Tagebücher über Terror 1939 – 49
Von: F1999-RaNk 2023/01/06
Bemerkenswert sind Astrid Lindgrens Sorgen über die aktuellen Bedrohungen zu Beginn des Krieges. Sie schreibt, dass sie Stalin für eine größere Bedrohung hält als Hitler, eine Auffassung, über die man geteilter Meinung sein darf, die allerdings, während ich sie las, meine Gedanken zurück in die späten 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts lenkte …. Der Beitrag erschien zuerst im Dezember 2015 auf frank-c-mey.com
Verlag Ullstein (auch als eBook erhältlich)
Kriegstagebücher – Dieser Tage wurde ich beim Lesen eines Literaturmagazins auf die Kriegstagebücher der Astrid Lindgren aufmerksam. Sie, die große Humanistin, die man bisher einzig über ihre weltweit gelesenen Kinderbücher, allen voran Pippi Langstrumpf, kannte, schrieb, nicht ohne einen gehörigen Schuss Ironie, Tagebücher über den Krieg, seine Schrecken, den Terror und unmittelbare Folgen, Tagebücher der Jahre 1939 bis 1949.
„Astrid Lindgren hat sie nicht für ein Publikum geschrieben, sondern für sich selbst. Sie sind privat, zeigen Sorgen und Ängste der damals Anfang Dreißigjährigen, aber auch ihr großes politisches Interesse und den besonderen Blick von einer der wenigen friedlichen Inseln Europas im Krieg: Schweden konnte sich bis zum Schluss heraushalten und war doch nicht unbeteiligt.“, Süddeutsche Zeitung, Silke Bigalke, 24.10.2015
Nachdenklich und betroffen, aber auch mit dem so unverwechselbaren Tonfall stellt Astrid Lindgren in ihren Tagebüchern wichtige Fragen, die heute wieder von erschreckender Aktualität sind: Was ist gut und was ist böse? Was tun, wenn Fremdenfeindlichkeit und Rassismus das Denken und Handeln der Menschen bestimmen? Wie kann jeder Einzelne von uns Stellung beziehen? Neben dem Kriegsgeschehen erzählt sie von ihrem Familienleben und den ersten Schreibversuchen: 1944 schenkt sie ihrer Tochter das Manuskript von Pippi Langstrumpf zum Geburtstag. Das persönliche Zeitdokument einer sehr klugen Frau, die schon immer den Blick für das große Ganze hatte.
Ein Highlight setzte im November 1988 das Vertriebsverbot der sowjetischen Monatszeitschrift „Sputnik“ durch die Führung der DDR, da im Monatsheft 10/1988 ein Artikel mit der Überschrift „Hätte es ohne Stalin Hitler gegeben?“ erschien. Wichtig auch gerade in unserer aktuellen Gegenwart, in der Auseinandersetzung mit dem so genannten „Islamischen Staat“, bei der die rechten wie die linken Ränder unserer Gesellschaft kein gutes Bild abgeben, was man von den Rechten ohnehin nicht erwartet.
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Aber gerade die LINKE, die im Schafspelz von Pazifismus und Humanismus daher wandelt und sich bis heute nicht wirklich vom Stalinismus distanziert, weil diese eine Distanzierung auch vom Leninismus beinhalten müsste; diese LINKE bemüht sich vehement, ihre eigene historische Verantwortung zu verschleiern und nimmt dafür eine tiefe Spaltung der Gesellschaft in Kauf. Mit diesem Thema befasst sich mein Roman-Projekt „Land der Väter“. Der erste Teil AMPist bereits erschienen. Es lohnt sich, gelegentlich darüber nachzudenken, was die kommunistische Ideologie der Menschheit wirklich Gutes brachte.
Falls Sie noch mehr Interesse an diesem Thema haben sollten, dann empfehle ich Ihnen „Black Earth“ des Historikers Timothy Snyder.
Professor für Geschichte an der Yale University und Permanent Fellow am Institut für die Wissenschaft vom Menschen in Wien. Sein Buch Bloodlands wurde in 30 Sprachen übersetzt und mit 12 Preisen ausgezeichnet, darunter der Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung und der Hannah-Arendt-Preis. Black Earth erscheint gleichzeitig in 19 Ländern.
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Sergei Loznitsa – Ist Putin der neue Stalin? Zeit Online
Sergei Loznitsa ist ein ukrainischer Regisseur, der einen Film über den Maidan gedreht hat. In der Folge einen weiteren Film über den Putschversuch im August 1991 on der Sowjetunion gegen Gorbatschow. In dem Interview mit Zeit Online äußert er sich über die Veränderungen, die seit 1991 in Russland eingetreten sind und Russland sich auf dem Weg in einen totalitären Staat befinde. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob Putin der neue Stalin sei.
Mitten im Sturm: Der Gulag – mit Emily Watson und Ulrich Tukur
Im Jahr 1937 wird die privilegierte sowjetische Literaturprofessorin Evgenia Ginzburg (Emily Watson) wegen absurder Anschuldigungen verhaftet und zu zehn Jahren Zwangsarbeit im sibirischen Gulag verurteilt. Mit Gedichten aus der von ihr geliebten russischen Literatur gelingt es ihr, der stalinistischen Willkür die Stirn zu bieten und auch ihre Leidensgenossinnen im Lager zum Durchhalten zu motivieren. Doch als Evgenia vom Tod ihres Sohnes erfährt, verlässt sie ihr Lebensmut. Erst die Liebe zu dem deutschen Lagerarzt Anton Walter (Ulrich Tukur) gibt ihr neue Hoffnung.
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| Verlorene Generationen I, II und III | 2021 | ||||
| Flucht und Vertreibung – ein Thema, am Tag der Veröffentlichung des Romans so aktuell wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Der Roman einer Familie, der Roman einer Flucht, der das Wort Mord hinzuzufügen wäre. Die Handlung beginnt im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs in Westpreußen, sie führt den Leser nach Königsberg, von dort, der Krieg bereits beendet, in das Herz des Reichs. Alles verloren, in der Hoffnung, ein kleines Stück Leben, eine neue Heimat zurück zu gewinnen. Lina von Leutenberg sucht verzweifelt Halt, sie schwankt hin und her, die Entscheidung, die Heimat zu verlassen, fällt ihr schwer. Ein Einzelschicksal, das für Unglück und Leid von Millionen steht. | |
| | Westpreußen - Gut des Barons Albrecht von Leutenberg Die Familie lädt traditionell am Neujahrstag benachbarte Grundbesitzer, Bauern sowie die leitenden Angestellten der Güter und Freunde zu einem Festessen ein. Die Stimmung getrübt, nicht allein weil seit Tagen eine dichte Wolkendecke, die tief über der verschneiten Landschaft hängt, das Gefühl vermittelt, der Pulverdampf der Herbst-Kämpfe an der Ostfront habe sich wie ein durchnässtes Handtuch, schwer und wabernd, über die Köpfe der Menschen hinweg gespannt, was selbst das Atmen zur Last werden lässt. Doch nicht allein das Wetter bedrückt, der seit 1914 tobende Krieg, der größte, den die Welt bis dahin kennenlernte, riss tiefe Wunden in zahlreiche Familien. |
| Die Baronin: Wir kämpften stets für dieses, für unser Land, egal an welchen Herrscher wir unsere Steuern zahlten, und wenn unser Herrgott jemals herab auf diese Erde steigen sollte, dann wird das hier in unserer geliebten Heimat sein ... „Außerdem haben wir den Polen nichts weggenommen“, meldet sich die Baronin abermals zu Wort, „dieses Land gehört uns seit Jahrhunderten, an uns übertragen von denen, die hier seinerzeit die Herrschaft ausübten. Unsere Vorfahren haben Wälder gerodet, Sümpfe trocken gelegt, Straßen gebaut, sie nahmen Land in Besitz, das andere vor ihnen für unbewohnbar hielten." Alle Leseproben>>> | |
| Verlorene Generationen- Teil II Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg - das Versprechen, das Alfred Mälzer seiner Frau Lina in Königsberg gab, ihr werde es in seiner Heimat nicht schlechter gehen, versucht er mit allen Mitteln einzuhalten. Von einem Freund getrieben und nach längerem Zögern schließt er sich einer völkisch-nationalen Bewegung an. Hier bekommt er die Anerkennung, die ihm im Elternhaus und seinem früheren Umfeld verwehrt blieb. Doch die Enttäuschungen lassen auch hier nicht lang auf sich warten. | |
| | In Teil II lernen wir nun auch die Familie des zweiten Teils der Vätergeneration kennen. Werner Kruse, Spross eines sozialdemokratischen Familie, Eisenbahner. Trotz Entbehrungen, die auch seine Familie nach dem Krieg erdulden muss, beginnt er im Jahre 1920 das geplante Studium an einem renommierten Technikum. Eine Dummheit im Sommer davor bringt ihm eine ungewollte Vaterschaft ein. Seine einzige Tochter Hildegard kommt im Jahre 1921 zur Welt. Beide, Kruse und Mälzer kennen sich bereits aus der Schule, es kommt zu einer zufälligen Begegnung, der Anfang von Divergenzen bis hin zu Feindschaften, die über mehrere Generationen hinweg erhalten bleiben werden und somit einen Spiegel der jüngeren deutschen Geschichte mit all ihren Widersprüchen und tiefen Gräben darstellen …Alle Leseproben Teil II |
| Verlorene Generationen- Teil III Deutschland vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten, der Ernennung Hitlers zum Reichkanzler bis zum vorletzten Kriegsjahr 1944 | |
| | Nach einigem Auf und Ab beginnt für Alfred Mälzer nach der Reorganisation der NSDAP im Jahre 1925 der steile Aufstieg in der Partei, der aber nicht ganz reibungslos verläuft. Dennoch gehört er zum Zeitpunkt des Machtantritts der Nationalsozialisten 1933 zu den führenden Köpfen im Gau und wird, wie einige andere Mitglieder der ersten Stunden, als „Alter Kämpfer“ mit dem Goldenen Parteiabzeichen geehrt. Werner Kruse hingegen bringt sich, wegen seiner aktiven Arbeit in der SPD und der Gewerkschaft auf Anraten eines älteren Genossen im Ausland in Sicherheit. Seine Tochter Hildegard bleibt bei Verwandten in Deutschland zurück. Sie und Alfred Mälzers erstgeborener Sohn Franz sind zunächst Schulfreunde, doch aus der Freundschaft wird Liebe. Nicht unbedingt zur Freude der Väter ... Leseproben Teil III |
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