Leidenschaft oder fesselndes Drama – Japan 1895

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Im Reich der Leidenschaft

Nagisa Oshimas preisgekrönter Film

mit Kazuko Yoshiyuki, Tatsuya Fuji, Takahiro Tamura; Regie: Nagisa Oshima

Vorbemerkungen

Der Film erscheint unter Anderem in einem Doppelpack mit Oshimas „Im Reich der Sinne“, dem der vorangegangene Beitrag gewidmet war. Mehr zum Reich der Sinne>>>
Die Doppel-DVD überschrieben mit Asian Erotic Collection – Die preisgekrönten und umstrittenen Erotik-Meisterwerke von Erfolgs-Regisseur Nagisa Oshima.
Nun kann man sich über den Begriff Erotik lange und trefflich streiten, dass man den Begriff nicht allein auf das Zeigen nackter Haut und des Geschlechtsverkehrs in dieser oder jener Prägung reduzieren darf, versteht sich von selbst. Dennoch erwartet der Zuschauer ein Stück davon, wenn es die Ankündigung denn verspricht, ohne dass die Vielfalt des Begriffsinhaltes und die verschiedenen Betrachtungsweisen dabei zu kurz kommen.
Dieser Film hätte eher den Zusatz „Liebesdrama“ verdient, nicht weniger sehenswert darum, in ausgezeichneter Besetzung und einer exzellenten schauspielerischen Leistung.obsessionen_im_reich_der_sinne_film

Im Reich der Leidenschaft

Ein Dorf in der Nähe Tokios Ende des 19. Jahrhunderts, wie man aus Bezügen im Film entnehmen kann. Die Hauptfiguren: Gisaburo (Takahiro Tamura), der Rikscha-Mann, dessen Frau Seki (Kazuko Yoshiyuki) und ein junger Mann, Toyoji (Tatsuya Fuji), der gerade vor Kurzem seinen Militärdienst beendete und zurück ins heimische Dorf gekehrt war, zwanzig Jahre jünger als Seki. Letztere, wie selbst ihr Mann ihr bescheinigt, in der Blüte ihrer Jahre, was dem jungen Toyoji nicht entgangen zu sein scheint. Doch weil der eben um so vieles jünger ist, schöpft der Rikscha-Fahrer hinter den Avancen des jungen Mannes seiner Frau gegenüber keinerlei Verdacht.

Das ewig alte Spiel

Im Klappentext heißt es, Toyoji habe sich in Seki verliebt. Ob das Liebe ist oder von der Angebeteten als solche verstanden werden soll, mag dahingestellt bleiben, denn ebenso wie das Wort Erotik beherbergt das Wort Liebe derart viele Facetten, dass eine Definition nicht so einfach ist. So wie es sich im Film darstellt, hat sich der junge Mann in die gut aussehende verheiratete Frau verguckt. Eine Frau, deren Ehemann nicht mehr der Jüngste, der den ganzen Tag hart arbeitet, vom frühen Morgen bis in den späten Abend hinein – und dann kennt man doch die Gerüchte, wie sie auch in unseren Breiten bis in die Gegenwart erzählt werden: „Ob der die wohl befriedigt?“ Das ewig alte Spiel und dieselbe Frage, ohne dass der Film dies explizit herüberbringt, wird sich Toyoji ebenfalls gestellt haben. Ein junger, kräftiger Mann in einem Dorf voller verheirateter älterer Menschen, in dem es weit und breit keine begehrenswerte junge Frau gibt.

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Objekt der Selbstbefriedigung

Der sorgende Gatte, der überarbeitet und entkräftet nach Hause kommt, sein Essen zu sich nimmt und sich betrinkt, dann schläft er schnarchend ein, die junge Frau neben ihm mit ihren unerfüllten Wünschen. Und wenn ihm mal der Schwanz steht, dann besteigt er sie wie der Bulle die Kuh, allein darauf aus, seinen Druck abzubauen. Die Frau als Objekt der Selbstbefriedigung des Mannes ohne jede Leidenschaft.
Als Toyoji sich Seki zum ersten Mal nähert, gleicht es beinahe einer Vergewaltigung, doch als sie bemerkt, dass er sie nicht allein ficken, dass er sich nicht einzig an ihr befriedigen will, gibt sie sich hin und sie erlebt vielleicht das erste Mal in ihrem Leben den Genuss, vielleicht ihren ersten Orgasmus. Dasselbe wie beim Essen, dem gemeinen Volk bleibt, sich den Wanst vollzuschlagen, wenn etwas da ist zum Beißen. Der Genuss, das Privileg der Reichen oder derer, die schon etwas anderes von dieser Welt gesehen haben.

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Freund oraler Genüsse

Der mitgebrachte Kuchen wird zum Symbol dafür wie der orale Verkehr. Sex aus Spaß an der Freude, an der Leidenschaft, Toyoji zeigt Seki seinen erigierten Penis, Sex als Spiel, man lacht.
Doch schon bald plagt den jungen Liebhaber die Eifersucht, Seki könnte auch ihrem Mann zu Diensten sein. Er, Freund oraler Genüsse, überredet sie zur Scham-Rasur, gewiss nicht üblich unter Dorfbewohnern im Japan des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Er weiß, dass er sie damit einem ungeheuerlichen Verdacht preisgibt, und um dies zu verhindern, überredet er Seki zum gemeinsamen Mord am Ehemann.
Die wird schon bald vom schlechten Gewissen geplagt, der Tote erscheint als Geist, die Dramatik nimmt ihren Lauf. Liebesdrama wäre, wie bereits festgestellt, der treffendere Untertitel gewesen.

Sehenswert und ergreifend

Die Filmhandlung überspringt die ersten drei Jahre nach dem Mord, die Liebenden trafen sich heimlich, wie man am Rande erfährt. Wie, wo und was da geschah, das zu ahnen überlässt man dem Zuschauer. Der sieht allein dass es Seki auf Dauer nicht genügt, dass sie ihr Gewissen schließlich überholt, sie erdrückt. Ein Stück mehr Leidenschaft anstelle oft langatmiger Einblicke in das Dorfleben hätten dem Film gut getan oder ein anderer Titel. Dennoch sehenswert und ergreifend, wenn man von nicht erfüllten Erwartungen absieht. Die Wertung, die das Lexikon des internationalen Films abgibt, bleibt für mich die treffende: „Der Film des Japaners Oshima (Im Reich der Sinne, 1976) ist eine nicht enden wollende Leidenschafts- und Mordgeschichte traditioneller Schule. Außergewöhnlich schön fotografiert, bleibt er an der Oberfläche des Dramas, so dass sich ein leicht spekulativer Zug in den Vordergrund drängt.“


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Das Kopfkissenbuch

… der Dame Sei Shonagon. Japan nicht im 19., sondern zu Beginn des 11. Jahrhunderts am Kaiserhof während der Heian-Zeit. Die Hofdame führte ein Tagebuch, das inzwischen zu den Klassikern der japanischen Literatur zählt.
Der Klappentext: Während der Blütezeit der Literatur in Japan, entwickelte die Hofdame Sei Shonagon – ihr eigentlicher Name ist unbekannt, Sei ist der Familienname, Shonagon bezeichnet ihren Hofrang – die literarische Form des Zuihitsu und verfasste in diesem essayistisch anmutenden Stil ein tagebuchähnliches Werk, an dem sie circa zehn Jahre lang schrieb und das etwa 300 Texte unterschiedlichen Umfangs enthält. Ihre Einträge zeugen von einer scharfen Beobachtungsgabe, von Sensivität, Naturverbundenheit und einem grundlegenden Interesse für die menschliche Psychologie. Originell und kritisch bringt sie das leben am Hofe während der Heian-Periode zu Papier … Ausführliche Leseproben>>>

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