Perestroika und Sex (1990) – Nackte Sowjetunion

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Sex & Perestroika – Die Hüllen fallen

Ein „Filmchen“ von … Ja von wem eigentlich?

mit: Elena Massourenkova, Yevgeniya Kryukova, Francois Jouffa; Regie: Francis Leroi

Wenn du einen Mann oral befriedigst, schluckst du da sein Sperma? – Perestroika

Vorbemerkungen

Schnittberichte.com bezeichnet den im Jahre 1990 gedrehten Film „Sex & Perestroika“ als Komödie. Die im Januar 2021 auf DVD erschienene deutsche Version sei mit nachgedrehten Sexszenen ergänzt worden, dafür habe man diverse Handlungsszenen der Originalfassung weggelassen. Mag sein, dass der Film in der Originalfassung als Komödie durchgeht, obgleich kaum vorstellbar, weil, angesichts der wenigen Sexszenen, so viel auch wieder nicht verändert worden sein kann. In diesem Sinne, sowohl als auch, weder Komödie noch Erotikfilm, und FSK 18? – Das Prädikat wurde von den Herausgebern der DVD wohl weniger aus Jugendschutzgründen vergeben, denn mehr um erwachsene Käufer zu finden.

Produktion und Regie
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Francis Leroi

Über Regisseur und Drehbuchautor Francis Leroi, geboren am 5. September 1942 in Paris, verstorben am 21. März 2002, weiß man, dass er mehrere Emmanuelle-Teile produziert und Regie geführt hat. Über Francois Jouffa, geboren am 6. Dezember 1943 in Paris, Journalist, Produzent und Buchautor, gibt es einen Eintrag bei Wikipedia in Französisch. Dort erfährt man, er sei Sohn von Yves Youffa, ehemaliger Präsident der Liga für Menschenrechte. Außerdem ein bekannter ehemaliger Radioreporter. So weit, so gut, Starbesetzung Fehlanzeige, muss ja auch nicht immer sein.

Sex & Perestroika – Der Film

Wenn man die Erwartung, vielleicht etwas über Glasnost und Perestroika im Reich der Roten Zaren zu erfahren, einerseits sowie einen guten Erotik oder Sexfilm zu erleben andererseits, ein Stück zurückschraubt, so sieht man ein bisweilen unterhaltsames „Filmchen“, das die eine oder andere Erinnerung weckt. Jedenfalls bei Menschen wie mir, der ich die ehemalige Sowjetunion mehrmals nicht als Tourist, sondern als Angehöriger der Marine erlebte.

Straff organisierte Reisegruppen

Für all die Nachgeborenen: man konnte, wohnte man in der DDR, sich nicht, wie heutzutage üblich, einfach ein Visum beschaffen und losfahren (oder fliegen). Letzteres ging einzig über die beiden volkseigenen, sozialistischen Reiseveranstalter, das DDR-Reisebüro oder Jugend-Tourist. Und da war man Teil einer straff organisierten Reisegruppe, die von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten getrieben und darüber hinaus mit den (teils fragwürdigen) Erfolgen des kommunistischen Aufbaus bombardiert wurde. Wir hatten die Möglichkeit, uns frei zu bewegen und da konnte man einiges erleben (Ein paar Kostproben in meinen erotischen Reiseerlebnissen>>>).

Die Handlung …

sex_und_perestroika_film… ist schnell geschildert: Ein Pariser Filmproduzent sucht mit seinem Team im Moskau das Jahres 1990 eine frische und unverbrauchte neue Emmanuelle-Darstellerin. Doch die Wege der leitenden Mitglieder des Teams trennen sich schnell. Während das Team unter Nackttänzerinnen und Hobby-Huren die neue Emmanuelle sucht, geht Boris (Francois Jouffa) eigene Wege und kontaktiert, nach Empfehlung, die gut ausgebildete und sprachgewandte Alona (Elena Massourenkova) als Stadtführerin, die ihm die Stadt in all ihren Facetten, nackt wie angezogen, näherbringt.

Schwarztaxi und Sauferei

Die Gesellschaft des allgemeinen Mangels, der von nicht wenigen reichlich ausgenutzt wurde. Wir erleben eines der Markenzeichen, das „Schwarztaxi“, das es auch in der DDR gab.
Des Weiteren Endlose Warteschlangen. Früher vor Läden, wenn es mal etwas Besonderes gab oder vor dem Lenin-Mausoleum, wo einige sogar freiwillig hingingen, im Film vor einem schlichten Mc-Donalds Restaurant, eines der Highlights der Neuen Zeit, wie Sex-Clubs und Striptease-Bars, die wirkliche Revolution. Um diese Entfesselung in der Wendezeit erleben zu können, musste man nicht nach Moskau reisen, doch dort vollzog es sich besonders extrem. Hielt man doch die Sowjetbürger*innen mit nackter Haut weitaus knapper als die DDR-Bürger.

Nacktfotos für Bernstein

Ging es zu einem Besuch in die ehemalige Sowjetunion, deckte man sich mit jeglicher verfügbareren Darstellung nackter Haut ein. In der DDR Bilder aus dem Magazin oder aus der Unterwäscherubrik diverser Modezeitschriften. Dafür bekam man in den Hafenstädten Bernstein, kaum zu glauben aber wahr.
Ein weiteres Merkmal der Mangelgesellschaft in den Großstädten, große, ehemals bürgerliche Wohnungen, in denen mehrere Familien untergebracht sind. Wir erleben ein junges Ehepaar, das seine Hochzeitsnacht ungeniert unter Augen und Ohren einer Mitbewohnerin mit hemmungslosem Sex versüßt, während die Zuschauer- und Zuhörerin masturbiert, weil deren Ehemann sturzbetrunken im Bett daneben schläft. Für das Video ist leider kein deutscher Trailer verfügbar. daher von mir ein paar Sequenzen aus dem Film, die nicht youtube-tauglich sind:

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Punker und Tataren

Sympathische Punker, die von Rockerbanden, den „Tataren“, verfolgt und verprügelt werden, eine Jugendkommune, in der wild durcheinander gevögelt wird. Weil Boris die Mädchen für sehr offen und liberal hält, fragt er die eine:
„Wenn du einen Mann oral befriedigst, schluckst du da sein Sperma?“ Dafür bekommt er eins in die Fresse.
Schließlich, wie es sich für einen Film gehört, der in der ehemaligen Sowjetunion spielt, Boris wird überfallen und ausgeraubt und fast zum Schluss darf der Geheimdienest nicht fehlen, eine Orgie inklusive und Zickenkrieg zwischen den Bewerberinnen um die Rolle.
Wie geht es aus? Das Team findet in Genia (Yevgeniya Kryukova) seine neue Emmanuelle und Boris in Alona? Sehen Sie einfach selbst – Sex & Perestroika – Der Film>>>

Perestroika

sex_und_perestroika_film Und sollten die Nachgeborenen, die diesen Beitrag lesen, nichts mehr mit den Begriffen Glasnost und Perestroika anfangen können, hier eine kurze Erklärung nachgestellt:
Umbau und Modernisierung, eingeleitet im Jahre 1986 vom damals an die Macht gelangten Generalsekretär der KPDSU und Staatschef der Sowjetunion, Michail Gorbatschow. Was hat es gebracht? Die Frage wird inzwischen äußerst differenziert beantwortet. Je nach dem, was für den, der sie beantwortet, im Nachhinein dabei herauskam. In jedem Falle hat Russland seinen neuen Zaren, und wer Dostojewski gelesen hat, der weiß, warum das so ist:
Oh, er begriff sehr wohl, dass die duldsame Seele eines einfachen Russen, geplagt von Gram und Mühsal, vor allem aber durch stete Ungerechtigkeit und eigene wie fremde Sünde, kein stärkeres Bedürfnis hatte als ein Heiligtum oder einen Heiligen zu finden, sich vor ihm niederzuwerfen und zu beten … Aus Dostojewski „Die Gebrüder Karamasow“


Die Buchvorstellung des Tages:

Das Verlangen nach Liebe

verlangen_nach_liebe_leseproben Ein Roman von Hanns-Josef Ortheil
Klappentext: Über achtzehn Jahre lang haben sich die Kunsthistorikerin Judith und der Konzertpianist Johannes nicht mehr gesehen. Eher zufällig treffen sie sich in Zürich, und diese unerwartete Begegnung versetzt sie zurück in die Zeit ihrer großen Liebe, in der sie noch ein junges und unzertrennliches Paar waren.
Von dem Tag ihrer ersten Begegnung in Zürich sehen sie sich täglich, erzählen sich von ihrem Leben und fragen sich, was früher war und jetzt vielleicht von Neuem möglich ist. Unmerklich geraten sie dabei immer tiefer hinein in die erneut aufbrechende Magie der Anziehung … Leseproben aus dem Roman finden Sie hier>>>


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Hank Hennings tänzelt ungeduldig vor dem Kaffeeautomaten hin und her, während sich die erste Tasse füllt. Lisa Sänger indes genießt ihre sichtliche Überlegenheit, ohne auch nur die Spur Hohn oder Überheblichkeit zu empfinden. Genau genommen tut er ihr leid, sie zählt ihn nicht zu dieser Art Machos, die meinen, jede Frau gehöre ihnen. Er hat etwas an sich, das ihn völlig unaufdringlich anziehend erscheinen lässt. Allein darin lag ihr Grund dafür, dass sie ihn gewähren ließ an diesem Abend, dass sie die Einladung überhaupt erst annahm. Doch schon einen winzigen Augenblick bevor sie das Attribut seiner Männlichkeit spürte, ließ ihre Lust bereits nach, und sie stellte mit Entsetzen fest, dass es allein die Neugier war, die sie in seine Arme trieb, nicht der Wunsch, mit einem Manne zu schlafen. Sie gab sich Mühe, ihn das nicht spüren zu lassen und sie wies ihn nicht einmal zurück, als er sie zu späterer Stunde ein zweites Mal begehrte.
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Hätte ich jemals geahnt, dass mir so etwas passieren könnte, nie hätte ich Hausschuhe mit Filzsohlen gekauft, noch wäre ich in eine Wohnung eingezogen, mit einer Eingangstür glatt wie eine Rutschbahn und an deren Wände keine Griffe montiert sind, denkt er in seiner Not. Doch wer montiert schon Griffe an Zimmerwände?
Er kann noch denken!
Beim ersten Mal an diesem warmen Frühlingstag, als sie sich beide auszuruhen gedachten für die Rückfahrt nach München, folgte sie ihm von der Couch, wo sie vorher lange miteinander sprachen, in sein Bett. Sie könne allein nicht einschlafen, sagte sie schmollend, während sie vor seinem Bett stand, wo sie ungeduldig und voller wonniger Erwartung, die jugendliche Hitze wie ein verzehrendes Feuer in ihrem Leib, von einem Bein auf das andere trat.
Seine wunderschöne junge Frau, die er so sehr begehrte wie er nie in seinem Leben eine Frau begehrt hatte, und die ihm gleichzeitig panische Angst einjagte, er könne sie verletzen; wie er, Curd, ihr Curd, ihre erste Liebe, wie er ihr, nachdem sich ihr Wunsch erfüllte, mit liebevollen Worten erklärte ... Alle Leseproben

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