Guy de Maupassant – Experte des Wortes 1850 – 93

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Erinnerungen an einen der Großen des Naturalismus

Guy de Maupassant – in einer Reihe mit den großen Erzählern Zola, Balzac und Flaubert, vielfach verfilmt

Guy de Maupassant – „… dass die Wollust ihre höchste Note nur dann geben kann, wenn die Phantasie und das Herz ihre Bewegungen leitet …“ – aus „Die Nichten der Frau Oberst“

Titelbild: Illustration aus „Das Haus Tellier“ – Novelle von Guy de Maupassant – Der Vergnügungszug

Guy de Maupassant

Er gehört zu den ewigen Stars der Weltliteratur – Guy de Maupassant – Als Naturalist zudem zu den Autoren, die die allzu menschlichen Beziehungen in all ihrer Vielfalt und Vielschichtigkeit in den Mittelpunkt ihrer Werke stellten. Liebe und Sexualität, Hass, Verzweiflung und Eifersucht, die unser Handeln mitunter in einem Maße beeinflussen, wie wir uns nicht immer bereits sind, selbst einzugestehen. Darum hält er der Welt den Spiegel vor die Augen und wenn wir dieselben schließen und den Blick geboten nüchtern in unser Inneres werfen, dann stellen wir guy-de-maupassantfest, dass all die Leiden und Freuden, Sehnsüchte und Genüsse heute noch dieselben geblieben sind, wie eh und je.

Naturalismus

Der Naturalismus (von lateinisch naturalis ‚natürlich‘) ist eine Strömung in Literatur und Theater von etwa 1880 bis ins 20. Jahrhundert, die auf exakter Gesellschafts- und Naturbeobachtung und Darstellung aktueller Zeitprobleme beruht …
So oder so ähnlich kann man es als Definition in verschiedenen Enzyklopädien nachlesen. Die Beobachtung beschränkt sich also nicht allein auf die Sexualität in den menschlichen Beziehungen, da dieser aber, ob wir uns dessen bewusst sind oder auch nicht, eine besonders hervorragende Rolle zukommt, nimmt sie in vielen der Werke des Naturalismus einen breiten Raum ein, so auch bei Guy de Maupassant. amazonvideo

Schönheit und Genuss des weiblichen Geschlechts

das_haus_tellier_maupassantVielleicht nehmen Liebe und Sexualität bei Guy de Maupassant auch darum so einen breiten Raum ein, weil er dem anderen Geschlecht sehr zugetan war. So schrieb auch Britta Höhne in einer Rezension zu „Das Haus Tellier“; Immer wieder rückt Maupassant in seinen Geschichten die Anmut des weiblichen Geschlechts in den Vordergrund. Er, der Franzose, liebt die Frauen, lässt er einen seiner Figuren sagen – und meint vielleicht auch sich selbst. Egal ob Edelfrau oder Hure, Maupassant verleiht ihnen allen ein edles Antlitz und eine Stimme …
Seine zahlreichen Liebesabenteuer brachten ihm am Ende wohl auch den frühen Tod ein.

Wie ich zu Guy de Maupassant kam

Im Bücherschrank meiner Eltern standen drei oder vier Bände, nach meiner Erinnerung. „Auszüge aus Werken französischer Autoren“. Mit 14, vielleicht 15, fiel mein Blick darauf, französisch (?), da wusste man doch schon etwas, Oralsex (französisch) war uns schon nicht mehr unbekannt, obgleich man in der biederen DDR nicht gerade mit Erotik überschüttet wurde. Ich blätterte, las mal quer und blieb hängen bei einem Auszug aus einer Erzählung von Guy de Maupassant mit dem Titel „Der Morin – das Schwein“, das klang nach was. Und was ich da las, war bei all dem, was einem in diesem Alter zur Verfügung stand, schon umwerfend interessant.

Der Morin – das Schwein
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Erotische Novellen Bd. 1

Der Galanteriewarenhändler Morin hatte zwei Wochen in der Höhle der Laster Paris verbracht, Aufgeladen von all den erregenden Eindrücken besteigt er den Zug, um die Heimreise anzutreten. Alle Abende etwas los: Theater, Amüsements, ständig in Fühlung mit der Damenwelt – mit einem Wort: Aus dem Nervenkitzel kommt man da nicht heraus. Geradezu verrückt, Mann, kann einen das machen! Tänzerinnen im hauchdünnsten Trikot, Bühnendivas mit dem prachtvollsten Busen, die strammsten Beinchen, die rundesten, marmornsten Schultern – alles zum Greifen und dann doch nicht zu erreichen … Das Herz noch voller Schwung und die Seele voller Rausch und auf den Lippen noch das prickelnde Verlangen nach Küssen …

Das Innere einer Weiberseele

Auf dem Bahnsteig begegnet er einer Frau von atemberaubender Schönheit, die seine von Paris erregten Lenden zum beben bringt. „Ach, wenn man wüsste – wenn man in das Innere einer Weiberseele hineinschauen könnte! Ich möchte wetten, die fabelhaftesten Gelegenheiten lässt man tagtäglich an sich vorüberrauschen, glatt vorüberrauschen, ohne was zu ahnen. Wenn sie bloß die kleinste Andeutung machte, dass sie nicht abgeneigt wäre!“ Getrieben von seiner Lust stürzt er sich im Zugabteil irgendwann über sie, um sie zu küssen (wenn nicht noch mehr?). Doch dieses kleine Abenteuer droht ihm zum Verhängnis zu werden. Die Erzählung u. a. erotische Ausflüge finden Sie hier>>>

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Mein Einstieg in die Klassiker

Es war mein Einstieg in die Klassiker, nicht alles gefiel mir (mit 14/15?) doch war es Anregung, mehr davon zu lesen. Nana von Zola, Flaubert Madame Bovary und Balzac Das Chagrinleder, standen in derselben Reihe und gingen, wie einige andere, nach dem Tod meiner Eltern in meinen Besitz über. Einige davon habe ich mehrmals gelesen und eines hat mich damals schon nicht gestört – Die Sprache -, die man heutzutage schon öfter als etwas gewohnheitsbedürftig abstempelt. Das mag für alle gelten, die mit den Schönheiten der Sprache nichts am Hute haben. Insofern fehlt mir auch jegliches Verständnis, wenn man heute darüber diskutiert, klassische Literatur in einfacher Sprache zu behandeln …

Biografisches

Guy de Maupassant – geboren am 5. August 1850 auf Schloss Miromesnil in Tourville-sur-Arques, Normandie. Schon frühzeitig kam er in Kontakt zu den großen Naturalisten seiner Zeit. Seine Mutter war die Schwester eines Jugendfreundes von Gustave Flaubert. Flaubert wurde auch später einer seiner engsten Vertrauten und Förderer.
Guy de Maupassant besuchte zuerst ein katholisches Seminar, von dem er mit 17 wegen eines frechen Gedichts verwiesen wurde. Daraufhin besuchte er das staatliche Gymnasium von Rouen, wo er dann auch Flaubert näher kam. Sein später begonnenes Jura-Studium musste er wegen des Deutsch-Französischen Krieges unterbrechen, führte es aber nach seiner Demobilisierung nicht fort.

Erste Liebesabenteuer und Syphilis

Flaubert verschaffte ihm nach dem Krieg eine Anstellung als Angestellter in verschiedenen Ministerien. Hier begann er bereits unter Flauberts Anleitung mit dem Schreiben von Gedichten und Theaterstücken. Über Flaubert erhielt er aber Kontakt zu verschiedenen Literaten. u. a, auch zu Emile Zola. Der ermöglichte ihm auch die Veröffentlichung seiner ersten Novelle „Fettklößchen“, die in einem von Zola herausgegebenen Sammelband erschien und gleichzeitig seinen literarischen Durchbruch im Jahre 1880 brachte. In seiner Freizeit fuhr marlo_johnston_ueber_guy_de_maupassantGuy de Maupassant Boot auf der Seine und vergnügte sich in diversen Liebesabenteuern, was ihm eine Erkrankung an der Syphilis einbrachte.

Mehr zu Guy de Maupassant in der Biografie von Marlo Johnston

Aufstieg und Fall

In den folgenden 12 Jahren folgten unzählige Erzählungen, 300 Novellen und insgesamt 6 Romane, die alle dem naturalistischen Stil nahestanden. Der bekannteste davon, der in großen Teilen autobiografische Roman „Bel Ami“ (1885), der seit dem Beginn des Kino-Films auch mehrfach verfilmt wurde. In verschiedenen Zeitungen schrieb er auch gesellschaftskritische Artikel. Durch seinen Erfolg konnte Guy de Maupassant vom Schreiben leben, baute sich ein Haus und kaufte eine Segeljacht. Doch die Erfolge hielten nicht lange an. Drogenkonsum und die Folgen der Syphilis führten zum baldigen Verfall und schon am 6. Juli 1893 in Paris zu seinem frühen Tod.


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Blog Highlights

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Erotische Literatur – Klassik & ModerneErotische Fotografie – F. C. Mey & GästeFilme nach erotischen Romanvorlagen u. a.Sexolosophie & Satire

Werkeauswahl

An dieser Stelle möchte ich auf zwei seiner Werke hinweisen, die bereits in diesem Blog Erwähnung fanden, mit ein paar zusätzlichen Leseproben. Das Eine, eine Novelle über zwei ganz heiße Damen, deren sexuelle Ausschweifungen selbst im sündigen Paris dieser Zeit nicht alltäglich gewesen sein dürften, zumal es sich um zwei Schwestern handelt, die sich nicht allein selbst- sondern auch gegenseitig befriedigen. Das Andere, einer der sechs Romane Guy de Maupassants und wohl sicher auch der Bekannteste, weil er auch mehrfach verfilmt wurde.

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Die Nichten

der Frau Oberst
Die Geschichte der beiden Schwestern Florentine und Julia, gut erzogen und aus gutem Hause, doch nicht vermögend, was einer auskömmlichen Eheschließung erheblich im Wege steht. Es sei denn, es kommt ein alter, reicher Mann, und genau das passiert Florentine. Nur leider ist er schon etwas impotent, was Florentine anfangs, mangels Kenntnis des Zwischenmenschlichen, aber gar nicht bemerkt. Erst als ein junger Mann eher zufällig in ihrem Bett landet, erlebt sie den Schmerz der Defloration und wird auch noch schwanger dabei. Zum Glück lebt ihr inzwischen gebrechlicher Gatte noch und nach geltendem Recht wird ihm die Vaterschaft zugeschrieben …

Die Nichten der Frau Oberst

Florentine erlebte ein Auf und Ab

Florentine hingegen wusste sich schon mit ihren Fingern zu verwöhnen und schenkt dann ihre Jungfernschaft einem jungen Mann, der ihr die Ehe verspricht, was er aber aus höheren Gründen nicht halten kann. Um ebenfalls versorgt zu sein, heiratet sie einen alten, pensionierten Offizier. Alsbald sind beide Witwen und Julia zeit Florentine, dass sie sehr gut einen Mann ersetzen kann, besser in jedem Falle, als jene es je erlebte. Doch das genügt ihnen nicht und beide bauen ein altes Schloss als geheimes Liebesnest um, wo sie anonym Männer zur Lustbefriedigung empfangen. Hier erlebt Florentine ihr erstes wirkliches Abenteuer uns sie kann nicht genug davon bekommen …

Florentines endlose Liebesnacht – Auszug

Beide hatten sie schon fast alle Spielarten genossen und Florentine war mehrmals zu höchster Lust aufgestiegen. Nur eines, von dem Genuss hatte Julia ihr berichtet, den Liebeserguss des Mannes im eigenen Munde zu empfangen, das fehlte ihr noch:
In der Tat ließ sich Florentine alsbald vom Bett herabgleiten, stieß Maxence zurück und zog ihn auf den Diwan, der nahe bei ihnen stand. suendig_die_nichten_der_frau_oberstDort gab sie ihm die empfangenen Liebkosungen zurück, indem sie ihn küsste, ihn biss und seine Liebeseichel mit ihrem balsamischen Speichel benetzte. Trotz ihrer offenkundigen Unerfahrenheit versetzte sie den Jungen Mann in einen Erregungszustand, der nahe an Schmetz grenzte … 

Florentine genießt die Fellatio

Ein sehr verständliches Schamgefühl hinderte ihn daran, sich ganz gehen zu lassen und den wollüstigen Empfindungen, die er hatte, sich völlig hinzugeben. „Aber geh doch, Liebster!“ sagte Florentine endlich. „Ich dürste nach dir; ich möchte ihn kosten, diesen Liebestrank, den man mir in meiner Erinnerung so süß geschildert hat. Gib ihn mir, gib ihn mir doch!“
Der Neugierige legte sich so gut und wacker ins Zeug, dass der Teufel einmal mehr ausrufen konnte: „Weiberwille ist Gotteswille …!“ Mehr zur Novelle mit ausführlichen Leseproben>>>

Bel Ami

Die Geschichte des ehemaligen Unteroffiziers Georges Duroy mit stark biografischen Zügen des Autors Guy de Maupassant. Hier der Rückkehrer aus dem Marokko-Krieg, der versucht, in Paris Fuß zu fassen, so wie es auch Guy de Maupassant ging, als er aus dem deutsch-Französischen Krieg kam. Georges Duroy wird mit Hilfe eines Freundes zum gefragten Redakteur, der über seine Kriegserlebnisse schreibt. Er geht, dank seiner guten Manieren, teils rücksichtslos, durch die Betten verschiedener Frauen, Mütter wie Töchter, und schafft es am Ende bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft. Doch manchmal öden ihn die Frauen auch an, wie in folgender Passage: amazon_audible

Die verworrene Angst des Ehemannes

maupassant_bel_ami_leseprobenEr saß regungslos da, die Arme gekreuzt, dem Blick zum Himmel gerichtet, das Gemüt zu sehr in Aufruhr, als dass er noch weiter hätte überlegen können. Er fühlte nur, wie Hass und Zorn, die angesichts der Unbeständigkeit der weiblichen Begierde im Herzen aller Männer schwelen, in ihm gärten und anwuchsen. Er empfand zum ersten Mal die verworrene Angst des Ehemannes, der argwöhnt. Er war ganz einfach eifersüchtig, eifersüchtig für den Toten, um Forestiers willen eifersüchtig. Eifersüchtig auf eine seltsame, zu Herzen gehende Weise, wozu sich ein plötzlicher Hass gegen Madeleine gesellte. Da sie ja den anderen betrogen hatte, wie konnte er dann Vertrauen zu ihr haben?

Alle Weiber sind Dirnen; man soll sie gebrauchen

Dann machte sich allmählich eine gewisse Ruhe in seinem Innersten breit, er wehrte sich gegen seinen Kummer und dachte: Alle Weiber sind Dirnen; man soll sie gebrauchen und ihnen keinerlei Anteil an seiner Person gewährten. Die Bitterkeit seines Herzens trat ihm in Worten der Verachtung und des Ekels auf die Lippen, aber er ließ ihnen nicht freien Lauf. Er sagte sich immer wieder: Die Welt gehört den Starken! Stark muss man sein! Man muss über alles erhaben sein … Mehr zum Roman mit ausführlichen Leseproben>>>

Fräulein Fifi

Mademoiselle Fifi – So nennen seine Kameraden einen Offizier der preußischen Armee im Deutsch-Französischen Krieg, wegen seines koketten Benehmens. Während einer Feier, zu der man Prostituierte bestellt hatte, demütigte er eines der Mädchen derart, dass sie ihn in den Hals stoch und er starb. Sie konnte fliehen und wurde nach dem Krieg wegen ihrer Heldentat von einem respektablen Mann geheiratet. Hier ein Auszug aus dem Kapitel Liebesworte:
Siehst Du, armes Kind, für einen Mann, der nicht beschränkt ist, ein wenig verfeinert, der ein bisschen über den Dingen steht, für den ist die Liebe so zart gewebt, dass ein Hauch sie zerbläst …

Bewegung, Stimme, Wort und Liebesbeweis

guy_de_maupassant_mademoiselle_fifiWenn ihr Frauen liebt, fasst ihr die Lächerlichkeit mancher Dinge nicht, und die unfreiwillige Komik mancher Ausdrücke, entgeht euch.
Warum wirkt dasselbe Wort, das eine kleine Frau von dunklem Teint gebrauchen darf, unrettbar falsch und lächerlich im Munde einer großen Blonden? Warum steht die schmeichelnde Gebärde dieser, jener nicht? Warum wird uns der einen reizende Zärtlichkeit lästig bei der anderen? Warum? Weil in allen Dingen, vor allem aber in der Liebe, vollkommene Übereinstimmung herrschen muss. Bewegung, Stimme, Wort und Liebesbeweis muss passen zu der die handelt, spricht und liebkost, muss stimmen zu ihrem Alter, zu ihrer Gestalt, zur Farbe ihres Haares, zu ihrer Schönheit.

Die Flut deiner Zärtlichkeiten ergoss sich über mich

Wenn eine Frau von fünfunddreißig Jahren, der Zeit der großen stürmischen Leidenschaften, sich nur im Geringsten ihre neckische Zärtlichkeit von zwanzig bewahren wollte, wenn sie nicht verstünde, dass sie sich anders ausdrücken muss, anders dreinschauen, anders küssen, dass sie Dido sein soll und nicht mehr Julia, so würde sie unrettbar neun von zehn Liebhabern abstoßen, auch wenn sich jene über den Grund ihrer Abneigung nicht klar wären.
Begreifst Du das? – Nein. – Das habe ich nicht anders gehofft!
Liebe Freundin, von der Stunde ab, wo Du die Flut deiner Zärtlichkeiten über mich ergossest – war es für mich aus … Mademoiselle Fifi>>>

Ein Meister

Guy de Maupassant – ein Meister des Wortes, sowohl wenn es um die Beschreibung der „guten Sitten“ in den höheren Etagen der Pariser Gesellschaft geht, als auch bei der Beschreibung all dessen, was wir landläufig als die schönste Nebensache der Welt bezeichnen. Poetischer, aber gleichzeitig direkt und geradeheraus, kann man kaum die Genüsse der körperlichen Liebe beschreiben, wie Guy de Maupassant das tut. Den oben zitierten Worten aus der Rezension von Britta Höhne schließt sich auch der deutsche Schriftsteller und Übersetzer Georg Freiherr von Ompteda in einem Vorwort zu Fräulein Fifi an:

Die für einen Franzosen unerhörte Schönheit des Stils

Eigentlich ist Guy de Maupassants Name zu groß, als dass es nötig wäre, eine Übertragung seiner Schriften ins Deutsche erst noch zu rechtfertigen. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich einzelne Leute in dem Irrtum befinden, als sei der französische Dichter »obscön«. Dieses Urteil kann nach meiner Auffassung nur auf Zweierlei Weise hervorgerufen sein: Entweder stammt es von solchen, die nur ganz einzelnes von ihm gelesen haben, oder von solchen, deren Auge, statt auf die, auch für einen Franzosen unerhörte Schönheit des Stils und der Sprache, statt auf die unerreichte künstlerische Abrundung, statt auf seine abgründige Menschenkenntnis gerichtet zu sein, sich dem Geschlechtlichen zuwandte. c_date_mobil

Gy de Maupassant – einer der größten Künstler, die Frankreich je hervorgebracht

Gewiss bevorzugt der Dichter diese Seite, aber man möge nie vergessen, dass in französischer Art, Ausdrucksweise, Lebensführung und Auffassung die Beziehungen zwischen Mann und Frau viel freier sind, als bei uns. Dazu darf man im Französischen Dinge sagen, die wir nicht sagen können, eine Erscheinung die bei allen Romanischen Völkern im Gegensatz zu den Germanischen wiederkehrt. Ich möchte Guy de Maupassant, den ein Ästhetiker »einen der größten Künstler, die Frankreich je hervorgebracht« nannte, als das angesehen wissen, wofür ihn die Kunstkenner halten, als ein novellistisches Genie, wie es kaum dagewesen und wohl so leicht nicht wiederkehren wird. In diesem Sinne, unterhalten Sie sich gut.

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Die Prostituierte, dieses Mal lacht sie trocken, ein kurzes Lachen:
„Nun bist du enttäuscht, Soldat, oder? Dachtest, ich bin so ein Disco-Girl, das man vielleicht die Nacht aufreißen kann. Oder denkst du etwa an Moral? Vielleicht an die Scheinmoral in dieser Gesellschaft, wo man für Geld alles bekommt, hat man genug davon. Moral muss man sich leisten können, Soldat. Wer nichts hat, kann gut darüber reden und die, die genug haben, die scheißen darauf. Man muss den Menschen, die in der Lage sind, teure Ware zu kaufen, diese auch bereitstellen, sie muss ständig verfügbar sein …“
Die Ehefrau, der Bildhauer und der Bauunternehmer
Plötzlich erstarrte seine Miene zu Eis, er sah ihr forschend in die Augen. Und wie er ihr in die Augen blickte, so als schaue er ihr bis ins Herz und tiefer.
Du bist nicht glücklich, Franziska, mein Mädchen, sagte er trocken, und jetzt lüg mich nicht an. Für gefühlte Minuten herrschte plötzlich Stille, dann sprach er in diese Stille hinein mit seiner sonoren Stimme, die ihr den ersten Schauer durch die Wirbelsäule jagte:
Ich habe mein Leben lang Männer gefickt und deren Schwänze gelutscht oder mich von Männern ficken und meinen Schwanz lutschen lassen. Ich möchte jetzt mit dir ficken, Franziska, ich will deine Prachtmöse lecken, bis du vor Geilheit lachst. In deinen Augen sehe ich, dass du das bitter nötig hast …. Alle Leseproben

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