund lächelte im Schlaf. Nacib blieb stehen. Er traute seinen Augen nicht. Wie hatte sich so viel Schönheit unter so viel Schmutz verbergen können?
„Mein Gott, was ist denn das!“ murmelte er fast andächtig.
Gabriela fuhr jäh auf. Sie hatte seine Stimme gehört und war voller Angst. Dann lächelte sie und es war, als lächelte mit ihr das ganze Zimmer. Sie stand auf und strich das alte Kleid glatt. Sie wirkte bescheiden und klar wie Mondenschein.
„Warum haben sie sich denn nicht schlafen gelegt?“ war alles, was er zu sagen wusste.
„Der Herr hat mir nichts gesagt… Ich habe meine Wäsche gewaschen, die Wohnung aufgeräumt… Dann habe ich gewartet… und bin eingeschlafen“, antwortete sie mit der singenden Stimme der Frauen aus dem Norden des Landes.
Nacib bemerkte, dass sie – offenbar ihr Haar – nach Nelken duftete. „Sie können wirklich kochen?“
„O ja“, antwortete sie. In ihrem Haar wechselten Licht und Schatten, die Augen hatte sie gesenkt, mit dem rechten Fuß glitt sie über den Fußboden, als wollte sie tanzen.
„Wenn sie wirklich kochen können, werde ich sie sehr gut bezahlen. Fünfzig Milreis im Monat. Hier zahlt man sonst zwanzig, höchstens dreißig. Wenn ihnen die Arbeit zu schwer ist, können sie sich getrost ein Mädchen nehmen, das ihnen hilft. Die alte Filomena brauchte niemanden, sie meinte, dass sie noch nicht sterbenskrank sei, nur dann benötige man Hilfe.“
„Ich brauche auch keine.“
„Und was meinen sie zu der Bezahlung?“
„Ich bin mit dem zufrieden, was sie mir geben.“
„Wir werden ja sehen, wie das Mittagessen morgen ist. Um zwölf Uhr schicke ich einen Jungen, der es mir holt. Ich esse in der Bar.“
Gabriela hörte lächelnd zu. Das Licht des Mondes spielte in ihrem Haar, und sie duftete nach Nelken.
„Aber jetzt gehen sie schlafen, es ist spät.“
„Also gute Nacht, mein Herr.“
Nacib sah ihr nach. Er betrachtete ihre Beine, ergötzte sich an ihrem wiegenden Gang, der zimtfarbenen Haut und dem Nelkenduft.
Sie verschwand in dem dunklen Korridor. Nacib glaubte zu hören, dass sie murmelnd hinzu fügte: „Ein schöner junger Mann.“ Beinahe hätte er sie gerufen. Nein, sie hatte es am Abend auf dem Markt gesagt. Wenn er sie rief, dann erschrak sie womöglich. Sie wirkte so kindisch naiv, vielleicht war sie sogar noch unberührt. Alles hatte ja Zeit. Nacib zog Jacke und Hemd aus, hängte beides über einen Stuhl. Der Nelkenduft war noch im Zimmer. Anderntags würde er ihr ein Kattunkleid und ein Paar Hausschuhe kaufen. Er wollte es ihr schenken, ohne etwas vom Lohn abzuziehen…


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Sie wusste nicht genau, was sie wirklich mit Jo an dessen Auto wollte. Es ging ihr lediglich viel zu schnell, als er, kaum angekommen versuchte, sie auf die Motorhaube zu schieben.
„Ich weiß, du bist Jungfrau“, keuchte er, als er versuchte ihren Rock nach oben zu schieben, als er nach ihrem Höschen griff.
„Ich bereite dich vor, damit du locker wirst. Im Auto habe ich eine Decke für den Rest… Wir können auch zu mir fahren, wenn du willst.“
mutterliebe_taschenbuchSeine Hand lag kalt auf ihrem nackten Schenkel. Alles in ihr wurde mit einem Mal kalt. Er küsste sie nicht einmal, er schob sie nur auf das kühle Metall wie ein Stück Fleisch. Sie spürte sein steifes Glied an ihrem Bauch, nachdem er sich über sie lehnte. Er musste wohl während der letzten Schritte, ohne dass sie es bemerkte, bereits seine Hose geöffnet haben. Bevor seine Hand ihren Schoß erreichte, stieß sie ihn zur Seite, wütend lief sie den Weg zurück.
„Du bist gar nicht mein Typ, du blöde Fotze!“ rief er ihr nach.
Sie war gekränkt. Nicht von dem, was er gerade vor hatte. Sie war gekränkt von seinen Worten. Blöde Fotze, das sagte noch niemand zu ihr.
Nach dem letzten Wort stellte er die Flasche weg, um sie anschließend auf den Bauch zu drehen. Die nächste Wanderung begann er an ihren Füßen, er umschiffte mehrmals den Hafen, in den die bis zum Rand gefüllten Schiffe gewöhnlich irgendwann einlaufen, um sich zu entladen. Am Ende war es sein Mund, den er ein zweites Mal eintauchte, seine Zunge am Molenkopf, an der engen Einfahrt.
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Die Nacht der Gabriela

Nacib hatte Durst. Er ging in die Küche und trank Wasser aus dem Krug. Da bemerkte er das Paket mit dem Kleid und den Hausschuhen, die er für die neue Köchen bei seinem Onkel besorgt hatte. Er nahm es auf und zögerte einen Augenblick.
Ich werde es ihr vor die Tür legen, dachte er schließlich, dann findet sie es morgen früh, wenn sie aufwacht. Wie zu Weihnachten… Er lächelte gerührt. Dann trank er in längeren Zügen. Er hatte am Abend schon viel getrunken, als er bei dem Festessen bedienen half.
Auf den Guavenbäumen im Garten lag heller Mondschein. Die Tür von Gabrielas Zimmer stand offen. Vielleicht war es ihr zu warm. Die alte Filomena hatte ihre Tür immer doppelt und dreifach verschlossen. Sie hatte sich vor Dieben gefürchtet, ihr Reichtum waren die Heiligenbilder.
Seine Augen durchdrangen die Dunkelheit. Ein Mondstrahl traf auf das Bett und Gabrielas Schenkel. Nacib blickte genauer hin. In der Hoffnung, die Nacht bei Risoleta zu verbringen, war er in das Nachtlokal gegangen; aber er war enttäuscht worden. Nun sah er den schwarzbraunen Körper Gabrielas vor sich, den Schenkel; und das, was er da sah, ließ ihn ahnen, was sich unter der geflickten Decke kaum verbarg. Eine Brust war halb entblößt. Nacib war berauscht, nicht zuletzt von dem verwirrenden Nelkenduft.
Zitternd legte er das Paket vor das Bett. Da schreckte Gabriela hochund öffnete die Augen. Sie wollte sprechen, erblickte aber Nacib, der sie anstarrte. Instinktiv griff sie nach der Decke, doch die Decke rutschte versehentlich oder aus Berechnung ganz von dem Bett hinunter. Gabriela setzte sich auf und lächelte schüchtern. Sie tat nichts, ihre Brust zu verhüllen, auf die jetzt das Licht des Mondes fiel. Nacib stotterte verlegen: „Ich wollte ihnen ein Geschenk bringen. Ich wollte es neben ihr Bett legen… Ich… ich bin eben nach Hause gekommen.“
Sie lächelte, aus Angst oder um ihm Mut zu machen.. Alles war möglich. Sie schien noch ein Kind, sie fand nichts dabei, dass er ihre Hüften und ihre Brust sehen konnte, als wüsste sie noch gar nichts von solchen Dingen, als wäre sie die Unschuld selbst. Sie nahm ihm das Paket aus der Hand. „Danke, mein Herr, Gott wird es ihnen lohnen.“
Sie knotete es auf. Nacib verschlang sie mit Blicken. Sie faltete das Kleid auseinander, hielt es sich an und streichelte es.
„Schön!“
Sie betrachtete die Hausschuhe. Nacibs Herz klopfte.
„Oh, sie sind sehr gütig!“
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Nacib rang nach Atem, die Kehle war ihm wie ausgetrocknet, der Nelkenduft betäubte ihn. Von Neuem griff sie nach dem Kleid, um es sich nochmals anzuschauen. Wieder wurde ihr nackter Körper sichtbar.
„Schön!“ wiederholte sie. „Ich war lange wach. Ich habe gewartet, dass sie kommen, um mir zu sagen, was es morgen zu essen geben soll. Als es spät war, habe ich mich schließlich schlafen gelegt.“
„Ich hatte viel zu tun“, sagte Nacib mit matter Stimme.
„Ach, sie sind gewiss sehr müde.“
Sie faltete das Kleid zusammen, stellte die Hausschuhe auf den Fußboden.
„Geben sie mir das Kleid, ich werde es aufhängen.“ Nacibs Hand berührte Gabrielas Finger. Ein Schauer überrieselte ihn. Sie lachte.
„Ihre Hand ist kalt…“
Da verlor Nacib die Beherrschung. Er packte ihren Arm. Sie zog ihn an sich. „Schöner junger Mann.“
Nelkenduft füllte das Zimmer, Gabrielas Körper strahlte Wärme aus und hüllte Nacib ein, die Haut brannte ihm. Der letzte Schimmer des Mondes verblich auf dem Bett. Zwischen Küssen hauchte Gabriela: „Schöner junger Mann…“ … Alles lesen>>

Von den kleinen Irrungen der Senhora Saad

In dieser Nacht kam Nacib sehr spät nach Hause. Bis zum Morgegrauen war die Bar überfüllt gewesen. Um den Dichter Argileu Palmeira hatte sich nach der Kinovorstellung ein großer Kreis gebildet. Dem hervorragenden Barden, der beim Kapitän Abendbrot gegessen hatte, gefiel es in Ilhéus; es war ihm gelungen, noch einige Exemplare der „Topase“ zu verkaufen.
sônia-braga-nacktNacib kam todmüde nach Hause. Er ließ sich ins Bett fallen. Gabriela erwachte, wie immer, wenn er eintrat.
„Es ist spät geworden, Herr Nacib… Haben sie schon das Neueste gehört?“
Nacib gähnte und starrte den Körper an, der unter der Bettdecke hervor schaute, diesen geheimnisvollen, täglich neuen Körper. Eine kleine Flamme des Verlangens flackerte zwischen Müdigkeit und Schlaf auf.
„Ich bin sterbensmüde. Was ist denn geschehen?“ Er streckte sich aus und schob ein Bein auf Gabrielas Hüfte.
„Tuisca ist Künstler geworden.“
„Künstler? Wieso?“
„Er wird im Zirkus auftreten.“
Die Hand des Arabers glitt lässig über ihre Schenkel. „Auftreten? Im Zirkus? Was erzählst du da?“
Für Gabriela konnte es keine größere Sensation geben. Sie richtete sich auf. „Nach dem Abendbrot war er bei mir und hat erzählt…“ Sie kitzelte Nacib, um ihn wieder aufzuwecken.
„Du wünschst?“ fragte er und lachte anzüglich.
Sie aber erzählte von Tuisca und von dem Zirkus. „Sie sollten morgen mit mir und Dona Arminda in den Zirkus gehen. Um Tuisca zu sehen, könnten sie die Bar schon einmal allein lassen.“
„Morgen? Unmöglich! Morgen gehen wir beide zu einem Vortrag.“
„Zu einem was?“
„Zu einem Vortrag, Bié. Heute ist ein Doktor aus Ilhéus gekommen, ein Dichter, er macht Gedichte. Er ist großartig. Ein richtiger Gelehrter. Alle haben sich um ihn gedrängt. Wie er spricht und wie er Verse vorträgt. Morgen hält er in der Präfektur einen Vortrag. Ich habe zwei Eintrittskarten genommen.
„Und wie ist das, ein Vortrag?“
Nacib zwirbelte den Schnurbart. „Ach, das ist etwas sehr Schönes, Bié.“
„Schöner als Kino?“
„Kostbarer, viel kostbarer.“
„Schöner als Zirkus?“
sônia-braga-nackt-am-bett„Das lässt sich nicht vergleichen. Zirkus ist etwas für Kinder. Wenn man einen guten Platz hat, lohnt es schon. Aber einen Vortrag gibt es selten.“
„Herr Nacib, der Doktor spricht und wir hören zu… Und sie vergleichen das mit Kino und Zirkus! Sie sind doch so gebildet, Herr Nacib. Nichts kann schöner sein als Zirkus.“
„Bié, höre, ich habe es dir schon gesagt: Du bist kein Dienstmädchen mehr. Du bist eine Dame. Senhora Saad. Du musst das endlich begreifen.
„Ich bin für all das nicht geschaffen, Herr Nacib. Das ist mir unangenehm. Ich bin geboren, ein Groschen zu sein, kein Taler. Was soll ich machen?“
„Du musst lernen. Was glaubst du wohl, was die anderen Frauen früher gewesen sind? Sie stammen alle vom Lande, aber sie haben etwas hinzu gelernt.“
Sie schwiegen. Wieder überwältigte ihn der Schlaf. Seine Hand ruhte auf Gabrielas Körper.
„Lassen sie mich in den Zirkus gehen, Herr Nacib, nur morgen…“
„Du gehst nicht. Ich habe es dir schon gesagt. Du gehst mit mir zu dem Vortrag, und damit gut!“
Er wandte ihr den Rücken zu und zog die Decke über den Kopf. Ihre Wärme fehlte ihm. Er war es gewohnt, mit einem Bein auf Gabrielas Hüften zu schlafen. Aber er wollte ihr zeigern, dass ihre Dickköpfigkeit ihn ärgerte.
Nacib schlief unruhig. Er legte ihr ein Bein auf die Hüfte und seufzte im Schlaf. Sie fühlte wie immer sein Gewicht; sie wollte ihn nicht kränken.

Von den ergötzlichen und den unerquicklichen Seiten der Ehe

Diese unvergessliche Nacht, in der Gabriela sich ganz hingab und Nacib das Gefühl hatte, zu sterben und gleichzeitig wie neu geboren zu sein, hatte traurige Folgen.
Allein in dieser Nacht, als er todmüde nach Hause kam, nach dem Tag, an dem auf Oberst Aristóteles geschossen worden war, da war sie wie früher, vielleicht sogar leidenschaftlicher als je zuvor. Vom nächsten Tag an lächelte sie wieder ruhig und war zurückhaltend. In den folgenden drei Nächten näherte er sich ihr absichtlich nicht. Sie erwachte, wenn sie bemerkte, dass er nach Hause kam, küsste ihn und schlief lächelnd wieder ein. Am vierten Tag schließlich vermochte er sich nicht länger zu beherrschen.
„Du kümmerst dich gar nicht mehr um mich!“
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„Wenn ich nach Hause komme, beachtest du mich kaum.“
„Möchte Herr Nacib etwas essen? Ein Glas Mangosaft trinken?“
„Saft! Als ob es um Saft ginge! Mit der Liebe ist es vorbei, was? Früher warst du es, die damit begonnen hat.“
„Herr Nacib kommt müde nach Hause, ich weiß nicht, ob er mich will, ich weiß nicht, was ich machen soll. Er dreht sich auf die Seite und schläft. Ich will ihn nicht belästigen.“
Sie zupfte am Zipfel des Bettbezuges und senkte den Blick. Nie zuvor hatte er sie so traurig gesehen. Er war gerührt. Also das war der Grund! Sie wollte ihn nicht stören und ihm nach den anstrengenden Tagen Ruhe gönnen. Gute Bié…
„Was denkst du denn? Selbst wenn ich wie zerschlagen bin… für die Liebe bin ich nie zu müde. Ich bin doch nicht alt und…“
„Bin ich nicht immer zur Stelle, sobald Herr Nacib mir den leisesten Wink gibt? Wenn ich aber sehe, dass…“
Er nahm sie in die Arme. Sie barg den Kopf an seiner Brust und weinte.
Und dann war sie wieder feurig wie ehemals. Gabriela war also doch besser als er geglaubt hatte. Es hatte genügt, mit ihr zu sprechen, und gleich nahm sie die Müdigkeit von ihm…. Alles lesen>>

Ein Appetitshappen zum Schluss – Sônia Braga nude – Galerie

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