Anais Nin (1986) – Intimes Tagebuch – Liebe und Lust

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Anais Nin – Henry, June und ich – Klassiker – Leseproben

Aufzeichnungen einer Frau, die von der Liebe besessen ist – (Karl Krolow) – Anais Nin und Henry Miller

„Ach Anais Nin„, sagt er, „du kannst ficken, du kannst ficken! Ich hab`s noch nie zuvor so deutlich gesagt, doch hör mir jetzt zu: Ich liebe dich wahnsinnig. Du hast mich gepackt, du hast mich gepackt! Ich bin verrückt nach dir!“

Anais Nin – Scherz Verlag, Bern, München, Wien.

Titelbild: Szene aus dem Film Henry und June, Maria de Medeiros, Fred Ward und Uma Thurmann

Anais Nin

Kaum ein Name ist enger mit dem Genre der erotischen Literatur verbunden als Anais Nin. In ihrem intimen Tagebuch erzählt sie von ihrem Verhältnis zu Henry Miller und zu dessen Frau June Mansfield, von ungehemmter Lust, von verzehrender Leidenschaft. Es gibt kaum eine Spielart der körperlichen, wie auch der spirituellen Liebe, die in den intimen Aufzeichnungen der Anais Nin nicht ins Spiel gebracht wird. Außer dem tiefen Einblick in das Intimleben dieser beiden Ausnahmeautor*innen gewährt der Roman interessante Ausblicke auf das Leben der Pariser Boheme in den 1920er und 30er Jahren.

Anais Nin Kurz-Bio

Anais Nin, geboren als Angela Anaïs Juana Antolina Rosa Edelmira Nin y Culmell am 21. Februar 1903 in Neuilly-sur-Seine bei Paris, gehört zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen im Genre der erotischen Literatur. Tochter eines kubanisch-spanischen Konzertpianisten und einer acht Jahre älteren Dänin französisch-kubanischer Herkunft. Nachdem der Vater die Familie verlassen hatte, anais_nin_intimes_tagebuchsiedelte die Mutter mit ihren drei Kindern nach Barcelona und nach Kriegsbeginn nach New York über.
Mit ihrem späteren Ehemann Hugh Parker Guiler siedelte Anais Nin 1923 nach Paris über. Ihr Mann kommt als Hugo, Filmproduzent, im hier vorgestellten Roman vor.

In Paris lernte Anais Nin Henry Miller kennen, den sie in seinem literarischen Schaffen unterstützten. Zwischen beiden entwickelte sich eine intensive und langjährige Affäre, um die es im vorliegenden Buch überwiegend geht.
1940 kehrte Anais Nin in die USA zurück, wo sie in Los Angeles heimlich eine zweite Ehe einging, während sie in New York weiterhin mit Hugh Parker Guiler verheiratet blieb.
Berühmt wurde Anais Nin durch ihre Tagebücher, die sie bereits in jungen Jahren zu schreiben begann. Weiter bekannte Werke sind „Das Delta der Venus“ und „Ein Spion im Haus der Liebe“.
Anais Nin verstarb am 14. Januar 1977 in Los Angeles.

Leseproben

anais_nin_intimes_tagebuch_leseprobenLebenshunger, Liberalisierung von Tabus, geistiges Experimentieren, Vergnügungssucht prägen das Klima der Seinestadt. Mekka vieler amerikanischer Intellektueller. In diesem Treibhaus übersteigerter Gefühle begegnen sich drei Menschen, deren Anziehungskraft zueinander vorgegeben ist: Henry Miller, seine Frau June und Anais Nin. Miller schreibt gerade seinen „Wendekreis des Krebses“; Anais Nin ist ihrer selbst noch unsicher, auf der Suche nach ihrer Identität als Frau und der Einschätzung der eigenen Sexualität; June im Konflikt, ob sie den überaus schwierigen Ehemann verlassen soll.

Anais Nin – Paris 1931
Rue Blondel 32

Ich stoße eine Schwingtür auf. Ich sollte vorgehen und über den Preis verhandeln. Doch als ich sehe, dass es sich nicht um ein Haus handelt, sondern um ein Cafe voll Menschen und nackten Frauen, kehre ich um, rufe Hugo und wir gehen zusammen hinein.
Lärm. Grelles Licht. Zahllose Frauen umringen uns, rufen uns, versuchen, unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Die Patronne führt uns zu einem Tisch. Noch immer rufen die Frauen und machen uns Zeichen. Wir müssen wählen. Hugo lächelt verwirrt. Ich mustere sie.

Ich wähle eine lebhafte, dicke, grobe, spanisch wirkende Frau, dann wende ich mich von der kreischenden Schar ab, gehe zum Ende der Reihe und rufe eine Frau zu mir, die keinerlei Anstrengungen gemacht hat, meine Aufmerksamkeit zu erregen, klein, feminin, nahezu schüchtern. Nun sitzen sie uns gegenüber.
Die Kleine ist süß und schmiegsam. Wir unterhalten uns überaus höflich. Wir diskutieren über unsere Fingernägel. Die beiden machen Bemerkungen über meinen Perlmuttlack. Ich bitte Hugo, mir zu sagen, ob ich gut gewählt habe. Er sieht sich die beiden an und antwortet, ich hätte es nicht besser treffen können. Wir beobachten die Frauen beim Tanzen. Ich sehe nur fleckenweise, so intensiv starre ich hin.

Gewisse Stellen sind absolut blind für mich. Ich sehe breite Hüften, Hinterbacken und hängende Brüste, so viele Körper, alle auf einmal. Wir hatten erwartet, es gäbe einen Mann bei der Darbietung. „Nein“, sagt die Patronne, „aber die beiden Mädchen werden euch gut unterhalten. Ihre werdet alles sehen.“ Es wird also nicht gerade Hugos große Nacht sein, doch er akzeptiert alles. Wir verhandeln über den Preis. Die Frauen lächeln. Sie nehmen an, dass es mein Abend ist, weil ich sie gebeten habe, mir lesbische Positionen zu zeigen.

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Anais Nin – Die Große schnallt sich einen Penis um

Alles hier ist mir fremd und ihnen vertraut. Ich fühle mich nur sicher weil sie Menschen sind, die etwas brauchen, für die man etwas tun kann. Ich verschenke alle meine Zigaretten. Ich wünschte, ich hätte hundert Packungen. Ich wünschte, ich hätte sehr viel Geld. Wir gehen hinauf. Zu zusehen, wie die nackten Frauen gehen, macht mir Spaß. Das Zimmer ist matt beleuchtet, das Bett niedrig und breit. Die Frauen sind fröhlich und waschen sich. Wie sehr die Lust doch abnehmen muss bei so vielen automatischen Verrichtungen! Wir sehen zu, wie die Große sich einen Penis umschnallt, ein rosa Ding, eine Karikatur. Dann nehmen sie nonchalant, professionell, ihre Stellungen ein.

Arabisch, spanisch, pariserisch, Liebe wenn man kein Hotelzimmer bezahlen kann, Liebe im Taxi, Liebe wenn einer der Partner müde ist. Liebe im Taxi, Liebe wenn einer der Partner müde ist.
Hugo und ich sehen zu, lachen ein wenig über die Darbietungen der beiden. Alles ist unwirklich, bis ich nach den lesbischen Positionen frage.
Der Kleinen gefällt es, gefällt es besser als die männliche Art. Die Große zeigt mir eine geheime Stelle des weiblichen Körpers, die Quelle einer ganz neuen Lust, die ich zwar manchmal vage, doch niemals definitiv gespürt habe – jenen kleinen Kern an der Öffnung der weiblichen Lippen, an dem der Mann immer dicht vorbei kommt.

Dort arbeitet die Große mit flinkem Zungenschlag. Die Kleine schließt die Augen, stöhnt und zittert vor Ekstase. Hugo und ich, wir neigen uns über die beiden, gebannt von diesem Moment der Schönheit bei der Kleinen, die unseren Blicken ihren eroberten, erschauernden Körper darbietet. Hugo ist aufgewühlt. Ich bin keine Frau mehr; ich bin ein Mann. Ich berühre den Kern von Junes Sein.

Anais Nin – Hotel Anjou

Als ich Henry auf dem grauen Bahnhof treffe, wallt sofort mein heißes Blut auf und bei ihm entdecke ich das gleiche. Wie er mir sagt, konnte er kaum zum Bahnhof gehen, so sehr quälte ihn das Verlangen nach mir. Ich weigere mich, in seine Wohnung mitzugehen, weil Fred dort ist, und schlage das Hotel Anjou vor, in das mich Eduardo geführt hat. Ich sehe den Argwohn in seinen Augen und freue mich darüber.


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Wir gehen in das Hotel. Er will, dass ich mit der Concierge spreche. Ich bitte sie um Zimmer Nummer drei. Das kostet dreißig Francs, antwortet sie. Ich sage: „Und sie werden es uns für fünfundzwanzig geben.“ Damit hole ich den Schlüssel vom Haken. Ich steige die Treppe hinauf. Mitten auf der Treppe hält Henry mich fest, um mich zu küssen. Wir sind im Zimmer. Mit seinem herzlichen Lachen sagt er: „Anais, du bist der Teufel!“ Ich schweige. Er hat es so eilig, dass mir keine Zeit bleibt, mich auszuziehen …

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Anais, ich will dich ficken

Vor seinem Besuch hatte er mir geschrieben …
Ich weiß nicht, was ich von dir erwarte, aber es ist irgendwie etwas Wunderbares . Ich werde alles von dir verlangen – selbst das Unmögliche -, weil du mich dazu ermunterst. Du bist wahrhaft stark. Mir gefällt sogar deine Falschheit, dein Verrat. Sie wirken aristokratisch auf mich. (Hat „aristokratisch“ in meinem Mund einen falschen Klang?)

Jawohl, Anais, ich habe mir überlegt, wie ich dich betrügen könnte, aber ich kann es nicht. Ich begehre dich. Ich möchte dich ausziehen und dich ein bisschen vulgär werden sehen – ach, ich weiß nicht, was ich sage. Ich bin ein wenig betrunken, weil du nicht hier bist.
Ich möchte in die Hände klatschen können und voila, Anais! Ich will dich besitzen, dich gebrauchen, ich will dich ficken, will dich so manches lehren. Nein, ich würdige dich nicht-Gott behüte! Vielleicht möchte ich dich sogar ein bisschen demütigen – warum nur, warum? Warum falle ich nicht auf die Knie und bete dich ganz einfach an?

Das kann ich nicht, ich liebe dich lachend. Gefällt dir das? Und Liebste, Anais, ich bin so vielerlei Dinge. Du siehst jetzt nur die guten Dinge – oder lässt mich das wenigstens glauben. Ich möchte dich mindestens einen ganzen Tag lang bei mir haben. Ich möchte mit dir zusammen etwas erreichen-dich besitzen. Du weißt nicht, wie unersättlich ich bin. Oder wie feige. Und wie egoistisch!

Ich liebe deine Fotze, Anais

anais_nin_intimes_tagebuch_leseprobenIch habe dir gegenüber mein gutes Betragen gezeigt. Aber ich warne dich, ich bin kein Engel. Ich glaube eigentlich, dass ich ein wenig betrunken bin. Ich liebe dich. Ich werde jetzt zu Bett gehen: Es ist zu qualvoll, wach zu bleiben. Ich bin unersättlich. Ich werde dich bitten, das Unmögliche zu tun . Was das ist, weiß ich nicht. Vermutlich wirst du es mir sagen. Du denkst schneller als ich. Ich liebe deine Fotze, Anais; sie macht mich verrückt.
Und wie du meinen Namen aussprichst! Oh Gott, es ist überirdisch! Hör zu, ich bin sehr betrunken.

Es tut mir weh, allein hier zu sein. Ich brauche dich. Kann ich dir alles sagen? Das kann ich doch, oder? Komm also ganz schnell her und fick mit mir! Komm mit mir zugleich! Schling deine Beine um mich. Wärme mich….
Henry platzte vor allumfassender Großzügigkeit: „Ich schenke dir Anais, Fred. Jetzt siehst du, wie ich bin. Ich möchte, dass alle Anais lieben, sie ist wundervoll.“
„Sie ist zu wundervoll“, entgegnete Fred, „du verdienst sie nicht.“
„Du bist ein Giftzwerg“, rief Henry, der gekränkte Riese.

Ich weiß nicht, wo du das gelernt hast, aber du kannst ficken

„Außerdem“, fuhr Fred fort, „hast du mir Anais nicht geschenkt. Ich habe meine eigene Anais, eine andere als du. Ich habe sie mir genommen, ohne einen von euch zu fragen. Bitte, bleib die ganze Nacht, Anais. Wir brauchen Dich.“
Freds Hände zittern, als er mir ein Glas Wein reicht. Der Wein wirkt auf das Zentrum meines Körpers, und es pulsiert. Henry geht für einen Moment hinaus, Fred und ich schweigen. Es war Fred, der sagte: „Nein, ich mag keine großen Banketts. Ich liebe kleine Essen, wie dieses, für zwei bis drei.“ Nun lastet unser Schweigen sehr, und ich fühle mich bedrückt. Henry kommt zurück und bittet Fred, und allein zu lassen.


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Kaum hat er die Tür hinter sich geschlossen, da liebkosen Henry und ich schon einer des anderen Fleisch. Gemeinsam stürzen wir in unsere zügellose Welt. Er beißt mich. Er lässt meine Knochen krachen. Ich muss mich mit breit gespreizten Beinen hinlegen, und er dringt in mich ein. Unsere Begierden sind entfesselt. Unsere Körper zucken konvulsivisch.
„Ach Anais“, sagt er, „ich weiß nicht, wo du das gelernt hast, aber du kannst ficken, du kannst ficken! Ich hab`s noch nie zuvor so deutlich gesagt, doch hör mir jetzt zu: Ich liebe dich wahnsinnig. Du hast mich gepackt, du hast mich gepackt! Ich bin verrückt nach dir!“

Und dann weckt etwas, das ich sage, plötzlich gewisse Zweifel in ihm. „Es ist nicht nur das Ficken, ja? Du liebst mich wirklich?“
Die erste Lüge. Während sich unsere Lippen berühren, unser Atem vermischt und sein feuchter, heißer Penis in mir ist, sage ich, dass ich ihn liebe.

Henry besitzt die Kraft, zu ficken

Doch während ich das sage, weiß ich, dass es nicht stimmt. Sein Körper versteht es, den meinen zu erregen, dem meinen zu antworten. Wenn ich an ihn denke, möchte ich die Beine spreizen. Nun liegt er schlafend in meinen Armen, tief schlafend. Ich höre ein Akkordeon. Es ist Sonntagabend in Clichy. Ich denke an Bubu de Montparnasse, an Hotelzimmer, daran, wie Henry mein Bein hochrückt, wie er meine Hinterbacken liebt. In diesem flüchtigen Augenblick bin ich nicht ich selbst. Das Akkordeon lässt mir das Herz schwellen, ich bin erfüllt von Henrys weißem Blut. Er liegt schlafend in meinen Armen und ich liebe ihn nicht.

Ich glaube, als wir da stumm beieinander saßen, habe ich Fred erzählt, dass ich Henry nicht liebe. Ich sagte, ich liebe seine Hellsichtigkeit, seine Halluzinationen. Henry besitzt die Kraft, zu ficken, sich zu verströmen, zu fluchen, zu übertreiben und anschaulich zu machen, zu zerstören und Leiden zu schaffen. Es ist ein Dämon in ihm, den ich bewundere, der unzerstörbare Idealist, der Masochist, der seine Möglichkeiten entdeckt hat, sich selbst Schmerzen zu zufügen, weil er unter den eigenen Treuebrüchen, der eigenen Rohheit leidet …

Anais Nin – Juni

Gestern Abend ging ich mit Henry ins Kino. Als die Handlung tragisch, herzzerreißend wurde, nahm er meine Hand, und wie verschränkten fest die Finger. Bei jedem Druck teilte ich seine Reaktion auf die Handlung. Im Taxi, auf dem Weg zum Treffen mit Hugo, küssten wir uns. Und ich konnte mich nicht losreißen. Ich verlor den Kopf. Ich fuhr mit ihm nach Clichy. Er drang so vollkommen in mich ein, dass ich, als ich nach Louveciennes zurückkehrte und in Hugos Armen einschlief, noch immer das Gefühl hatte, es sei Henry. Die ganze Nacht war es Henry, der neben mir lag. In meinen Träumen schmiegte ich meinen Körper um ihn herum.

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Ich liebe die Art, wie du mich fickst

Am Morgen fand ich mich dann eng mit Hugo verschlungen, und es dauerte lange, bis mir klar wurde, dass es nicht Henry war. Hugo glaubt, dass ich die letzte Nacht unendlich liebevoll zu ihm war, doch es war Henry, den ich liebte, Henry, den ich küsste …
Nach dem vorausgegangenen Gespräch mit Allendy hatte ich eine leichte Veränderung bemerkt. Ich war aktiver bei Henry. Er merkte es auch und sagte: „Ich liebe die Art, wie du mich jetzt fickst.“ Dabei empfand ich heiße Freude.

Ich masturbiere häufig, genussvoll

anais_nin_intimes_tagebuch_leseprobenNachdem ich Henry wegen tausend Verpflichtungen fünf Tage lang nicht gesehen hatte, konnte ich es nicht mehr ertragen. Ich bat ihn, sich mit mir zwischen zwei Terminen auf eine Stunde zu treffen.
Wir unterhielten uns einen Moment, dann suchten wir das nächste Hotelzimmer auf. Welch ein tiefes Verlangen in ihm! Erst wenn ich in seinen Armen liege, scheint alles gut zu sein. Nach einer Stunde mit ihm war ich in der Lage, meinen Tag weiterzuleben, Dinge zu tun, die ich nicht tun will, Menschen zu treffen, die mich nicht interessieren …

Für mich beinhaltet ein Hotelzimmer eine Andeutung von Wollust, verstohlen, kurzlebig. Vielleicht haben die Tage ohne Henry mein Verlangen verstärkt. Ich masturbiere häufig, genussvoll, ohne Gewissensbisse oder bitteren Nachgeschmack. Zum ersten Mal weiß ich, was das heißt: essen. Ich habe vier Pfund zugenommen. Ich bekomme einen richtigen Heißhunger, und wenn ich esse, ist das für mich ein nachhaltiger Genuss. Im Augenblick habe ich nur drei Bedürfnisse: essen, schlafen und ficken …

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Verfilmung

henry_und_june_der_filmKräftig, deftig, der Roman, als Liebhaber erotischer Literatur muss muss man Anais Nin einfach gelesen haben und nicht allein das Intime Tagebuch.
Nicht ganz so „verdorben“ geht es in der als FSK 16 eingestuften Filmproduktion von Regisseur Philip Kaufmann aus dem Jahre 1990 zu. Im Mittelpunkt des Films steht die Dreiecksbeziehung zwischen Anais Nin (Maria de Medeiros), Henry Miller (Fred Ward) und dessen bisexueller Ehefrau June (Uma Thurman). Anais Nun schläft mit beiden. Der Film beruht auf der Autobiografie Henry Millers und dem Intimen Tagebuch Anais Nins. Etwas mehr nackte Haut und Leidenschaft bei den Liebesszenen hätte man sich schon gewünscht. Dennoch sehr sehenswert.

Filmtipp

babylon_drogen_sexorgien_heisser_jazz_filmkritikWie auch Anais Nins „Intimes Tagebuch“ und der Film „Henry und June“ entführt Sie mein heutiger Filmtipp ebenfalls in dieselbe Zeit, in die späten 20er bis hinein in die 30er Jahre, die Blütezeit des Stummfilms und der (für manche) schmerzhafte und verlustreiche Übergang in die Tonfilmära – Das opulente Hollywood-Epos, im Januar 2023 in die deutschen Kinos gekommen – BABYLON – Rausch der Ekstase – Ein Film von Damien Chazelle.

BANYLON

Aus dem Klappentext: Nach seinem Welterfolg La La Land erzählt Damien Chazelle in Babylon – Rausch der Ekstase von der Seele Hollywoods und vom Aufstieg und Fall all derjenigen, die sich dem Leben im Scheinwerferlicht verschrieben haben. Es ist die Geschichte von überbordendem Ehrgeiz, ausgelassener Dekadenz und ausschweifender Verderbtheit. Der Ensemble-Cast wird angeführt von Brad Pitt, Margot Robbie und Diego Calva … Mehr zum Film finden Sie hier

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