Die Träumer – Ein Film von Bernardo Bertolucci
Das sinnliche Meisterwerk über die Magie des Paris von 1968 – Prickelnde Erotik vom Feinsten
mit: Eva Green, Michael Pitt und Louis Garrel; Regie: Bernardo Bertolucci
Die Träumer – Später schläft Matthew mit Isabelle auf dem Fußboden der Küche, während Theo daneben steht und Eier brät. Matthew fragt Isabelle, ob sie mit ihrem Bruder Sex hat, ob er schon in ihr war. „Er ist immer in mir“, antwortet sie …
Die Träumer der 68er
Die Zeit des Umbruchs westlich des eisernen Vorhangs, nicht nur in Westdeutschland. Ereignisse, die wir hier im Osten teils mit aus Verwunderung vorgehaltener Hand beobachteten. Die wir noch ganze einundzwanzig Jahre lang ausharren mussten, bis auch bei uns der Mief der Vergangenheit aus den Stuben verbannt wurde. Eine Zeit, in der nicht wenige hier im Osten, der trügerischen Hoffnung erlagen, es gehe dem „modernden“ Kapitalismus nun endlich an den Kragen, während andere versuchten, einen Sozialismus mit menschenwürdigem Antlitz zu errichten. Auch Prag war 1968 …
Aufruhr
Studenten besetzten die Sorbonne in Paris. Aus westdeutschen und anderen westlichen Großstädten flimmerten Bilder demonstrierender Studenten und anderer Jugendlicher über die Bildschirme. „Ho, Ho, Ho Chi Minh“-Rufe, Mao-Fibeln in den Händen. Von vielen hier im Osten, die wir die „Wohltaten“ des realen Sozialismus tagtäglich am eigenen Leib erfahren durften, nicht immer mit Wohlbehagen aufgenommen. Und als russische Panzer den Prager Frühling nieder walzten, horchten die ersten Demonstranten, die Träumer, auch im Westen auf. Für viele die Ernüchterung.
Leider ist zu dem Film kein deutscher Trailer verfügbar, aber ein Stück weiter unten bekommen Sie ein paar delikate Auszüge präsentiert.
Freie Liebe
„Why dont we do it on the road?“ sangen die Beatles im selben Jahr. Voller Neugier waren wir über die „freie Liebe“. Wir waren gerade vierzehn/ fünfzehn, die ersten Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlecht lagen bereits hinter uns. Einen Kasten Bier aus der „Schenke“ geholt im Gras, saßen wir im Sommer bis spät in die Nacht entweder am „Denkmal“ oder im Brühl, hinter Sträuchern versteckt, wo inmitten unserer Runde ein zwei Jahre älterer Schüler, der zweimal sitzen geblieben war, die „Flötern“ aus der Parallelklasse vor unser aller Augen vögelte. Einer masturbierte beim Zuschauen …
Filme von Oswald Kolle
Der Aufbruch vollzog sich nicht nur im Westen, und als glückliche Empfänger westdeutscher Fernsehsender sahen wir uns heimlich nachts, wenn die Eltern bereits schliefen, die ersten Filme von Oswalt Kolle an. Wenn man sich sicher fühlte, wichste man beim Schulmädchenreport, obgleich gar nicht viel zu sehen war. Uschi Nerke warf sich fast weg, als ich ihr nach der Wende am Rande einer Mugge erzählte, dass ich bei ihrem Anblick im Beat-Club masturbiert habe. Die Träumer waren auch wir, wir träumten von einer anderen Welt. 
Der Regisseur
Bernardo Bertolucci – geboren am 16. März 1941 in Parma, war ein bekannter und bedeutender italienischer Filmregisseur. Bekannt mit „Der letzte Tango in Paris“, „Der große Irrtum“ oder „Der letzte Kaiser“ über das klägliche Ende des chinesischen Kaiserreichs. Bertolucci wuchs in einer literatur- und kunstinteressierten Familie auf, Mutter Lehrerin für Literatur, Vater ein landesweit bekannter Dichter und lehrte Kunstgeschichte. Da der Vater auch Filmkritiken schrieb, besuchte er oft Kinos, wohin er den Sohn oft mitnahm. So kam Bertolucci frühzeitig mit dem Film in Kontakt. Er starb am 26. November 2018 in Rom. „Die Träumer“ entstand im Jahre 2003.
Die Träumer – Paris 1986
In dieser Zeit des Aufbruchs, der Liebe und der Leidenschaft trifft der Amerikaner Matthew (Michael Pitt) auf die Zwillingsgeschwister Isabelle (Eva Green) und Theo (Louis Garrel). Anlass ist eine Protestveranstaltung gegen die Entlassung des Leiters der Cinémathèque. Schnell stellen sie fest, dass sie nicht nur die Liebe zum Film, sondern auch das Verlangen nach sexueller Befreiung teilen. Da die Eltern, der Vater ein bekannter französischer Schriftsteller, deren nahezu grenzenlose Liberalität wir im Film kennen lernen, für mehrere Tage verreist sind, laden die Geschwister Matthew in ihr zu Hause ein.
Lust und Gier
Sehr schnell entwickelt sich aus einem harmlosen Filmquiz ein Spiel aus Lust und Begierde. Matthew wird Zeuge wie Bruder und Schwester nackt in einem Bett schlafen. Die Eltern waren noch im Haus. Er vermutet eine inzestuöse Beziehung zwischen den beiden, die sich noch zu bestätigen scheint, als Theo infolge eines nicht gelösten Filmrätsels von seiner Schwester die Aufgabe gestellt bekommt, vor einem Filmplakat mit dem Bild von Marlene Dietrich darauf zu masturbieren. Die Schwester wischt anschließend mit der Hand Theos Sperma vom Plakat …
Nach dem nächsten Absatz ein paar Leckerbissen aus Die Träumer, die in einem Youtube-Trailer nicht gezeigt werden dürfen:
Sinnliche Erotik
Später schläft Matthew mit Isabelle auf dem Fußboden der Küche, während Theo daneben steht und Eier brät. Matthew fragt Isabelle, ob sie mit ihrem Bruder Sex hat, ob er schon in ihr war. „Er ist immer in mir“, antwortet sie. Von da an leben sie ihre Leidenschaften zu Dritt, ob gemeinsam in der Wanne, wo der Joint reihum geht oder in einem im Haus aufgebauten provisorischen Zeltlager – Woodstock für die Träumer.
Freie Liebe und Musik der 60er
Die Träumer – Ein Film für Liebhaber sinnlicher Erotik, der sehre viel mehr zeigt, als man es von einer FSK 16-Einstufung erwarten kann. Ein Film für Liebhaber perfekter Körper, nicht nur der einer nackten und zauberhaften Eva Green, sondern auch die zweier gut gebauter junger Männer, die sicher auch Frauenherzen höher schlagen lassen. Insofern ein Erotikfilm für den Abend zu zweit, der zu mehr verführt, als nur zum Hinschauen. Und wer einmal nicht hinschaut, für kurz oder länger, der kann sich an der Musik der 60er erfreuen. Von Chansons wie „La mer“ bis Janis Joplin, von Bob Dylan bis zu den Stones. Die Träumer – Nicht nur eine Liebeserklärung an den Film, auch eine Liebeserklärung an die Musik …
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Kritik vom Musikexpress
„… die wunderbarste Liebeserklärung an den Film, die man sich denken kann.“ Die Träumer, einer der letzten Filme Bertoluccis, der erst zehn Jahre später mit „Ich und Du“ sein letztes Werk in die Kinos brachte. Für sein Lebenswerk erhielt Bertolucci anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Filmfestivals von Venedig im Jahre 2007 einen Goldenen Ehrenlöwen. 2011 folgte die Ehrenpalme der Filmfestspiele von Cannes, ein Jahr später der Europäische Filmpreis. Im Jahre 2008 erhielt er einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Für „Die Träumer“ erhielt er Kritik, Sex-Fantasien eines alten Mannes. Ich bin ihm dankbar dafür, dass er uns an diesen Fantasien teilhaben lässt.
My secret Live
Warum mir, nachdem ich „Walter – my secret life“ aus dem Bücherschrank nahm, um Leseproben für diesen Blog aufzubereiten, gerade dieser Film „Die Träumer“ in den Sinn kam, weiß ich nicht so ganz genau. Vielleicht liegt die Parallele darin, dass beide, Film wie Buch, einen Ausriss aus einer ganz bestimmten Zeit liefern. Der Film – das Verlangen nach sexueller Befreiung, das Buch die geheimen Aufzeichnungen eines Mannes über seine sexuellen Ausschweifungen, in einer Zeit, in der es noch nicht als normal galt, über Sexualität zu schreiben. Ein Sittengemälde, das schamlos und schonungslos die Gepflogenheiten einer längst vergessenen Epoche offen legt.
Leseprobe
Ein zurückhaltendes Mädchen liegt nach dem Vögeln ruhig da und wäscht sich erst, wenn du gegangen bist. Ein junges Mädchen, das dir die Möse gezeigt hat und die sich ihre Jungfräulichkeit von dir hat nehmen lassen, wäscht sich wahrscheinlich überhaupt nicht, bis du sie auf die Notwendigkeit hinweist. Dirnen versuchen in dem Augenblick, da man sich ergießt, ihren Unterleib nach hinten zu schieben, so trifft sie der Erguss vorne am Ausgang, dann lassen sie den Schwanz rasch heraus rutschen, waschen sich sofort und pissen außerdem noch. Ein ehrbares junges Mädchen wischt sich die Möse nur von außen ab … Alle Leseproben>>>
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Toller Film, geile Erinnerung an die tollen Tage Ende der 60er, Gruß werner