Marquis de Sade zum 277. Geburtstag

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Grausamkeit und Sexualität

Marquis de Sade – Ein Blick in die dunkelsten Kapitel menschlicher Lust

Die menschliche Gesellschaft wird beherrscht von der Brutalität der Stärke. Die Argumente der Mächtigen sind stets die besseren. Wie soll sich da die schwache Tugend durchsetzen können? Klaus Kinski in „Marquis de Sade – Justine“

Donatien Alphonse François Marquis de Sade

Sade (van Loo)Der Namensgeber einer sexuellen Ausrichtung, dem Sadismus. Geboren am 2. Juni 1740 in Paris, machte der Marquis bereits in frühen Mannesjahren durch verschiedenste Skandale von sich reden. Dies brachte ihm mehrere Gefängnisaufenthalte ein, während derer er seine pornografischen, kirchenfeindlichen und teils auch philosophischen Romane schrieb.
Man kann ihm durchaus zubilligen, seine Geschichten nicht nur als Essenz einer ausschweifenden Fantasie niedergeschrieben zu haben, sondern, wie zahlreiche Belege beweisen, lebte er diese Fantasien auch aus.
De Sade entstammte einem alten Adelsgeschlecht aus der Provence, das den Grafentitel (frz. comte) führte. Der Großvater Donatiens verwendete als erster den höheren Titel des Marquis, der von Donatien weiter geführt wurde.

Jean-Baptiste François Joseph de Sade

Jean-Baptiste-François-Joseph de Sade auf einem Gemälde von Jean-Marc Nattier; der Vater von Donatien Alphonse François de Sade

Sein Vater Jean-Baptiste-François-Joseph de Sade war ein Feldmarschall und wichtiger Botschafter, der durch offene Kritik seinen Ruf am Königshof ruiniert hatte. Er verfasste eine Reihe von Romanen und Theaterstücken, die jedoch nie veröffentlicht wurden. Er trug außerdem den Ruf eines begehrten Liebhabers.
Seine Mutter Marie-Eléonore de Maillé de Carman war verwandt mit den Condés, einer Seitenlinie des Königshauses der Bourbonen. Im Pariser Stadtpalast der Condés erblickte Donatien Alphonse François de Sade am 2. Juni 1740 das Leben.
1763 heiratete de Sade mit Anne-Prospère de Montreuil die Tochter einer sehr vermögenden Familie des hohen französischen Amtsadels. 1764 schließlich übertrug im der Vater das Amt des königlichen Generalleutnants der an die Schweiz grenzenden Provinzen Bresse, Bugey, Valromey und Pays de Gex. Dies brachte ihm weiteres Ansehen ein.
Nichtsdestotrotz nutzte er den neu erworbenen Reichtum um ein skandalöses Leben zu führen, das den Rahmen dessen über die Maße sprengte, was man vom Adel in dieser Zeit gewöhnt war. Er unterhielt Beziehungen zu Schauspielerinnen und Kurtisanen. Wobei anzumerken ist, dass sich in der damaligen Gesellschaft beide Berufsstände kaum voneinander unterschieden.
Doch auch vor Frauen aus dem einfachen Volk machte er keinen Halt. Nur ging er mit diesen weniger schicklich um, als mit den Vertreterinnen des Adels oder deren Gespielinnen. Man sagte ihm nach, außer Sex auch gotteslästerliche Handlungen von den Frauen zu verlangen. Es dauerte nicht lange, bis er die erste Anzeige erhielt und zum ersten Mal für kurze Zeit inhaftiert wurde.

Eine weitere Verhaftung folgte kurz darauf, nachdem ihn eine Frau bezichtigt hatte, sie ausgepeitscht und schwer misshandelt zu haben. Ein erster Höhepunkt seines frevelhaften Daseins war ein Todesurteil in Abwesenheit, verhängt von einem Marseiller Gericht im Jahre 1772. Zwei Prostituierte hatten ihn beschuldigt, sie mit Gift gefügig gemacht und zu Gruppensex und Analverkehr gezwungen zu haben. Er entzog sich dem Urteil indem er nach Italien flüchtete. Weil er auf der Flucht seine junge Schwägerin mitgenommen und entehrt hatte, ließ ihn die Familie fallen. Seine Schwiegermutter erwirkte einen königlichen Haftbefehl gegen de Sade, der im Jahre 1777, nach seiner Rückkehr nach Paris, vollstreckt wurde. Das Todesurteil wurde hingegen im Jahre 1778 aufgehoben.
Zuerst in der Festung Vincennes, später in der Bastille, in die er wegen eines Fluchtversuches verlegt worden war, begann seine eigentliche schriftstellerische Arbeit. Es entstanden: Die 120 Tage von Sodom, ein Reiseroman in Briefform sowie Die unglücklichen Schicksale der Tugend, philosophische Erzählung. Letzterer bildete wohl die Grundlage für den späteren Roman Justine oder die Leiden der Tugend. De Sade bestritt Zeit seines Lebens die Urheberschaft einiger unter seinem Namen erschienener Romane, wie eben Justine oder Juliette. Es handelte sich um Raubdrucke, die ihm zugeschrieben wurden. Ob dies den Tatsachen entspricht oder nicht, das wird wohl eher im Dunkel bleiben.
Nach der Revolution wurde er in eine Irrenanstalt eingeliefert. Seine Frau nutzte das, um die Scheidung durchzusetzen. 1790 wurde er entlassen und schloss sich den Jakobinern an. Zeitweilig begleitete er ein Richteramt. In dieser Zeit rettete er seine adligen Schwiegereltern vor dem Schafott.
Während der Jacobiner-Diktatur geriet er erneut in Haft und wurde zum Tode verurteilt. Der Sturz Robespierres bewahrte ihn vor der Vollstreckung.
In der Zeit Napoleons begann eine Treibjagd auf seine oder die ihm zugeschriebenen Schriften. Er wurde auf dem Verwaltungsweg beschuldigt, die Bücher Justine und Juliette verfasst zu haben und wanderte dafür erneut ins Gefängnis. Seine Familie setzte sich für eine Unterbringung im Asyl von Charenton-Saint-Maurice ein. Das war eine Irrenanstalt, in die er im April 1803 eingewiesen wurde. Dort starb er am 2. Dezember 1814 im Alter von 74 Jahren.
Als das bekannteste Werk, das ihm zugeschrieben wird, ist wohl Justine oder die Leiden der Tugend zu nennen.

Leseprobe: „Lasst uns ficken, Freunde“, sprach Bresac, nachdem man sich erfrischt hatte und fuhr in den schmierigen Hintern von Victor hinein. DˋEsterval bemächtigte sich Madame de Verneuils, die ihn seit einiger Zeit stark zu beschäftigen schien, während Verneuil sich an dˋEstervals Frau für die Hörner rächte. „Einen Augenblick“, sprach Gernande, „bevor wir zu weiteren Taten schreiten, muss ich den Überfluss, der in meinen Gedärmen herrscht, ein wenig ableiten.“ – „Dazu brauchen sie nicht hinaus zu gehen, Onkel“, sprach Bresac, „wollen sie sich nicht vor uns die Erleichterung verschaffen?“ – „Wie, sie wollen wirklich zusehen?“ fragte Gernande. „Gewiss, wir wollen nichts dabei verlieren.“ – „Gut, dann werden sie zufrieden gestellt werden“, fuhr Gernande fort, indem er seinen ungeheuren Hintern den Zuschauern zuwandte. Vier Lustknaben umgaben ihn alsbald, von denen ihm der eine den Nachttopf hielt, der zweite hielt eine Kerze direkt an das Loch heran, damit die nötige Helligkeit herrschte und der dritte leckte ihm das Glied und der vierte hielt ein sehr reines Handtuch in der Hand und küsste ihm den Mund. Gernande stützte sich auf zwei der Knaben und drückte halb gebeugt. Als endlich die ungeheure Masse von Kot erschien, die Gernande von sich zu geben pflegte, musste der Knabe, der den Topf hielt, das Exkrement lobpreisen. „Der schöne Dreck!“ rief er aus, „Ah, mein Herr, der herrliche Kot, sie scheißen entzückend.“ Als er fertig war, trat der Lustknabe mit der Serviette heran und reinigte mit seiner Zunge den Hintern, während der, der den Topf hielt, ihn Gernande zur Prüfung unter die Nase steckte. Der Mund des Leckenden wurde inzwischen mit Urin angefüllt und nachdem die vier Lustknaben mit ihrer Beschäftigung fertig waren, stellten sie sich noch an, Zunge, Glied und Arschloch des Wüstlings zu lecken…Alle Leseproben>>>

Marquis de Sade - Bücher und Filme

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Grausamkeit und Sexualität

Nicht erst seit de Sade herrscht diese Verknüpfung. Seine Werke, die die erste größere literarische Auseinandersetzung mit dem Thema waren, bildeten jedoch schließlich die Grundlage für eine neue Bewegung in Literatur und Kunst. Heute häufig zusammengefasst unter dem Kürzel BDSM.
roland_villeneuve_grausamkeit_und_sexualitaet Sexualität entspringt einem Urtrieb. Dem Wichtigsten, dem, der die Erhaltung unserer Art dient. Sie berührt, bewusst oder unbewusst, die entferntesten Winkel unserer Seele. Darum ist sie nicht selten, seit unserem Bestehen, mit Grausamkeiten verbunden. Den grässlichsten Morden liegen in vielen Fällen sexuelle Motive zugrunde. Eifersucht und Neid zum einen, Verschmähung und Abweisung zum anderen. Enttäuschte Liebe, Eifersucht, Rache waren nicht selten, wenn auch nie Ursache, dennoch Anlass für Kriege. Die Grausamkeiten reichen von der privaten Beziehung bis hinauf in die Machtzentren der einzelnen Gesellschaften. Sexualität und damit oder daheraus hervorgehende Grausamkeiten sind ein fester und unverrückbarer Bestandteil einer jeden Gesellschaft.
Die Sammlung – Grausamkeit und Sexualität – von Roland Villeneuve liefert in Wort und Bild einen Überblick über:
sadistisch-flagellantische, pathologische, gesellschaftlich-machtpolitische und religiöse Hintergründe der Leibes- und Todesstrafen, Hinrichtungsarten, Martern und Qualen bis in die Gegenwart…
Aus dem Vorwort
Solange die Welt besteht, hat sich der Mensch als vollkommen, als Ebenbild Gottes betrachtet. Er nennt sich Beherrscher der Welt und rühmt seine Weisheit und alle jene Künste, die aus seinem verschwenderisch produktiven Geist geboren wurden. Und doch: er ist ein Wolf unter seinesgleichen, ein gefährliches Monstrum, wie Montaigne einmal sagte. Wo seine Selbstsucht, seine Rachgier und sein Vergeltungstrieb im Spiele sind, unterscheidet er sich in nichts von den wilden Raubtieren. Im Gegenteil – er übertrifft diese noch: in jedem beliebigen Augenblick seines Lebens ist er dazu bereit, seinen Nächsten auszubeuten, zu verletzen oder gar ihn zu vernichten! – vor allem jedoch, ihn leiden zu lassen. Die Folter ist eine ganz spezielle Erfindung des menschlichen Geistes.
„Sie ist eine Perversion des Mitleids, wie die Obszönität eine Perversion der Scham ist.“ (Thierry Maulniere)


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„Oh, Frank, Froonc“, sie wiederholte den Namen mehrmals in ihrem Akzent, was genau so klang, als spräche sie den Namen der französischen Währung aus.
„Mein Name ist Hélène“, reagierte sie postwendend. Das klang bezaubernd. Sie sprach den selbstverständlich französisch aus. Älän h, das "H" am Ende daran gehaucht. Nicht wie man es hierzulande kennt, wie die Birne Helene. Nein, Älän h, das klang, wie sie es aussprach, als stünde sie kurz vor einem Orgasmus ...
dunkle_perlen_erotiknovellen„Sag jetzt nichts, sag jetzt bitte gar nichts …“, flüsterte ich nur, bevor sich unsere Lippen trafen. Rund herum ein einziges Nichts, für eine Ewigkeit schien die ganze Welt still zu stehen. Lebensstille, ein leises Rauschen, zu dem Stimmen, Motorengeräusche und das Dröhnen der Triebwerke startender Flugzeuge verschmolzen. Es gab nur uns. Meine Arme, die sie umklammerten, ihren vollen, weichen Mund, ihren zierlichen, schlanken Körper, ihre schmalen Hüften, die ich unter dem Mantel ertastete.
Sie lächelte glücklich, während wir uns unablässig küssten. Das bemerkte ich an ihren Mundwinkeln, die immer wieder flohen. Mir rannen die Tränen über die Wangen, Salz, gemischt in unseren Speichel. Jedes Mal, wenn sie den Mund zum Sprechen öffnen wollte, verschlang ich sie aufs Neue.
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Ihre sanfte Stimme, dieses frische, helle Lachen, das ich solange vermisste, verführten mich eher dazu, sie noch leidenschaftlicher zu küssen.
„Froonc, willst du mich hier auf der Straße ausziehen?“, presste sie aus ihren Mundwinkeln heraus, nachdem meine Hände, vom Mantel verdeckt, die Bluse aus dem Rock gezupft hatten. Nachdem ich ihre warme, weiche Haut berührte.
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